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Flanschlager-Gehäuse F-Serie

Hinter dem Buchstaben F stecken zwei grundverschiedene Baureihen: die dreieckigen FAG-Gehäuse der Reihe F5 für Lager mit Spannhülse und die quadratischen SNR-Gehäuse der Reihe F2 für Y-Lager. HUG Technik führt in dieser Kategorie 30 Gehäuse – 17 von FAG und 13 von SNR. Wer die beiden Reihen auseinanderhält, findet in zwei Schritten das passende Gehäuse.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Zwei Baureihen unter einem Buchstaben

Die dreistellige Typennummer entscheidet: F5xx sind dreieckige FAG-Gehäuse mit drei Befestigungslöchern für Lager mit kegeliger Bohrung und Spannhülse, F2xx sind quadratische SNR-Gehäuse mit vier Befestigungslöchern für Y-Lager mit sphärischem Außenring. Der Buchstabe F steht in beiden Fällen für die Flanschbauform, also für ein Gehäuse, das senkrecht zur Wellenachse an eine Wand oder ein Maschinengestell geschraubt wird. Darüber hinaus haben die beiden Reihen konstruktiv wenig gemeinsam – sie unterscheiden sich in der Flanschform, in der Lochzahl, in der Gehäusebohrung und vor allem in der Frage, wie das Lager auf der Welle befestigt wird.
MerkmalFAG F5xxSNR F2xx
Flanschformdreieckigquadratisch
Befestigungslöcher34
Gehäusebohrungzylindrisch, mit Sitz für Spannhülsehohlkugelig
Lagerbefestigungkegelige Lagerbohrung auf SpannhülseY-Lager mit sphärischem Außenring
Bei HUG geführtF505 bis F522, 17 ArtikelF203 bis F216, 13 Artikel
Praktisch heißt das: Ein F508 und ein F208 sind keine Größenvarianten derselben Sache, sondern zwei verschiedene Konstruktionen. Wer eine bestehende Lagerstelle ersetzt, übernimmt deshalb die vollständige Typenbezeichnung vom Altteil und nicht nur die letzten beiden Ziffern.

FAG F5 – dreieckig, für Lager mit Spannhülse

Die Baureihe F5 von FAG ist ein ungeteiltes Graugussgehäuse mit dreieckiger Form und drei Befestigungsbohrungen. Der Werkstoff ist Gusseisen EN-GJL-HB215 nach DIN EN 1561, die Gehäuse sind ab Werk in RAL 7031 blaugrau grundiert. Aufgenommen werden Lager mit kegeliger Bohrung, die über eine Spannhülse auf einer glatten Welle verspannt werden. Damit sind drei Lagerbauarten möglich:
  • Pendelkugellager – die leichteste Variante, gut geeignet für lange, durchbiegende Wellen bei mäßiger Last.
  • Pendelrollenlager – deutlich höhere Tragzahl, die übliche Wahl bei Schwerlast und Stoßbelastung.
  • Tonnenlager – für Lagerstellen mit besonders großem Winkelausgleich.
Abgedichtet wird mit Filzdichtungen, die eine Wellenschiefstellung bis 0,5 Grad mitmachen. Die Buchstaben hinter der Typennummer beschreiben die Abdichtung: Die Ausführung A ist einseitig geschlossen und sitzt am Wellenende, die Ausführung B ist beidseitig offen und für durchgehende Wellen gedacht. Ein vorangestelltes W wie in WA oder WB kennzeichnet die Variante für das breitere Lager. Der Wellendurchmesserbereich der Baureihe reicht von 20 bis 100 mm. Im HUG-Sortiment liegen die Größen F505 bis F522, das kleinste Gehäuse F505 für eine 20-mm-Welle, das größte F517 für 75 mm.

SNR F2 – quadratisch, für Y-Lager

Die Reihe F2 von SNR ist das klassische quadratische Flanschlagergehäuse aus Grauguss mit vier Durchgangsbohrungen im Rechteck. Die Gehäusebohrung ist hohlkugelig ausgeführt: Sie nimmt ein Lager mit sphärischem Außenring auf, das sich darin selbst ausrichtet und Fluchtungsfehler zwischen Lagerstelle und Welle ausgleicht. Die vier Schrauben im Rechteck geben dieser Bauform die höchste Kippsteifigkeit unter den Flanschgehäusen – ein Vorteil überall dort, wo die Last einseitig angreift oder wechselt. Eingesetzt wird sie für durchgehende Wellen im allgemeinen Maschinenbau, in Förderanlagen, Pumpen- und Ventilatoraggregaten sowie in der Landtechnik. Passend sind Einbaulager der Größen 203 bis 216, also Rillenkugellager mit kugeligem Außenring. Die Zuordnung läuft über den Außendurchmesser des Lagers, nicht über die Welle: Ein UC204 misst 47 mm außen und sitzt auf einer 20-mm-Welle, ein UC216 misst 140 mm außen bei 80 mm Wellenbohrung. HUG führt die Gehäuse F203 bis F216 und deckt damit Lagersitze von 40 bis 140 mm ab. Anders als bei den Gehäuseeinheiten ist das Lager hier nicht enthalten. Wer das fertige Paket aus Gehäuse und vormontiertem Lager sucht, wird bei den Flanschlager-Gehäuseeinheiten fündig.

Welche Reihe für welche Lagerstelle

Drei Fragen führen zur Entscheidung.
  • Wie wird das Lager auf der Welle befestigt? Sitzt dort eine Spannhülse auf glatter Welle, ist es ein F5-Gehäuse von FAG. Wird ein Einbaulager mit Stellringen oder Gewindestiften geklemmt, gehört es in ein F2-Gehäuse von SNR.
  • Wie hoch ist die Last? Pendelrollenlager im F5-Gehäuse tragen deutlich mehr als ein Y-Lager im F2-Gehäuse. Bei Stoßlasten, großen Wellendurchmessern oder Dauerbetrieb unter Last führt der Weg zur F5-Reihe.
  • Wie viel Platz hat der Anschluss? Der Dreilochflansch der F5-Reihe braucht ein anderes Bohrbild als der quadratische Vierlochflansch. Bei einem Wechsel zwischen den Reihen muss die Anschlusskonstruktion neu gebohrt werden.
Wer bei quadratischen Vierlochgehäusen bleiben will, aber eine andere Marke sucht, findet in der FY-Serie von SKF die entsprechende Alternative. Für schwere Pendelrollenlager-Lagerstellen mit dreieckigem Flansch steht daneben die FN-Serie. Einen Überblick über alle neun Serien gibt die Übersichtsseite Flanschlager-Gehäuse.

FAQ zur F-Serie

  • Was bedeutet F bei Flanschlagergehäusen? Das F steht für die Flanschbauform – das Gehäuse wird senkrecht zur Wellenachse an eine Wand oder ein Maschinengestell geschraubt, im Unterschied zum Stehlager mit Fußmontage. Der Buchstabe allein sagt nichts über Hersteller oder Flanschform aus: Bei FAG bezeichnet F5 ein dreieckiges Dreilochgehäuse, bei SNR steht F2 für ein quadratisches Vierlochgehäuse.
  • Welches Lager passt in ein FAG F5-Gehäuse? Lager mit kegeliger Bohrung, die über eine Spannhülse auf der Welle verspannt werden: Pendelkugellager für leichtere Lasten, Pendelrollenlager für Schwerlast und Tonnenlager für großen Winkelausgleich. Ein Y-Lager mit sphärischem Außenring passt nicht, weil die Gehäusebohrung zylindrisch mit Spannhülsensitz ausgeführt ist und nicht hohlkugelig. Die Spannhülse gehört zur Bestellung dazu, sie ist im Gehäuse nicht enthalten.
  • Welches Lager passt in ein SNR F2-Gehäuse? Einbaulager der Größen 203 bis 216, also Rillenkugellager mit kugeligem Außenring. Die Zuordnung erfolgt über den Lager-Außendurchmesser und nicht über die Welle: F204 nimmt ein Lager mit 47 mm Außendurchmesser auf, F216 eines mit 140 mm. Der Wellendurchmesser ergibt sich erst aus dem gewählten Lager – beim UC204 sind es 20 mm, beim UC216 achtzig. Das Lager wird separat bestellt.
  • Was bedeuten die Zusätze A-L, B-L, WA-L und WB-L? Sie beschreiben die Abdichtung und die Lagerbreite bei den FAG-Gehäusen. A ist einseitig geschlossen und für Wellenenden gedacht, B ist beidseitig offen für durchgehende Wellen. Ein vorangestelltes W kennzeichnet die Ausführung für das breitere Lager – also WA für das geschlossene und WB für das offene Gehäuse. Beim Ersatz eines vorhandenen Gehäuses lohnt der Blick auf diesen Zusatz: Ein B-Gehäuse lässt sich nicht am Wellenende einsetzen, weil die zweite Seite offen bleibt.
  • Welchen Wellendurchmesser deckt die F-Serie ab? Die FAG-Baureihe F5 ist für Wellen von 20 bis 100 mm ausgelegt; im HUG-Sortiment liegen die Größen F505 für 20 mm bis F517 für 75 mm. Bei den SNR-Gehäusen richtet sich der Wellendurchmesser nach dem eingesetzten Einbaulager und reicht von 20 mm beim UC204 bis 80 mm beim UC216.
  • Aus welchem Werkstoff bestehen die Gehäuse? Beide Reihen sind aus Grauguss gefertigt. Die FAG-Baureihe F5 verwendet Gusseisen EN-GJL-HB215 nach DIN EN 1561 mit blaugrauer Grundierung in RAL 7031. Grauguss dämpft Schwingungen gut und ist für den klassischen Maschinenbau die übliche Wahl; für Hygiene- und Nassbereiche greift man stattdessen zu Thermoplastgehäusen.
  • Wie viel Wellenschiefstellung verträgt ein F5-Gehäuse? Die Filzdichtungen der FAG-Baureihe F5 lassen eine Schiefstellung der Welle bis 0,5 Grad zu. Der eigentliche Winkelausgleich passiert im Lager selbst – Pendelkugel-, Pendelrollen- und Tonnenlager sind darauf ausgelegt. Bei größeren Fluchtungsfehlern gehört die Lagerstelle konstruktiv überprüft, statt sie über die Dichtung auszugleichen.
  • Wie wird nachgeschmiert? Über den Schmiernippel am Gehäuse mit einem Wälzlagerfett. Das Intervall hängt von Drehzahl, Last und Temperatur ab. Bei staubiger oder feuchter Umgebung lieber häufiger und in kleineren Mengen nachschmieren, damit das austretende Fett den Dichtspalt sauber hält.
  • Kann ich ein F5- gegen ein F2-Gehäuse tauschen? Nicht ohne Anpassung. Die Bohrbilder unterscheiden sich – drei Löcher im Dreieck gegenüber vier im Rechteck –, und auch die Lagerbefestigung ist eine andere: hier Spannhülse auf glatter Welle, dort Einbaulager mit sphärischem Außenring. Ein Tausch bedeutet neue Bohrungen in der Anschlusskonstruktion und ein anderes Lager. Innerhalb einer Reihe ist der Ersatz dagegen unkritisch, solange Typennummer und Ausführungszusatz übereinstimmen.

F-Gehäuse bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. In der F-Serie liegen 30 Gehäuse ab Lager: 17 dreieckige Graugussgehäuse der FAG-Baureihe F5 in den Größen F505 bis F522 und 13 quadratische SNR-Gehäuse der Reihe F2 von F203 bis F216. Passend dazu: Was HUG ausmacht: Gehäuse, Lager und Spannhülsen kommen aus einer Hand, und bei der Zuordnung von Gehäusetyp, Lagerbauart und Hülsengröße hilft unsere technische Beratung weiter. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.