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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Schrägsitzventile

Beim Schrägsitzventil steht die Spindel schräg zur Rohrachse statt senkrecht — das Medium fließt fast geradlinig durch das Gehäuse, statt zweimal um 90 Grad umgelenkt zu werden. Ergebnis: deutlich weniger Druckverlust als beim geraden Sitzventil. HUG Technik führt die pneumatisch angetriebene RIEGLER-Baureihe für die Prozesstechnik: Ausführungen in Bronze und Edelstahl für Mediumstemperaturen von −10 bis +180 °C, dazu die NAMUR-Adapterplatte zum Nachrüsten von Stellungsreglern.
Thomas Klosik

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Thomas Klosik

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Warum der schräge Sitz

Beim klassischen Geradsitzventil sitzt der Ventilteller waagerecht im Gehäuse: Das Medium muss nach oben in den Ventilraum, um den Teller herum und wieder nach unten in die Leitung. Diese doppelte Umlenkung kostet Druck. Der schräg angestellte Sitz macht daraus einen nahezu geraden Weg — daher auch der Name Freistromventil für diese Bauform. Bei gleichem Nenndurchmesser fließt spürbar mehr durch, und die Pumpe muss weniger arbeiten. Der zweite Vorteil betrifft die Standzeit: Der selbstausrichtende Ventilteller findet auch nach vielen Schaltspielen sauber auf seinen Sitz, statt sich einseitig einzuschleifen. Für Prozessleitungen, in denen ein Ventil täglich hundertfach schaltet, ist das der entscheidende Unterschied — jedes ungleichmäßig aufsitzende Dichtelement wird an einer Stelle zuerst undicht. Der dritte Punkt ist der Bauraum: Weil der Antrieb schräg aus der Rohrachse herausragt statt senkrecht darüber zu stehen, passt das Ventil auch in Trassen mit knapper Deckenhöhe. Gerade bei aufgebauten Pneumatikantrieben, die selbst Platz brauchen, entscheidet das oft über die Machbarkeit. Damit kein Partikel zwischen Teller und Sitz gerät, gehört in verschmutzungsgefährdete Leitungen ein Schmutzfänger davor.

Pneumatischer Kolbenantrieb

Diese Schrägsitzventile werden nicht von Hand bedient, sondern über einen aufgesetzten pneumatischen Kolbenantrieb geschaltet: Steuerluft fährt den Kolben, der Kolben bewegt die Ventilspindel. Die Vorsteuerung erfolgt extern — ein separates Steuerventil gibt die Luft frei, was die Ansteuerung aus der Anlagensteuerung heraus erlaubt. Zwei Punkte sind für die Planung wichtig. Erstens die Gehäusewahl nach Medium: Das Bronzegehäuse ist für neutrale Medien vorgesehen, die Edelstahl-Ausführung für aggressive. Zweitens die Nachrüstbarkeit: Beide Baureihen werden ohne NAMUR-Schnittstelle geliefert — wer später einen Stellungsregler, ein Magnetventil oder eine Rückmeldeeinheit direkt anbauen will, ergänzt die passende NAMUR-Adapterplatte für die Serien 3362 (Bronze) und 3363 (Edelstahl), verfügbar für G 1/2 bis G 2. Der Vorteil der pneumatischen Lösung liegt in der Stellkraft: Druckluft auf einer Kolbenfläche bringt deutlich mehr Kraft auf die Spindel als eine Magnetspule vergleichbarer Baugröße — deshalb schalten Prozessventile in größeren Nennweiten fast durchweg pneumatisch. Voraussetzung ist allerdings ein vorhandenes Druckluftnetz. Wer stattdessen eine rein elektrische Schaltung sucht, findet sie bei den Magnetventilen — dort bewegt eine Magnetspule den Ventilkörper, ganz ohne Steuerluft.

Die Ausführungen im Detail

Das Sortiment ist bewusst schlank gehalten und deckt mit drei Artikeln die zwei Werkstoffwelten plus das Nachrüst-Zubehör ab:
AusführungAnschlussMediumstemperaturmax. Druckdifferenz
Schrägsitzventil Bronze, KolbenantriebG 1 1/2−10 bis +180 °C11 bar
Schrägsitzventil Edelstahl, Kolbenantrieb, NCG 3/4−10 bis +180 °C16 bar
NAMUR-Adapterplatte (Serie 3362 / 3363)für G 1/2 bis G 2
Die Edelstahl-Ausführung ist als NC ausgelegt — stromlos beziehungsweise ohne Steuerdruck geschlossen, was in den meisten Prozessanlagen die sichere Grundstellung ist. Beide Ventile decken mit 180 °C auch heiße Medien ab, wie sie in Reinigungs- und Sterilisationskreisen vorkommen. Zu beachten ist der Begriff Betriebsdruckdifferenz: Angegeben ist nicht der maximale Leitungsdruck, sondern die Druckdifferenz, gegen die der Antrieb das Ventil noch sicher schließt. Bei der Auslegung zählt also der Druckunterschied zwischen Ein- und Ausgang im Schaltmoment — bei Ventilen, die gegen vollen Anlagendruck schließen müssen, ist das der kritische Wert. Für schnelles Absperren von Hand daneben bleibt der Kugelhahn die einfachere Lösung.

FAQ zu Schrägsitzventilen

  • Was macht ein Schrägsitzventil? Es sperrt und öffnet eine Leitung über einen Ventilteller, dessen Spindel schräg zur Rohrachse steht. Durch diesen Winkel strömt das Medium fast geradlinig hindurch, statt zweimal umgelenkt zu werden — das senkt den Druckverlust gegenüber einem geraden Sitzventil deutlich. Die Ausführungen bei HUG schalten pneumatisch über einen Kolbenantrieb.
  • Welchen Vorteil hat ein Schrägsitzventil gegenüber einem Geradsitzventil? Vor allem den geringeren Strömungswiderstand: Der schräge Sitz erlaubt einen fast geraden Durchgang, das Geradsitzventil zwingt das Medium um zwei rechte Winkel. Bei gleicher Nennweite fließt entsprechend mehr durch, und der Energiebedarf der Pumpe sinkt. Dazu kommt der selbstausrichtende Ventilteller, der auch nach vielen Schaltspielen sauber schließt.
  • Was ist besser, Schrägsitzventil oder Kugelhahn? Das kommt auf die Aufgabe an. Der Kugelhahn gibt den vollen Querschnitt frei und schaltet mit einer Vierteldrehung — ideal für schnelles Auf und Zu bei seltener Betätigung. Das Schrägsitzventil ist auf häufiges, automatisiertes Schalten ausgelegt, verträgt hohe Mediumstemperaturen bis 180 °C und lässt sich fein ansteuern. In Prozessanlagen mit ständigem Takt ist es die haltbarere Wahl.
  • Wie wird ein Schrägsitzventil eingebaut? In Durchflussrichtung laut Pfeil auf dem Gehäuse und so, dass der Antrieb zugänglich bleibt — Steuerluftanschluss und eine eventuelle NAMUR-Aufbaueinheit brauchen Platz. Die schräge Bauform bringt den Antrieb dabei automatisch aus der Rohrachse heraus, was in engen Rohrtrassen oft der praktische Vorteil gegenüber dem geraden Sitzventil ist.
  • Wofür ist die NAMUR-Schnittstelle? NAMUR ist das genormte Anbaumaß für Zubehör am Ventilantrieb: Über eine NAMUR-Adapterplatte lassen sich Stellungsregler, Magnetventile oder Rückmeldeeinheiten direkt aufsetzen, ohne Sonderadapter. Die Ventile bei HUG kommen ohne diese Schnittstelle; die passende Adapterplatte für die Serien 3362 und 3363 gibt es separat für G 1/2 bis G 2.
  • Bronze oder Edelstahl? Das Bronzegehäuse ist laut Hersteller für neutrale Medien vorgesehen — Wasser, Öle, neutrale Prozessflüssigkeiten. Die Edelstahl-Ausführung deckt aggressive Medien ab und hält mit 16 bar auch die höhere Druckdifferenz aus (Bronze: 11 bar). Bei Reinigungsmitteln, Säuren oder Laugen führt praktisch kein Weg an Edelstahl vorbei.
  • Was bedeutet NC bei diesen Ventilen? NC steht für normally closed: Ohne Steuerdruck ist das Ventil geschlossen, erst die anliegende Steuerluft öffnet es. Fällt die Druckluftversorgung aus, sperrt die Leitung also selbsttätig — in den meisten Prozessanlagen die gewünschte sichere Grundstellung. Die Edelstahl-Ausführung im Sortiment ist so ausgelegt.
  • Ist das ein KFR-Ventil für die Hausinstallation? Nein. KFR-Ventile und Schrägsitzventile mit Handrad aus dem Sanitär- und Heizungsbereich sind eine eigene Produktgattung mit eigenen Zulassungen — die führt HUG in dieser Kategorie nicht. Hier geht es um pneumatisch angetriebene Prozessventile für Industrieanlagen, gesteuert aus der Anlagensteuerung statt von Hand.

Schrägsitzventile bei HUG – Prozessventile mit Kolbenantrieb

Die Baureihen 3362 und 3363 stammen von RIEGLER — mit dem Vorteil, dass Ventil und NAMUR-Adapterplatte aus einer Systematik kommen und beim Nachrüsten zusammenpassen. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG Technik und Sicherheit ausmacht: Beratung dazu, ob für Ihre Anlage das pneumatische Prozessventil, das elektrische Magnetventil oder schlicht ein Kugelhahn die richtige Lösung ist. Bestellungen, die werktags bis 16 Uhr eingehen, verlassen noch am selben Tag das Lager in Ergolding.