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Spannlager-Gehäuseeinheiten P-Serie

Wer diese Bezeichnungen einmal entschlüsselt hat, liest aus PTUEY35 in Sekunden die komplette Ausführung ab: Dichtung, Gehäuseform, Wellenklemmung und Wellendurchmesser stehen alle darin. HUG führt 26 Einheiten dieser Reihe für Wellen von 20 bis 60 Millimetern.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Die Bezeichnung lesen

Anders als bei den international verbreiteten UC-Bezeichnungen steckt hier kein Größencode in der Zahl, sondern der Wellendurchmesser selbst: PTUE35 gehört auf eine 35-Millimeter-Welle, PTUE60 auf eine 60er. Der Buchstabenteil davor zerfällt in drei Blöcke.
PositionBedeutungBeispiele
erster BuchstabeDichtungsform des SpannlagersP, R, T, L
MittelteilGehäusebauformTUE, HE, SFT
angehängtes YGewindestifte statt ExzenterspannringPTUEY, PHEY
ZahlWellendurchmesser in Millimetern20 bis 60
Der erste Buchstabe wird oft für eine Baureihenkennung gehalten, ist aber die Dichtung. Die Maßtabellen des Katalogs zeigen es eindeutig: PTUE arbeitet mit dem Spannlager GRAE und dessen Dichtung NPP, die identisch gebaute Einheit RTUE mit dem Spannlager GE und dessen Dichtung KRR. Gehäuse und Maße sind bei beiden gleich – nur das eingebaute Lager unterscheidet sich. Das Y am Ende ist die zweite verlässliche Regel: mit Y Gewindestifte im Innenring, ohne Y Exzenterspannring. PTUE45 klemmt also über einen Exzenterring, PTUEY35 über zwei Gewindestifte. Die Gehäuseform bleibt dieselbe. Wie sich die Serie ins Programm einordnet, zeigt die Übersicht Spannlager-Gehäuseeinheiten.

Die P-Dichtung und ihre Aufgabe

Vier Dichtungsformen stehen im Programm, und sie sind nicht gegeneinander austauschbar, sondern jeweils an eine Lagerbauform gekoppelt.
  • P-Dichtung – zwei verzinkte Stahlblechscheiben mit NBR-Teil dazwischen, Dichtlippe axial vorgespannt, äußere Blechscheibe tief heruntergezogen. Sie ist für schmal bauende Spannlager mit einseitig verbreitertem Innenring vorgesehen.
  • R-Dichtung – nach außen abgewinkelte Blechscheiben, radial vorgespannte Dichtlippe, größerer Fettraum. Für Spannlager mit beidseitig verbreitertem Innenring.
  • T-Dichtung – drei radial vorgespannte Dichtlippen gegen extrem starke Verschmutzung, dafür niedrigere Drehzahlen durch die höhere Reibung.
  • L-Dichtung – Labyrinthdichtung, für höhere Temperaturen und geringere Reibung.
Die axiale Vorspannung der P-Lippe ist der Punkt, der die Bauform charakterisiert: Sie drückt gegen eine Stirnfläche statt gegen den Umfang und kommt deshalb mit der kürzeren Innenringschulter des schmalen Lagers aus. Die tief heruntergezogene äußere Blechscheibe schützt die Lippe zusätzlich vor mechanischer Beschädigung – etwa vor Schüttgut, das gegen die Lagerstelle prallt. Für dauerhaft stark verschmutzte Umgebungen ist die T-Dichtung die bessere Wahl, für hohe Temperaturen die L-Dichtung. Die Einheiten mit R- und T-Dichtung und Führungsnut führt die RTU-Serie, die mit Führungsfläche die RHE-Serie.

PSFT – winkeleinstellbar statt verschiebbar

Drei Artikel der Serie tragen die Gehäuseform SFT, und sie fallen aus dem Rahmen des übrigen Spanngehäuseprogramms. Während TUE- und HE-Gehäuse für lineare Verschiebewege gebaut sind, führt der Katalog die SFT-Bauform als winkeleinstellbar und ordnet sie der Zeile „für Linearbewegungen oder Schwenkbewegungen" zu. Praktisch bedeutet das eine flache, plattenartige Gehäuseform mit zwei Befestigungsbohrungen statt Führungsnuten. Die Lagerstelle wird nicht in einer Nut geführt, sondern um einen Punkt geschwenkt – typisch für Spannarme, Umlenkhebel und Zugvorrichtungen, bei denen sich die Achse auf einem Kreisbogen bewegt statt geradlinig. Die Bauform gibt es ausschließlich mit P-Dichtung und Exzenterspannring; eine Y-Variante mit Gewindestiften führt der Katalog für SFT nicht im Standardprogramm. Im Sortiment liegen die Größen 20, 30 und 35 Millimeter. Das passende Einzelgehäuse ohne Lager steht unter Spannlager-Gehäuse SFT.

Korrosionsschutz und Nachschmierung

Ein Teil der Artikel trägt das Nachsetzzeichen FA125. Es kennzeichnet die korrosionsbeständige Ausführung mit Corrotect-Beschichtung – ein dünner galvanischer Überzug, der Innenringe und Spannringe vor Passungsrost schützt. Für Anlagen mit Feuchtigkeit, Kondenswasser oder gelegentlicher Reinigung ist das der pragmatische Mittelweg zwischen Standardstahl und einer Vollausführung aus nichtrostendem Stahl. Weitere Nachsetzzeichen derselben Systematik:
  • FA164 – Hochtemperaturausführung bis plus 250 Grad Celsius.
  • FA106 – besonders geräuschgeprüftes Lager.
  • OSE – Lager ohne Spannelement, also ohne Exzenterspannring.
Nachgeschmiert wird über eine Schmiernut und eine Schmierbohrung im Gehäuse, ausgelegt für handelsübliche Kegelschmiernippel nach DIN 71412. Beim M6-Nippel gilt ein maximales Anziehdrehmoment von 6 Newtonmetern – mehr reißt das Gewinde im Guss aus. Der Gehäusewerkstoff ist Gusseisen nach DIN EN 1561, auf Anfrage Sphäroguss nach DIN EN 1563. Die Betriebstemperatur der Einheiten liegt bei minus 20 bis plus 100 Grad Celsius, kurzzeitige Spitzen bis plus 120 Grad Celsius sind zulässig. Ersatzlager für die Einheiten stehen unter Spannlager und Gehäuselager.

FAQ zur P-Serie

  • Wofür steht das P am Anfang? Für die Dichtungsform des eingebauten Spannlagers, nicht für die Baureihe. P bezeichnet die Dichtung mit axial vorgespannter Lippe und Nachsetzzeichen NPP. Dieselben Gehäuse gibt es mit R-Dichtung, mit T-Dichtung für starke Verschmutzung und mit L-Labyrinthdichtung für höhere Temperaturen; die Gehäusemaße bleiben dabei identisch.
  • Was bedeutet ein angehängtes Y? Gewindestifte im Innenring statt Exzenterspannring. PTUE45 klemmt über einen Exzenterring, PTUEY35 über zwei Gewindestifte. Die Regel gilt durchgängig für die gesamte Reihe. Gehäuse, Anschlussmaße und Wellendurchmesser bleiben bei beiden Varianten gleich – nur das eingesetzte Spannlager wechselt.
  • Ist die Zahl der Wellendurchmesser? Ja. Anders als bei den 200er-Bezeichnungen des UC-Systems steht hier der Wellendurchmesser direkt in der Bezeichnung: PTUE35 gehört auf eine 35-Millimeter-Welle, PHE45 auf eine 45er. Eine Umrechnung über den Faktor fünf ist nicht nötig und würde zu falschen Ergebnissen führen.
  • Was unterscheidet die Gehäuseformen TUE, HE und SFT? Die Art der Führung. TUE hat beidseitig Führungsnuten und eine Bohrung für die Gewindestange, HE hat beidseitig Führungsflächen und eine Gewindebohrung, SFT ist winkeleinstellbar und für Schwenkbewegungen ausgelegt. Alle drei sind einteilige Graugussgehäuse mit hohlkugeliger Aufnahmebohrung.
  • Wann ist die winkeleinstellbare Bauform sinnvoll? Wenn sich die Lagerstelle nicht geradlinig, sondern auf einem Kreisbogen bewegt – etwa an einem Spannarm, einem Umlenkhebel oder einer schwenkbaren Zugvorrichtung. Für lineare Verschiebewege bleiben die Gehäuse mit Führungsnut oder Führungsfläche die richtige Wahl, weil sie die Welle dabei in der Spur halten.
  • Was bedeutet das Nachsetzzeichen FA125? Es kennzeichnet die korrosionsbeständige Ausführung mit Corrotect-Beschichtung. Innenringe und Spannringe sind damit gegen Passungsrost geschützt. Weitere Zeichen derselben Systematik sind FA164 für die Hochtemperaturausführung bis plus 250 Grad Celsius, FA106 für besonders geräuschgeprüfte Lager und OSE für Lager ohne Spannelement.
  • Wie wird nachgeschmiert? Über eine Schmiernut und eine Schmierbohrung im Graugussgehäuse, ausgelegt für Kegelschmiernippel nach DIN 71412. Beim Nippel mit M6-Gewinde liegt das maximale Anziehdrehmoment bei 6 Newtonmetern. Nachgefettet wird in kleinen Mengen; überschüssiges Fett erhöht die Lagertemperatur, statt die Gebrauchsdauer zu verlängern.
  • Welche Axialkraft nimmt das Gehäuse auf? Radial nehmen die Graugussgehäuse dieselbe Belastung auf wie das eingebaute Spannlager. Axial ist die Tragfähigkeit auf das 0,5-fache der statischen radialen Tragzahl begrenzt. Bei Stoßbelastung sind zusätzliche Sicherheitsfaktoren zu berücksichtigen; im Zweifel gehört die Lagerstelle nachgerechnet.
  • Kann ich eine P-Einheit gegen eine R-Einheit tauschen? Maßlich ja, weil Gehäuse und Anschlussmaße identisch sind. Zu prüfen ist der Einsatzfall: Die P-Ausführung gehört zum schmal bauenden Lager, die R-Ausführung zum Lager mit beidseitig verbreitertem Innenring und größerem Fettraum. Bei starker Verschmutzung ist die T-Ausführung die haltbarere Variante.

P-Einheiten bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der P-Serie liegen 26 Spanngehäuseeinheiten von INA ab Lager – in den Gehäuseformen TUE, HE und SFT, mit Exzenterspannring und als Y-Variante mit Gewindestiften, für Wellen von 20 bis 60 Millimetern. Passend dazu: Was HUG ausmacht: das komplette Spanngehäuseprogramm eines Herstellers in allen Dichtungs- und Klemmvarianten, dazu Beratung beim Entschlüsseln vorhandener Bezeichnungen. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.