Flanschlager-Gehäuseeinheiten U-Serie
Die U-Serie ist mit 474 Einheiten die größte Gruppe im HUG-Gehäuseprogramm – und die einzige, in der sechs Hersteller nach demselben Bezeichnungssystem liefern. Wer das Kürzel lesen kann, erkennt daran zwei Dinge: wie das Lager auf der Welle sitzt und welche Form der Flansch hat.Technische Infos
Inhalt im Überblick
Das Kürzel lesen
Eine Bezeichnung wie UCFL 205 besteht aus drei Teilen, und jeder beantwortet eine eigene Frage. Der vordere Teil sagt, wie das Lager auf der Welle befestigt wird. Der mittlere Teil beschreibt die Flanschform. Die Zahl am Ende gibt die Baugröße an.| Teil | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Befestigung | UC | Gewindestifte im Innenring |
| UEL | Exzenterring | |
| UK | kegelige Bohrung mit Spannhülse | |
| Flanschform | F | quadratisch, vier Löcher |
| FL | oval, zwei Löcher | |
| FC | rund, vier Löcher | |
| Baugröße | 205 | Lagergröße, hier 25 mm Wellenbohrung |
Gewindestifte, Exzenterring oder Spannhülse
Die Art der Wellenbefestigung ist die wichtigste Entscheidung, weil sie über die Belastbarkeit und über die Montage bestimmt.- Gewindestifte (UC). Zwei Madenschrauben im überstehenden Innenring klemmen direkt auf der Welle. Das ist die häufigste Variante, einfach zu montieren und für beide Drehrichtungen geeignet. Bei HUG umfasst sie mit UCF, UCFL und UCFC allein 276 Einheiten.
- Exzenterring (UEL). Ein aufgesetzter Ring wird gegen den Innenring verdreht und klemmt sich fest. Der Sitz ist bei einer Drehrichtung besonders sicher, weil das Antriebsmoment den Ring zusätzlich anzieht. Die Montage geht schnell und ohne Schlüsselgefühl für ein Anzugsmoment.
- Spannhülse (UK). Das Lager hat eine kegelige Bohrung und wird über eine Spannhülse auf glatter Welle verspannt. Diese Variante zentriert am genauesten und überträgt die höchste Axialkraft.
Quadratisch, oval oder rund
Die Flanschform folgt derselben Logik wie bei den Einzelgehäusen und richtet sich nach der Anschlusskonstruktion. Der quadratische Vierlochflansch der F-Reihen ist mit 122 UCF-Einheiten die stärkste Gruppe im Sortiment. Vier Schrauben im Rechteck nehmen Kippmomente am besten auf und sind die Standardwahl, wenn die Last einseitig angreift oder wechselt. Der ovale Zweilochflansch der FL-Reihen folgt mit 91 UCFL-Einheiten. Er baut schmaler und passt dort, wo der Rahmen keine vier Schrauben hergibt, nimmt dafür aber weniger Moment auf. Der runde Vierlochflansch der FC-Reihen ist mit 63 UCFC-Einheiten die dritte Gruppe. Er sitzt in einer Aufnahmebohrung und lässt sich in beliebigem Winkel ausrichten, solange das Lochbild passt – praktisch, wenn die Position des Schmiernippels nach dem Einbau noch gedreht werden soll. Wer dieselbe Lagerstelle stehend statt am Flansch ausführen will, findet die Entsprechung bei den Stehlager-Gehäusen. Für Nass- und Hygienebereiche lohnt zusätzlich der Blick auf die nichtrostenden Lager, die zu den Edelstahlausführungen dieser Serie passen.Sechs Hersteller, ein System
Das Besondere an dieser Kategorie ist die Herstellervielfalt. Bei HUG liefern SNR mit 145 Einheiten, NTN mit 133 und NSK mit 124 den Hauptteil, dazu kommen ZEN, FAG und die HUG-Eigenmarke. Weil alle nach demselben Bezeichnungsschema arbeiten, ist ein UCF 208 des einen Herstellers in Hauptmaßen und Anschlussbild mit dem UCF 208 eines anderen vergleichbar. Das erleichtert die Ersatzteilbeschaffung erheblich: Wo eine Marke nicht lieferbar ist, springt eine andere ein, ohne dass die Konstruktion angefasst werden muss. Einschränken muss man das an zwei Stellen. Zusätze wie D1, W3 oder N hinter der Grundbezeichnung sind herstellerspezifisch und beschreiben Dichtung, Fettsorte oder Ausführungsdetails – sie lassen sich nicht eins zu eins übersetzen. Und bei Toleranzen, Dichtungsgüte und Fettfüllung gibt es Unterschiede, die sich in Lebensdauer und Laufruhe bemerkbar machen. Bei der Zuordnung eines Ersatztyps hilft unsere technische Beratung weiter.FAQ zur U-Serie
- Was bedeutet UCF, UCFL und UCFC? Alle drei sind Flanschlagereinheiten mit Gewindestift-Befestigung; der Unterschied liegt in der Flanschform. UCF hat einen quadratischen Flansch mit vier Löchern, UCFL einen ovalen mit zwei und UCFC einen runden mit vier. Die Zahl dahinter gibt die Baugröße an, etwa UCF 205 für eine 25-mm-Welle.
- Was ist der Unterschied zwischen UC, UEL und UK? Die Art, wie das Lager auf der Welle sitzt. UC klemmt über zwei Gewindestifte im Innenring, UEL über einen Exzenterring und UK über eine Spannhülse bei kegeliger Lagerbohrung. Gewindestifte und Exzenterring sind einfacher zu montieren, die Spannhülse zentriert genauer und trägt axial mehr.
- Welche Axialkraft hält eine UC-Einheit aus? Bei Befestigung mit Gewindestiften oder Exzenterring nehmen die Lager Axialkräfte bis etwa 20 Prozent der dynamischen Tragzahl auf. Bei Spannhülsenbefestigung richtet sich die Belastbarkeit nach dem Anzugsmoment der Spannhülsenmutter. Für Lagerstellen mit nennenswerter Axiallast ist deshalb die UK-Variante die belastbarere Wahl.
- Ist ein UCF 208 von verschiedenen Herstellern austauschbar? In Hauptmaßen und Anschlussbild in der Regel ja, weil alle Hersteller nach demselben Bezeichnungssystem arbeiten. Unterschiede gibt es bei Toleranzen, Dichtung und Fettfüllung sowie bei den herstellerspezifischen Zusätzen wie D1 oder W3. Für einen reinen Ersatzfall reicht die Grundbezeichnung meist aus.
- Wofür steht das S am Anfang, etwa bei SUCF? Für die Ausführung aus nichtrostendem Stahl. Diese Einheiten sind für feuchte Umgebungen, Waschbereiche und die Lebensmittelverarbeitung gedacht, wo ein Graugussgehäuse rosten würde. Bei besonders aggressiven Reinigungsbedingungen lohnt zusätzlich der Blick auf Thermoplastgehäuse.
- Welche Baugröße brauche ich? Die Zahl folgt der Lagergröße und damit dem Wellendurchmesser: 204 steht für 20 mm, 205 für 25 mm, 208 für 40 mm. Gemessen wird also an der Welle, nicht am Flansch. Passt der Wellendurchmesser, ist im zweiten Schritt das Lochbild der Anschlusskonstruktion zu prüfen.
- Muss ich das Lager separat bestellen? Nein. Anders als beim reinen Gehäuse ist bei der Gehäuseeinheit das Lager bereits eingebaut, gefettet und abgedichtet. Die Einheit wird als Ganzes montiert. Wer Lagerart, Dichtung und Fett selbst bestimmen will, greift stattdessen zum Einzelgehäuse und wählt das Lager dazu.
- Wie wird nachgeschmiert? Über den Schmiernippel am Gehäuse mit einem Wälzlagerfett. Das Fett gelangt über eine Nut zum Lageraußenring. Intervall und Menge hängen von Drehzahl, Last und Umgebung ab – bei Staub oder Feuchtigkeit lieber häufiger und in kleineren Mengen nachfetten.
- Was bedeuten Zusätze wie D1, W3 oder N? Sie sind herstellerspezifisch und beschreiben Ausführungsdetails wie Dichtungsart, Fettsorte oder Sonderausstattung. Zwischen den Marken lassen sie sich nicht eins zu eins übersetzen. Beim Nachbestellen eines identischen Teils gehören sie mit auf die Bestellung; beim Umstieg auf einen anderen Hersteller sollte die Ausführung abgeglichen werden.
U-Einheiten bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der U-Serie liegen 474 Flanschlager-Gehäuseeinheiten ab Lager – von SNR, NTN, NSK, ZEN, FAG und aus der HUG-Eigenmarke, in allen drei Flanschformen und allen drei Befestigungsarten. Passend dazu:- Spannhülsen – für die UK-Ausführungen mit kegeliger Lagerbohrung.
- Flanschlager-Gehäuse – wenn Gehäuse und Lager getrennt gewählt werden sollen.
- Stehlager-Gehäuse – dieselbe Lagerstelle als stehende Fußmontage statt Flanschanbau.
- Niro-Rillenkugellager – nichtrostende Lager für Nass- und Hygienebereiche.
