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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Mechanische Schutzhandschuhe

Schnitte, Abrieb, Stiche und Reißkräfte bedrohen die Hände in nahezu jedem Fertigungs- und Montagebetrieb. Mechanische Schutzhandschuhe nach EN 388 schützen gezielt gegen diese Risiken, ohne das Tastempfinden zu opfern. HUG führt mechanische Schutzhandschuhe von ATG, Ansell, KCL, MAPA, OXXA, STRONGHAND, Hase, elysee, FORTIS und Optiflex.
Andreas Selwitschka

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EN 388 – was die Leistungsstufen bedeuten

Die EN 388:2016+A1:2018 prüft vier Kategorien plus Schnittschutz: Abrieb (0–4), Schnitt Coupe (0–5), Weiterreißen (0–4), Durchstich (0–4) und den TDM-Schnittschutz A–F. Der vierstellige Code plus Buchstabe steht auf jedem Handschuh.

PrüfungStufenHöchstwert
Abriebfestigkeit0–4Stufe 4 = mind. 8.000 Zyklen
Schnittfestigkeit (Coupe)0–5Stufe 3 = Minimum für Bleche/Glas
Weiterreißfestigkeit0–4Stufe 4 = mind. 75 N
Durchstichfestigkeit0–4Stufe 4 = mind. 150 N
TDM-SchnittschutzA–FF = 30 N Schnittkraft (höchstes Niveau)
Der TDM-Test nach ISO 13997 ergänzt den älteren Coupe-Test und ist bei hochschnittfesten Materialien aussagekräftiger, weil die Klinge dort nicht abstumpft.

Beschichtungen: PU, Nitril oder Latex?

Die Beschichtung bestimmt Grip und Tastempfinden. PU für feinste Montage, Nitril für Öl und Abrieb, Latex für Nassgriff (Allergierisiko), Hochleistungsfasern für hohen Schnittschutz.

  • PU (Polyurethan): feinstes Tastempfinden, dünn und dennoch abriebfest – für Montage an Kleinteilen, Qualitätskontrolle und Elektronikfertigung.
  • Nitril: hohe Abriebfestigkeit und guter Ölgriff – dominiert in Metallbearbeitung, Wartung und Kfz. Teilbeschichtung (Handfläche oder Fingerspitzen) erhöht die Atmungsaktivität.
  • Latex: exzellenter Nass- und Trockengriff für Bau und Gartenbau – Nachteil ist das Allergierisiko durch Latexproteine, weshalb Nitril die allergenfreie Alternative ist.
  • Hochleistungsfasern (HPPE, Glas, Stahl): für Schnittschutzhandschuhe der Stufen C–F bei geringer Materialstärke.

Auswahl – den richtigen Handschuh finden

Die Gefährdungsbeurteilung bestimmt die Mindestleistungsstufen. Die Passform ist Sicherheitsfaktor, nicht Komfort – Größen 6 (XS) bis 11 (XXL). Drei typische Profile decken den Alltag ab.

  • Feinmontage / Elektronik: Abrieb Stufe 1, PU-Beschichtung, maximales Tastempfinden – etwa der ATG MaxiFlex Ultimate.
  • Allgemeine Werkstatt: Abrieb Stufe 3–4, Schnitt B–C, Nitrilbeschichtung – guter Kompromiss aus Schutz und Griffigkeit.
  • Blechverarbeitung / Glashandling: TDM-Stufe D–E, ölresistente Beschichtung – etwa ATG MaxiCut Ultra oder KCL KarboTECT.
Die Passform entscheidet mit über die Sicherheit: Ein zu großer Handschuh rutscht beim Greifen, ein zu kleiner schränkt die Durchblutung ein. Genauso wichtig ist die Tragezeit: Beschichtete Strickhandschuhe sind atmungsaktiver als vollbeschichtete und eignen sich besser für langes Tragen, während vollbeschichtete den besseren Flüssigkeitsschutz bieten. Wer den richtigen Kompromiss aus Schutzstufe, Beschichtungsgrad und Tastempfinden wählt, erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Akzeptanz beim Träger – der beste Handschuh nützt nichts, wenn er als unbequem empfunden und abgelegt wird. Zusammen mit Sicherheitsschuhen und der übergeordneten Handschutz-Übersicht ergibt sich ein durchgängiges Schutzkonzept.

Ein oft übersehener Punkt ist die Waschbarkeit: Viele beschichtete Strickhandschuhe überstehen mehrere Waschzyklen bei 40 °C, wenn der Hersteller das freigibt – das senkt die Kosten pro Tragetag deutlich und verbessert die Hygiene. Verhärtete, öldurchtränkte oder an der Beschichtung rissige Exemplare gehören dagegen ersetzt; Waschen stellt die Schutzwirkung nicht wieder her.

Für die Auswahl im Betrieb hat sich ein Tragetest mit zwei bis drei Kandidaten bewährt: Die Beschäftigten arbeiten je eine Woche mit jedem Modell, danach wird nach Passform, Tastempfinden und Verschleiß entschieden. Ein Handschuh, der im Katalog überzeugt, aber in der Praxis nach zwei Tagen ausgezogen wird, schützt niemanden.

FAQ zu mechanischen Schutzhandschuhen

  • Was bedeutet die EN 388 beim Handschuh? EN 388 ist die Norm für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken. Sie bewertet vier Eigenschaften mit einem vierstelligen Code – Abriebfestigkeit (0–4), Schnittfestigkeit im Coupe-Test (0–5), Weiterreißfestigkeit (0–4) und Durchstichfestigkeit (0–4) – sowie zusätzlich einen Schnittschutzbuchstaben A–F aus dem TDM-Test. Je höher die Zahl bzw. der Buchstabe, desto besser die geprüfte Schutzwirkung.
  • Wie lese ich die Schnittschutzklassen (Tabelle)? Es gibt zwei Skalen: den älteren Coupe-Test (0–5) und den TDM-Test (A–F) nach ISO 13997. A–B bedeuten leichte Schnittgefahr (Handhabung, Verpackung), C–D mittlere (Blech, Glas) und E–F hohe Schnittgefahr (scharfe Klingen, Schlachter). Der TDM-Buchstabe ist verlässlicher, weil der Coupe-Test bei hochfesten Fasern durch Abstumpfen der Klinge zu hohe Werte liefert.
  • Welche mechanischen Schutzhandschuhe passen für Werkstatt und Montage? Für Werkstatt, Montage und Kfz-Arbeit passt ein nitrilbeschichteter mechanischer Schutzhandschuh mit Abrieb Stufe 3–4 und Schnittschutz B–C – guter Ölgriff bei ausreichendem Schutz. Bei scharfkantigen Blechen einen höheren Schnittschutz (TDM D–E), für feine Arbeiten einen dünnen PU-Handschuh. Für kurzen Kontakt mit Öl und Schmutz ergänzen Einweg-Nitrilhandschuhe.
  • Was bedeutet die Abriebstufe? Die Abriebfestigkeit gibt an, wie viele Scheuerzyklen der Handschuh bis zum Durchscheuern aushält. Stufe 4 entspricht mindestens 8.000 Zyklen und ist für raue Oberflächen wie Betonteile, Stahlprofile und Schleifarbeiten relevant. Für leichte Handhabung genügen niedrigere Stufen; im rauen Werkstatteinsatz sollte die Abriebstufe möglichst hoch sein, weil sie maßgeblich die Standzeit bestimmt.
  • PU oder Nitril – welche Beschichtung ist besser? Das hängt von der Aufgabe ab. PU bietet das feinste Tastempfinden und ist ideal für trockene Feinmontage und Elektronik. Nitril ist abriebfester und greift bei Öl und Feuchte besser – die Wahl für Metallbearbeitung, Wartung und Kfz. Beide sind latexfrei und damit allergikerfreundlich. Bei nassem Untergrund ist Nitril, bei reiner Trockenmontage PU im Vorteil.
  • Welche Handschuhgröße brauche ich? Die Größen reichen von 6 (XS) bis 11 (XXL) und entsprechen dem Handumfang in Zoll. Der Handschuh muss eng anliegen, ohne einzuschnüren: Ein zu großer rutscht und mindert Griff und Sicherheit, ein zu kleiner schränkt die Durchblutung ein und ermüdet die Hand. Gemessen wird der Handumfang ohne Daumen auf Höhe der Fingerknöchel.
  • Wann muss ich einen Schutzhandschuh ersetzen? Sobald die Schutzwirkung nachlässt: durchgescheuerte oder durchstochene Stellen, Risse in der Beschichtung, freigelegte Trägerfasern oder chemisch angegriffenes Material. Ein beschädigter Handschuh bietet an der Schadstelle keinen Schutz mehr und wird ersetzt, nicht repariert. Auch eine stark verschmutzte oder verhärtete Beschichtung verschlechtert Grip und Schutz.
  • Wie oft sollte ich mechanische Schutzhandschuhe wechseln? Es gibt kein festes Intervall – maßgeblich ist der Zustand: Löcher, durchgescheuerte Stellen, Risse in der Beschichtung, freigelegte Fasern oder Öldurchtränkung beenden die Schutzwirkung sofort. In der Praxis halten PU-Montagehandschuhe je nach Beanspruchung wenige Tage bis Wochen, robuste Nitrilhandschuhe entsprechend länger. Waschbare Modelle strecken den Zyklus, ersetzen aber nicht die Sichtkontrolle vor jedem Tragen.
  • Dürfen Schutzhandschuhe an rotierenden Maschinen getragen werden? An offen rotierenden Werkzeugen wie Ständer- und Tischbohrmaschinen ist das Tragen von Handschuhen verboten (DGUV-Regelwerk): Der Handschuh kann erfasst und die Hand in die Maschine gezogen werden – ein größeres Risiko als der Schnittschutz nutzt. Die Gefährdungsbeurteilung legt solche Verbotszonen fest. Für Handling und Montage außerhalb der Rotationszone gelten die normalen Trageregeln.

Mechanische Schutzhandschuhe bei HUG – alle Marken ab Lager

HUG Technik und Sicherheit führt mechanische Schutzhandschuhe von ATG (MaxiFlex, MaxiCut), Ansell, KCL, MAPA, OXXA, STRONGHAND, Hase Safety Gloves, elysee, FORTIS und Optiflex – in allen gängigen EN-388-Leistungsstufen und Größen 6 bis 11. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG ausmacht: Beratung zur richtigen EN-388-Leistungsstufe für die konkrete Gefährdung. Bestellungen bis 16:00 Uhr gehen am selben Tag in den Versand.