Stehlager-Gehäuse TP-Serie
Die TP-Serie besteht aus Thermoplastgehäusen für Spannlager — die Antwort auf Umgebungen, in denen ein Graugussgehäuse Roststellen ansetzt. HUG führt 18 dieser Gehäuse ab Lager in den Größen TP204 bis TP210 und deckt damit Wellendurchmesser von 20 bis 50 Millimetern in mehreren Farbausführungen ab.Technische Infos
Inhalt im Überblick
PBT: warum nicht jeder Kunststoff gleich ist
Der Werkstoff dieser Reihe ist PBT, ein teilkristalliner thermoplastischer Polyester. Das ist kein Detail für Werkstoffkundler, sondern der Grund, warum diese Gehäuse in feuchten Bereichen maßhaltig bleiben, während andere Kunststoffgehäuse quellen. Ausschlaggebend ist die Wasseraufnahme. PBT nimmt nach ISO 62 etwa 0,1 bis 0,2 Prozent Wasser auf. Polyamid 6, aus dem viele Verbundgehäuse bestehen, liegt bei 1,0 bis 2,0 Prozent, Polyamid 66 bei 0,8 bis 1,5 Prozent. Der Unterschied wirkt sich direkt auf die Maßhaltigkeit aus: Ein Gehäuse, das Feuchtigkeit einlagert, verändert seine Bohrung und damit den Sitz des Lagers. Dazu kommen drei weitere Eigenschaften, die im Dauerbetrieb zählen:- Sehr gute Maßbeständigkeit bei geringer Neigung zum Kriechen unter Dauerlast — der Lagersitz bleibt über die Zeit rund.
- Hohe Abriebfestigkeit, was den Werkstoff auch dort brauchbar macht, wo regelmäßig gereinigt und abgespritzt wird.
- Geringere Wärmeausdehnung als Polyamid und POM, sodass sich der Sitz bei Temperaturwechseln weniger verändert.
Die Zahl nennt die Lagergröße
Die dreistellige Zahl im Kurzzeichen benennt die Baugröße des Spannlagers, nicht den Wellendurchmesser. Der Zusammenhang ist im gesamten Spannlagersystem gleich und lässt sich direkt ablesen.| Gehäuse | Lagergröße | Welle | Bei HUG |
|---|---|---|---|
| TP204 | 204 | 20 mm | 2 Ausführungen |
| TP205 | 205 | 25 mm | 2 Ausführungen |
| TP206 | 206 | 30 mm | 3 Ausführungen |
| TP207 | 207 | 35 mm | 3 Ausführungen |
| TP208 | 208 | 40 mm | 2 Ausführungen |
| TP209 | 209 | 45 mm | 3 Ausführungen |
| TP210 | 210 | 50 mm | 3 Ausführungen |
Farben und Nachsetzzeichen
Das Thermoplastprogramm des Herstellers wird in vier Farben gefertigt: blau, grün, weiß und schwarz. Im HUG-Sortiment tragen die Gehäuse vier verschiedene Nachsetzzeichen, von denen zwei die Farbe direkt benennen.- -BLACK und -WHITE bezeichnen die schwarze beziehungsweise weiße Ausführung. Weiß ist in Produktionsbereichen verbreitet, in denen Verschmutzung sichtbar bleiben soll; schwarz ist die neutrale Standardvariante.
- -A und -B sind Ausführungskennzeichen des Herstellers, deren Bedeutung in den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht aufgelöst wird. Sie deshalb als Farbcode zu deuten, wäre geraten.
Wo Kunststoff die richtige Wahl ist
Der Hersteller nennt als Anwendungsfelder Pharma- und Chemieprozesse, Medizintechnik sowie die Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Der gemeinsame Nenner ist eine Umgebung, in der Wasser, Reinigungsmittel oder aggressive Medien auf die Lagerstelle treffen und ein Gussgehäuse innerhalb weniger Monate Rost ansetzt. Drei Argumente sprechen in solchen Bereichen für das Thermoplastgehäuse:- Korrosionsfreiheit: Der Werkstoff rostet grundsätzlich nicht, unabhängig davon, wie oft abgespritzt wird.
- Chemikalienbeständigkeit: Reinigungs- und Desinfektionsmittel greifen den Polyester deutlich weniger an als eine Lackschicht auf Grauguss.
- Elektrische Nichtleitfähigkeit: Die Lagerstelle bildet keine leitende Brücke zur Anschlusskonstruktion.
FAQ zur TP-Serie
- Aus welchem Kunststoff bestehen TP-Gehäuse von ZEN? Aus PBT, einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester. Der Hersteller führt die Reihe unter den Thermoplastgehäusen und kombiniert sie mit Spannlagern aus nichtrostendem Stahl. Als Kerneigenschaften nennt er Chemikalienbeständigkeit und elektrische Nichtleitfähigkeit. Grauguss bietet derselbe Hersteller ausschließlich in anderen Baureihen an.
- Welche Welle passt in ein TP206? 30 Millimeter. Die dreistellige Zahl benennt die Baugröße des Spannlagers: TP204 steht für 20 Millimeter, TP205 für 25, TP207 für 35, TP208 für 40, TP209 für 45 und TP210 für 50 Millimeter. Innerhalb einer Baugröße sind die Anschlussmaße unabhängig von der Farbausführung gleich.
- Was bedeuten die Zusätze -A, -B, -BLACK und -WHITE? BLACK und WHITE benennen die Gehäusefarbe schwarz beziehungsweise weiß. Die Zeichen A und B sind Ausführungskennzeichen des Herstellers, deren Bedeutung in den öffentlichen Unterlagen nicht erläutert wird. Beim Ersatz gehört deshalb die vollständige Bezeichnung vom Altteil übernommen, einschließlich des Nachsetzzeichens.
- Warum PBT und nicht Polyamid? Wegen der Wasseraufnahme. PBT nimmt nach ISO 62 rund 0,1 bis 0,2 Prozent Wasser auf, Polyamid 6 dagegen 1,0 bis 2,0 Prozent. Ein Gehäuse, das Feuchtigkeit einlagert, verändert seine Bohrung und damit den Sitz des Lagers. In dauerfeuchter Umgebung bleibt das PBT-Gehäuse deshalb länger maßhaltig.
- Ist ein Kunststoffgehäuse für Nassbereiche geeignet? Ja, das ist sein eigentlicher Zweck. Der Werkstoff rostet nicht und verträgt Reinigungs- und Desinfektionsmittel besser als eine Lackschicht auf Grauguss. Sinnvoll ist die Kombination mit einem Spannlager aus nichtrostendem Stahl — sonst rostet das Innenteil, während das Gehäuse unversehrt bleibt.
- Wie viel Last verträgt ein TP-Gehäuse? Der Hersteller veröffentlicht für diese Reihe keine zulässigen Gehäusebelastungen. Als Erfahrungswert gilt: Thermoplastgehäuse sind für leichte bis mittlere Lasten bei mäßigen Drehzahlen ausgelegt. Für schwere Antriebe, Stoßbelastungen und wechselnde Axialkräfte gehört ein Gussgehäuse an die Lagerstelle.
- Bis zu welcher Temperatur ist die Reihe einsetzbar? Dazu liegt keine veröffentlichte Herstellerangabe vor. Bei Heißreinigung, Dampfstrahl oder erwärmten Medien sollte die zulässige Betriebstemperatur vor dem Einbau erfragt werden, weil Thermoplaste bei Wärme früher nachgeben als Metalle. Für kalte und raumwarme Prozesse ist die Reihe die naheliegende Wahl.
- Gehört das Lager zum Lieferumfang? Nein, diese Kategorie enthält nur die Gehäuse. Das Spannlager wird getrennt bestellt, ebenso wie bei den Guss- und Blechreihen. Der Vorteil dieser Trennung: Dasselbe Gehäuse lässt sich mit einem Standardlager oder mit einer nichtrostenden Ausführung kombinieren, je nachdem wie nass und aggressiv die Umgebung ist.
- Welches Spannlager passt in ein Thermoplastgehäuse? Ein Lager mit balligem Außenring aus dem Spannlagersystem. Das Kürzel UC steht dabei für die Befestigung mit Gewindestiften im verbreiterten Innenring, UEL für den Exzenterring und UK für die kegelige Bohrung mit Spannhülse. Ein vorangestelltes S kennzeichnet die nichtrostende Ausführung, die in Nassbereichen zum Kunststoffgehäuse gehört.
TP-Gehäuse bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der TP-Serie liegen 18 Thermoplastgehäuse ab Lager, verteilt auf die sieben Baugrößen TP204 bis TP210 und damit auf Wellendurchmesser von 20 bis 50 Millimetern. Vier Größen sind in drei Farbausführungen gelistet, drei Größen in zwei. Passend dazu:- Niro-Lager – nichtrostende Wälzlager für Wasch- und Nassbereiche.
- Spannlager – das Innenteil, das aus dem Gehäuse eine Lagerstelle macht.
- SP- bis SS-Serie – die korrosionsbeständige Alternative aus Metall.
- Flanschlager-Gehäuse – dieselbe Lagergröße als Wandanbau statt stehender Fußmontage.
