Axial-Radiallager
Axial-Radiallager – auch Nadel-Schrägkugellager genannt – nehmen hohe Radialkräfte und Axialkräfte gleichzeitig auf engstem Bauraum auf. Sie vereinen ein Radial-Nadellager und ein Schrägkugellager in einer Einheit und ersetzen so zwei getrennte Lager. HUG führt Axial-Radiallager der Bauformen NKIA und NKIB von INA, NTN und ZEN ab Lager.Inhalt im Überblick
Aufbau und Funktion
Kurz: Ein Axial-Radiallager besteht aus drei Elementen: einem Radial-Nadellager für die Radialkraft, einem Schrägkugellager für die Axialkraft und einem gemeinsamen Innenring. So trägt ein einziges Lager beide Lastrichtungen – das spart Bauraum gegenüber zwei getrennten Lagern.
Das Lager kombiniert zwei Funktionsprinzipien in einer Baueinheit:- Radial-Nadellager: nimmt über die Nadelrollen hohe Radialkräfte bei kleinem Querschnitt auf.
- Schrägkugellager (Axialteil): trägt die Axialkraft über schräg angestellte Kugeln in einem Kunststoff-Kugelkäfig.
- Innenring: gemeinsame Laufbahn für Nadeln und Kugeln; bei NKIB mit Schulter zur Führung des Kugel-Käfig-Satzes.
- Schmierung: Schmiernut und Schmierbohrung im Außenring versorgen beide Lagerteile mit Fett oder Öl.
NKIA und NKIB im Vergleich
Kurz: NKIA hat einen einteiligen Innenring und nimmt Axialkräfte aus einer Richtung auf (Loslager-Funktion mit Axialführung). NKIB hat einen schmalen und einen breiten Innenring und trägt Axialkräfte aus beiden Richtungen – es wirkt als Stütz- oder Festlager.
Die beiden Bauformen unterscheiden sich in Innenring und Axialrichtung:| Merkmal | NKIA | NKIB |
|---|---|---|
| Innenring | einteilig | schmaler + breiter Ring |
| Axialkraft-Richtung | eine Richtung | beide Richtungen (wechselnd) |
| Lagerfunktion | axial geführtes Loslager | Stütz-/Festlager |
| Norm | DIN 5429-2 | ergänzende Bauform |
Auswahl und Belastung
Kurz: Entscheidend sind die kombinierte Last (Radial- und Axialanteil), die Axialrichtung (einseitig → NKIA, wechselnd → NKIB), die Bohrung (Wellendurchmesser) und die Schmierung. Die Maßreihe richtet sich nach DIN 5429-2.
Bei der Auswahl zählen vier Kriterien:- Lastkombination: Höhe von Radial- und Axialkraft – nur wenn beide gemeinsam auftreten, ist das Kombilager sinnvoll.
- Axialrichtung: einseitige Axialkraft → NKIA; wechselnde Axialkraft → NKIB.
- Bohrungsdurchmesser: bestimmt durch den Wellendurchmesser; die Baureihen NKIA/NKIB 59 und 60 decken gängige Größen ab.
- Schmierung: Fett für Standardanwendungen, Öl bei hohen Drehzahlen – Schmiernut und -bohrung im Außenring sind vorhanden.
Einsatzgebiete
Kurz: Axial-Radiallager sitzen in Getrieben, Werkzeugmaschinen-Spindeln, Pumpen, Verdichtern und überall dort, wo Radial- und Axialkraft kombiniert auftreten und der Einbauraum axial begrenzt ist.
Typische Anwendungen sind Getriebe und Verstellantriebe (kombinierte Lagerung von Wellen mit Schrägverzahnung), Werkzeugmaschinen (kompakte Spindel- und Vorschublagerung), Pumpen und Verdichter (axial belastete Wellen auf engem Raum) sowie der allgemeine Maschinen- und Vorrichtungsbau. Eng verwandt sind die kombinierten Nadel-Axial-Zylinderrollen- und Nadel-Axialkugellager der Reihen ZARN, ZARF und NKX – diese deckt die Kategorie Axial-Radiallager-Kombi ab, die noch höhere Axialtragzahlen ermöglicht.FAQ zu Axial-Radiallagern
- Was ist ein Axial-Radiallager? Ein Axial-Radiallager (Nadel-Schrägkugellager) ist ein Kombilager, das ein Radial-Nadellager und ein Schrägkugellager in einer Einheit vereint. Es nimmt hohe Radialkräfte und Axialkräfte gleichzeitig auf und ersetzt so die Kombination aus zwei getrennten Lagern – besonders wertvoll bei knappem axialem Bauraum.
- Was ist der Unterschied zwischen NKIA und NKIB? NKIA hat einen einteiligen Innenring und nimmt Axialkräfte aus nur einer Richtung auf (axial geführtes Loslager). NKIB hat einen schmalen und einen breiten Innenring und trägt Axialkräfte aus beiden Richtungen – es dient als Stütz- oder Festlager. Die Wahl richtet sich danach, ob die Axialkraft einseitig oder wechselnd wirkt.
- Welche Norm gilt für Axial-Radiallager? Die Bauform NKIA ist nach DIN 5429-2 genormt. Sie legt Maße und Toleranzen der kombinierten Nadel-Schrägkugellager fest, sodass Lager verschiedener Hersteller (INA, NTN, ZEN) maßlich austauschbar sind.
- Wann nehme ich ein Kombilager statt zwei Einzellager? Immer dann, wenn Radial- und Axialkraft gemeinsam an einer Lagerstelle auftreten und der axiale Einbauraum begrenzt ist. Das Kombilager spart Bauraum, Teile und Montagezeit. Treten die Kräfte an getrennten Stellen auf oder ist nur eine Richtung belastet, können zwei spezialisierte Einzellager wirtschaftlicher sein.
- Wie wird ein Axial-Radiallager geschmiert? Über Schmiernut und Schmierbohrung im Außenring – beide Lagerteile (Nadel- und Kugelreihe) werden gemeinsam versorgt. Fettschmierung deckt die meisten Anwendungen ab; bei hohen Drehzahlen oder hoher Temperatur ist Ölschmierung sinnvoll. Das passende Lagerfett gehört zur Erstausstattung und zur Nachschmierung.
- Welchen Wellendurchmesser decken die Baureihen ab? Die gängigen Reihen NKIA/NKIB 59 und 60 decken Bohrungen von etwa 12 bis 60 mm ab. Die Zahl hinter NKIA/NKIB bezeichnet die Maßreihe und die Bohrung – NKIA 5904 etwa steht für 20 mm Bohrung. Größere Durchmesser sind auf Anfrage lieferbar.
- Welche Marken führt HUG bei Axial-Radiallagern? HUG führt Axial-Radiallager der Bauformen NKIA und NKIB von INA (Schaeffler), NTN und ZEN. INA ist der Maßstab für kombinierte Nadellager und mit dem vollen Wälzlager-Sortiment in der eigenen Markenwelt vertreten.
Axial-Radiallager bei HUG – INA, NTN und ZEN ab Lager
HUG Technik und Sicherheit führt Axial-Radiallager (Nadel-Schrägkugellager) der Bauformen NKIA und NKIB von INA, NTN und ZEN – kombinierte Radial-Axial-Lagerung nach DIN 5429-2 für engen Bauraum. Passend dazu finden Sie im Sortiment:- Axial-Radiallager-Kombi – Reihen ZARN, ZARF und NKX für noch höhere Axialtragzahlen.
- Axial-Nadellager – für rein axiale Belastung ohne Radialanteil.
- Nadellager Massiv – hohe Radialtragzahl bei reiner Radiallast.
