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Gehörschutz

Lärm schädigt das Gehör unumkehrbar – und lautlos: Eine einmal verlorene Hörleistung kommt nicht zurück. HUG Technik führt 48 Artikel Gehörschutz in sechs Bauformen, vom Einwegstöpsel über den Bügel bis zur Kapsel mit Radio. Dieser Überblick führt zur passenden Lösung und ordnet die gesetzlichen Pflichten ein.
Roman Ragner

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Die sechs Bauformen im Überblick

Gehörschutz gibt es als Stöpsel, Bügel, Kapsel und als elektronische Kommunikationslösung – dazu Spender für die Stöpselausgabe und Hygienesätze für den Werterhalt.

Welche Bauform passt, hängt von Lärmpegel, Tragedauer und Tätigkeit ab:

Ab wann ist Gehörschutz Pflicht?

Die LärmVibrationsArbSchV setzt zwei Schwellen: Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen, ab 85 dB(A) ist das Tragen Pflicht und der Lärmbereich zu kennzeichnen.

Auslösewert (LEX,8h)Spitzenpegel (LpC,peak)Folge
80 dB(A) – untere135 dB(C)Gehörschutz bereitstellen, Beschäftigte informieren, Vorsorge anbieten
85 dB(A) – obere137 dB(C)Gehörschutz tragen (Pflicht), Lärmbereich kennzeichnen und abgrenzen

Der maximal zulässige Expositionswert am Ohr liegt bei 85 dB(A) – die Dämmung des Gehörschutzes wird dabei berücksichtigt. Ab dem oberen Auslösewert ist der Lärmbereich mit dem Gebotszeichen „Gehörschutz benutzen" (M003) zu kennzeichnen – die passenden Gebotsschilder führt HUG ebenfalls. Grundlage jeder Auswahl ist die Gefährdungsbeurteilung mit einer Lärmmessung.

Den richtigen SNR-Wert wählen

Der SNR-Wert (Single Number Rating) gibt die mittlere Schalldämmung in Dezibel an. Er sollte den Pegel am Ohr unter 85 dB(A) senken – aber nicht zu stark, sonst werden Warnsignale und Sprache überhört.

Als Faustregel gilt: Umgebungspegel minus SNR ergibt grob den Pegel unter dem Schutz. Bei 95 dB(A) Umgebungslärm und einem SNR von 25 bleiben rechnerisch rund 70 dB(A) am Ohr – ein guter Wert. Wichtig ist die richtige Dosis: Überprotektion mit sehr hohen SNR-Werten isoliert zu stark, sodass Zurufe, Signalhörner oder Maschinengeräusche nicht mehr wahrgenommen werden. Deshalb wird der Gehörschutz auf den tatsächlichen Pegel abgestimmt, nicht einfach der stärkste gewählt. Entscheidend ist außerdem, dass der Schutz durchgehend getragen wird – schon kurze Tragepausen im Lärm senken die Schutzwirkung erheblich.

EN 352: die Normen der Bauformen

Gehörschutz ist persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III. Die Normenreihe EN 352 regelt jede Bauform in einem eigenen Teil.

NormBauform
EN 352-1Kapselgehörschützer
EN 352-2Gehörschutzstöpsel (auch Bügelgehörschutz)
EN 352-3Kapselgehörschützer zur Helmbefestigung
EN 352-4pegelabhängige Kapselgehörschützer
EN 352-6Kapselgehörschützer mit Audioeingang / Kommunikation

Als PSA der Kategorie III unterliegt Gehörschutz der EU-Baumusterprüfung und einer laufenden Produktionsüberwachung durch eine notifizierte Stelle. Auf jedem Produkt stehen die erfüllte Norm und der SNR-Wert.

FAQ zum Gehörschutz

  • Ab welchem Lärmpegel muss ich Gehörschutz tragen? Die LärmVibrationsArbSchV kennt zwei Schwellen: Ab dem unteren Auslösewert von 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen und über die Gefährdung informieren. Ab dem oberen Auslösewert von 85 dB(A) ist das Tragen Pflicht, und der Lärmbereich muss gekennzeichnet und abgegrenzt werden. Maßgeblich ist der über acht Stunden gemittelte Pegel LEX,8h aus der Lärmmessung.
  • Welche Bauform ist die richtige? Das hängt von Pegel, Tragedauer und Tätigkeit ab. Stöpsel eignen sich für dauerhaftes Tragen im Lärm, Bügel für häufiges Auf- und Absetzen bei wechselndem Lärm, Kapseln für hohe Pegel und den Einsatz am Helm. Wo Kommunikation nötig ist, kommen elektronische Lösungen mit pegelabhängiger Dämmung ins Spiel. Oft ist eine Kombination je nach Arbeitsbereich sinnvoll.
  • Was bedeutet der SNR-Wert? SNR (Single Number Rating) ist die mittlere Schalldämmung des Gehörschutzes in Dezibel. Umgebungspegel minus SNR ergibt grob den Pegel am Ohr. Der SNR sollte so gewählt werden, dass unter dem Schutz weniger als 85 dB(A) ankommen – aber nicht so hoch, dass Warnsignale und Zurufe überhört werden. Ein zu starker Schutz ist ebenso ungünstig wie ein zu schwacher.
  • Kann Gehörschutz zu stark dämmen? Ja. Überprotektion isoliert den Träger zu sehr: Signalhörner, Zurufe und veränderte Maschinengeräusche werden nicht mehr wahrgenommen, was neue Gefahren schafft und das Tragen unangenehm macht. Deshalb wird der SNR-Wert auf den gemessenen Pegel abgestimmt, statt pauschal den stärksten Schutz zu wählen.
  • Ist Gehörschutz Pflicht-PSA? Ja. Gehörschutz ist persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III und unterliegt der EU-Baumusterprüfung nach der PSA-Verordnung. Ab dem oberen Auslösewert ist das Tragen für die Beschäftigten verpflichtend; der Arbeitgeber muss geeigneten Schutz bereitstellen, unterweisen und den Lärmbereich kennzeichnen.
  • Wie oft muss Gehörschutz getauscht oder gewartet werden? Einweg-Schaumstoffstöpsel sind für den einmaligen Gebrauch; wiederverwendbare Stöpsel werden gereinigt und bei Verschleiß ersetzt. Bei Kapseln altern die Dichtungskissen und lassen mit der Zeit in der Dämmung nach – sie werden über die Hygienesätze regelmäßig getauscht. Die genauen Intervalle stehen in der Herstellerinformation.

Gehörschutz bei HUG – 48 Artikel in sechs Bauformen ab Lager

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus – beim Gehörschutz vom Einwegstöpsel über Bügel und Kapsel bis zur elektronischen Kommunikationslösung, mit Produkten von 3M, MOLDEX und Honeywell Howard Leight. Passend dazu führen diese Bereiche direkt zur richtigen Bauform: Was HUG ausmacht: technische Beratung bei der Auswahl nach Lärmpegel und Tätigkeit – und Tempo im Lager. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.