Breitkeilriemen
Stufenlos die Drehzahl verstellen: Der Breitkeilriemen ist das Kraftübertragungselement in Verstellgetrieben (Variatoren). Durch seine breite Bauform gleitet er in der verstellbaren Scheibe und ändert so die Übersetzung. HUG Technik führt Breitkeilriemen in 24 Profilen mit Breiten von 13 bis 70 mm – 266 Varianten ab Lager.Inhalt im Überblick
Stufenlose Drehzahlverstellung
Im Verstellgetriebe verändern verstellbare Scheiben ihren wirksamen Durchmesser. Der breite Keilriemen läuft dabei mal weiter außen, mal weiter innen – so ändert sich die Übersetzung stufenlos. Die breite Bauform bietet die dafür nötige Auflagefläche.
Das Prinzip nutzt Trockenreibung und arbeitet dadurch mit hohem Wirkungsgrad und niedrigen Betriebskosten. Damit der Riemen über den ganzen Verstellbereich sicher trägt, ist er deutlich breiter als ein normaler Keilriemen – die 24 Profile reichen von schmalen 13×5 mm bis zu breiten 70×18 mm. Breitkeilriemen kommen in Drehzahlverstellgetrieben von Druck-, Werkzeug-, Textil- und Landmaschinen sowie im Fahrzeugbau zum Einsatz. Für feste Übersetzungen sind dagegen klassische und Schmalkeilriemen zuständig; einen Überblick gibt der Bereich Keilriemen.
Aufbau, Profile und Längenangabe
Breitkeilriemen nach DIN 7719/ISO 1604 sind flankenoffen und verzahnt – bei HUG als formgezahnte Ausführung (FO FZ) mit 266 Varianten ab Lager. Die Zahnung macht den breiten Querschnitt biegewillig genug, um im Variator ständig den Laufradius zu wechseln.
Der Unterbau besteht aus einer Gummimischung mit quer zur Laufrichtung ausgerichteten Fasern, die den Riemen quersteif hält – er darf sich unter dem Anpressdruck der Verstellscheiben nicht einschnüren. Den Zug übernimmt ein dehnungsarmer Zugstrang aus Polyester oder Aramid. Für besonders enge Umschlingungen gibt es die Bauart auch doppelt verzahnt, mit Zähnen auf Lauf- und Rückenseite. Die meistgefragten Größen sind 22×8, 30×10 und 28×8. Ein Praxistipp für die Instandhaltung: Getriebetyp und Riemenmaß einmal gemeinsam dokumentieren – das erspart beim nächsten Wechsel das Ausmessen des eingelaufenen Riemens und macht die Nachbestellung zum Zweizeiler. Für die festen Übersetzungen im selben Gerät kombinieren viele Maschinenhersteller den Variator mit klassischen oder Schmalkeilriemen – beide Welten liegen bei HUG ab Lager.
Diese Profile führt HUG (Breite × Höhe):
| Profil | Profil | Profil |
|---|---|---|
| 13×5 mm | 28×8 mm | 41×13 mm |
| 17×5 mm | 29,5×7 mm | 47×10 mm |
| 17×6 mm | 30×10 mm | 47×13 mm |
| 21×6 mm | 32×10 mm | 52×16 mm |
| 22×6 mm | 33×11,5 mm | 55×16 mm |
| 22×8 mm | 34×8 mm | 65×20 mm |
| 23×10 mm | 36×14 mm | 70×18 mm |
| 26×8 mm | 37×10 mm | 39×16 mm |
Die Profilbezeichnung nennt Breite × Höhe: Ein Riemen 32×10 ist 32 mm breit und 10 mm hoch. Die Länge zählt bei den HUG-Breitkeilriemen als Innenlänge (Li) – beim Ersatz Breite, Höhe und Innenlänge vom alten Riemen oder aus der Getriebedokumentation übernehmen; die Umrechnung zwischen den Längenarten zeigt die Keilriemen-Umrechnungstabelle. Je nach Getriebe ist auch der Flankenwinkel vorgegeben – jede Getriebebaureihe legt Profil und Winkel fest, deshalb zählt die Getriebeangabe mehr als jede Faustregel. Im Zweifel die Getriebe-Typenbezeichnung mit angeben.
FAQ zu Breitkeilriemen
- Was ist ein Breitkeilriemen? Ein besonders breiter Keilriemen für Verstellgetriebe (Variatoren). Er läuft in Scheiben mit verstellbarem Durchmesser und ermöglicht dadurch eine stufenlose Drehzahl- und Übersetzungsänderung. Die breite Bauform sorgt für sichere Kraftübertragung über den gesamten Verstellbereich; die HUG-Ausführung ist flankenoffen und formgezahnt (FO FZ). Gängige Namen für dasselbe Bauteil sind Variatorriemen und Verstellriemen; genormt ist die Bauart in DIN 7719 und ISO 1604.
- Wie finde ich das richtige Profil? Über die Breite × Höhe des alten Riemens und die Angaben des Getriebeherstellers. Die 24 Profile decken Breiten von 13 bis 70 mm und Höhen von 5 bis 20 mm ab. Wichtig ist, dass der Riemen exakt zur verstellbaren Scheibe des Variators passt, damit er über den gesamten Bereich sauber läuft. Die Tabelle oben zeigt alle lagernden Profile; fehlt Ihres, hilft die HUG-Beschaffung mit der Getriebe-Typenbezeichnung weiter.
- Warum arbeitet ein Variator mit Trockenreibung? Weil die Kraftübertragung rein über die Flankenreibung des Riemens in der Scheibe erfolgt – ohne Öl. Das hält den Wirkungsgrad hoch und die Betriebskosten niedrig. Damit die Reibung stimmt, müssen Riemen und Scheiben sauber und passend gewählt sein – Öl oder Fett auf den Kegelflächen ruiniert die Kraftübertragung und lässt den Riemen durchrutschen.
- Wie messe ich einen Variatorriemen aus? Drei Werte genügen: obere Breite, Höhe und Innenlänge (Li) des alten Riemens. Dazu, wenn bekannt, Hersteller und Typ des Verstellgetriebes – daraus ergibt sich auch der passende Flankenwinkel. Ist der alte Riemen stark eingelaufen, lieber die Getriebedokumentation heranziehen, denn Verschleiß verfälscht die Maße – ein eingelaufener Riemen ist schmaler und länger als sein Neuzustand.
- Warum ist der Breitkeilriemen gezahnt? Ohne Zahnung wäre der breite, flache Querschnitt zu biegesteif für die kleinen Laufradien im Variator. Die Formzähne senken die Biegesteifigkeit, halten den Riemen kühler und lassen ihn über den ganzen Verstellbereich sauber anliegen – bei doppelt verzahnten Ausführungen auch bei Gegenbiegung über den Rücken.
- Woran erkenne ich einen verschlissenen Variatorriemen? Der nutzbare Drehzahlbereich schrumpft: Das Getriebe erreicht die Endlagen nicht mehr, weil der schmaler gewordene Riemen tiefer in der Scheibe läuft. Dazu kommen Schlupf unter Last, Risse an den Zahngründen und Abrieb an den Flanken. Dann den Riemen tauschen, bevor der Variator selbst Schaden nimmt – ein eingelaufener Riemen beschleunigt auch den Verschleiß der Kegelscheiben, und die sind das teurere Bauteil.
- Kann ich einen normalen Keilriemen im Variator verwenden? Nein. Standard-Keilriemen sind zu schmal, um die Verstellbewegung abzubilden – die Übersetzung ließe sich kaum noch ändern, und der Riemen würde in der breiten Scheibe kippen. In Verstellgetriebe gehört immer der Breitkeilriemen mit dem vom Getriebehersteller vorgesehenen Profil. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein Breitkeilriemen hat in einer normalen V-Nut nichts verloren – er würde kippen und die Übersetzung ließe sich nicht halten.
- Wie wechsle ich den Breitkeilriemen im Verstellgetriebe? Das Getriebe in die Stellung mit der geringsten Riemenspannung bringen (je nach Bauart Grundstellung oder Endlage), den alten Riemen entnehmen und den neuen ohne Werkzeug und ohne Hebeln einlegen. Danach im Leerlauf den kompletten Verstellbereich einmal durchfahren und beobachten, ob der Riemen überall sauber anliegt – erst dann unter Last gehen. Bei der Gelegenheit auch die Kegelflächen der Verstellscheiben auf Riefen, Abrieb und Fett kontrollieren.
Breitkeilriemen bei HUG – ab Lager
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus – bei den Breitkeilriemen für Verstellgetriebe: 24 Profile mit Breiten von 13 bis 70 mm für die stufenlose Drehzahlverstellung, flankenoffen und formgezahnt, mit 266 Varianten ab Lager – vom kleinen Geräteprofil 13×5 bis zum schweren 70×18 für Industrievariatoren. Passend dazu:- Schmalkeilriemen – für feste Übersetzungen
- Doppelkeilriemen – für Serpentinenantriebe
- Keilriemen im Überblick – alle Profile und Bauarten
