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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Arretierbolzen

Arretierbolzen verriegeln Bauteile formschlüssig in einer definierten Position. Ziehen, verschieben, loslassen – der Bolzen schnappt automatisch in die nächste Rastbohrung ein. HUG führt Arretierbolzen von KIPP in Stahl und Edelstahl: Bolzendurchmesser 4 bis 16 mm, Gewinde M8 bis M24, mit Griffknopf, Verriegelung, Fernbetätigung oder Zustandssensor.
Andreas Selwitschka

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Arretierbolzen oder federndes Druckstück?

Ein federndes Druckstück hält über Federdruck und Reibung und kann bei Seitenkraft herausgedrückt werden. Ein Arretierbolzen greift formschlüssig in eine Bohrung und hält gegen Verschieben, Drehen und Abheben – vibrationssicher bis zu mehreren tausend Newton Querkraft.

Ein federndes Druckstück hält über Federdruck und Reibung – es rastet, kann aber bei Seitenkraft aus der Position gedrückt werden. Ein Arretierbolzen greift dagegen physisch in eine Bohrung ein und hält formschlüssig gegen Verschieben, Drehen und Abheben, vibrationssicher und belastbar bis zu mehreren tausend Newton Querkraft. Die Federkraft bestimmt den Bedienkomfort: leichte Federn für manuelle Verstellungen, starke Federn für schwere Maschinenanwendungen, bei denen der Bolzen gegen Beschleunigungskräfte halten muss.

Bauformen – welcher Arretierbolzen für welche Anwendung?

Der Griffknopf-Bolzen ist der Standard. Varianten mit Verriegelung halten in gezogener Position, Ausführungen ohne Bund sparen Bauraum, Fernbetätigung löst über Bowdenzug, Zustandssensoren melden den Rastzustand.

  • Mit Griffknopf: verbreitetste Bauform, Pilzgriff aus Kunststoff oder Metall zum Ziehen mit einer Hand (Griffdurchmesser 20–60 mm).
  • Mit Verriegelung: Bolzen rastet durch Drehen des Griffs in gezogener Position ein – das Bauteil lässt sich mit beiden Händen verschieben.
  • Ohne Bund / kurz: kompakte Bauform für beengte Einbauverhältnisse und geringe Einbauhöhe.
  • Mit Fernbetätigung: Auslösung über Seil- oder Bowdenzug für schwer erreichbare Positionen.
  • Mit Zustandssensor: signalisiert elektronisch, ob der Bolzen eingerastet ist – für automatisierte Vorrichtungen und Roboterzellen.
  • Präzisions-Arretierbolzen: engtoleriert für wiederholbare Positioniergenauigkeit im Hundertstel-Millimeter-Bereich.
Geht es weniger um wiederholbares Verstellen als um schnelles, werkzeugloses Trennen ganzer Bauteile, sind Kugelsperrbolzen die passendere Bauart – sie verriegeln über ausfahrende Kugeln statt über eine Rastbohrung.

Bolzendurchmesser und Tragfähigkeit

Der Bolzendurchmesser bestimmt die aufnehmbare Querkraft – von 1.500 N (4 mm) bis über 15.000 N (12–16 mm). Die Rastbohrung wird auf H7 gefertigt, damit der Bolzen spielarm einrastet.

BolzendurchmesserQuerkraftEinsatz
4 mmbis 1.500 Nleichte Verstelleinrichtungen
6 mmbis 3.500 Nmittlere Maschinenelemente
8 mmbis 6.000 NStandardgröße im Maschinenbau
10 mmbis 10.000 Nschwere Vorrichtungen, Drehtische
12–16 mmüber 15.000 NSchwermaschinenbau, Transporttechnik
Die Gegenbuchse (Rastbohrung) wird auf Toleranz H7 gefertigt, damit der Bolzen spielarm einrastet; Gewindegrößen M8 bis M24 für die Gehäusebefestigung.

Werkstoffe

Brünierter Stahl mit gehärtetem Bolzen (55–60 HRC) ist der Standard, Edelstahl 1.4305/1.4404 die korrosionsfeste Variante für Lebensmittel-, Pharma- und Außeneinsatz.

  • Stahl brüniert: Standard – Bolzen gehärtet (55–60 HRC), Gehäuse vergütet, für trockene Innenräume und ölhaltige Maschinenumgebungen.
  • Edelstahl (1.4305 / 1.4404): für Lebensmittel, Pharma, Chemie und Außeneinsatz – widersteht Reinigungsmitteln und Dampfstrahl.
Griffkörper aus glasfaserverstärktem Kunststoff bieten ergonomische Bedienung; für Hygieneanwendungen stehen Volledelstahl-Ausführungen ohne Kunststoffteile zur Verfügung. Im weiteren Vorrichtungsbau ergänzen Arretierbolzen Auflagen, Bohrbuchsen und Spannmittel.

Für die Auslegung zählt neben der Querkraft auch die Rastgeometrie: Eine gefaste Rastbohrung erleichtert das Einschnappen bei leichtem Versatz, eine zylindrische Bohrung mit H7-Passung maximiert die Positioniergenauigkeit. Bei Verstelleinrichtungen mit vielen Rastpositionen hat sich eine gehärtete Rastleiste oder Buchsenreihe bewährt – sie verschleißt langsamer als rohe Bohrungen im Grundmaterial.

Bei der Bestellung genügen vier Angaben: Bolzendurchmesser, Gewindegröße, gewünschte Bauform (mit oder ohne Verriegelung, Rückstellung) und der Werkstoff. Die Katalognummer des Altteils beschleunigt die Zuordnung zusätzlich – sie ist bei KIPP seitlich am Gehäuse eingeprägt und bleibt auch nach Jahren lesbar.

FAQ zu Arretierbolzen

  • Was ist ein Arretierbolzen? Ein Arretierbolzen ist ein federbelastetes Verriegelungselement, das ein Bauteil formschlüssig in einer definierten Position hält. Man zieht den Bolzen am Griff aus der Rastbohrung, verschiebt das Bauteil und lässt den Bolzen in die nächste Bohrung einrasten. Anders als ein Druckstück hält er gegen Verschieben, Drehen und Abheben – vibrationssicher und belastbar.
  • Was ist der Unterschied zwischen Arretierbolzen und federndem Druckstück? Das Druckstück hält über Federdruck und Reibung und kann bei Seitenkraft herausgedrückt werden – ideal für leichtes Rasten und Positionieren. Der Arretierbolzen greift formschlüssig in eine Bohrung und hält hohe Querkräfte. Wo es auf sichere Verriegelung statt nur auf Rasten ankommt, ist der Arretierbolzen die richtige Wahl.
  • Welchen Bolzendurchmesser brauche ich? Maßgeblich ist die Querkraft. 4 mm hält bis 1.500 N, 8 mm bis 6.000 N (Standard im Maschinenbau), 12–16 mm über 15.000 N. Die auftretende Scherlast quer zum Bolzen bestimmt die Größe – im Zweifel größer wählen, da der Bolzen unter Last sonst verbiegt oder die Bohrung ausschlägt.
  • Was bedeutet Arretierbolzen mit Fernbetätigung? Bei der Fernbetätigung wird der Bolzen über einen Seil- oder Bowdenzug ausgelöst, statt direkt am Griff gezogen zu werden. Das ist sinnvoll, wenn die Rastposition vom Bedienerplatz aus nicht erreichbar ist – etwa an Verstelleinrichtungen, die aus der Ferne entriegelt werden müssen, ohne dass der Bediener zum Bolzen greifen kann.
  • Gibt es Arretierbolzen in Edelstahl? Ja. Für Lebensmittel-, Pharma- und Chemieanwendungen sowie den Außeneinsatz gibt es Ausführungen in Edelstahl 1.4305 oder 1.4404, die Reinigungsmitteln und Dampfstrahlreinigung standhalten. Für reine Hygienebereiche sind Volledelstahl-Varianten ohne Kunststoffgriff erhältlich. Der Standard-Werkstoff für trockene Innenräume und ölhaltige Maschinenumgebungen bleibt brünierter Stahl mit gehärtetem Bolzen (55–60 HRC).
  • Wie genau positioniert ein Arretierbolzen? Standard-Arretierbolzen positionieren im Zehntelmillimeterbereich, abhängig vom Spiel zwischen Bolzen und Rastbohrung. Für höhere Wiederholgenauigkeit gibt es Präzisions-Arretierbolzen mit eng tolerierter Passung, die im Hundertstel-Millimeter-Bereich positionieren. Die Rastbohrung sollte dafür auf H7 gefertigt sein – eine gefaste Bohrung erleichtert das Einschnappen bei leichtem Versatz, die zylindrische H7-Bohrung maximiert die Wiederholgenauigkeit.
  • Kann ich einen Arretierbolzen pneumatisch auslösen? Für automatisierte Abläufe gibt es Ausführungen mit Fernbetätigung sowie Bolzen mit Zustandssensor, die sich in eine Steuerung einbinden lassen. Eine direkte pneumatische Betätigung ist bei dafür vorgesehenen Bauformen möglich; im Standard wird der Bolzen manuell oder über Bowdenzug ausgelöst. Für vollautomatische Verriegelung sind sensorüberwachte Varianten die saubere Lösung.
  • Wie verhindere ich, dass der Arretierbolzen unbeabsichtigt gezogen wird? Mit einer Ausführung mit Verriegelung: Der Griff wird gedreht und rastet in gezogener oder gesetzter Position mechanisch ein, sodass Vibration oder versehentliches Anstoßen den Bolzen nicht lösen. Für sicherheitsrelevante Verstellungen gibt es zusätzlich Varianten mit Zustandssensor, die den Rastzustand an die Steuerung melden – die Maschine läuft erst an, wenn der Bolzen sicher sitzt.
  • Arretierbolzen aus Edelstahl oder Stahl bruniert – was ist wirtschaftlicher? In trockenen Innenräumen ist brunierter Stahl die wirtschaftliche Wahl: höchste Härte, niedrigster Preis. Edelstahl lohnt sich, sobald Feuchtigkeit, Reinigungsmittel oder Außenklima im Spiel sind – dann verhindert er Korrosion am Bolzen, die sonst das Rasten schwergängig macht und die Bohrung beschädigt. Ein festgerosteter Stahlbolzen kostet im Austausch mehr als der Aufpreis der Edelstahlvariante.

Arretierbolzen bei HUG

HUG Technik und Sicherheit führt Arretierbolzen von KIPP in Stahl und Edelstahl – Bolzendurchmesser 4 bis 16 mm, Gewinde M8 bis M24, mit Griffknopf, mit und ohne Verriegelung, mit Fernbetätigung und mit Zustandssensor. Passend dazu finden Sie im Sortiment: Was HUG ausmacht: Beratung zur passenden Bauform und zum richtigen Bolzendurchmesser. Bestellungen bis 16:00 Uhr gehen am selben Tag in den Versand.