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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Bohrbuchsen

Bohrbuchsen führen den Bohrer exakt an der vorgesehenen Position ins Werkstück. Sie sitzen in Bohrvorrichtungen und Bohrlehren und sorgen dafür, dass jede Bohrung am richtigen Ort, im richtigen Winkel und mit dem richtigen Durchmesser entsteht – wiederholbar über Tausende von Werkstücken, ohne Anreißen und ohne Körnen.
Andreas Selwitschka

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Funktion und Einsatzzweck

Kurz: Bohrbuchsen sind gehärtete Stahlhülsen, die in einer Vorrichtungsplatte (Bohrschablone) eingepresst sitzen. Der Bohrer läuft durch die Innenbohrung und wird radial geführt – das verhindert Verlaufen, Wandern und Ablenken, besonders bei Schräg-, Tief- und Bohrungen in geneigte Flächen.

Ohne Bohrbuchse müsste jede Bohrposition einzeln angerissen, gekörnt und manuell positioniert werden – das kostet Zeit und führt in der Serienfertigung zu Streuung. Mit Bohrbuchse wird die Position ein einziges Mal in der Vorrichtung festgelegt, danach bohrt jedes Werkstück identisch. Neben der Positionsführung übernimmt die Buchse die Werkzeugführung: Sie stützt den Bohrer seitlich und reduziert die Schwingungen, die bei langen, dünnen Bohrern zum Brechen führen. Bohrbuchsen gehören zu den Vorrichtungselementen des Maschinenbaus.

Bauformen nach DIN

Kurz: DIN 179 sind zylindrische Buchsen ohne Bund (bündig eingepresst), DIN 172 haben einen Bund (Form A Bund oben, Form B Bund unten), DIN 173 sind Wechselbuchsen, die werkzeuglos in einer Grundbuchse getauscht werden – für die Mehrfachbearbeitung (erst Bohren, dann Reiben oder Senken).

NormBauformEinsatz
DIN 179zylindrisch, ohne Bundbündig in der Platte
DIN 172 Form ABund obenStandard, leicht demontierbar
DIN 172 Form BBund untenOberseite bündig
DIN 173WechselbuchseMehrfachbearbeitung
Der Bund der DIN-172-Buchse verhindert, dass die Buchse durch die Bohrkraft in die Platte gedrückt wird, und erleichtert die Demontage. Wechselbuchsen nach DIN 173 sitzen in einer Aufnahme- bzw. Grundbuchse und werden über eine Sicherungsschraube gehalten – so lässt sich in derselben Vorrichtung erst mit kleinem Durchmesser bohren und nach dem Buchsenwechsel reiben oder senken.

Werkstoff und Härte

Kurz: Bohrbuchsen bestehen aus Einsatzstahl (16MnCr5 oder vergleichbar), der einsatzgehärtet wird. Das ergibt eine harte Randschicht (58–62 HRC) bei zähem Kern: Die harte Oberfläche widersteht dem Abrieb des rotierenden Bohrers, der zähe Kern absorbiert Stoß- und Querbelastungen ohne zu brechen.

Die Einsatzhärtung ist entscheidend für die Standzeit: Eine durchgehärtete Buchse wäre an der Oberfläche zwar hart, aber spröde und würde unter Querbelastung brechen. Die einsatzgehärtete Buchse vereint harte Lauffläche und zähen Kern. Die Innenbohrung ist eng toleriert (typisch G6 oder F7), damit der Bohrer mit minimalem Spiel geführt wird – zu viel Spiel lässt den Bohrer verlaufen, zu wenig klemmt ihn. Ergänzende Vorrichtungsteile wie Spann- und Positionierelemente finden Sie bei den Positionierelementen.

Auswahl und Einbau

Kurz: Gewählt wird nach Bohrerdurchmesser (Innenbohrung), Plattendicke (Buchsenlänge), Bauform (mit/ohne Bund, Wechsel) und der Anzahl der Bearbeitungsschritte. Die Buchse wird mit Übermaßpassung (H7/n6 oder H7/p6) in die Vorrichtungsplatte eingepresst.

Bei der Auswahl zählen der Bohrerdurchmesser (bestimmt die Innenbohrung der Buchse), die Plattendicke (die Buchsenlänge sollte mindestens dem 1- bis 2-fachen des Bohrerdurchmessers entsprechen, um eine sichere Führung zu erreichen) und die Frage, ob nur gebohrt oder auch gerieben und gesenkt wird (dann Wechselbuchse). Eingepresst wird mit einer Übermaßpassung; für den Einbau in ungehärtete Platten sorgt der Pressverbund für den festen Sitz, der Bund verhindert das Durchdrücken. Die passenden Gewindeeinsätze für die Vorrichtungsplatte führt HUG bei den Gewindeeinsätzen.

FAQ zu Bohrbuchsen

  • Wofür brauche ich eine Bohrbuchse? Um den Bohrer in einer Bohrvorrichtung exakt zu führen, sodass jede Bohrung an derselben Position, im selben Winkel und mit demselben Durchmesser entsteht. Die Buchse verhindert das Verlaufen des Bohrers und macht das Anreißen und Körnen jedes einzelnen Werkstücks überflüssig – entscheidend in der Serienfertigung.
  • Was ist der Unterschied zwischen DIN 179 und DIN 172? DIN 179 sind zylindrische Buchsen ohne Bund, die bündig in die Platte eingepresst werden – für flache Auflageflächen. DIN 172 haben einen Bund (Kragen): Form A mit Bund oben (Standard, leicht zu demontieren), Form B mit Bund unten (Oberseite bündig). Der Bund verhindert, dass die Buchse durch die Bohrkraft in die Platte gedrückt wird.
  • Wann brauche ich eine Wechselbuchse nach DIN 173? Bei der Mehrfachbearbeitung eines Werkstücks in derselben Vorrichtung – etwa erst Bohren mit kleinem Durchmesser, dann Buchse wechseln und Reiben oder Senken. Die Wechselbuchse sitzt in einer Grundbuchse und lässt sich werkzeuglos tauschen, eine Sicherungsschraube hält sie in Position.
  • Aus welchem Werkstoff bestehen Bohrbuchsen? Aus Einsatzstahl wie 16MnCr5, der einsatzgehärtet wird. Das ergibt eine harte Randschicht von 58 bis 62 HRC bei zähem Kern. Die harte Oberfläche widersteht dem Abrieb des Bohrers, der zähe Kern bricht nicht unter Querbelastung. Eine durchgehärtete Buchse wäre zu spröde.
  • Wie viel Spiel sollte zwischen Bohrer und Buchse sein? So wenig wie möglich – die Innenbohrung ist eng toleriert (typisch G6 oder F7). Zu viel Spiel lässt den Bohrer verlaufen und die Bohrung wird ungenau, zu wenig Spiel klemmt den Bohrer und erhöht den Verschleiß. Für jeden Bohrerdurchmesser gibt es die passende Buchsenbohrung.
  • Wie wird die Bohrbuchse eingebaut? Mit einer Übermaßpassung (H7/n6 oder H7/p6) in die Vorrichtungsplatte eingepresst – der Pressverbund sorgt für den festen Sitz. Buchsen mit Bund werden von oben eingesetzt und liegen mit dem Bund auf. Beim Einpressen die Buchse gerade ansetzen und mit einer Presse einbringen, nicht mit dem Hammer eintreiben.
  • Welche Marke führt HUG bei Bohrbuchsen? HUG führt gehärtete Bohrbuchsen von KIPP nach DIN 179 (ohne Bund), DIN 172 (mit Bund, Form A und B) und DIN 173 (Wechselbuchsen) – einsatzgehärtet auf 58–62 HRC für den Vorrichtungs- und Maschinenbau. KIPP ist mit dem vollen Normteil-Sortiment in der eigenen Markenwelt vertreten.

Bohrbuchsen bei HUG – KIPP ab Lager

HUG Technik und Sicherheit führt gehärtete Bohrbuchsen von KIPP – nach DIN 179 (ohne Bund), DIN 172 (mit Bund, Form A und B) und DIN 173 (Wechselbuchsen), einsatzgehärtet auf 58–62 HRC. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG ausmacht: ein tiefes Normteil-Sortiment und Beratung zur passenden Bauform, zum Bohrerdurchmesser und zur Plattendicke. Bestellungen bis 16:00 Uhr gehen am selben Tag in den Versand.