Keilriemen
Vom klassischen A-Riemen über den Schmalkeilriemen bis zum GATES-Polyflex: Der Keilriemen überträgt die Kraft vom Motor auf die Maschine. HUG Technik führt Keilriemen deutscher und internationaler Markenhersteller aus über 200.000 Artikeln ab Lager, versandfertig noch am selben Tag.58 Artikel gefunden
Inhalt im Überblick
Wie der Keilriemen die Kraft überträgt
Der Keilriemen sitzt mit seinen keilförmigen Flanken in der V-Nut der Riemenscheibe. Beim Anziehen keilt er sich ein – die Flankenreibung überträgt die Kraft, nicht der Riemenrücken. So werden mit wenig Vorspannung hohe Leistungen übertragen.
Das Keilprinzip macht den Riemen effizient: Über die schrägen Flanken presst sich der Riemen in die Scheibennut und erzeugt eine hohe Reibkraft bei geringer Achslast. Für die Auswahl zählen drei Dinge – das Profil (bestimmt die übertragbare Leistung), die Länge (muss zum Achsabstand passen) und die Bauart (ummantelt, flankenoffen oder als Kraftband). Damit die Kraft sauber fließt, müssen Riemen und Scheibe im Profil zusammenpassen: Keilriemen nach ISO 4184 laufen auf Scheiben nach ISO 4183. HUG führt alle gängigen Profile und Bauarten von Marken wie GATES, ConCar und Strongbelt.
Keilriemen-Tabelle: Profile und Maße
Klassische Keilriemen (DIN 2215) gibt es in elf Breiten von 5 bis 40 mm; die genormten Kernprofile nach ISO 4184 heißen Y, Z, A, B, C, D und E. Schmalkeilriemen (DIN 7753) tragen die Profile SPZ, SPA, SPB und SPC. Je größer das Profil, desto mehr Leistung überträgt der Riemen.
Die Tabelle zeigt alle klassischen Breiten mit Riemenhöhe und dem empfohlenen Mindest-Scheibenrichtdurchmesser (dd min):
| Profil klassisch (DIN 2215) | ISO 4184 | Obere Breite | Riemenhöhe | ø Scheibe min. |
|---|---|---|---|---|
| 5 | – | 5 mm | 3 mm | 20 mm |
| 6 | Y | 6 mm | 4 mm | 28 mm |
| 8 | – | 8 mm | 5 mm | 40 mm |
| 10 | Z | 10 mm | 6 mm | 50 mm |
| 13 | A | 13 mm | 8 mm | 71 mm |
| 17 | B | 17 mm | 11 mm | 112 mm |
| 20 | – | 20 mm | 12,5 mm | 160 mm |
| 22 | C | 22 mm | 14 mm | 180 mm |
| 25 | – | 25 mm | 16 mm | 250 mm |
| 32 | D | 32 mm | 20 mm | 355 mm |
| 40 | E | 40 mm | 25 mm | 500 mm |
Die vier Schmalkeilriemen-Profile im Vergleich:
| Profil schmal (DIN 7753) | Obere Breite | Riemenhöhe | ø Scheibe min. |
|---|---|---|---|
| SPZ | 9,7 mm | 8 mm | 63 mm |
| SPA | 12,7 mm | 10 mm | 90 mm |
| SPB | 16,3 mm | 13 mm | 140 mm |
| SPC | 22 mm | 18 mm | 224 mm |
Der klassische Keilriemen ist der bewährte Standard im Ersatzbedarf. Der Schmalkeilriemen überträgt bei gleicher oberer Breite mehr Leistung; sein höherer Querschnitt verlangt allerdings je Profil größere Mindest-Scheibendurchmesser – SPA braucht 90 mm, das vergleichbare A/13 nur 71 mm. Kompakter baut der Antrieb mit Schmalkeilriemen erst, wenn die gleiche Leistung mit einem kleineren SP-Profil erreicht wird; bei Neuauslegungen ist das der Regelfall. Alle Maße samt Umrechnung zwischen Innen-, Wirk- und Außenlänge bündelt die Keilriemen-Umrechnungstabelle.
Betriebsgrenzen: Geschwindigkeit, Biegewechsel, Temperatur
Klassische Keilriemen laufen bis etwa 30 m/s Riemengeschwindigkeit und 80 Biegewechsel je Sekunde; Schmalkeilriemen erreichen 42 m/s und 100 Biegewechsel. Standard-Keilriemen sind elektrisch leitfähig nach ISO 1813 und für Umgebungstemperaturen bis rund +70 °C ausgelegt.
| Kenngröße | Klassisch (DIN 2215) | Schmal (DIN 7753) |
|---|---|---|
| Riemengeschwindigkeit v max | ≈ 30 m/s | ≈ 42 m/s |
| Biegewechsel f B max | ≈ 80 je Sekunde | ≈ 100 je Sekunde |
| Höhen-Breiten-Verhältnis | ≈ 1 : 1,6 | ≈ 1 : 1,2 |
| Elektrisch leitfähig (ISO 1813) | ja | ja |
Für die Praxis heißt das: Oberhalb von rund +70 °C altern und verspröden Standardriemen vorzeitig – für heiße Umgebungen fragen Sie hitzebeständige Ausführungen an. Wo hohe Drehzahlen, kleine Scheiben oder Rückenspannrollen gefordert sind, ist der flankenoffene, formgezahnte HL-Keilriemen die biegewilligere Wahl.
Bauarten und Marken
Neben ummantelten Riemen gibt es flankenoffene, formgezahnte Riemen (HL FO-Z) für mehr Flexibilität, Kraftbänder für Stoßlasten, Breitkeilriemen für Verstellgetriebe, Doppelkeilriemen für Serpentinenantriebe und Spezialriemen wie GATES Polyflex.
- Ummantelt & flankenoffen: Klassische und Schmalkeilriemen sowie HL-Keilriemen flankenoffen formgezahnt.
- Für Stoßlasten: Kraftbänder – mehrere Riemen auf einer Rückendecke.
- Spezialbauformen: Breitkeilriemen für Verstellgetriebe, Doppelkeilriemen für Serpentinenantriebe.
- KFZ & Garten: KFZ-Keilriemen und GardenPower Kupplungsriemen.
- Marke GATES: GATES-Keilriemen (Hi-Power, Quad-Power, Polyflex) und GATES-Kraftbänder.
FAQ zu Keilriemen
- Wie finde ich das richtige Keilriemenprofil? Über die Kennzeichnung auf dem alten Riemen: Sie nennt Profil (z. B. A, SPA) und Länge. Fehlt sie, misst man die obere Breite und die Höhe des Riemens und gleicht sie mit der Profiltabelle oben ab. Entscheidend ist, dass das Riemenprofil zur Nut der Scheibe passt.
- Was ist der Unterschied zwischen klassischem und Schmalkeilriemen? Der Schmalkeilriemen (SP-Profile) ist im Querschnitt höher und überträgt bei gleicher oberer Breite mehr Leistung als der klassische (Z/A/B/C/D). Dafür braucht er je Profil größere Mindest-Scheibendurchmesser. Kompakter wird der Antrieb, wenn die gleiche Leistung mit einem kleineren SP-Profil erreicht wird – üblich bei Neuauslegungen. Für Bestandsantriebe bleibt der klassische Keilriemen der Standard.
- Wie messe ich die Keilriemenlänge? Angegeben wird meist die Innenlänge (Li), die Wirklänge (Lw/Ld) oder die Außenlänge (La) – je nach Profil und Norm. Beim Ersatz die auf dem Riemen genannte Länge und Norm übernehmen; die Umrechnung je Profil zeigt die Keilriemen-Umrechnungstabelle. Im Zweifel den Achsabstand und die Scheibendurchmesser angeben; HUG rechnet die passende Länge.
- Ummantelt oder flankenoffen? Ummantelte Riemen sind robust und laufruhig. Flankenoffene, formgezahnte Riemen (HL FO-Z) sind flexibler, laufen kühler, sparen Energie und eignen sich für kleine Scheibendurchmesser. Für moderne, effiziente Antriebe wählt man zunehmend die flankenoffene Bauform.
- Wie spannt man einen Keilriemen richtig? Nicht nach Gefühl – von der Daumendruckmethode raten Hersteller wie optibelt ausdrücklich ab. Maßgeblich ist die Vorspannung, geprüft über die Eindrücktiefe je 100 mm Trumlänge oder ein Spannungsmessgerät. Neue Riemen längen sich anfangs: nach 0,5 bis 4 Betriebsstunden unter Last nachspannen, nach rund 24 Betriebsstunden erneut kontrollieren. Zu straffe Riemen schädigen die Lager, zu lockere rutschen durch.
- Warum quietscht ein Keilriemen? Meist rutscht er durch: zu geringe Vorspannung, verschlissene oder verglaste Flanken, Öl auf der Lauffläche oder schlecht fluchtende Scheiben. Zuerst die Spannung prüfen und nachspannen. Quietscht es weiter, den Riemen tauschen – bei Mehrrillenantrieben als kompletten Satz – und die Scheibenflucht kontrollieren.
- Muss ich einen Satz komplett tauschen? Ja – laufen mehrere Riemen parallel, sollten immer alle zugleich gewechselt werden, idealerweise als längengleicher Satz. Ein einzelner neuer Riemen neben alten übernimmt sonst zu viel Last und verschleißt schnell. Kraftbänder lösen das konstruktiv, weil die Riemen fest verbunden sind.
Keilriemen bei HUG – Markenriemen ab Lager
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus – bei den Keilriemen mit allen gängigen Profilen und Bauarten von GATES, ConCar und Strongbelt: klassisch, schmal, flankenoffen, als Kraftband und in Spezialbauformen. Passend dazu führen diese Bereiche direkt weiter:- Schmalkeilriemen – mehr Leistung bei gleicher Baubreite
- HL-Keilriemen flankenoffen formgezahnt – flexibel und effizient
- GATES-Keilriemen – die Marken-Premiumlinie
