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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Rettungsmittel

Nach einem Sturz muss die im Gurt hängende Person sofort gerettet werden – sonst droht ein Hängetrauma. Rettungs- und Abseilgeräte nach EN 341 und EN 1496 ermöglichen das kontrollierte Ablassen und Anheben. HUG Technik und Sicherheit führt 89 Rettungsmittel von SKYLOTEC, geprüft durch eigene Sachkundige.

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Andreas Selwitschka

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Andreas Selwitschka

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Warum Rettungsmittel? Das Rettungskonzept nach DGUV 112-199

Kurz: Wer mit PSAgA arbeitet, muss nach DGUV Regel 112-199 ein Rettungskonzept haben. Die Rettung einer abgestürzten Person muss sofort und eigenständig möglich sein – ohne auf die Feuerwehr zu warten.

Ein Auffangsystem verhindert den Aufprall – aber danach hängt die Person im Gurt und kann sich oft nicht selbst befreien. Genau hier setzt das Rettungskonzept an: Nach DGUV Regel 112-199 (Retten aus Höhen und Tiefen) muss für jeden Arbeitsplatz mit Absturzgefahr vorab geplant sein, wie eine aufgefangene Person schnell gerettet wird. Das Warten auf die Feuerwehr ist keine zulässige Lösung, weil bis zum Eintreffen wertvolle Zeit vergeht. Deshalb gehören Rettungsmittel und unterwiesene Helfer zur Grundausstattung jedes Höhenarbeitsplatzes. Sie ergänzen die Auffanggurte und Höhensicherungsgeräte um die zweite, oft vergessene Hälfte der Sicherheit.

Hängetrauma – warum jede Minute zählt

Kurz: Ein Hängetrauma (orthostatischer Schock) kann nach etwa 20 Minuten bewegungslosen Hängens einsetzen – der genaue Zeitpunkt ist individuell sehr unterschiedlich. Es ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Rettung erfordert.

Beim regungslosen Hängen im Auffanggurt versackt das Blut in den Beinen, weil der Muskelpumpen-Rückfluss fehlt und die Gurtbänder die Venen abdrücken. Das Herz erhält zu wenig Blut, Gehirn und Organe werden unterversorgt – es kommt zum Hängetrauma, auch orthostatischer Schock genannt. Untersuchungen zeigen, dass das Hängetrauma bei optimal eingestelltem Gurt nach rund 20 Minuten einsetzen kann; nach einem Sturz mit Verletzung oder Schock oft deutlich früher. Da der kritische Zeitpunkt nicht sicher vorhersehbar ist, gilt: Die Rettung muss innerhalb von Minuten beginnen. Bei einer bewusstlosen hängenden Person ist sofort der Notruf abzusetzen (DGUV Information 204-011). Manche Auffanggurte und Sets enthalten eine Anti-Hängetrauma-Schlinge, mit der sich der Gestürzte selbst entlasten kann – sie ersetzt aber keine Rettung.

Geräte-Typen: Abseilgerät, Rettungshubgerät und Rettungsset

Kurz: Ein Abseilgerät (EN 341) lässt die Person nach unten ab. Ein Rettungshubgerät (EN 1496) kann sie zusätzlich anheben. Rettungsgurte (EN 1497) und Rettungsschlaufen (EN 1498) halten den Körper während der Rettung.

GerätNormFunktion
Abseilgerät zum RettenEN 341lässt die Person kontrolliert nach unten ab (Reibungsbremse)
RettungshubgerätEN 1496hebt die Person an und lässt sie ab (Kurbel) – z. B. aus Schächten
RettungsgurtEN 1497hält den ganzen Körper aufrecht während der Rettung
RettungsschlaufeEN 1498einfaches Körperhaltemittel zum schnellen Bergen
Abseilgerät für SeilzugangEN 12841-CAbstiegsgerät für die planmäßige Arbeit am Seil
Multifunktionsgeräte wie das SKYLOTEC MILAN 2.0 verbinden mehrere Funktionen: Abseilen, Anheben (HUB) und teils motorisches Aufholen (POWER). Für die Bergung über mehrere Stockwerke oder aus Schächten sind Geräte mit Hubfunktion (EN 1496) entscheidend, weil die Person zunächst angehoben werden muss, um sie aus dem Auffangsystem zu lösen.

Das richtige Rettungsgerät auswählen

Kurz: Entscheidend sind Rettungsrichtung (ablassen oder anheben), maximale Abseilhöhe und ob ein Helfer von oben oder die Person selbst rettet. Für Schächte braucht es ein Hubgerät, für Dach und Mast meist ein Abseilgerät.

Vier Fragen führen zum passenden Gerät:
  • Ablassen oder Anheben? Geht die Rettung nach unten, genügt ein Abseilgerät (EN 341). Muss die Person erst angehoben werden – etwa im Schacht, wo sie über der Rettungsöffnung hängt – braucht es ein Rettungshubgerät (EN 1496).
  • Welche Höhe? Die maximale Abseilhöhe des Geräts muss zur Arbeitshöhe passen; Geräte gibt es für wenige Meter bis über hundert Meter.
  • Fremd- oder Selbstrettung? Rettet ein Helfer von oben, vom Boden oder rettet sich der Anwender selbst? Davon hängt die Bedienlogik ab.
  • Schacht, Mast oder Dach? Für beengte vertikale Räume eignen sich Geräte in Kombination mit einem Dreibein aus der Kategorie Anschlagpunkte und Steigschutz.
Komplette Rettungssets bündeln Gerät, Seil, Karabiner und Tasche für einen definierten Rettungsfall – die unkomplizierte Lösung, wenn nicht für jeden Einzelfall geplant werden soll.

Prüfung und Schulung zur Höhenrettung

Kurz: Rettungsgeräte müssen jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden (DGUV Grundsatz 312-906). Die Anwender brauchen eine Unterweisung nach DGUV 112-199 (Retten aus Höhen und Tiefen).

Ein Rettungsgerät nützt nur, wenn die Helfer es im Ernstfall sicher bedienen. Deshalb schreibt die DGUV 112-199 neben der jährlichen Sachkundigen-Prüfung der Geräte auch die regelmäßige praktische Übung der Rettung vor. HUG bietet beides aus einer Hand: Mehrere Mitarbeiter sind als Sachkundige zertifiziert und prüfen Rettungs- und Abseilgeräte im Haus oder vor Ort. Die PSAgA Schulung zur Rettung (DGUV 112-199) vermittelt das Vermeiden von Hängetrauma und die praktische Rettung am echten Gerät. Termine direkt bei Andreas Selwitschka unter 0871 9741 056.

Hier geht es zur PSAgA Schulung!

FAQ zu Rettungs- und Abseilgeräten

  • Was ist ein Abseilgerät? Ein Abseilgerät nach EN 341 ist ein Rettungsgerät, mit dem sich eine Person kontrolliert von einem höheren zu einem tiefer gelegenen Ort ablassen kann – selbst oder durch einen Helfer. Eine Reibungsbremse begrenzt die Abseilgeschwindigkeit, sodass der Abstieg gleichmäßig und sicher bleibt. Abseilgeräte gehören zur persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz und werden im Rettungskonzept nach DGUV 112-199 eingeplant.
  • Was ist der Unterschied zwischen Abseilgerät und Rettungshubgerät? Ein Abseilgerät (EN 341) lässt die Person nur nach unten ab. Ein Rettungshubgerät (EN 1496) kann sie zusätzlich über eine Kurbel anheben. Das Anheben ist nötig, wenn die Person zuerst entlastet werden muss, um sie aus dem Auffangsystem zu lösen – typisch bei der Rettung aus Schächten und Behältern. Viele moderne Geräte wie das SKYLOTEC MILAN HUB vereinen beide Funktionen.
  • Warum ist ein Rettungskonzept Pflicht? Nach DGUV Regel 112-199 muss für jeden Arbeitsplatz mit Absturzgefahr vorab feststehen, wie eine aufgefangene Person gerettet wird. Grund ist das Hängetrauma: Eine bewegungslos im Gurt hängende Person ist akut gefährdet, und das Warten auf die Feuerwehr dauert oft zu lange. Das Konzept legt Geräte, Helfer und Ablauf fest und wird regelmäßig geübt.
  • Wie schnell muss nach einem Sturz gerettet werden? So schnell wie möglich, innerhalb von Minuten. Ein Hängetrauma kann nach etwa 20 Minuten bewegungslosen Hängens einsetzen, nach einem Sturz mit Verletzung oft früher. Da der kritische Zeitpunkt individuell schwankt, darf nicht abgewartet werden. Bei einer bewusstlosen hängenden Person ist sofort der Notruf abzusetzen und parallel die eigenständige Rettung einzuleiten.
  • Was ist ein Hängetrauma und wie beuge ich vor? Beim Hängetrauma (orthostatischer Schock) versackt beim regungslosen Hängen im Gurt das Blut in den Beinen, das Herz wird unterversorgt. Vorbeugen lässt sich durch sofortige Rettung, durch Bewegung der Beine (Entlasten der Venen) und durch eine Anti-Hängetrauma-Schlinge, mit der sich der Gestürzte aufstützen kann. Die Schlinge verschafft Zeit, ersetzt aber keine Rettung.
  • Welches Rettungsgerät brauche ich für Arbeiten im Schacht? Für Schächte und Behälter ist ein Rettungshubgerät nach EN 1496 erforderlich, meist in Kombination mit einem Dreibein über der Einstiegsöffnung. Die verunfallte Person muss zunächst angehoben werden, bevor sie über die Öffnung geborgen werden kann – ein reines Abseilgerät reicht hier nicht. Wichtig ist außerdem ein ausreichend langes Seil für die volle Schachttiefe.
  • Wie oft müssen Rettungsgeräte geprüft werden? Mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen nach DGUV Grundsatz 312-906, zusätzlich vor jedem Einsatz durch Sichtprüfung. Da Rettungsgeräte mechanische Bauteile und Seile enthalten, ist die Funktionsprüfung besonders wichtig. HUG übernimmt die Prüfung im Haus oder vor Ort und dokumentiert sie inklusive Terminüberwachung.
  • Müssen Helfer für die Höhenrettung geschult sein? Ja. Die DGUV 112-199 verlangt, dass die Rettung geübt wird und die Helfer das Gerät sicher bedienen können. Eine einmalige Beschaffung reicht nicht – ohne regelmäßige praktische Unterweisung ist ein Rettungsgerät im Ernstfall wertlos. HUG bietet die PSAgA Schulung zur Rettung am echten Gerät an, online oder inhouse.

Rettungs- und Abseilgeräte bei HUG – SKYLOTEC MILAN und GORDON

HUG Technik und Sicherheit führt 89 Rettungsmittel von SKYLOTEC: das Multifunktionsgerät MILAN 2.0 (auch als HUB mit Hubfunktion und als 2.0 POWER mit motorischem Aufholen) sowie das GORDON Pulley System als Flaschenzug-Rettungsset. Vom einfachen Abseilgerät bis zum Komplettset für die Schachtrettung ist jede Rettungsaufgabe abgedeckt. Passend dazu finden Sie im Cluster Absturzsicherung: Was HUG von reinen Händlern unterscheidet: zertifizierte Sachkundige im Haus, eigene Prüfung mit Revisionsdatenbank und PSAgA Schulungen zur Rettung nach DGUV 112-199 – online oder bei Ihnen vor Ort. Bestellungen bis 16 Uhr gehen am selben Tag in den Versand. Grundlegendes Fachwissen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Sichern und Retten.