Stehlager-Gehäuseeinheiten P-Serie
Die P-Serie führt zwei Werkstoffwelten in einer Bezeichnungsfamilie: 52 der 63 Einheiten bei HUG haben ein Graugussgehäuse, elf ein gepresstes Stahlblechgehäuse. Der Unterschied entscheidet über Gewicht, Bauraum und Belastbarkeit – und er steht direkt in der Typenbezeichnung.Zu Ihrem Experten für Stehlager-Gehäuseeinheiten P ..
Erwin Küfner
Technische Infos
Inhalt im Überblick
Grauguss oder Stahlblech
Die Gussreihen PASE, PASEY, PSHE und PSHEY stellen mit 52 Einheiten den Hauptteil des Sortiments. Grauguss dämpft Schwingungen, ist steif und nimmt hohe Radial- und Axialkräfte auf – die übliche Wahl im allgemeinen Maschinenbau und überall dort, wo Riemenzug, Stoßlasten oder schwere Trommeln im Spiel sind. Die Blechreihen PB, PBY und PBS sind ein anderes Bauteil mit demselben Zweck. Das Gehäuse wird aus Stahlblech gepresst statt gegossen. Daraus folgt eine kurze Liste von Vor- und Nachteilen:- Leicht. Ein Blechgehäuse wiegt einen Bruchteil eines Gussgehäuses gleicher Baugröße. Bei vielen Lagerstellen an einer Anlage summiert sich das spürbar.
- Schmal. Die Bauform trägt weniger auf und passt dorthin, wo für einen Gusskörper kein Raum bleibt.
- Günstiger. Der Preisunterschied ist deutlich, solange die Belastung dazu passt.
- Begrenzt belastbar. Blech federt, wo Guss steif bleibt. Für Stoßlasten, hohe Kippmomente und schwingende Umgebungen sind die Gussreihen die richtige Wahl.
Die Bezeichnung auflösen
Eine Bezeichnung wie PSHEY 35 besteht aus drei Informationen, die sich einzeln lesen lassen.| Teil | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Gehäuse | PASE | Grauguss, langer Fuß mit Langlöchern |
| PSHE | Grauguss, kurzer Fuß mit Sacklochgewinde | |
| PB / PBS | gepresstes Stahlblech | |
| Befestigung | ohne Y | Exzenterspannring |
| mit Y | Gewindestifte im Innenring | |
| Größe | 35 | Wellendurchmesser in mm |
P-Dichtung und Schutzkappe
Alle Reihen dieser Serie tragen die P-Dichtung. Sie ist die Standardabdichtung des Herstellers für normale Betriebsbedingungen: trockene bis leicht staubige Umgebung, mäßige Drehzahlen, kein dauerhafter Wasserangriff. Bei der Nachschmierbarkeit lohnt der Blick ins Datenblatt. Nicht alle Reihen mit P-Dichtung sind über einen Schmiernippel nachschmierbar; ein Teil ist auf Lebensdauer geschmiert. Das ist kein Nachteil, sondern eine Entscheidung: Eine lebensdauergeschmierte Einheit braucht keinen Wartungsplan, dafür wird sie am Ende ihrer Lebensdauer getauscht statt nachgefettet. Wo nachgeschmiert werden soll, gehört ein Wälzlagerfett in kleinen Mengen und in kurzen Intervallen an die Lagerstelle. Viele Gehäuse der Serie tragen den Zusatz -N. Er kennzeichnet einen Nuteinstich am Gehäuse, in den sich eine Schutzkappe einsetzen lässt. Die Kappe verschließt die offene Gehäuseseite gegen Späne, Staub und Spritzwasser und ist überall dort sinnvoll, wo von oben Schmutz auf die Lagerstelle fällt. Passende Deckel und Kappen gehören zum Zubehörprogramm. Kleine Winkelfehler der Welle gleicht die Bauform selbst aus: Der kugelige Außenring des Spannlagers sitzt in einer hohlkugeligen Gehäusebohrung und stellt sich beim Anziehen der Schrauben ein. Wer Gehäuse und Lager getrennt wählen will, findet die Lagerböcke ohne Lager bei den Stehlager-Gehäusen.FAQ zur P-Serie
- Wann ist ein Blechgehäuse ausreichend? Bei leichten, gleichmäßigen Lasten ohne Stöße und ohne hohes Kippmoment – etwa an Umlenkrollen, leichten Förderern oder Nebenaggregaten. Sobald Riemenvorspannung, Schwingungen oder schwere Massen im Spiel sind, ist das Graugussgehäuse die belastbarere und langlebigere Lösung. Bei HUG decken die Blechreihen den Wellenbereich bis 30 mm ab, darüber führt die Serie ausschließlich Guss.
- Was bedeutet PASE gegenüber PSHE? Beide sind Graugusseinheiten, sie unterscheiden sich in der Fußlänge. PASE hat einen langen Fuß mit zwei Langlöchern und wird von oben durchgeschraubt, PSHE einen kurzen Fuß mit Gewindebohrungen in der Aufstandsfläche. Wellendurchmesser und Lager sind bei gleicher Größenzahl identisch, das Anschlussbild nicht. Der lange Fuß lässt sich beim Einbau im Langloch ausrichten, der kurze setzt eine ebene Auflagefläche und passgenaue Bohrungen voraus.
- Wofür steht das Y in PASEY und PBY? Für zwei Gewindestifte im Innenring, die direkt auf der Welle klemmen. Die Ausführung ohne Y verwendet stattdessen einen Exzenterspannring. Die Gewindestifte halten in beiden Drehrichtungen gleich, der Exzenterring schont die Wellenoberfläche und zieht sich bei gleichbleibender Drehrichtung selbst nach. Bei Reversierbetrieb kehrt sich dieser Effekt um, dort sind die Gewindestifte die verlässlichere Wahl.
- Sind P-Einheiten nachschmierbar? Nicht durchgängig. Ein Teil der Reihen ist über einen Schmiernippel nachschmierbar, ein Teil auf Lebensdauer geschmiert. Welche Ausführung vorliegt, steht im Datenblatt zur konkreten Typenbezeichnung. Für Lagerstellen mit geplanter Wartung sollte die nachschmierbare Variante gewählt werden, für schwer zugängliche Einbauorte eher die lebensdauergeschmierte.
- Was bedeutet der Zusatz -N? Das Gehäuse hat einen Nuteinstich zur Aufnahme einer Schutzkappe. Damit lässt sich die offene Seite gegen Späne, Staub und Spritzwasser verschließen. Die Kappe wird separat bestellt. Ohne Kappe arbeitet die Einheit ebenso, nur ohne diesen zusätzlichen Schutz von außen.
- Welche Welle passt zu PASE 30? Eine Welle von 30 mm. Die Zahl in der Bezeichnung nennt bei dieser Serie den Wellendurchmesser direkt in Millimetern, ohne Umweg über eine Baugrößentabelle. Das Sortiment reicht bei HUG von 12 bis 60 mm, am dichtesten besetzt sind 20, 25, 30, 35 und 40 mm.
- Gleicht die Einheit Fluchtungsfehler aus? Statische Fluchtungsfehler ja. Der kugelige Außenring des Lagers sitzt in einer hohlkugeligen Gehäusebohrung und stellt sich beim Ausrichten ein, sodass kleine Winkelabweichungen zwischen zwei Lagerstellen ohne Zwang aufgenommen werden. Für dynamische Wellenverlagerungen im Betrieb sind diese Einheiten nicht ausgelegt.
- Wie unterscheidet sich die P- von der R-Serie? Durch die Dichtung. Gehäuseformen, Fußlängen und die Y-Systematik sind in beiden Familien gleich aufgebaut, die P-Reihen tragen die P-Dichtung, die R-Reihen die R-Dichtung mit verzinkten Stahlblechscheiben und vorgespannter Dichtlippe. Für stark verschmutzte Umgebungen gibt es zusätzlich die dreifach abgedichtete T-Ausführung.
- Kann ich eine Guss- gegen eine Blecheinheit tauschen? Nur nach Prüfung der Anschlussmaße, denn Bauhöhe, Fußbreite und Lochabstand unterscheiden sich zwischen den Werkstoffvarianten. Der Wellendurchmesser bleibt gleich, die Befestigung an der Anschlusskonstruktion nicht. Bei einem geplanten Wechsel hilft unsere technische Beratung beim Maßabgleich.
P-Einheiten bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der P-Serie liegen 63 Stehlager-Gehäuseeinheiten ab Lager – 48 von INA und 15 von NKE, in Grauguss und in Stahlblech, mit langem und kurzem Fuß, für Wellen von 12 bis 60 mm. Passend dazu:- R-Serie – dieselben Gehäuseformen mit R-Dichtung, dazu Loslager- und Schwerlastreihen.
- Deckel und Kappen – Schutzkappen für die Gehäuse mit Nuteinstich.
- Flanschlagereinheiten P-Serie – dieselbe Dichtungsfamilie für die Wandmontage.
- Rillenkugellager – Ersatzlager und passende Wälzlager für angrenzende Lagerstellen.
