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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Gehäuse-Einheiten

Wellen lagern, ohne jede Lagerstelle einzeln zu konstruieren – Gehäuse-Einheiten machen genau das möglich. Lager, Gehäuse und Befestigung bilden eine betriebsfertige Einheit, die sich direkt an Maschinengestelle, Rahmen oder Konsolen schrauben lässt. HUG führt Gehäuse-Einheiten von SKF, INA und NKE.
Erwin Küfner

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Aufbau und Funktion: Was eine Gehäuse-Einheit leistet

Eine Gehäuse-Einheit ist keine Einzelkomponente, sondern eine fertig zusammengebaute Lagerung. Das Gehäuse – meist aus Grauguss, Sphäroguss oder Stahlguss – nimmt einen selbstausrichtenden Lagereinsatz auf. Dieser Einsatz gleicht Fluchtungsfehler und leichte Wellenneigungen aus, die in der Praxis durch Montagetoleranzen, Durchbiegung oder thermische Dehnung entstehen. Das macht Gehäuse-Einheiten gegenüber klassischer Lagertechnik in vielen Anwendungen überlegen: kein aufwendiges Ausrichten, keine Sonderwerkzeuge für die Montage, kurze Austauschzeiten. Für Maschinen mit langen Wellensystemen, mehreren Lagerstellen und häufigem Servicezugang ist das ein erheblicher Vorteil. Die Lagerbohrung des Einsatzes wird direkt auf die Welle gesetzt – entweder durch Klemm- oder Klemmring-Sicherung (Exzenterring) oder durch einen konischen Spannring (Spannsatz). Dichtungssysteme aus Gummi (2RS, RSR) schützen gegen Staub, Schmutz und Spritzwasser. Für Fettschmierung ist meist ein Schmiernippel integriert. **SKF**, **FAG**, **INA**, **NSK**, **NTN** und **KOYO** sind im HUG-Sortiment vertreten. Alle genannten Hersteller produzieren Gehäuse-Einheiten nach vergleichbaren Einbaumaßen, sodass markenübergreifender Austausch bei gleicher Baugröße in der Regel problemlos funktioniert.

Flanschlager-Gehäuseeinheiten: Zwei- und Vierlochausführungen

Flanschlager werden an einer senkrechten Fläche montiert – an Maschinenwänden, Rahmenprofilen oder Gehäuseplatten. Die Befestigung erfolgt durch zwei oder vier Schrauben, die in der Flanschplatte angeordnet sind. Zweilochflansche (F-Typ, FY-Typ) sind kompakter und schneller montiert. Sie decken den größten Teil der Standardanwendungen ab: Förderbänder, Ventilatoren, Pumpen, Rührwerke. Vierlochflansche (FH-Typ, FNL-Typ) sind größer und stabiler – sinnvoll bei höheren Lagerkräften oder wenn Vibrationen die Verbindungsschrauben beanspruchen. Das Gehäusematerial bestimmt den Einsatzrahmen. Grauguss (GG) ist der Standard: hohe Druckfestigkeit, gute Dämpfung, kostengünstig. Für Lebensmittelindustrie und hygienisch kritische Bereiche gibt es Flanschlager in Edelstahlausführung oder mit Polypropylengehäuse. Letztere vertragen Reinigungschemikalien und FDA-konforme Fette. Flanschlager-Gehäuseeinheiten im HUG-Sortiment umfassen Wellendurchmesser von 12 bis 90 mm. Gängige Baureihenpräfixe wie UCF, UCFU, UCFL decken den typischen Beschaffungsbedarf in Instandhaltung und Serienfertigung gleichermaßen ab.

Stehlager-Gehäuseeinheiten: Montage auf horizontaler Fläche

Stehlager sitzen auf einer horizontalen Grundfläche – Maschinenrahmen, Fundamente, Stahlkonstruktionen. Das Gehäuse hat eine Fußplatte mit zwei Befestigungsbohrungen und steht aufrecht. Der Lagereinsatz sitzt auf Wellenhöhe. Stehlager nach **DIN 736** (Reihe 2) und **DIN 737** (Reihe 3) sind standardisiert in Einbaumaßen und Fußabstand. Das ermöglicht direkten Austausch zwischen verschiedenen Herstellern ohne Umbau. Für Instandhaltungsabteilungen, die einen normierten Lagerbestand halten wollen, ist diese Normierung ein erheblicher Vorteil – ein SNL 206 von **SKF** hat dieselben Außenmaße wie der vergleichbare Typ von **FAG** oder **NSK**. UCxx-Lagereinsätze mit Exzenterring sind die meistverwendete Sicherungsmethode für Stehlager im mittleren Leistungsbereich. Der Exzenterring klemmt den Innenring bei Drehrichtung in der Lastzone – einfache Montage, schnell demontierbar. Für stoßbelastete Anwendungen oder häufige Wechsel ist eine Spannsatzsicherung (Klemmhülse) stabiler. Die Schmiernippelausführung für Stehlager ist in Gussgehäusen standard. Bei wartungsarmen Anwendungen oder schwer zugänglichen Lagerstellen gibt es Einsätze mit Lebensdauerfettfüllung (LSQB-Fett), die keinen regelmäßigen Nachfettungszugang benötigen. Stehlager-Gehäuseeinheiten im HUG-Sortiment decken Wellendurchmesser von 15 mm bis über 100 mm ab. **TIMKEN** und **EWELLIX** ergänzen das Programm für Sonderanforderungen in der Linearlagertechnik und der Schwerindustrie.

Auswahl nach Lagerkraft, Drehzahl und Betriebstemperatur

Die richtige Gehäuse-Einheit folgt immer aus der Lastanalyse. Bauchgefühl ist kein Auslegungskriterium. Radiale und axiale Lagerkräfte bestimmen die dynamische Tragzahl C, die aus dem Katalog des Lagerherstellers entnommen wird. Die Nennlebensdauer nach **ISO 15243** ergibt sich aus der Belastung, der Drehzahl und dem Schmierstoffzustand. Für Fördertechnik und Pumpen sind zehn bis dreißigtausend Betriebsstunden realistische Plangrößen; in der Landtechnik sind die Belastungsprofile saisonaler und die Drehzahlen oft geringer. Drehzahl ist der zweite Hauptparameter. Radiallager in Gehäuse-Einheiten sind für mittlere Drehzahlen ausgelegt; die maximal zulässige Drehzahl hängt von Schmierstoff, Dichtungstyp und Lagergröße ab. Wer eine Gehäuse-Einheit am oberen Drehzahlende betreibt, muss die Wärmeentwicklung und den Schmierintervall anpassen. Betriebstemperatur beeinflusst die Lagerpaarung und den Schmierstoff. Standardmäßig sind Gehäuse-Einheiten für –20 °C bis +120 °C ausgelegt. Kühlhäuser und Hochtemperaturbereiche erfordern Sonderfette und modifizierte Dichtungen. **INA** und **NTN** bieten entsprechende Ausführungen für extreme Temperaturbereiche. HUG hält die meistgefragten Baugrößen und Bauformen auf Lager. Bei Sonderdurchmessern, Sondergehäusematerialien oder komplexen Einbauverhältnissen steht das HUG-Team für technische Rückfragen bereit – mit Zugriff auf das vollständige Sortiment der wichtigsten Lagerhersteller.

Montage, Schmierung und Schadensbilder

Eine Gehäuse-Einheit ist schnell eingebaut. Die häufigsten Schäden entstehen nicht durch falschen Typ, sondern durch Fehler bei der Montage. Zu hohe Montagekräfte beim Aufpressen des Lagereinsatzes auf die Welle übertragen Kräfte über die Wälzkörper auf den Außenring. Das führt zu Druckmulden (Brinelling) noch vor dem ersten Betriebsumlauf. Gehäuse-Einheiten werden nicht aufgepresst, sondern mit leichten Hammerschlägen auf ein Aufsetzhilfswerkzeug oder per Gewindezug auf Wellen der Übergangspassung montiert. Schmierung ist der häufigste Wartungsposten. Standardfüllungen für Zubehörlagereinsätze sind für 20.000 bis 30.000 Betriebsstunden bei mittlerer Last ausgelegt. In feuchten, staubigen oder heißen Umgebungen verkürzt sich das erheblich. Nachfettung durch den Schmiernippel mit einem drucklosen Fettgeber verlängert die Laufzeit; überschmieren ist genauso schädlich wie zu wenig Fett, weil überschüssiges Fett die Lagertemperatur erhöht. Schadensbilder nach **ISO 15243** sind Grübchenbildung (Pitting) durch ungenügende Schmierung, Abrasion durch eindringenden Schmutz und Korrosion durch Feuchtigkeit. An Gehäuse-Einheiten in der Außenmontage – Förderbänder, Landmaschinen, Außenrüttler – ist Eindringen von Feuchtigkeit der häufigste Ausfallgrund. Gehäuseausführungen mit verstärkten Labyrinthdichtungen oder zusätzlichen Wellendichtungen senken dieses Risiko deutlich. Wenn ein Lagereinsatz ersetzt werden muss, bleibt das Gehäuse oft wiederverwendbar. Der Austausch eines UCx-Einsatzes dauert wenige Minuten und kostet deutlich weniger als eine neue komplette Einheit. Gehäuse aus Grauguss halten, wenn keine Risse oder Ausbrüche vorhanden sind, mehrere Lagergenerationen durch.