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Spannlager-Gehäuseeinheiten RTU-Serie

Diese Reihe deckt den größten Wellenbereich des gesamten Spannlagerprogramms ab: von 20 bis 120 Millimetern, in einer einzigen Gehäusebauform. HUG führt 27 dieser Graugusseinheiten mit beidseitigen Führungsnuten ab Lager.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Führungsnut und durchgesteckte Gewindestange

Der Katalog beschreibt diese Bauform mit vier Merkmalen: Graugussgehäuse, beidseitig Führungsnuten, Bohrung für Gewindestange, Exzenterspannring. Jedes davon hat eine praktische Folge.
  • Einteiliger Grauguss – das Gehäuse ist nicht geteilt und nimmt radial dieselbe Last auf wie das eingebaute Spannlager. Werkstoff ist Gusseisen nach DIN EN 1561, auf Anfrage Sphäroguss nach DIN EN 1563.
  • Beidseitige Führungsnuten – die Rahmenschenkel greifen in die Nut ein. Das Gehäuse kann seitlich nicht aus der Führung austreten, auch nicht bei schräg angreifender Bandkraft.
  • Bohrung für Gewindestange – die Spannstange wird durchgesteckt und beidseitig mit Muttern gekontert, statt in eine Gewindebohrung eingeschraubt zu werden. Der Verstellweg ist dadurch nur durch die Stangenlänge begrenzt.
  • Exzenterspannring – die Welle wird umlaufend geklemmt und behält ihre Oberfläche. Die Ausführung mit Gewindestiften trägt ein angehängtes Y.
Diese Kombination ist die klassische Spannstelle am Ende eines Förderbands: Beide Lagerstellen der Umlenktrommel laufen in je einem Rahmen und werden über die Gewindestangen gleichmäßig nachgezogen. Die Variante mit ebenen Führungsflächen und Gewindebohrung führt die RHE-Serie, die Übersicht aller Bauformen die Seite Spannlager-Gehäuseeinheiten.

Die Nutbreite je Baugröße

Beim Ersatz einer Einheit im vorhandenen Rahmen entscheidet nicht die Lagergröße, sondern die Nut. Die Katalogtabelle führt die Nutbreite als eigenes Maß im Toleranzfeld H13 – sie ist also eng auf den Rahmenschenkel abgestimmt und nicht beliebig.
WelleGehäuseGehäuselängeNutbreite (H13)
20 mmTUE 0494,5 mm12 mm
25 mmTUE 0598,5 mm12 mm
30 mmTUE 06114,5 mm12 mm
35 mmTUE 07131,5 mm12 mm
40 / 45 mmTUE 08 / 09141 mm16 mm
50 mmTUE 10148 mm16 mm
55 mmTUE 11169 mm22 mm
60 mmTUE 12186 mm22 mm
65 / 70 / 75 mmTUE 13 / 14 / 15214 mm25 mm
80 mmTUE 16230 mm28 mm
90 mmTUE 18275 mm28 mm
100 mmTUE 20295 mm28 mm
120 mmTUE 24345 mm32 mm
Aus der Tabelle lassen sich zwei Dinge ablesen. Erstens bleibt die Nutbreite über mehrere Baugrößen konstant – von 20 bis 35 Millimetern Welle durchgehend 12 Millimeter, von 80 bis 100 Millimetern durchgehend 28. Ein Wechsel innerhalb einer solchen Gruppe lässt den Rahmen unverändert; nur der Anschlag für die Gehäuselänge wandert. Zweitens wächst die Gehäuselänge deutlich schneller als die Nutbreite. Von der kleinsten zur größten Einheit vervierfacht sich die Länge, während die Nut nur um gut das Zweieinhalbfache zunimmt. Wer eine Anlage von 50 auf 80 Millimeter Welle aufrüstet, braucht deshalb fast immer einen neuen Rahmen. Die passenden Einzelgehäuse ohne Lager stehen unter Spannlager-Gehäuse TUE.

Die schwere Reihe mit dem Zusatz O

Ein angehängtes O hinter der Gehäusekennung markiert die schwere Reihe. Sie nutzt dasselbe Führungsprinzip, aber ein größeres Lager und einen deutlich massiveren Gusskörper. Der Katalog führt sie mit einem eigenen Spannlagertyp. Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt der Vergleich bei gleichem Wellendurchmesser: Die Standardeinheit für 80 Millimeter Welle wiegt rund 8,4 Kilogramm, die Einheit der schweren Reihe rund 17,25 Kilogramm. Das ist mehr als eine Verdopplung – und ein direkter Hinweis darauf, dass Gehäusequerschnitt und Lagergröße nicht nur geringfügig zunehmen. Sinnvoll ist die schwere Reihe, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:
  • Hohe Bandzugkraft – die berechnete Lebensdauer wird mit der Standardreihe nicht erreicht.
  • Stoßbelastung – etwa beim Aufgeben von Schüttgut direkt über der Umlenktrommel.
  • Lange Standzeiten ohne Wartungsfenster – das größere Lager läuft bei gleicher Last mit größerer Sicherheit.
Der Wechsel auf die schwere Reihe ist kein reiner Lagertausch: Nutbreite, Gehäuselänge und Bauhöhe ändern sich mit. Ersatzlager für beide Reihen führt das Sortiment unter Spannlager und Gehäuselager.

Sonderbezeichnungen richtig lesen

Drei Zusätze tauchen im Sortiment auf und werden regelmäßig falsch gedeutet. Das angehängte Y steht für Gewindestifte im Innenring statt Exzenterspannring. Die Maßtabellen belegen es über das eingebaute Lager: Die Reihe ohne Y nutzt das Spannlager mit Exzenterring, die Reihe mit Y das Spannlager mit Gewindestiften. Gehäuse und Anschlussmaße bleiben identisch. Eine zweite Zahl nach Bindestrich, etwa in der Ausführung für 65 Millimeter Welle, benennt die zugrunde liegende Lagerbaugröße. Diese Einheit nutzt dieselbe Gehäuse- und Lagergröße wie die 70er-Ausführung, ist aber auf 65 Millimeter aufgebohrt. Alle Anschlussmaße sind laut Tabelle identisch – wer von 70 auf 65 Millimeter Welle wechselt, kann den Rahmen behalten. Weitere angehängte Kürzel kennzeichnen Sonderausführungen in Werkstoff, Beschichtung oder Schmierung. Sie sind nicht allgemein dokumentiert. Beim Ersatz gilt deshalb: die vollständige Bezeichnung vom Altteil übernehmen, nicht nur den Grundtyp. Die Systematik der Dichtungskennungen erklärt die P-Serie.

FAQ zur RTU-Serie

  • Welche Nutbreite hat meine Baugröße? 12 Millimeter bei Wellen von 20 bis 35, 16 Millimeter bei 40 bis 50, 22 Millimeter bei 55 und 60, 25 Millimeter bei 65 bis 75, 28 Millimeter bei 80 bis 100 und 32 Millimeter bei 120 Millimetern Welle. Die Nutbreite liegt im Toleranzfeld H13 und ist damit eng auf den Rahmenschenkel abgestimmt.
  • Ist die Zahl in der Bezeichnung der Wellendurchmesser? Ja. RTUE50 gehört auf eine 50-Millimeter-Welle, RTUE120 auf eine 120er. Eine Umrechnung wie bei den 200er-Bezeichnungen des UC-Systems entfällt. Die Gehäusekennung im Katalog folgt dagegen einem eigenen Raster von TUE04 bis TUE24 und ist nicht mit dem Wellenmaß identisch.
  • Was bedeutet das O in der Bezeichnung? Es kennzeichnet die schwere Reihe. Sie nutzt dasselbe Führungsprinzip, aber ein größeres Lager und einen massiveren Gusskörper. Bei 80 Millimetern Welle wiegt die Standardeinheit rund 8,4 Kilogramm, die schwere Reihe rund 17,25 Kilogramm. Nutbreite, Gehäuselänge und Bauhöhe ändern sich entsprechend mit.
  • Was bedeutet eine zweite Zahl wie in 65-214? Sie benennt die zugrunde liegende Lagerbaugröße. Die Einheit nutzt dieselbe Gehäuse- und Lagergröße wie die 70er-Ausführung, ist aber auf 65 Millimeter aufgebohrt. Alle Anschlussmaße bleiben laut Katalogtabelle identisch, sodass sich beide Ausführungen im selben Rahmen betreiben lassen.
  • Was unterscheidet die Bauform mit Nut von der mit Führungsfläche? Die Nut umschließt den Rahmenschenkel und hält das Gehäuse zusätzlich in Querrichtung. Die Führungsfläche liegt nur an. Der zweite Unterschied ist die Krafteinleitung: Bei der Nutbauform wird eine Gewindestange durchgesteckt und gekontert, bei der Flächenbauform eine Spindel direkt in eine Gewindebohrung geschraubt.
  • Wie weit reicht der Wellenbereich? Im Sortiment von 20 bis 120 Millimetern. Damit deckt diese Reihe den größten Bereich aller Spanngehäusebauformen ab. Die kleinen Größen bis 35 Millimeter Welle nutzen alle dieselbe Nutbreite von 12 Millimetern, sodass sich Anlagen in diesem Bereich mit einem Rahmentyp ausrüsten lassen.
  • Wie oft muss nachgefettet werden? Das hängt an Drehzahl, Last und Umgebung. Der Gusskörper bringt dafür Schmiernut und Bohrung für einen Kegelschmiernippel nach DIN 71412 mit. Dosiert wird sparsam, sonst steigt die Lagertemperatur. In staubiger Umgebung lohnt ein kürzeres Intervall, weil das austretende Fett den Dichtspalt freispült.
  • Welche Belastung nimmt das Gehäuse auf? Radial dieselbe wie das eingebaute Spannlager, dessen statische Tragzahl in den Maßtabellen angegeben ist. Axial ist die Tragfähigkeit der Graugussgehäuse auf das 0,5-fache der statischen radialen Tragzahl begrenzt. Bei Stoßbelastung sind zusätzliche Sicherheitsfaktoren anzusetzen.
  • Welche Temperaturen sind zulässig? Der Dauerbereich reicht von 20 Grad unter null bis 100 Grad darüber, kurze Spitzen sind bis 120 Grad erlaubt. Kommen Schutzkappen für ein freilaufendes Wellenende hinzu, sinkt die Obergrenze auf 80 Grad. Jenseits davon greift man zu Lagerausführungen mit Sonderfett und eigenem Nachsetzzeichen.

RTU-Einheiten bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der RTU-Serie liegen 27 Spanngehäuseeinheiten von INA ab Lager – mit Exzenterspannring, als Y-Ausführung mit Gewindestiften und einmal als schwere Reihe, für Wellen von 20 bis 120 Millimetern. Passend dazu: Was HUG ausmacht: der komplette Wellenbereich von 20 bis 120 Millimetern in einer Bauform und Beratung zur Frage, ob Standardreihe oder schwere Reihe zur Bandlast passt. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.