Spannlager-Gehäuseeinheiten RHE-Serie
Diese Bauform verschiebt sich zwischen zwei ebenen Führungsflächen und wird über eine Gewindebohrung im Gehäuse gespannt – nicht über eine durchgesteckte Gewindestange. HUG führt elf dieser Einheiten für Wellen von 20 bis 50 Millimetern.Zu Ihrem Experten für Spannlager-Gehäuseeinheiten RHE ..
Erwin Küfner
Technische Infos
Inhalt im Überblick
Führungsfläche statt Führungsnut
Spanngehäuseeinheiten sind einteilige Graugussgehäuse, die verschoben oder geschwenkt werden. Der Katalog nennt drei Arten, wie sie dabei geführt werden: über beidseitige Führungsnuten, über beidseitige Führungsflächen oder über eine zusätzliche Stahlblech-Führungsschiene. Eingesetzt werden sie, wenn Wellen lange Verschiebewege ausführen müssen. Die Bauform HE gehört zur zweiten Gruppe. Sie hat keine eingefrästen Nuten an den Flanken, sondern zwei ebene, parallele Führungsflächen, die zwischen den Schenkeln des Rahmens laufen. Der Unterschied ist mehr als kosmetisch:- Nut – die Rahmenschenkel greifen in die Nut ein und halten das Gehäuse zusätzlich in Querrichtung fest. Das Gehäuse kann nicht seitlich aus der Führung heraus.
- Fläche – das Gehäuse liegt mit ebenen Flanken zwischen den Schenkeln und wird durch die Spannkraft gegen sie gedrückt. Die Konstruktion ist einfacher und der Rahmen leichter zu fertigen.
Die Gewindebohrung je Baugröße
Wer eine vorhandene Spannvorrichtung weiterverwenden will, braucht vor allem eine Angabe: die Gewindegröße im Gehäuse. Sie wächst nicht linear mit der Baugröße, sondern in drei Stufen und bleibt ab 30 Millimetern Welle konstant.| Welle | Gehäuse | Gehäuselänge | Gewinde |
|---|---|---|---|
| 20 mm | HE 04 | 91 mm | M16 |
| 25 mm | HE 05 | 99 mm | M20 |
| 30 mm | HE 06 | 114 mm | M24 |
| 35 mm | HE 07 | 122 mm | M24 |
| 40 mm | HE 08 | 135 mm | M24 |
| 45 mm | HE 09 | 145 mm | M24 |
| 50 mm | HE 10 | 145 mm | M24 |
Was R und Y bedeuten
Der Anfangsbuchstabe bezeichnet die Dichtungsform des eingebauten Spannlagers. Die R-Dichtung besteht aus zwei verzinkten, nach außen abgewinkelten Stahlblechscheiben mit dazwischenliegendem Elastomerteil und einer radial vorgespannten Dichtlippe. Durch die abgewinkelten Scheiben entsteht ein größerer Fettraum als bei der flacheren P-Dichtung – ein handfester Vorteil bei langen Nachschmierintervallen. Sie ist für Spannlager mit beidseitig verbreitertem Innenring vorgesehen. Das angehängte Y steht für die Wellenbefestigung. Ohne Y arbeitet die Einheit mit einem Exzenterspannring, mit Y mit Gewindestiften im Innenring. Die Maßtabellen belegen es über die eingebauten Lager: Die Reihe ohne Y nutzt das Spannlager GE, die Reihe mit Y das Spannlager GYE – beide mit derselben R-Dichtung und im selben Gehäuse. Für die Auswahl heißt das: Bei gleichbleibender Drehrichtung und blank bleibender Welle ist der Exzenterring die kerbfreie Lösung, bei wechselnder Drehrichtung sind Gewindestifte die sichere Wahl. Die vollständige Systematik der vier Dichtungsformen behandelt die P-Serie. Ein Teil der Y-Ausführungen im Sortiment trägt zusätzliche Kürzel für Sonderausführungen. Diese Zusätze sind nicht allgemein dokumentiert – beim Ersatz gehört die vollständige Bezeichnung vom Altteil übernommen, nicht nur der Grundtyp.Einbau, Nachschmierung, Grenzen
Der kugelige Außenring des Spannlagers richtet sich in der hohlkugeligen Gehäusebohrung selbst aus und gleicht damit den statischen Fluchtungsfehler der Welle aus. Diese Einstellung soll einmalig beim Einbau erfolgen; eine dauernde Pendelbewegung im Betrieb verschleißt den Lagersitz. Nachgeschmiert wird über eine Schmiernut und eine Schmierbohrung im Gehäuse, ausgelegt für Kegelschmiernippel nach DIN 71412. Beim Nippel mit M6-Gewinde liegt das maximale Anziehdrehmoment bei 6 Newtonmetern – wer mit dem Ringschlüssel arbeitet, reißt das Gewinde im Guss aus. Bei den Belastungsgrenzen sind zwei Werte zu trennen. In radialer Richtung setzt das eingebaute Spannlager die Grenze, denn der Gusskörper hält mehr aus als der Wälzkörpersatz. Quer dazu, also in Wellenrichtung, liegt die Grenze bei der Hälfte der statischen radialen Tragzahl. Stoßartige Lasten erfordern zusätzlich einen Sicherheitszuschlag. Im Dauerbetrieb sind 20 Grad unter null bis 100 Grad darüber zulässig, kurze Spitzen bis 120 Grad. Deckt eine Lagerschutzkappe ein freilaufendes Wellenende ab, gibt deren Werkstoff die Obergrenze vor und senkt sie auf 80 Grad. Der Gehäusewerkstoff ist Gusseisen nach DIN EN 1561, auf Anfrage Sphäroguss nach DIN EN 1563. Ersatzlager für die Einheiten führt das Sortiment unter Spannlager und Gehäuselager.FAQ zur RHE-Serie
- Was unterscheidet die HE- von der TUE-Bauform? Die Führung und die Krafteinleitung. HE hat beidseitig ebene Führungsflächen und eine Gewindebohrung, in die die Spannspindel direkt eingeschraubt wird. TUE hat beidseitig eingefräste Führungsnuten und eine durchgehende Bohrung, durch die eine Gewindestange gesteckt und mit Muttern gekontert wird. Beide sind einteilige Graugussgehäuse.
- Welche Gewindegröße hat mein Gehäuse? M16 bei 20 Millimetern Welle, M20 bei 25 Millimetern und M24 bei allen Größen ab 30 Millimetern. Die Gewindegröße bleibt also ab Baugröße 06 konstant, während die Gehäuselänge weiter wächst. Für Anlagen mit mehreren Spannstellen bedeutet das oft eine einheitliche Spindelsorte.
- Ist die Zahl der Wellendurchmesser? Ja. RHE30 gehört auf eine 30-Millimeter-Welle, RHE50 auf eine 50er. Anders als bei den 200er-Bezeichnungen des UC-Systems ist keine Umrechnung nötig. Die Gehäusekennung im Katalog folgt dagegen einem eigenen Raster von HE04 bis HE10 und darf nicht mit dem Wellenmaß verwechselt werden.
- Was bedeutet ein angehängtes Y? Gewindestifte im Innenring statt Exzenterspannring. Die Maßtabellen zeigen es über das eingebaute Lager: ohne Y das Spannlager mit Exzenterring, mit Y das Spannlager mit Gewindestiften. Gehäuse, Anschlussmaße und Wellendurchmesser bleiben in beiden Fällen gleich, sodass sich die Klemmart ohne Änderung der Vorrichtung wechseln lässt.
- Wofür steht das R am Anfang? Für die Dichtungsform des Spannlagers. Die R-Dichtung hat nach außen abgewinkelte Blechscheiben und eine radial vorgespannte Lippe; durch die Abwinkelung entsteht ein größerer Fettraum als bei der flacheren P-Dichtung. Sie ist für Lager mit beidseitig verbreitertem Innenring vorgesehen und damit die Standardausführung dieser Reihe.
- Wie viel Fluchtungsfehler gleicht die Einheit aus? Der kugelige Außenring richtet sich in der hohlkugeligen Gehäusebohrung aus und kompensiert den statischen Fluchtungsfehler der Welle beim Einbau. Diese Einstellung ist einmalig gedacht. Eine dauernde Pendel- oder Schwenkbewegung im Betrieb ist nicht zulässig und verschleißt den Sitz zwischen Außenring und Gehäuse.
- Wo sitzt der Schmiernippel? In einer Gewindebohrung des Gusskörpers, von der aus eine Nut zur Lageraufnahme führt. Vorgesehen sind Kegelschmiernippel nach DIN 71412; die M6-Ausführung darf mit höchstens 6 Newtonmetern angezogen werden. Beim Nachfetten genügen wenige Hübe – eine überfüllte Lagerstelle läuft wärmer, nicht länger.
- Welche Temperaturen sind zulässig? Minus 20 bis plus 100 Grad Celsius im Dauerbetrieb, kurzzeitige Spitzen bis plus 120 Grad Celsius. Werden Lagerschutzkappen zum Abdecken freilaufender Wellenenden montiert, sinkt die obere Grenze auf plus 80 Grad Celsius, weil deren Werkstoff die Begrenzung vorgibt. Für höhere Temperaturen gibt es Sonderausführungen mit eigenem Nachsetzzeichen.
- Wie viel Axialkraft nimmt das Gehäuse auf? In Wellenrichtung liegt die Grenze bei der Hälfte der statischen radialen Tragzahl des eingebauten Lagers; quer dazu setzt allein das Lager die Grenze. Stoßartige Lasten brauchen einen Zuschlag. Praktisch entsteht Axialkraft an einer Spannstelle vor allem dann, wenn die beiden Seiten ungleichmäßig nachgezogen werden.
RHE-Einheiten bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der RHE-Serie liegen elf Spanngehäuseeinheiten von INA ab Lager – sechs mit Exzenterspannring und fünf als Y-Ausführung mit Gewindestiften, für Wellen von 20 bis 50 Millimetern. Passend dazu:- Spannlager-Gehäuse HE – der Gusskörper einzeln, wenn nur das Gehäuse gebrochen ist.
- RTU-Serie – dieselbe Dichtung im Gehäuse mit Führungsnuten und durchgesteckter Gewindestange.
- Spannlager und Gehäuselager – die Einsätze GE und GYE einzeln als Ersatzteil.
- Riemenspannrollen – die Alternative, wenn nicht die Achse, sondern der Riemen gespannt wird.
