Stehlager-Gehäuseeinheiten
Stehlager – im Maschinenbau auch als Lagerbock bekannt – sind die Standard-Lagerstellen für horizontale Wellen auf Grundplatten und Maschinenrahmen. Stehlager-Gehäuseeinheiten kombinieren Wälzlager und Gehäuse zu einer montagefertigen Baugruppe: zwei Befestigungsbohrungen im Fuß werden von oben in den Maschinenträger geschraubt, das Lager ist bereits eingepresst, gefettet und abgedichtet.Technische Infos
Stehlager oder Lagerbock – die Begriffe richtig einordnen
„Stehlager" und „Lagerbock" werden im Sprachgebrauch häufig synonym verwendet, technisch gibt es einen feinen Unterschied:- Lagerbock bezeichnet streng genommen nur den Gehäusekörper (das gussigene oder thermoplastische Bauteil ohne Wälzlager), wie er auf der Schwesterseite Stehlager-Gehäuse einzeln verkauft wird
- Stehlager-Gehäuseeinheit ist die fertige Baugruppe aus Lagerbock plus eingesetztem Y-Lager mit kugeligem Außenring – montagefertig, geprüft, geschmiert
- Im Alltag wird „Stehlager" meistens für die fertige Einheit verwendet, „Lagerbock" oft als Oberbegriff. Beide Begriffe führen Sie zum richtigen Produkt
Wann ein Stehlager statt Flansch- oder Spannlager?
Die Bauform entscheidet über den Einbau:- Stehlager: Befestigung von oben auf einer waagerechten Grundplatte. Die Welle läuft horizontal über dem Lagerfuß. Klassischer Anwendungsfall: Antriebs- und Abtriebswellen, Förderwalzen, Gebläseaggregate
- Flanschlager-Gehäuseeinheit: Befestigung an einer vertikalen Wand oder Stirnseite über einen Flansch. Die Welle ragt durch die Wand
- Spannlager-Gehäuseeinheit: Stehlager-ähnlich, aber mit Langlöchern im Fuß zur axialen Verschiebung – für Riementrieb-Spanner
Zwölf Bauserien im Überblick
Die Stehlager-Gehäuseeinheiten unterscheiden sich nach Hersteller-Präfix, Lagertyp und Abdichtung. HUG führt zwölf Serien:- UCP-Serie: Der weltweite Standard – NTN, SKF, FAG, NSK, SNR. Quadratische Stehlager nach JIS B1559
- S-Serie: SNR-Edelstahl (SUCP) und SKF-Zollmaße (SY-Reihe) für Lebensmittel- und Sondermaße
- T-Serie: INA TASE mit dreifacher Dichtung – Schwerlast und staubige Umgebungen
- P-Serie: INA PASE mit Nuteinstich für Schutzkappen
- R-Serie: INA RASE in Grauguss, Stahlblech, Kunststoff und mit Corrotect-Rostschutz
- A-Serie: NTN AELP, AELPP und ASP – mit AEL-Excentric-Locking
- E-Serie: SNR ESPAE mit Loslager-Festlager-Wandlung über FRB/FRM-Festringe
- UE-Serie: NTN/NSK UELP mit Schmiernippel im Außenring
- F-L-Serie: INA LASE/LSHE und SNR GNP – Sonderbauformen
- UCS-UCU-Serie: NTN/NSK/SNR Sondergrößen
- UK-Serie: NSK/NTN UKP mit konischer Bohrung für Spannhülsenbefestigung
- US-Serie: SNR USPE Grauguss-Standardsortiment
Auswahlkriterien: Maße, Belastung, Umgebung
Die richtige Serie ergibt sich aus drei Fragen:- Welcher Wellendurchmesser? Die meisten Serien decken den Standardbereich 12 mm bis 60 mm ab. UCP- und UK-Reihen reichen bis 140 mm hoch. Häufig gesucht sind die Größen 20 mm, 25 mm, 30 mm, 40 mm und 50 mm
- Welche Umgebungsbedingungen? Trockene Werkstatt → UCP- oder UE-Standard. Staub und Spritzwasser → T-Serie mit Dreifachdichtung. Feuchte oder Lebensmittel → S-Serie aus Edelstahl. Korrosive Atmosphäre → R-Serie mit Corrotect oder Kunststoffgehäuse
- Welcher Befestigungstyp? Standard ist Madenschrauben-Befestigung der Welle. Glattwelle ohne Passfeder → UK-Serie mit Spannhülse. Häufige Demontage → S-Serie SY mit Exzenterspannring
