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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Stehlager-Gehäuse TP-Serie

Die TP-Serie besteht aus Thermoplastgehäusen für Spannlager — die Antwort auf Umgebungen, in denen ein Graugussgehäuse Roststellen ansetzt. HUG führt 18 dieser Gehäuse ab Lager in den Größen TP204 bis TP210 und deckt damit Wellendurchmesser von 20 bis 50 Millimetern in mehreren Farbausführungen ab.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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PBT: warum nicht jeder Kunststoff gleich ist

Der Werkstoff dieser Reihe ist PBT, ein teilkristalliner thermoplastischer Polyester. Das ist kein Detail für Werkstoffkundler, sondern der Grund, warum diese Gehäuse in feuchten Bereichen maßhaltig bleiben, während andere Kunststoffgehäuse quellen. Ausschlaggebend ist die Wasseraufnahme. PBT nimmt nach ISO 62 etwa 0,1 bis 0,2 Prozent Wasser auf. Polyamid 6, aus dem viele Verbundgehäuse bestehen, liegt bei 1,0 bis 2,0 Prozent, Polyamid 66 bei 0,8 bis 1,5 Prozent. Der Unterschied wirkt sich direkt auf die Maßhaltigkeit aus: Ein Gehäuse, das Feuchtigkeit einlagert, verändert seine Bohrung und damit den Sitz des Lagers. Dazu kommen drei weitere Eigenschaften, die im Dauerbetrieb zählen:
  • Sehr gute Maßbeständigkeit bei geringer Neigung zum Kriechen unter Dauerlast — der Lagersitz bleibt über die Zeit rund.
  • Hohe Abriebfestigkeit, was den Werkstoff auch dort brauchbar macht, wo regelmäßig gereinigt und abgespritzt wird.
  • Geringere Wärmeausdehnung als Polyamid und POM, sodass sich der Sitz bei Temperaturwechseln weniger verändert.
Der Hersteller kombiniert die PBT-Gehäuse mit Spannlagern aus nichtrostendem Stahl und nennt als Kerneigenschaften Chemikalienbeständigkeit und elektrische Nichtleitfähigkeit. Wer die Verbundgehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid 6 gegenüberstellen will, findet sie in der SY-Serie.

Die Zahl nennt die Lagergröße

Die dreistellige Zahl im Kurzzeichen benennt die Baugröße des Spannlagers, nicht den Wellendurchmesser. Der Zusammenhang ist im gesamten Spannlagersystem gleich und lässt sich direkt ablesen.
GehäuseLagergrößeWelleBei HUG
TP20420420 mm2 Ausführungen
TP20520525 mm2 Ausführungen
TP20620630 mm3 Ausführungen
TP20720735 mm3 Ausführungen
TP20820840 mm2 Ausführungen
TP20920945 mm3 Ausführungen
TP21021050 mm3 Ausführungen
Weil die Kategorie nur die Gehäuse enthält, gehört das Innenteil getrennt bestellt. Für Wasch- und Nassbereiche ist das Spannlager aus nichtrostendem Stahl die konsequente Ergänzung — sonst rostet das, was das Kunststoffgehäuse gerade vermeiden sollte. Die Auswahl steht im Bereich Spannlager, nichtrostende Wälzlager im Bereich Niro-Lager. Bei der Wahl des Innenteils hilft die Systematik des Spannlagersystems, die herstellerübergreifend gilt. Das Kürzel UC steht für die Befestigung mit Gewindestiften im verbreiterten Innenring, UEL für den Exzenterring und UK für die kegelige Bohrung mit Spannhülse. Ein vorangestelltes S kennzeichnet die Ausführung aus nichtrostendem Stahl — genau die Kombination, die zu einem Thermoplastgehäuse passt. Der Außenring ist bei allen diesen Lagern ballig, sodass die Lagerstelle Fluchtungsfehler beim Ausrichten ausgleicht.

Farben und Nachsetzzeichen

Das Thermoplastprogramm des Herstellers wird in vier Farben gefertigt: blau, grün, weiß und schwarz. Im HUG-Sortiment tragen die Gehäuse vier verschiedene Nachsetzzeichen, von denen zwei die Farbe direkt benennen.
  • -BLACK und -WHITE bezeichnen die schwarze beziehungsweise weiße Ausführung. Weiß ist in Produktionsbereichen verbreitet, in denen Verschmutzung sichtbar bleiben soll; schwarz ist die neutrale Standardvariante.
  • -A und -B sind Ausführungskennzeichen des Herstellers, deren Bedeutung in den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht aufgelöst wird. Sie deshalb als Farbcode zu deuten, wäre geraten.
Für die Bestellung gilt daher dieselbe Regel wie bei jedem Ersatzteil mit Varianten: Übernehmen Sie die vollständige Bezeichnung vom Altteil, einschließlich des Nachsetzzeichens. Wo keine Bezeichnung mehr lesbar ist, entscheidet die gewünschte Farbe zusammen mit dem Wellendurchmesser — die Anschlussmaße einer Baugröße sind innerhalb der Reihe gleich. Bei HUG sind die Größen TP206, TP207, TP209 und TP210 in drei Ausführungen gelistet, TP204, TP205 und TP208 in zwei. Wer eine bestimmte Farbe über mehrere Lagerstellen hinweg einheitlich braucht, sollte die Verfügbarkeit vorab prüfen.

Wo Kunststoff die richtige Wahl ist

Der Hersteller nennt als Anwendungsfelder Pharma- und Chemieprozesse, Medizintechnik sowie die Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Der gemeinsame Nenner ist eine Umgebung, in der Wasser, Reinigungsmittel oder aggressive Medien auf die Lagerstelle treffen und ein Gussgehäuse innerhalb weniger Monate Rost ansetzt. Drei Argumente sprechen in solchen Bereichen für das Thermoplastgehäuse:
  • Korrosionsfreiheit: Der Werkstoff rostet grundsätzlich nicht, unabhängig davon, wie oft abgespritzt wird.
  • Chemikalienbeständigkeit: Reinigungs- und Desinfektionsmittel greifen den Polyester deutlich weniger an als eine Lackschicht auf Grauguss.
  • Elektrische Nichtleitfähigkeit: Die Lagerstelle bildet keine leitende Brücke zur Anschlusskonstruktion.
Grenzen hat der Werkstoff bei schweren Lasten und bei Hitze. Zur zulässigen Betriebstemperatur der Reihe macht der Hersteller in seinen öffentlichen Unterlagen keine Angabe — wer mit Heißreinigung oder erwärmten Medien arbeitet, sollte sie vor dem Einbau erfragen. Für schwere Antriebe, Stoßbelastungen und wechselnde Axialkräfte bleibt ein Gussgehäuse aus der Übersicht Stehlager-Gehäuse die tragfähigere Lösung. Wenn eine korrosionsfreie Lagerstelle zugleich hohe Kräfte aufnehmen muss, führt der Weg zu den Metallgehäusen der SP- bis SS-Serie.

FAQ zur TP-Serie

  • Aus welchem Kunststoff bestehen TP-Gehäuse von ZEN? Aus PBT, einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester. Der Hersteller führt die Reihe unter den Thermoplastgehäusen und kombiniert sie mit Spannlagern aus nichtrostendem Stahl. Als Kerneigenschaften nennt er Chemikalienbeständigkeit und elektrische Nichtleitfähigkeit. Grauguss bietet derselbe Hersteller ausschließlich in anderen Baureihen an.
  • Welche Welle passt in ein TP206? 30 Millimeter. Die dreistellige Zahl benennt die Baugröße des Spannlagers: TP204 steht für 20 Millimeter, TP205 für 25, TP207 für 35, TP208 für 40, TP209 für 45 und TP210 für 50 Millimeter. Innerhalb einer Baugröße sind die Anschlussmaße unabhängig von der Farbausführung gleich.
  • Was bedeuten die Zusätze -A, -B, -BLACK und -WHITE? BLACK und WHITE benennen die Gehäusefarbe schwarz beziehungsweise weiß. Die Zeichen A und B sind Ausführungskennzeichen des Herstellers, deren Bedeutung in den öffentlichen Unterlagen nicht erläutert wird. Beim Ersatz gehört deshalb die vollständige Bezeichnung vom Altteil übernommen, einschließlich des Nachsetzzeichens.
  • Warum PBT und nicht Polyamid? Wegen der Wasseraufnahme. PBT nimmt nach ISO 62 rund 0,1 bis 0,2 Prozent Wasser auf, Polyamid 6 dagegen 1,0 bis 2,0 Prozent. Ein Gehäuse, das Feuchtigkeit einlagert, verändert seine Bohrung und damit den Sitz des Lagers. In dauerfeuchter Umgebung bleibt das PBT-Gehäuse deshalb länger maßhaltig.
  • Ist ein Kunststoffgehäuse für Nassbereiche geeignet? Ja, das ist sein eigentlicher Zweck. Der Werkstoff rostet nicht und verträgt Reinigungs- und Desinfektionsmittel besser als eine Lackschicht auf Grauguss. Sinnvoll ist die Kombination mit einem Spannlager aus nichtrostendem Stahl — sonst rostet das Innenteil, während das Gehäuse unversehrt bleibt.
  • Wie viel Last verträgt ein TP-Gehäuse? Der Hersteller veröffentlicht für diese Reihe keine zulässigen Gehäusebelastungen. Als Erfahrungswert gilt: Thermoplastgehäuse sind für leichte bis mittlere Lasten bei mäßigen Drehzahlen ausgelegt. Für schwere Antriebe, Stoßbelastungen und wechselnde Axialkräfte gehört ein Gussgehäuse an die Lagerstelle.
  • Bis zu welcher Temperatur ist die Reihe einsetzbar? Dazu liegt keine veröffentlichte Herstellerangabe vor. Bei Heißreinigung, Dampfstrahl oder erwärmten Medien sollte die zulässige Betriebstemperatur vor dem Einbau erfragt werden, weil Thermoplaste bei Wärme früher nachgeben als Metalle. Für kalte und raumwarme Prozesse ist die Reihe die naheliegende Wahl.
  • Gehört das Lager zum Lieferumfang? Nein, diese Kategorie enthält nur die Gehäuse. Das Spannlager wird getrennt bestellt, ebenso wie bei den Guss- und Blechreihen. Der Vorteil dieser Trennung: Dasselbe Gehäuse lässt sich mit einem Standardlager oder mit einer nichtrostenden Ausführung kombinieren, je nachdem wie nass und aggressiv die Umgebung ist.
  • Welches Spannlager passt in ein Thermoplastgehäuse? Ein Lager mit balligem Außenring aus dem Spannlagersystem. Das Kürzel UC steht dabei für die Befestigung mit Gewindestiften im verbreiterten Innenring, UEL für den Exzenterring und UK für die kegelige Bohrung mit Spannhülse. Ein vorangestelltes S kennzeichnet die nichtrostende Ausführung, die in Nassbereichen zum Kunststoffgehäuse gehört.

TP-Gehäuse bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der TP-Serie liegen 18 Thermoplastgehäuse ab Lager, verteilt auf die sieben Baugrößen TP204 bis TP210 und damit auf Wellendurchmesser von 20 bis 50 Millimetern. Vier Größen sind in drei Farbausführungen gelistet, drei Größen in zwei. Passend dazu:
  • Niro-Lager – nichtrostende Wälzlager für Wasch- und Nassbereiche.
  • Spannlager – das Innenteil, das aus dem Gehäuse eine Lagerstelle macht.
  • SP- bis SS-Serie – die korrosionsbeständige Alternative aus Metall.
  • Flanschlager-Gehäuse – dieselbe Lagergröße als Wandanbau statt stehender Fußmontage.
Was HUG ausmacht: Gehäuse, nichtrostende Lager und Zubehör kommen aus einer Hand, und bei der Frage, ob Kunststoff für die geplante Last und Temperatur reicht, hilft unsere technische Beratung weiter. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.