Spannlager-Gehäuseeinheiten US-Serie
Der Unterschied dieser Serie steckt in einem Detail, das man erst beim Ausbau sieht: Der Innenring steht nur auf einer Seite über, nicht auf beiden. Das spart Bauraum und macht die Einheit als Loslager verwendbar. HUG führt fünf US-Einheiten für Wellen von 25 bis 55 Millimetern.Zu Ihrem Experten für Spannlager-Gehäuseeinheiten US ..
Erwin Küfner
Technische Infos
Inhalt im Überblick
Ein Innenring, der nur auf einer Seite übersteht
Der Standardeinsatz einer Spannlagereinheit hat einen beidseitig verlängerten Innenring: Er steht links und rechts über den Außenring hinaus und bietet damit auf beiden Seiten Platz für die Gewindestifte und für zusätzliche Schleuderscheiben. Der US-Einsatz verzichtet auf eine dieser Seiten. Sein Innenring ist nur einseitig verlängert; die Gewindestifte sitzen im überstehenden Bund, die Gegenseite schließt bündig mit dem Außenring ab. Zwei Vorteile ergeben sich daraus unmittelbar:- Kürzere Baubreite – die Einheit trägt auf der Gegenseite nicht auf, was am Wellenende oder vor einer Nabe zählt.
- Freier Zugang – die bündige Seite lässt sich direkt an ein Bauteil legen, ohne dass der Innenringbund dazwischen sitzt.
Vier Einsatzbauformen in einem Raster
Die Kürzel der Lagereinsätze wirken willkürlich, folgen aber einem sauberen Raster aus zwei Merkmalen: der Form des Innenrings und der Art der Wellenklemmung.| Innenring | Gewindestifte | Exzenterring |
|---|---|---|
| beidseitig verlängert | UC | EX |
| einseitig verlängert | US | ES |
Loslager, Dichtung und Anzugsmomente
Ein Punkt hebt die US-Reihe von der breiten Standardausführung ab: Sie lässt sich laut Katalog als Loslager ausführen. Bei zwei Lagerstellen auf einer Welle nimmt dann eine Stelle die Axialkraft auf, während die andere Längenänderungen aus Wärmedehnung aufnimmt, ohne die Welle zu verspannen. Bei langen Wellen in Förderanlagen ist das keine Feinheit, sondern der Unterschied zwischen ruhigem Lauf und wandernden Lagerkräften. Die Gewindestifte im überstehenden Bund werden nach Gewindegröße angezogen: 3,5 Newtonmeter bei M5 mal 0,8, 5,5 bei M6 mal 1, 11,5 bei M8 mal 1, 22 bei M10 mal 1,25 und 33 bei M12 mal 1,25. Die Schlüsselweiten des Innensechskants liegen bei 2,5 bis 6 Millimetern. Weil beim schmalen Innenring beide Stifte auf derselben Seite sitzen, ist gleichmäßiges Anziehen besonders wichtig – ein einseitig angezogener Ring stellt sich schief. Die Dichtungen schmal bauender Einsätze sind auf diese Bauform abgestimmt: Ihre Dichtlippe ist axial vorgespannt statt radial, und die äußere Blechscheibe ist tief heruntergezogen, um die Lippe vor mechanischer Beschädigung zu schützen. Ersatzeinsätze für eine Reparatur führt das Sortiment unter Spannlager und Gehäuselager.Zwei Gehäuseformen im Sortiment
Hinter dem US steht der Gehäusetyp, und im Lager stehen zwei davon. UST setzt den schmalen Einsatz in ein Spannlagergehäuse aus Grauguss mit beidseitigen Führungsnuten und einer Aufnahme für Gewindestange und Mutter. Es läuft in einem Spannrahmen und wird verschoben, um ein Band nachzuspannen. Im Sortiment liegen die Größen 207, 210 und 211 für Wellen von 35, 50 und 55 Millimetern. USEHE setzt denselben Einsatz in ein Hängelagergehäuse aus Grauguss mit metrischem Befestigungsgewinde, das an einer Gewindestange hängt und in der Höhe justiert wird. Die Größen 205 und 208 decken 25 und 40 Millimeter Welle ab. Diese Gehäuseform wird auf der Seite UCE-Serie ausführlich behandelt. Beide Gehäuse sind aus Grauguss, passiviert und lackiert und über eine Gewindebohrung nachschmierbar. Die Kennziffer folgt in beiden Fällen dem üblichen Schema: letzte beiden Ziffern mal fünf gleich Wellendurchmesser, mit den Ausnahmen 01 für 12, 02 für 15 und 03 für 17 Millimeter.FAQ zur US-Serie
- Was unterscheidet einen US- von einem UC-Einsatz? Die Form des Innenrings. Beim UC-Einsatz steht er auf beiden Seiten über den Außenring hinaus, beim US-Einsatz nur auf einer. Der US-Einsatz baut dadurch schmaler und lässt sich als Loslager verwenden, verzichtet aber auf die zusätzlichen Schleuderscheiben vor den Dichtungen. Die Wellenbefestigung über Gewindestifte ist bei beiden gleich.
- Wann lohnt sich die schmale Bauform? Wenn der Innenringbund auf der Gegenseite stört – etwa direkt vor einer Nabe, einem Kettenrad oder an einem kurzen Wellenende. Auch bei beengten Rahmenkonstruktionen zählt jeder Millimeter Baubreite. Steht der Bauraum zur Verfügung, ist die breite Standardausführung wegen der Schleuderscheiben die robustere Wahl.
- Was bedeutet Loslagerausführung? Bei zwei Lagerstellen auf einer Welle übernimmt eine die Axialführung, die zweite muss Längenänderungen aus Wärmedehnung aufnehmen können. Für diese zweite Stelle ist der schmale Einsatz vorgesehen: Er wird nicht axial festgelegt, sodass sich die Welle frei ausdehnen kann, ohne die Lagerung zu verspannen.
- Wie fest werden die Gewindestifte angezogen? Nach Gewindegröße: 3,5 Newtonmeter bei M5 mal 0,8, 5,5 bei M6 mal 1, 11,5 bei M8 mal 1, 22 bei M10 mal 1,25 und 33 bei M12 mal 1,25. Beide Stifte werden wechselseitig und gleichmäßig angezogen. Weil sie beim schmalen Innenring auf derselben Seite sitzen, stellt sich der Ring bei ungleichem Anzug schief.
- Welchen Wellendurchmesser hat ein UST 210? 50 Millimeter. Die letzten beiden Ziffern mal fünf ergeben den Wellendurchmesser: 205 entspricht 25, 207 entspricht 35, 208 entspricht 40 und 211 entspricht 55 Millimetern. Nur die kleinen Größen weichen ab, dort steht 01 für 12, 02 für 15 und 03 für 17 Millimeter.
- Sind die Einheiten nachschmierbar? Ja. Beide Graugussgehäuse haben eine Gewindebohrung für den Schmiernippel, die ab Werk mit einem Kunststoffstopfen verschlossen ist; der Nippel liegt der Einheit lose bei. Nicht nachschmierbar sind dagegen die Varianten mit zylindrischem Außenring, die über Nut und Sicherungsring im Gehäuse festgelegt werden.
- Welche Temperaturen sind zulässig? Standardeinsätze arbeiten von minus 20 bis plus 100 Grad Celsius bei Lagerluft C3. Für höhere Temperaturen gibt es Ausführungen mit Hochtemperaturfett bis plus 200 Grad Celsius, für tiefe Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius. Beide tragen ein eigenes Nachsetzzeichen hinter der Grundbezeichnung und werden mit Lagerluft C4 gefertigt.
- Woraus bestehen Einsatz und Gehäuse? Innenring, Außenring und Kugeln aus gehärtetem Wälzlagerstahl 100 Cr6, der Käfig zweiteilig genietet aus Stahlblech, die Dichtungen aus Nitrilkautschuk auf verzinktem Stahlblech. Die Gehäuse sind Grauguss, passiviert und lackiert. Für dauernd nasse oder chemisch belastete Umgebungen gibt es Ausführungen aus nichtrostendem Stahl.
- Wie viel Axialkraft nimmt die Einheit auf? Die Gewindestiftklemmung ist für Radiallast ausgelegt. Soll die Einheit axial tragen, wird der Innenring gegen eine Wellenschulter gesetzt und gesichert; dann sind bis zum 0,5-fachen der statischen radialen Tragzahl möglich. Wird die Einheit dagegen bewusst als Loslager eingesetzt, darf sie axial gar nicht festgelegt werden.
US-Einheiten bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der US-Serie liegen fünf Einheiten von SNR ab Lager – drei als Spanngehäuseeinheit UST und zwei als Hängelagereinheit USEHE, für Wellen von 25 bis 55 Millimetern. Passend dazu:- E-Serie – derselbe schmale Innenring, aber mit Exzenterring geklemmt.
- UCT-Serie – die breite Standardausführung mit Schleuderscheiben.
- Stehlager-Gehäuseeinheiten US – der schmale Einsatz im Fußgehäuse.
- Spannlager und Gehäuselager – der Einsatz einzeln als Ersatzteil.
