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Mehrzweckschläuche

Mehrzweckschläuche transportieren Luft, Wasser, Öle, milde Chemikalien und Kraftstoffe in einem einzigen Schlauchtyp – die Allrounder unter den Industrieschläuchen. HUG führt Mehrzweckschläuche von FORTIS, FORMAT, Continental und RIEGLER in EPDM, NBR, PU und PVC, in Nennweiten von 6 bis 52 mm, als Meterware und in Rollenlängen ab Lager.
Thomas Klosik

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Aufbau und Abgrenzung zu Spezialschläuchen

Ein Mehrzweckschlauch hält mehreren Stoffgruppen stand, weil seine Innenseele aus einem breit beständigen Compound besteht. Spezialschläuche sind dagegen auf ein Medium optimiert: Ein reiner Wasserschlauch quillt bei Mineralöl, ein reiner Ölschlauch wird bei Heißwasser spröde. Wo das Medium wechselt oder bei der Beschaffung noch nicht feststeht, ist der Mehrzweckschlauch die sichere Wahl. Der Aufbau folgt bei beiden dem Dreischichtprinzip:
  • Innenseele: bestimmt die Medienbeständigkeit – EPDM, NBR, PU oder PVC.
  • Einlage: Textilgeflecht, Textilgewebe oder Spirale – gibt die Druckfestigkeit.
  • Außendecke: schützt gegen Abrieb, UV, Ozon und mechanische Beschädigung.
Mehrzweckschläuche erreichen Arbeitsdrücke von 10 bis 20 bar bei –30 °C bis +100 °C. Der Berstdruck liegt mindestens beim Dreifachen des Arbeitsdrucks.

Werkstoffe und Medienverträglichkeit

Der Werkstoff der Innenseele entscheidet über die Medienbeständigkeit: EPDM für Wasser, Heißwasser und Chemie (nicht Öl), NBR für Öl und Kraftstoff (nicht Heißwasser), PU für höchste Abriebfestigkeit, PVC als günstige Variante für niedrige Drücke. Die folgende Übersicht zeigt, welcher Werkstoff wofür taugt und wo seine Grenze liegt.
WerkstoffBeständig gegenNicht geeignet für
EPDMWasser bis 100 °C, verdünnte Säuren/Laugen, Luft, DampfMineralöl, Benzin, Lösemittel
NBRMineralöle, Diesel, Fette, HydraulikölHeißwasser, starke Säuren
PUhöchste Abriebfestigkeit, Farben, Lacke, leichte Ölestarke Säuren, Heißwasser
PVCWasser, Luft, verdünnte Chemikalien (niedriger Druck)Kälte, hohe Drücke, Öl
PU bietet die höchste Abriebfestigkeit aller Schlauchwerkstoffe – ein Vielfaches von Gummi – und bleibt bis etwa –40 °C flexibel. PVC ist die günstigste Variante, aber in Temperatur und Medienbeständigkeit enger begrenzt.

Nennweiten, Druckklassen und Meterware

Gängige Nennweiten reichen von 6 mm bis 52 mm Innendurchmesser. Der Arbeitsdruck hängt von der Einlage ab: Textilgeflechtschläuche erreichen 10 bis 20 bar, spiralverstärkte Ausführungen gehen darüber hinaus. Die Druckangabe bezieht sich auf 20 °C – bei höherer Temperatur sinkt der zulässige Arbeitsdruck als Faustregel um etwa 10 % je 10 °C, was bei Warmwasser- und Dampfleitungen einzurechnen ist. Geliefert wird als Meterware oder in Rollenlängen (25 m, 40 m, 50 m). Meterware bietet Flexibilität bei der Konfektionierung, Rollenlängen sind wirtschaftlicher. Für Sauganwendungen mit Vakuum sind dagegen wendelverstärkte Spiralschläuche die richtige Wahl.

Anschlüsse und Verbindungen

Die Verbindung von Schlauch und Armatur erfolgt über Schlauchschellen nach DIN 3017-1 oder über Presshülsen. Schneckengewindeschellen eignen sich für Niederdruck bis 10 bar und lassen sich werkzeugarm montieren; Presshülsen halten höheren Drücken stand und sitzen dauerhaft fest. Der Innendurchmesser des Schlauchs muss zum Stutzenmaß passen: Ein zu weiter Schlauch rutscht unter Druck ab, ein zu enger reißt beim Aufschieben ein. Im Zweifel gibt die Nennweite des Stutzens das Schlauchmaß vor.

Lagerung und Prüfpflichten

Nach DIN 20066 darf loses Schlauchmaterial bei der Konfektionierung nicht älter als vier Jahre sein; die Gesamtgebrauchsdauer einer Schlauchleitung inklusive Lagerung beträgt höchstens sechs Jahre. Diese Fristen gelten unabhängig vom optischen Zustand, weil Gummi- und PU-Schläuche auch ungenutzt altern. Richtige Lagerung verlängert die nutzbare Zeit: dunkel, trocken, bei 15–25 °C, ohne direkte Sonne und ohne Nähe zu Ozonquellen wie Elektromotoren. Schläuche werden liegend in Ringen gelagert, nicht hängend – hängende Lagerung erzeugt Spannungen und Risse. Im Betrieb gehören regelmäßige Sichtprüfungen auf Risse, Blasen, Abrieb und Quellungen dazu. Ein sichtbar beschädigter Schlauch wird sofort ersetzt, nicht repariert.

FAQ zu Mehrzweckschläuchen

  • Was ist ein Mehrzweckschlauch? Ein Mehrzweckschlauch ist ein Industrieschlauch, der mehrere Medien führen kann – Luft, Wasser, leichte Öle, milde Chemikalien und Kraftstoffe. Seine Innenseele besteht aus einem breit beständigen Compound. Er ist der Allrounder für Betriebe, in denen verschiedene Medien über eine Leitung laufen oder das Medium bei der Beschaffung noch nicht endgültig feststeht.
  • Welche Arten von Schläuchen gibt es? Grob unterscheidet man Mehrzweckschläuche (medienübergreifend), Wasserschläuche, Druckluft-/Pressluftschläuche, Spiralschläuche (für Saug- und Förderanwendungen) und Spezialschläuche (Chemie, Dampf, Lebensmittel, Sandstrahl). Innerhalb jeder Gruppe entscheidet der Werkstoff der Innenseele über die Medienbeständigkeit. Der Mehrzweckschlauch deckt den breitesten Standardbereich ab und ist immer dann die richtige Wahl, wenn über eine Leitung wechselnde Medien laufen. Sobald ein Medium dauerhaft feststeht und besondere Anforderungen stellt – Dampf, Lebensmittel, aggressive Chemie –, ist der passende Spezialschlauch sicherer und meist auch langlebiger.
  • Welcher Schlauchwerkstoff passt zu welchem Medium? EPDM-Schläuche passen für Wasser, Heißwasser und verdünnte Chemikalien, aber nicht für Öl. NBR für Öle, Diesel und Fette, aber nicht für Heißwasser. PU für hohe Abriebfestigkeit und leichte Öle. PVC als günstige Variante für Wasser und Luft bei niedrigem Druck. Im Zweifel entscheidet die Medienverträglichkeit vor dem Preis.
  • Welchen Druck hält ein Mehrzweckschlauch aus? Je nach Einlage 10 bis 20 bar Arbeitsdruck bei 20 °C, mit mindestens dreifacher Sicherheit bis zum Berstdruck. Der zulässige Druck sinkt mit steigender Temperatur – als Faustregel um etwa 10 % je 10 °C. Bei Warmwasser oder Dampf muss dieser Abzug eingerechnet werden, sonst ist der Schlauch überlastet.
  • Wie schließe ich einen Mehrzweckschlauch an? Über Schlauchschellen nach DIN 3017-1 oder über Presshülsen. Für Niederdruck bis 10 bar genügen Schneckengewindeschellen, für höhere Drücke und dauerhafte Installationen sind Presshülsen die sichere Wahl. Entscheidend ist, dass der Schlauch-Innendurchmesser exakt zum Stutzenmaß passt: Ein zu weiter Schlauch rutscht unter Druck ab, ein zu enger reißt beim Aufschieben ein. Ist das Schlauchmaß unklar, gibt die Nennweite des Stutzens den Ausschlag.
  • Wie lange ist ein Schlauch haltbar? Nach DIN 20066 darf loses Schlauchmaterial bei der Konfektionierung höchstens vier Jahre alt sein, und die Gesamtgebrauchsdauer einer Schlauchleitung liegt bei maximal sechs Jahren. Diese Werte gelten unabhängig vom optischen Zustand, weil Gummi auch bei Lagerung altert. Sichtbare Schäden führen immer zum sofortigen Austausch.
  • Meterware oder Rollenware – was ist besser? Meterware ist flexibel, wenn unterschiedliche Längen konfektioniert werden. Rollenlängen (25, 40, 50 m) sind wirtschaftlicher, weil weniger Verschnitt entsteht und der Meterpreis niedriger ist. Für wiederkehrenden Bedarf in fester Länge lohnt die Rolle, für wechselnde Zuschnitte die Meterware. Zu bedenken ist auch die Lagerdauer: Angebrochene Rollen altern weiter, und nach DIN 20066 darf loses Material bei der Konfektionierung höchstens vier Jahre alt sein – wer selten zuschneidet, fährt mit Meterware nach Bedarf sicherer.
  • Woran erkenne ich die Daten eines unbekannten Schlauchs? Am Aufdruck auf der Außendecke: Qualitätshersteller drucken Werkstoff, Nennweite, zulässigen Arbeitsdruck und oft das Herstellquartal fortlaufend auf den Schlauch. Fehlt der Aufdruck oder ist er abgerieben, lassen sich Nennweite und Wandstärke messen – die Medieneignung bleibt aber unklar, und im Zweifel wird der Schlauch nur noch für unkritische Medien wie Wasser oder Luft eingesetzt.

Mehrzweckschläuche bei HUG

HUG Technik und Sicherheit führt Mehrzweckschläuche von FORTIS, FORMAT, Continental und RIEGLER in EPDM, NBR, PU und PVC – Nennweiten von 6 bis 52 mm, Arbeitsdrücke bis 20 bar, als Meterware und in Rollenlängen ab Lager. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG ausmacht: Beratung bei Werkstoff und Nennweite – der richtige Compound entscheidet über die Standzeit. Bestellungen bis 16:00 Uhr gehen am selben Tag in den Versand.