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Stehlager-Gehäuse SA- bis SH-Serie

Hinter dem Buchstabenfach SA bis SH stecken drei grundverschiedene Bauarten: einteilige Graugussgehäuse mit kurzem Fuß, geteilte Standardgehäuse für Pendellager und ein Schwerlastgehäuse für 280-Millimeter-Wellen. HUG führt in dieser Kategorie 14 Gehäuse ab Lager, die zusammen Wellendurchmesser von 12 bis 280 Millimetern abdecken.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Drei Bauarten in einem Buchstabenfach

Diese Kategorie sortiert nach dem Anfangsbuchstaben des Kurzzeichens, nicht nach der Bauform. Wer hier sucht, sollte deshalb zuerst wissen, welche der drei Familien gemeint ist — sie haben außer dem Einsatzzweck wenig gemeinsam.
KurzzeichenBauformLagerartWellenBei HUG
GG.SHE03 – SHE12einteilig, kurzer FußSpannlager mit sphärischem Außenring12–60 mm8 Artikel
SE 210 / 211 / 509 / 510-608 / 511-609geteilt, Ober- und UnterteilPendelkugel- und Pendelrollenlager35–55 mm5 Artikel
SD3160-TSBgeteilt, SchwerlastPendelrollenlager auf Spannhülse280 mm1 Artikel
Der praktische Unterschied liegt im Lagerwechsel. Bei den einteiligen SHE-Gehäusen wird das Lager seitlich eingeschoben, bei den geteilten SE- und SD-Gehäusen nimmt man das Oberteil ab und legt das Lager von oben ein — ohne die Welle auszubauen. Eine Übersicht über alle zwölf Serien gibt die Seite Stehlager-Gehäuse.

Kurzer Fuß: von unten verschraubt

SHE und ASE sind bis auf ein einziges Merkmal identisch: Werkstoff, Gehäusebohrung, Bauhöhe zur Wellenmitte, Lagerprogramm und Nachschmierung stimmen überein. Der Unterschied steckt allein im Fuß und in der Art, wie das Gehäuse befestigt wird.
  • SHE, kurzer Fuß: Sacklochgewinde im Fuß. Die Schrauben kommen von unten durch die Anschlusskonstruktion und werden in das Gehäuse eingedreht. Das spart Bauraum und hält die Aufspannfläche oben frei.
  • ASE, langer Fuß: Langlochbohrungen. Die Schrauben kommen von oben durch den Fuß, das Gehäuse lässt sich vor dem Anziehen ausrichten. Details zu dieser Bauform stehen auf der Seite A-Serie.
Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt das kleinste Paar: Ein SHE03 misst über den Fuß 63 Millimeter, das maßgleiche ASE03 kommt auf 125. Bei Größe 12 stehen 150 Millimetern beim SHE 240 Millimeter beim ASE gegenüber. Wer beengt baut oder mehrere Lagerstellen dicht nebeneinander setzt, gewinnt mit dem kurzen Fuß spürbar Platz. Eine zweite Abgrenzung betrifft den Größenbereich: Die SHE-Reihe endet bei Größe 12 und damit bei 60 Millimetern Wellendurchmesser, während die lange Bauform bis 120 Millimeter weitergeht. Oberhalb von 60 Millimetern führt an der langen Fußform kein Weg vorbei.

Die SHE-Größen und ihre Wellen

Auch bei der kurzen Fußform gilt: Größenzahl mal fünf ergibt den Wellendurchmesser, und die Gehäusebohrung entspricht dem Außendurchmesser des Lagers.
GehäuseGehäusebohrungWelleFußlänge LFußbreite A
GG.SHE0340 mm12 / 15 / 17 mm63 mm30 mm
GG.SHE04-N47 mm20 mm65 mm32 mm
GG.SHE05-N52 mm25 mm70 mm36 mm
GG.SHE06-N62 mm30 mm98 mm40 mm
GG.SHE07-N72 mm35 mm103 mm45 mm
GG.SHE0985 mm45 mm120 mm48 mm
GG.SHE11100 mm55 mm150 mm60 mm
GG.SHE12-N110 mm60 mm150 mm60 mm
Das Nachsetzzeichen -N kennzeichnet auch hier die Ringnut für eine aufsteckbare Schutzkappe; SHE03, SHE09 und SHE11 tragen es nicht, weil es für diese Bohrungen keine passende Kappe gibt. In das Gehäuse gehört ein Spannlager mit sphärischem Außenring aus dem Bereich Spannlager — Pendelkugel- oder Pendelrollenlager passen nicht hinein.

Die geteilte SE-Reihe im Detail

Die SE-Gehäuse bestehen aus Ober- und Unterteil mit zwei eingegossenen Fußbohrungen und folgen dem Baukastenprinzip: Geliefert wird nur der Gusskörper, Lager, Dichtungen, Endabdeckung, Festringe und gegebenenfalls die Spannhülse werden getrennt bestellt. Die Anschlussmaße richten sich nach ISO 113. Gegenüber der Vorgängerbauart ist die Reihe deutlich steifer ausgelegt. Verstärkungsrippen im Fuß und zusätzliches Material rund um die Befestigungsbohrungen erlauben es, die Fußschrauben voll vorzuspannen, ohne dass sich der Fuß oder die Gehäusebohrung verzieht. Die vergrößerten Rippen am Rand und in der Mitte des Fußes vergrößern zugleich die Auflagefläche, sodass mehr Wärme vom Lageraußenring in die Grundplatte abfließt. Drei Details erleichtern die Montage im Alltag:
  • Ober- und Unterteil werden im Werk gepaart und tragen dieselbe Seriennummer — sie dürfen nicht mit anderen Gehäusen vertauscht werden.
  • Zwischen Ober- und Unterteil sitzt ein Abdrückschlitz, über den sich das Oberteil beim Demontieren lösen lässt.
  • In den Größen 511 bis 515 führt ein eingegossener Fettleitflansch das Fett vom Schmiernippel direkt an das Lager, was Fettverbrauch und Entsorgungsaufwand senkt. Das SE 511-609 im HUG-Sortiment gehört zu dieser Gruppe.
Bei der Abdichtung fällt die Filzdichtung auf, die es in der SE-Reihe in zwei Varianten gibt: TSN..C als Standard und TSN..CB für hohe Betriebstemperaturen. Daneben stehen V-Ring, Vierlippendichtung, Labyrinth und Taconite-Ausführungen zur Wahl, alle in derselben Gehäusenut. Die Ziffernfolge verrät, wie das Lager auf der Welle sitzt. SE 210 und SE 211 nehmen Lager mit zylindrischer Bohrung direkt auf einer abgesetzten Welle auf — 50 beziehungsweise 55 Millimeter. SE 509, SE 510-608 und SE 511-609 sind für Lager mit kegeliger Bohrung auf einer Spannhülse gedacht. Die Doppelbezeichnung entsteht, weil ein Gehäuse zwei Lagerreihen mit gleichem Außendurchmesser aufnimmt: In das SE 510-608 passt entweder ein Lager mit 50 Millimetern Bohrung auf der Hülse H 310 für eine 45er-Welle oder eines mit 40 Millimetern Bohrung auf der H 2308 für eine 35er-Welle. Zum Festlager wird die Stelle erst mit Festringen.

SD3160: die Schwerlastgröße

Das SD3160-TSB ist das mit Abstand größte Gehäuse dieser Kategorie und spielt in einer eigenen Liga. Es nimmt ein Pendelrollenlager 23160-K auf der Spannhülse H3160 auf und trägt damit eine Welle von 280 Millimetern. Die Gehäusebohrung misst 500 Millimeter, der Fuß ist 830 Millimeter lang und 350 Millimeter breit, die Wellenmitte liegt 300 Millimeter über der Aufspannfläche, die Gesamthöhe bei 590 Millimetern. Befestigt wird über Fußschrauben M36. Beim Gewicht sind rund 283 bis 302 Kilogramm einzuplanen, die Fett-Erstfüllung liegt bei etwa 10 Kilogramm. Der Werkstoff ist Grauguss GG 25, die Anschlussmaße folgen ISO 113. Das Nachsetzzeichen TS steht für die Labyrinthdichtung. Eine Warnung zur Artikelbezeichnung: Die im Handel häufig genannte Zahlenfolge 280 × 830 × 350 ist kein Lagermaß im Sinne von Bohrung × Außendurchmesser × Breite, sondern Welle × Fußlänge × Fußbreite. Wer sie als Lagermaß liest, bestellt das falsche Pendelrollenlager. Die Nachfolgereihe dieser Schwerlastgehäuse ist maßlich austauschbar und in der SNS-Serie zu finden.

FAQ zur SA- bis SH-Serie

  • Worin unterscheiden sich GG.SHE und GG.ASE von INA? Nur im Fuß. SHE hat einen kurzen Fuß mit Sacklochgewinden und wird von unten durch die Anschlusskonstruktion verschraubt, ASE einen langen Fuß mit Langlochbohrungen und wird von oben verschraubt. Bauhöhe, Gehäusebohrung, Werkstoff und Lagerprogramm sind gleich. SHE endet bei 60 Millimetern Welle, ASE reicht bis 120.
  • Welche Welle trägt ein SHE07? 35 Millimeter. Die Größenzahl mal fünf ergibt den Wellendurchmesser: SHE04 zwanzig, SHE05 fünfundzwanzig, SHE06 dreißig, SHE09 fünfundvierzig, SHE11 fünfundfünfzig und SHE12 sechzig Millimeter. SHE03 deckt über passende Lager die Wellen 12, 15 und 17 Millimeter ab. Die Gehäusebohrung ist stets der Lageraußendurchmesser.
  • Was bedeutet die Doppelbezeichnung SE 510-608? Das Gehäuse nimmt zwei Lagerreihen mit gleichem Außendurchmesser von 90 Millimetern auf. Mit einem Lager der 510er-Zuordnung auf der Spannhülse H 310 trägt es eine 45-Millimeter-Welle, mit der 608er-Zuordnung auf der H 2308 eine 35-Millimeter-Welle. Der Gehäusekörper ist in beiden Fällen derselbe.
  • Was gehört bei einem SE-Gehäuse zusätzlich bestellt? Lager, zwei Dichtungen je Gehäuse oder eine Dichtung plus Endabdeckung am Wellenende, bei kegeliger Lagerbohrung die Spannhülse, bei Festlagerung zwei Festringe sowie Wälzlagerfett. Geliefert wird nur der Gusskörper aus Ober- und Unterteil mit Verbindungsschrauben. Diese Trennung ist gewollt, weil sich dieselbe Gehäusegröße so auf sehr verschiedene Betriebsbedingungen einstellen lässt.
  • Darf man Ober- und Unterteil zweier SE-Gehäuse tauschen? Nein. Beide Hälften werden im Werk gemeinsam bearbeitet und tragen dieselbe Seriennummer. Werden sie über Kreuz vertauscht, stimmt der Lagersitz nicht mehr rund, das Lager klemmt oder bekommt zu viel Spiel. Beim Zerlegen mehrerer Lagerstellen sollten die Hälften deshalb paarweise abgelegt werden.
  • Wofür ist die Filzdichtung in der SE-Reihe gedacht? Für trockene, staubige Umgebungen und für hohe Temperaturen. Der Filz liegt in derselben Gehäusenut wie die übrigen Dichtungen und lässt sich ohne Änderung am Gehäuse gegen V-Ring, Vierlippendichtung, Labyrinth oder Taconite tauschen. Für dauerhaft hohe Betriebstemperaturen gibt es die Filzvariante in einer eigenen Ausführung.
  • Welche Welle trägt das SD3160? 280 Millimeter. Das Gehäuse nimmt ein Pendelrollenlager 23160-K auf der Spannhülse H3160 auf; die Gehäusebohrung misst 500 Millimeter. Die im Handel genannte Maßangabe 280 × 830 × 350 bezeichnet Welle, Fußlänge und Fußbreite — nicht Bohrung, Außendurchmesser und Breite des Lagers.
  • Wie schwer ist ein SD3160-Gehäuse? Je nach Ausführung rund 283 bis 302 Kilogramm, dazu kommen etwa 10 Kilogramm Fett für die Erstfüllung. Für Transport und Montage sind also Hebezeug und eine tragfähige Grundplatte einzuplanen. Befestigt wird das Gehäuse mit Fußschrauben der Größe M36.
  • Sind SE-Gehäuse gegen ältere Reihen austauschbar? Die Anschlussmaße folgen ISO 113, wodurch sich die Gehäuse in gewachsenen Anlagen meist ohne Umbau ersetzen lassen. Da einzelne Reihen in der Gehäusehöhe geringfügig abweichen, gehört beim Ersatz die vollständige Bezeichnung vom Altteil übernommen — einschließlich aller Nachsetzzeichen, die auf dem Oberteil eingegossen sind.

SA- bis SH-Gehäuse bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. In dieser Kategorie liegen 14 Gehäuse ab Lager: acht einteilige Graugussgehäuse mit kurzem Fuß von INA in den Größen SHE03 bis SHE12, fünf geteilte Gehäuse von SKF in den Größen SE 210, SE 211, SE 509, SE 510-608 und SE 511-609 sowie ein Schwerlastgehäuse SD3160-TSB von FAG. Passend dazu:
  • Spannhülsen – nötig für alle Gehäuse der 5er- und 6er-Zuordnung und für das SD3160.
  • Pendelrollenlager – das Schwerlastlager für die geteilten Bauformen.
  • Festringe – machen aus dem serienmäßigen Loslager eine axial geführte Festlagerstelle.
  • A-Serie – dieselben Lagergrößen mit langem, ausrichtbarem Fuß.
Was HUG ausmacht: Gehäuse, Lager, Spannhülsen, Festringe und Schmierstoff kommen aus einer Hand, und bei der Zuordnung von Kurzzeichen, Lagerreihe und Hülsengröße hilft unsere technische Beratung weiter. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.