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Stellringe, Klemmringe und Klemmnaben

Stellringe, Klemmringe und Klemmnaben fixieren Bauteile axial auf Wellen und Achsen. Sie verhindern, dass Lager, Zahnräder, Riemenscheiben oder Distanzhülsen auf der Welle wandern – werkzeuglos montierbar und ohne Bearbeitung der Wellenoberfläche.
Andreas Selwitschka

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Andreas Selwitschka

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Stellringe nach DIN 705

Kurz: Der Stellring ist die verbreitetste axiale Wellensicherung – ein Ring, der mit einem Gewindestift (Madenschraube) gegen die Welle geklemmt wird. DIN 705 definiert Form A (Gewindestift DIN 553) und Form B (DIN 914, Innensechskant); Form B hat sich durchgesetzt, weil sie ein höheres Anzugsmoment erlaubt.

Die Madenschraube drückt mit ihrer Spitze auf die Welle und erzeugt den Reibschluss. Die Abmessungen sind genormt: Bohrungen von 3 bis 100 mm, Außendurchmesser und Breite steigen proportional. Die Bohrung hat Toleranz h8 – der Stellring sitzt als Spielpassung auf der Welle und lässt sich frei verschieben, bevor die Madenschraube angezogen wird. Die Werkstoffe reichen von Stahl blank (Standard für trockene Innenräume) über brüniert und verzinkt bis Edelstahl (1.4305/1.4571) für Lebensmittelindustrie und korrosive Umgebungen. Stellringe und Klemmringe gehören zu den Vorrichtungselementen des Maschinenbaus.

Klemmringe – ohne Wellenbeschädigung

Kurz: Klemmringe umschließen die Welle und werden über Klemmschrauben zusammengezogen – die Kraft verteilt sich gleichmäßig über den Umfang, ohne die Wellenoberfläche zu beschädigen. Das ist entscheidend bei gehärteten, geschliffenen und regelmäßig demontierten Wellen.

Anders als der Stellring drückt der Klemmring keine Madenschraube in die Welle. Zweiteilige Klemmringe bestehen aus zwei Halbschalen, die über zwei oder vier Schrauben verbunden werden – sie lassen sich montieren, ohne das Wellenende zugänglich zu haben, ein Vorteil bei eingebauten Wellen. Einteilige geschlitzte Klemmringe sind kompakter und werden über eine einzelne Schraube zusammengezogen; ihre Klemmkraft ist geringer, reicht aber für leichte bis mittlere axiale Belastungen. Die schonende Klemmung hinterlässt keine Kerbe im Material – wichtig überall dort, wo die Welle ihre Oberflächengüte behalten muss.

Klemmnaben – Drehmoment übertragen

Kurz: Klemmnaben gehen einen Schritt weiter: Sie fixieren nicht nur axial, sondern übertragen zugleich Drehmoment zwischen Welle und Nabe – über den Reibschluss der geteilten Nabe. Sie ersetzen in vielen Fällen die Passfederverbindung, ohne dass eine Nut in die Welle gefräst werden muss.

Während eine Passfeder eine aufwendig gefräste Nut erfordert, die die Welle schwächt, klemmt die Klemmnabe auf der glatten Welle. Montage und Demontage erfolgen werkzeuglos schnell, die Winkelposition ist stufenlos einstellbar. KIPP bietet Klemmnaben aus Aluminium (leicht, für dynamisch beanspruchte Antriebe mit Massenträgheit) und Stahl (höhere Drehmomente, Schwermaschinenbau und Fördertechnik). In der Prototypen- und Einzelstückfertigung ersetzen Klemmnaben aufwendige Passfederverbindungen und sparen Fertigungszeit. Die Welle selbst zählt zu den Positionierelementen und Maschinenelementen des Vorrichtungsbaus.

Auswahl im Überblick

Kurz: Drei Fragen entscheiden: Nur axial sichern → Stellring (DIN 705). Welle unbeschädigt lassen → Klemmring. Drehmoment übertragen → Klemmnabe. Zusätzlich zählt der Wellendurchmesser (Stellringe 3–100 mm, Klemmringe/Klemmnaben meist 6–60 mm).

TypWirkprinzipWann
Stellring (DIN 705)Madenschraube auf die Welleeinfache axiale Sicherung
Klemmringumschließend, gleichmäßige Klemmunggehärtete/geschliffene Wellen
KlemmnabeReibschluss überträgt DrehmomentPassfeder-Ersatz, Antriebe
Im Maschinenbau sichern Stellringe Lager, Distanzhülsen und Zahnräder auf Getriebewellen; in der Fördertechnik halten sie Umlenk- und Tragrollen in Position. Klemmringe positionieren Sensorhalter und Führungsbleche stufenlos auf Rundstangen. Klemmnaben fixieren Riemenscheiben und Kupplungshälften auf glatten Wellen – etwa zusammen mit den Wellenkupplungen im Antriebsstrang.

FAQ zu Stellringen und Klemmringen

  • Stellring oder Klemmring – was ist der Unterschied? Der Stellring klemmt mit einer Madenschraube, die in die Welle drückt – einfach und günstig, aber sie hinterlässt einen Abdruck. Der Klemmring umschließt die Welle und zieht sich gleichmäßig zusammen, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Für gehärtete oder geschliffene Wellen ist der Klemmring die richtige Wahl.
  • Was bedeutet DIN 705 Form A und Form B? DIN 705 normt Stellringe. Form A hat einen Gewindestift nach DIN 553 (Schlitz und Zapfen), Form B nach DIN 914 (Innensechskant und Spitze). Form B hat sich durchgesetzt, weil der Innensechskant ein höheres Anzugsmoment erlaubt und werkzeugseitig einfacher zugänglich ist.
  • Wie vermeide ich eine Beschädigung der Welle? Mit einem Klemmring statt eines Stellrings. Die Madenschraube des Stellrings drückt einen Abdruck in die Welle; der Klemmring verteilt die Kraft gleichmäßig über den Umfang und hinterlässt keine Kerbe. Bei Präzisions- und gehärteten Wellen ist das entscheidend für die Wiederverwendbarkeit.
  • Wann nehme ich eine Klemmnabe statt einer Passfeder? Wenn keine Nut in die Welle gefräst werden soll oder die Winkelposition stufenlos einstellbar sein muss. Die Klemmnabe überträgt Drehmoment über Reibschluss auf der glatten Welle und spart die aufwendige Nutenbearbeitung – besonders wirtschaftlich in der Prototypen- und Einzelstückfertigung.
  • Ein- oder zweiteiliger Klemmring? Der zweiteilige Klemmring lässt sich montieren, ohne das Wellenende zugänglich zu haben – ideal bei eingebauten Wellen. Der einteilige geschlitzte Ring ist kompakter und günstiger, trägt aber geringere Klemmkräfte. Für hohe axiale Lasten und schwer zugängliche Stellen der zweiteilige.
  • Wann brauche ich Edelstahl? In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in der Medizintechnik und überall, wo Korrosion ein Thema ist. Edelstahl (1.4305/1.4571) widersteht Feuchte und Reinigungschemikalien. Für trockene Innenraum-Anwendungen genügt Stahl blank, brüniert oder verzinkt.
  • Welche Marke führt HUG bei Stellringen und Klemmnaben? HUG führt Stellringe nach DIN 705 in Stahl und Edelstahl sowie ein- und zweiteilige Klemmringe und Klemmnaben von KIPP – gängige Wellendurchmesser von 3 bis 80 mm ab Lager. KIPP ist mit dem vollen Normteil-Sortiment in der eigenen Markenwelt vertreten.

Stellringe, Klemmringe und Klemmnaben bei HUG – KIPP ab Lager

HUG Technik und Sicherheit führt Stellringe nach DIN 705 in Stahl und Edelstahl, ein- und zweiteilige Klemmringe sowie Klemmnaben von KIPP – gängige Wellendurchmesser von 3 bis 80 mm. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG ausmacht: ein tiefes Normteil-Sortiment und Beratung zur richtigen Bauform, zum Werkstoff und zur Anzugsreihenfolge bei Klemmverbindungen. Bestellungen bis 16:00 Uhr gehen am selben Tag in den Versand.