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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Artikel ohne Norm

Spenglerschrauben, Stockschrauben, Schnellbauschrauben, Hammerkopfschrauben und Keilsicherungsscheiben haben eines gemeinsam: Sie sind im Handwerk unverzichtbar und tragen trotzdem keine DIN-Nummer. HUG führt 31 solcher Artikel, die sich über Längen und Durchmesser auf rund 350 Ausführungen verteilen.
Erwin Küfner

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Was „ohne Norm" tatsächlich heißt

Die Bezeichnung klingt nach zweiter Wahl und meint das Gegenteil. Diese Artikel sind nicht ungenormt, weil sie beliebig wären, sondern weil sie für eine Aufgabe entwickelt wurden, die kein DIN-Blatt beschreibt. Eine Spenglerschraube muss ein Blech halten und gleichzeitig die eigene Durchdringung abdichten. Eine Schnellbauschraube muss eine Gipsplatte fixieren, ohne den Karton zu durchreißen. Ein Hammerkopf muss sich in eine Schienennut einführen und durch eine Vierteldrehung verriegeln lassen. Für keine dieser Aufgaben existiert ein passendes Normmaß – sie sind aus der Praxis heraus entstanden. Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens definiert der Hersteller das Maß, nicht die Norm – zwei Artikel gleichen Namens können sich in Kopfform, Gewindesteigung und Bohrspitze unterscheiden. Zweitens funktioniert die Bestellung nicht über eine Nummer, sondern über eine Beschreibung. Wo eine Normnummer vorhanden ist, führt der Weg zu den Artikeln nach DIN – dort ist die Zuordnung eindeutig.

Fünf Angaben statt einer DIN-Nummer

Fehlt die Normnummer, muss die Beschreibung sie ersetzen. Fünf Angaben reichen in fast allen Fällen aus:
  • Durchmesser und Länge. Der Durchmesser wird am Gewinde gemessen, die Länge je nach Kopfform ab Kopfunterseite oder ab Kopfoberkante bei Senkköpfen.
  • Kopfform. Senkkopf, Linsenkopf, Sechskantkopf, Dichtkopf, Hammerkopf, Hakenkopf – die Kopfform entscheidet, ob die Schraube versenkt, aufliegt oder verriegelt.
  • Antrieb. Kreuzschlitz, Innensechsrund, Innensechskant oder Außensechskant. Im Sortiment finden sich unter anderem Artikel mit T25-Antrieb und mit Innensechsrund.
  • Gewindeart. Grob oder fein, mit oder ohne Bohrspitze, Holzgewinde oder metrisches Gewinde – der häufigste Grund für eine Fehlbestellung.
  • Werkstoff und Oberfläche. Edelstahl A2, verzinkt oder phosphatiert. Draußen und an der Fassade führt kein Weg an Edelstahl vorbei.
Bei einem vorhandenen Altteil ist die Reihenfolge umgekehrt: erst das Teil vermessen, dann in der Warengruppe suchen. Das Sortiment gliedert sich dafür in Schrauben, Scheiben und Muttern sowie Montageschienenschrauben und -gewindeplatten.

Dach, Fassade und Fensterbank

Der größte Block im Sortiment betrifft die Gebäudehülle – dort, wo eine Befestigung gleichzeitig dicht bleiben muss. Spenglerschrauben in Edelstahl A2 sitzen an Blechanschlüssen, Dachrinnenhaltern und Ortgangblechen. Ihr großer Kopf mit Dichtscheibe verschließt die Durchdringung, sodass an der Befestigungsstelle kein Wasser eindringt. Die Werkstoffwahl ist hier keine Komfortfrage: An einer verzinkten Schraube im Kupfer- oder Zinkblech entsteht Kontaktkorrosion. Stockschrauben verbinden zwei Welten. Ein Ende trägt ein Holzgewinde und wird in den Balken oder Dübel gedreht, das andere ein metrisches Gewinde für die Mutter. Damit lassen sich Konsolen, Halterungen und Gestelle befestigen, ohne dass eine durchgehende Schraube nötig wäre. Im Sortiment liegen sie in Edelstahl und in verzinkter Ausführung mit Innensechsrund-Antrieb. Dazu kommen Fassadenschrauben in Edelstahl A2, Fensterbankschrauben mit Kreuzschlitzantrieb samt passender Abdeckkappe sowie Distanz- und Justierschrauben mit T25-Antrieb, mit denen sich ein Bauteil auf Abstand setzen und exakt ausrichten lässt.

Schnellbauschrauben: Grob oder Fein

Sieben der 31 Artikel sind Schnellbauschrauben – und bei keiner Gruppe wird häufiger die falsche Variante bestellt.
AusführungUntergrundWarum
GrobgewindeHolzunterkonstruktion, Lattenschneidet tief ins Material, hohe Auszugsfestigkeit
Feingewindedünnwandige Metallprofilenur das feine Gewinde durchdringt Blech
mit Bohrspitzestärkere Blechprofilebohrt vor, statt das Blech zu verdrängen
Die Regel lautet also: Holz bekommt Grobgewinde, Metallständerwerk Feingewinde. Wird eine Grobgewindeschraube in ein Metallprofil gedreht, findet sie keinen Halt; umgekehrt reißt eine Feingewindeschraube im Holz aus. Über die Gewindeart hinaus unterscheidet das Sortiment nach Plattentyp: Es gibt eigene Ausführungen für Gipskarton, für Hartplatten und für Gipsfaserplatten. Der Unterschied liegt in Kopfform und Gewindegeometrie, damit der Kopf bündig einsinkt, ohne die Oberfläche zu zerstören. Ein wiederkehrendes Merkmal ist die phosphatierte Oberfläche. Sie reduziert die Reibung beim Eindrehen und ist am dunkelgrauen bis schwarzen Aussehen zu erkennen – ein Rostschutz für den Außenbereich ist sie ausdrücklich nicht.

Montageschienen: Hammerkopf und Hakenkopf

Eine eigene Unterkategorie gilt den Befestigungen für Montageschienen. Das Prinzip ist bei allen gleich: Das Element wird längs in die Schienennut eingeführt und durch eine Drehung quergestellt, sodass es sich hinter den Nutlippen verriegelt. Zwei Kopfformen stehen zur Wahl. Der Hammerkopf hat eine rechteckige Grundform und verriegelt durch eine Vierteldrehung – im Sortiment in den Typen 28/15 und 38/17. Der Hakenkopf greift einseitig hinter die Nutlippe und findet sich in den Typen 40/22 und 50/30. Zu jeder Schraubenausführung gibt es die passende Gewindeplatte. Sie übernimmt dieselbe Verriegelung, stellt aber ein Innengewinde bereit – gebraucht überall dort, wo von außen eine Schraube eingedreht werden soll statt eine Mutter aufgesetzt. Entscheidend ist, dass Typangabe und Schienenprofil zusammenpassen. Ein Kopf, der zu klein für die Nut ist, verkantet unter Last und rutscht durch; ein zu großer lässt sich gar nicht erst einführen. Beim Nachkauf gehört deshalb die Typbezeichnung des vorhandenen Elements übernommen.

Keilsicherungsscheiben

Zwei Artikel im Sortiment lösen ein anderes Problem: das selbsttätige Losdrehen einer Schraubverbindung unter Vibration. Keilsicherungsscheiben nach DIN 25201 arbeiten paarweise. Auf der Außenseite tragen sie Radialrippen, die sich formschlüssig in Kopf- und Auflagefläche krallen. Auf der Innenseite liegen Keilflächen, die aufeinander gleiten. Der Trick liegt im Winkel: Er ist größer als der Steigungswinkel des Gewindes. Beginnt die Schraube sich zu drehen, kann sie das nur, indem die beiden Scheiben aufeinander abgleiten – und weil der Keilwinkel steiler ist als die Gewindesteigung, hebt sie sich dabei stärker an, als sie Gewindeweg gewinnt. Die Vorspannung steigt, statt zu fallen. Gesichert wird also über Klemmkraft, nicht über Reibung. Die Standardausführung besteht aus Stahl. Für chloridhaltige Umgebungen und Salzwasser steht daneben eine Variante aus 254 SMO zur Verfügung, einem hochlegierten Edelstahl nach EN 1.4547, der durch hohe Chrom-, Nickel-, Molybdän- und Stickstoffanteile gegen Loch- und Spaltkorrosion beständig ist. Beide führt HUG von NORD-LOCK.

FAQ zu Artikeln ohne Norm

  • Was bedeutet „ohne Norm" bei Schrauben? Dass für diese Bauart kein DIN- oder ISO-Blatt existiert, nicht dass sie minderwertig wäre. Die Artikel sind aus der Praxis heraus entstanden – für Aufgaben wie das dichte Befestigen von Blechen oder das Verriegeln in einer Schienennut, die keine Norm beschreibt. Das Maß legt der Hersteller fest, deshalb können sich Artikel gleichen Namens in Kopfform und Gewinde unterscheiden.
  • Wie bestelle ich ohne DIN-Nummer richtig? Über fünf Angaben: Durchmesser und Länge, Kopfform, Antrieb, Gewindeart und Werkstoff mit Oberfläche. Bei einem vorhandenen Altteil wird zuerst gemessen, dann in der Warengruppe gesucht. Der häufigste Fehler liegt bei der Gewindeart – grob oder fein, mit oder ohne Bohrspitze, Holzgewinde oder metrisches Gewinde.
  • Grobgewinde oder Feingewinde bei Schnellbauschrauben? Grobgewinde für Holzunterkonstruktionen, Feingewinde für dünnwandige Metallprofile. Das grobe Gewinde schneidet tief ins Holz und erzeugt hohe Auszugsfestigkeit, das feine durchdringt Blech. Vertauscht funktioniert keine der beiden: Die Grobgewindeschraube findet im Metallprofil keinen Halt, die Feingewindeschraube reißt im Holz aus. Für stärkere Bleche gibt es Ausführungen mit Bohrspitze.
  • Was ist eine Stockschraube? Eine Schraube mit zwei unterschiedlichen Gewinden: Ein Ende trägt ein Holzgewinde und wird in Balken oder Dübel gedreht, das andere ein metrisches Gewinde für eine Mutter. Damit lassen sich Konsolen, Halterungen und Gestelle befestigen, ohne eine durchgehende Schraube zu benötigen. Im Sortiment liegen sie in Edelstahl und verzinkt mit Innensechsrund-Antrieb.
  • Warum brauchen Spenglerschrauben Edelstahl? Wegen der Kontaktkorrosion. Eine verzinkte Schraube in Kupfer- oder Zinkblech bildet mit dem Blech ein elektrochemisches Element, das die Verbindung von innen zerstört – sichtbar wird das erst nach Jahren, dann aber flächig. Edelstahl A2 vermeidet das. Der große Kopf mit Dichtscheibe verschließt zusätzlich die Durchdringung gegen eindringendes Wasser.
  • Wie funktionieren Keilsicherungsscheiben? Über Klemmkraft statt Reibung. Sie werden paarweise mit den Keilflächen zueinander eingebaut, außen greifen Radialrippen formschlüssig in die Auflageflächen. Da der Keilwinkel größer ist als der Steigungswinkel des Gewindes, hebt sich die Schraube beim Losdrehversuch stärker an, als sie Gewindeweg gewinnt – die Vorspannung steigt. Die Bauart ist in DIN 25201 beschrieben.
  • Was ist der Unterschied zwischen Hammerkopf und Hakenkopf? Die Art der Verriegelung in der Schienennut. Der rechteckige Hammerkopf wird längs eingeführt und durch eine Vierteldrehung quergestellt, sodass er beidseitig hinter den Nutlippen sitzt. Der Hakenkopf greift einseitig hinter die Lippe. Im Sortiment liegen Hammerköpfe in den Typen 28/15 und 38/17, Hakenköpfe in 40/22 und 50/30.
  • Wofür ist die phosphatierte Oberfläche gut? Sie reduziert die Reibung beim Eindrehen, was besonders bei Schnellbauschrauben zählt, die im Akkord gesetzt werden. Erkennbar ist sie an der dunkelgrauen bis schwarzen Färbung. Ein Korrosionsschutz für den Außenbereich ist sie ausdrücklich nicht – dort gehören verzinkte oder Edelstahlausführungen hin.
  • Wann sind Keilsicherungsscheiben aus 254 SMO nötig? In chloridhaltigen Umgebungen und bei Salzwasserkontakt. Der hochlegierte Edelstahl nach EN 1.4547 ist durch hohe Chrom-, Nickel-, Molybdän- und Stickstoffanteile gegen Loch- und Spaltkorrosion beständig, wo gewöhnliche austenitische Edelstähle an ihre Grenze kommen. Für Innenbereiche und normale Industrieatmosphäre reicht die Stahlausführung.

Befestigungstechnik bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. In der Kategorie Artikel ohne Norm liegen gut 30 Artikel ab Lager, die sich über Längen, Durchmesser und Verpackungseinheiten auf mehrere hundert Ausführungen verteilen – von E-NORMpro, NORD-LOCK und Upat. Passend dazu: Was HUG ausmacht: das Sortiment jenseits des DIN-Rasters mit den Artikeln, die auf der Baustelle täglich gebraucht und im Normkatalog nicht gefunden werden – dazu Beratung, wenn von der alten Schraube nur noch ein abgerissener Kopf übrig ist. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.