Dichtungstechnik
Dichtungstechnik hält das drin, was drin bleiben soll, und draußen, was draußen bleiben soll – Öl, Wasser, Luft, Chemie oder Schmutz. Ob statisch als O-Ring oder dynamisch als Wellendichtring: HUG Technik führt die passende Dichtung aus über 200.000 Artikeln ab Lager, versandfertig noch am selben Tag.6 Artikel gefunden
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Statisch oder dynamisch dichten
Eine Dichtung schließt den Spalt zwischen zwei Bauteilen. Bei der statischen Abdichtung bewegen sich die Teile nicht gegeneinander (z. B. O-Ring im Flansch), bei der dynamischen gleitet oder dreht ein Teil (z. B. Wellendichtring auf der Welle). Danach richtet sich die Bauform.
Die erste Frage bei jeder Dichtung lautet: Bewegt sich etwas? Bei einer statischen Verbindung – Deckel, Flansch, Verschraubung – genügt ein O-Ring oder eine Flachdichtung, die den Spalt ausfüllt und über die Vorspannung abdichtet. Bei einer dynamischen Abdichtung – einer drehenden Welle oder einem laufenden Kolben – muss die Dichtung gleiten, ohne undicht zu werden; hier kommen Wellendichtringe (auch Simmerringe genannt) und Nutringe zum Einsatz. Die zweite Frage ist der Werkstoff: Er entscheidet, welche Medien und Temperaturen die Dichtung verträgt. Genau dafür gibt es O-Ringe in mehreren Elastomeren. So lässt sich Schritt für Schritt die richtige Dichtung eingrenzen – von der Bauform über den Werkstoff bis zur Größe.
O-Ringe nach Werkstoff
Der O-Ring ist die verbreitetste Dichtung. Entscheidend ist der Werkstoff: NBR für Mineralöl und Hydraulik, FPM/Viton für Chemie und Hitze, EPDM für Wasser und Dampf, Silikon für Lebensmittel und Kälte, PTFE für aggressive Medien.
Der O-Ring dichtet statisch wie dynamisch und ist in Tausenden Größen verfügbar. Weil die Gummimischung über Medien- und Temperaturbeständigkeit entscheidet, lohnt der Blick auf den Werkstoff. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Elastomere mit ihren Temperaturbereichen und typischen Einsätzen:
| Werkstoff | Kurzzeichen | Temperaturbereich | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| NBR 70 | NBR | −30 °C bis +100 °C | Standard für Mineralöl, Fett, Hydrauliköl |
| NBR 90 | NBR | −30 °C bis +100 °C | höhere Härte (90 Shore), Druck- und Extrusionsschutz |
| FPM 75 (Viton) | FKM | −20 °C bis +200 °C | Chemikalien, Kraftstoffe, hohe Temperaturen |
| EPDM 70 | EPDM | −40 °C bis +100 °C | Wasser, Dampf, Ozon, Bremsflüssigkeit – nicht für Mineralöl |
| MVQ 70 (Silikon) | VMQ | −55 °C bis +200 °C | Lebensmittel, Kälte, trockene Hitze |
| PTFE (Teflon) | PTFE | −200 °C bis +250 °C | aggressive Chemie, universelle Beständigkeit |
Als Faustregel gilt: NBR ist der günstige Standard für Öl und Hydraulik, FPM/Viton die Wahl bei Chemie und Hitze, EPDM für Wasser und Dampf (aber nicht für Mineralöl), Silikon für Lebensmittel und tiefe Temperaturen und PTFE für nahezu alle Medien – wobei PTFE nicht gummielastisch ist und daher weniger nachgibt. Wer mehrere Größen auf Vorrat braucht, findet auch fertige O-Ring-Sets.
Wellendichtringe nach Bauform
Wellendichtringe (Simmerringe) dichten drehende Wellen ab. Die Bauform bestimmt Außenmantel und Dichtlippe: A/B mit oder ohne Gummimantel, die S-Varianten (AS, BS, CS) zusätzlich mit Staublippe gegen Schmutz von außen.
Auf einer drehenden Welle – in Getriebe, Pumpe oder Motor – hält der Wellendichtring das Öl im Gehäuse und den Schmutz draußen. Die Bauform A hat einen Versteifungsring aus Stahlblech, der vollständig im Elastomer sitzt; der Gummi-Außenmantel fixiert den Ring in der Bohrung und dichtet ihn statisch ab – das gleicht Toleranzen aus und eignet sich besonders für Aluminium- und geteilte Gehäuse. Die Bauform B hat dagegen einen Metallaußenmantel für festen Sitz in Stahlgehäusen. Die S-Varianten (AS, BS, CS) tragen zusätzlich eine Staublippe, die vor Staub, Wasser und Schmutz schützt – wichtig in verschmutzter Umgebung. Als Werkstoff kommt meist NBR (bis +100 °C, für Mineralöle) oder FPM/Viton (bis +200 °C, für Synthetiköle) zum Einsatz. Wichtig beim Wechsel: gleiche Wellen- und Bohrungsmaße sowie dieselbe Bauform wählen. Für die Montage gibt es passende Montage-Sets.
Profile und Kantenschutz
Neben O-Ring und Wellendichtring gehören Dichtprofile zum Sortiment: Moosgummi- und Klemmprofile dichten Klappen und Türen ab, Kantenschutzprofile decken scharfe Blechkanten ab und schützen vor Verletzungen.
Nicht jede Abdichtung ist rund. Für Deckel, Türen und Klappen an Gehäusen und Schaltschränken dichten Moosgummi- und Gummiklemmprofile den Spalt ab und halten Staub, Zugluft und Spritzwasser fern. Kantenschutzprofile werden über offene Blechkanten geschoben – sie halten über einen eingebetteten Metallstreifen ohne Kleber und schützen Personen wie Kabel vor der scharfen Kante; Kantenschutz-Dichtprofile verbinden beides und dichten die Kante zugleich ab. So deckt die Dichtungstechnik von der Präzisionsdichtung bis zum Kantenschutz das gesamte Feld ab.
FAQ zur Dichtungstechnik
- Welches O-Ring-Material für welchen Einsatz? NBR für Mineralöl, Fett und Hydraulik (Standard), FPM/Viton für Chemikalien, Kraftstoffe und Temperaturen bis 200 °C, EPDM für Wasser, Dampf und Ozon (nicht für Mineralöl), Silikon für Lebensmittel und Kälte bis −55 °C, PTFE für aggressive Chemie über einen Bereich von −200 bis +250 °C. Die Faustregel: erst das Medium bestimmen, dann die Temperatur, dann den Werkstoff.
- NBR oder FPM/Viton – wann welches? NBR ist der günstige Standard für Mineralöl und Hydraulik bis rund 100 °C. FPM/Viton wählt man, wenn Chemikalien, Kraftstoffe oder Temperaturen über 100 °C im Spiel sind – es hält bis 200 °C und ist medienbeständiger, aber teurer. Bei Wasser und Dampf ist dagegen keines von beiden ideal; hier ist EPDM die richtige Wahl.
- Wie messe ich die richtige O-Ring-Größe? Über den Innendurchmesser (d1) und die Schnurstärke (d2), beide in Millimetern. Den alten O-Ring am besten unbelastet mit einem Messschieber oder einer O-Ring-Messlehre vermessen – gedehnte oder gequetschte Ringe verfälschen das Maß. Aus d1 × d2 ergibt sich die Bestellgröße; die Sortimente reichen von unter 1 mm bis über 200 mm Innendurchmesser.
- Was bedeuten die Wellendichtring-Bauformen A, B und die S-Varianten? Bauform A hat einen gummierten Außenmantel (Toleranzausgleich, gut für Alu- und Teilgehäuse), Bauform B einen Metallaußenmantel (fester Sitz in Stahl). Die S-Varianten (AS, BS, CS) haben zusätzlich eine Staublippe, die Schmutz und Wasser von außen abhält. Beim Ersatz auf gleiche Bauform und gleiche Maße achten.
- Wie herum wird ein Wellendichtring eingebaut? Die Dichtlippe zeigt zum abzudichtenden Medium – also zur Ölseite, damit der Schmierfilm die Lippe versorgt. Die offene Federseite weist zum Öl, die geschlossene (bei S-Varianten die Staublippe) nach außen. Der Ring wird gerade und ohne Beschädigung der Lippe eingepresst; ein Montageset erleichtert das.
- Welche Dichtung ist für Lebensmittel oder Trinkwasser geeignet? Für den Lebensmittelkontakt werden meist EPDM oder Silikon (MVQ) in entsprechend zugelassenen Qualitäten eingesetzt, für aggressive Reinigungsmedien auch FPM oder PTFE. Wichtig ist eine Werkstofffreigabe nach der jeweils geforderten Norm (z. B. FDA); die konkrete Eignung sollte für den Einzelfall geprüft werden – hier berät HUG.
- Was ist der Unterschied zwischen Shore 70 und 90 beim O-Ring? Die Shore-Härte gibt an, wie hart das Elastomer ist. Ein 70-Shore-O-Ring (Standard) dichtet gut ab und passt sich an. Ein 90-Shore-Ring ist härter und widersteht höherem Druck und der Extrusion in den Dichtspalt – die Wahl bei hohen Drücken, etwa in der Hydraulik, wo weichere Ringe in den Spalt gedrückt würden.
Dichtungstechnik bei HUG – über 200.000 Artikel ab Lager
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus – bei der Dichtungstechnik mit O-Ringen in sechs Werkstoffen, Wellendichtringen in allen gängigen Bauformen sowie Dicht- und Kantenschutzprofilen aus einer Hand. Passend dazu führen diese Bereiche direkt weiter:- O-Ringe NBR 70 – der Standard für Öl und Hydraulik
- O-Ringe FPM 75 (Viton) – für Chemie und hohe Temperaturen
- Wellendichtringe Bauform A – gummierter Außenmantel für Alu-Gehäuse
- Kantenschutzprofile – scharfe Blechkanten sicher abdecken
