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Andreas Selwitschka

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Andreas Selwitschka

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Was gehört in ein Absturzsicherungs-Set?

Kurz: Ein PSAgA-Set nach DGUV Regel 112-198 enthält mindestens einen Auffanggurt (EN 361), ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 354/355) und einen Karabiner (EN 362) – meist ergänzt um eine Transporttasche.

Ein Absturzsicherungs-Set ist kein loses Zubehör, sondern ein vollständiges Auffangsystem. Die drei Pflicht-Bausteine greifen im Sturzfall ineinander:
  • Auffanggurt (EN 361): verteilt die Fangstoßkraft auf Brust, Becken und Oberschenkel. Details und Größen in der Kategorie Auffanggurte.
  • Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 354/355): verbindet Gurt und Anschlagpunkt und begrenzt die Fangstoßkraft auf maximal 6 kN. Einzeln in der Kategorie Falldämpfer und Verbindungsmittel.
  • Karabiner (EN 362): das Verbindungselement zum Anschlagpunkt mit mindestens 20 kN Bruchkraft. Auswahl in der Kategorie Karabiner.
Der Vorteil eines Sets gegenüber Einzelkomponenten: Die Teile sind herstellerseitig aufeinander abgestimmt, gemeinsam dokumentiert und sofort einsatzbereit. Für die Erstausstattung eines Mitarbeiters ist das die schnellste und fehlersicherste Lösung. Komfortsets ergänzen je nach Anwendung ein Höhensicherungsgerät, eine Bandschlinge als Anschlagpunkt oder einen Schutzhelm.
 

Set-Typen: Dachdecker, Gerüstbau und Hubarbeitsbühne

Kurz: Absturzsicherungs-Sets werden nach Anwendung konfiguriert. Ein Dachdecker-Set braucht ein langes Verbindungsmittel oder Seilsystem, ein Hubarbeitsbühnen-Set ein kurzes, kantengeprüftes Höhensicherungsgerät.

Die Anwendung bestimmt die Set-Zusammenstellung. Vier typische Konfigurationen aus der Praxis:
Set-TypAnwendungTypische Bestandteile
Dachdecker-SetSteil- und FlachdachAuffanggurt, Verbindungsmittel oder mitlaufendes Auffanggerät am Seil, Bandschlinge, Karabiner, Tasche
Gerüstbau-SetAuf- und Abbau von GerüstenKomfort-Auffanggurt, Y-Verbindungsmittel mit Falldämpfer (durchsteigen ohne Sicherungslücke), Karabiner
Hubarbeitsbühnen-SetArbeitskorb / ScherenbühneAuffanggurt, kurzes Verbindungsmittel oder Rückhaltesystem, Karabiner für die Anschlagöse im Korb
Industrie-/Montage-SetWartung, Anlagenbau4-Punkt-Komfortgurt, Höhensicherungsgerät, Karabiner, Werkzeugsicherung
Ein Y-Verbindungsmittel (Doppelverbindungsmittel) ist beim Gerüstbau Pflicht, weil sich der Monteur damit immer mit mindestens einem Strang gesichert umhängen kann. Auf der Hubarbeitsbühne ist umgekehrt ein möglichst kurzes Verbindungsmittel oder ein Rückhaltesystem richtig, damit ein Herausschleudern aus dem Korb gar nicht erst zum freien Fall führt.
 

Das richtige Set auswählen – ab welcher Höhe ist Absturzsicherung Pflicht?

Kurz: Absturzsicherung ist nach ASR A2.1 grundsätzlich ab 2,0 m Absturzhöhe Pflicht, auf Dächern meist ab 3,0 m, an besonderen Gefahrenstellen bereits ab 1,0 m. Persönliche Schutzausrüstung ist dabei nachrangig gegenüber technischen Maßnahmen.

Vor der Set-Auswahl steht die Gefährdungsbeurteilung. Das TOP-Prinzip gibt die Reihenfolge vor: technische Maßnahmen (Geländer, Fangnetze) vor organisatorischen vor persönlichen. Ein PSAgA-Set kommt also dort zum Einsatz, wo ein Absturz nicht baulich verhindert werden kann. Drei Fragen entscheiden über das passende Set:
  • Welche Anwendung? Dach, Gerüst, Hubarbeitsbühne oder Industriemontage – jede hat eine andere ideale Verbindungsmittel-Länge und -Art.
  • Welcher Anschlagpunkt ist verfügbar? Fester Anschlagpunkt, mobile Bandschlinge oder ein komplettes System aus der Kategorie Anschlagpunkte und Steigschutz.
  • Wie groß ist der freie Raum unter dem Anwender? Bei Verbindungsmittel mit Falldämpfer müssen mehrere Meter Sturzraum frei bleiben – sonst ist ein Höhensicherungsgerät die bessere Wahl.
Wichtig: Der Auffanggurt im Set muss zur Körpergröße passen. Ein zu locker sitzender Gurt erhöht im Sturzfall die Belastung. Bei der Größenwahl hilft die Beratung der HUG-Sachkundigen.
 

Normen im Set: EN 361, EN 354/355 und EN 362

Kurz: Jede Set-Komponente trägt eine eigene Norm. Der Auffanggurt erfüllt EN 361, das Verbindungsmittel EN 354, der Falldämpfer EN 355 (Fangstoß max. 6 kN, Gesamtlänge max. 2,0 m) und der Karabiner EN 362 (mind. 20 kN).

Ein vollständiges Set lässt sich an seinen Norm-Kennzeichnungen prüfen. Diese Normen müssen auf den eingenähten oder eingravierten Etiketten stehen:
KomponenteNormGarantiert
AuffanggurtEN 361Auffangöse(n) zur Sturzauffangung, Kraftverteilung auf den Körper
VerbindungsmittelEN 354Verbindung Gurt–Anschlagpunkt, Gesamtlänge max. 2,0 m
FalldämpferEN 355begrenzt die Fangstoßkraft auf maximal 6 kN
KarabinerEN 362Verbindungselement, mind. 20 kN Bruchkraft, Verschluss gegen unbeabsichtigtes Öffnen
Der Bandfalldämpfer gilt heute als Stand der Technik; reine Reibungsdämpfer werden nicht mehr empfohlen. Achten Sie darauf, dass Verbindungsmittel und Falldämpfer zusammen die 2,0-m-Grenze nicht überschreiten – sonst vergrößert sich der Sturzraum unzulässig.
 

Prüfung der Set-Komponenten durch HUG-Sachkundige

Kurz: Jede Komponente eines Absturzsicherungs-Sets muss mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden (DGUV Grundsatz 312-906). Mehrere HUG-Mitarbeiter sind als Sachkundige zertifiziert.

Ein Set wird nicht als Ganzes, sondern Komponente für Komponente geprüft: Auffanggurt, Verbindungsmittel, Falldämpfer (Anzeige ausgelöst?) und Karabiner (Verschlussfunktion, Verschleiß). Geprüft werden Materialzustand, Funktion aller Verschlüsse und die Lesbarkeit der Kennzeichnung. HUG übernimmt die jährliche PSAgA Prüfung im Haus oder als Inhouse-Termin und dokumentiert jede Prüfung im Protokoll. Auf Wunsch sorgt eine Revisionsdatenbank dafür, dass kein Prüftermin übersehen wird. Defekte Einzelteile werden ersetzt, ohne dass das gesamte Set neu beschafft werden muss.

Hier geht es zur PSAgA Prüfung!

 

FAQ zu Absturzsicherungs-Sets

  • Ist eine Absturzsicherung auf dem Dach Pflicht? Ja. Auf Dächern ist eine Absturzsicherung in der Regel ab 3,0 m Absturzhöhe vorgeschrieben, an Arbeitsplätzen mit besonderen Gefahren auch früher. Maßgeblich sind ASR A2.1, die DGUV Vorschrift 38 und die Betriebssicherheitsverordnung. Vorrang haben technische Maßnahmen wie Seitenschutz; ist das nicht möglich, ist ein PSAgA-Set mit geeignetem Anschlagpunkt Pflicht. Für kleine, flach geneigte Dachflächen gibt es eng begrenzte Ausnahmen für besonders unterwiesene Beschäftigte.
  • Ab welcher Höhe ist ein Absturzsicherungs-Set nötig? Grundsätzlich ab 2,0 m Absturzhöhe (ASR A2.1) bei allgemeinen Bau- und Instandhaltungsarbeiten. An besonderen Gefahrenstellen – etwa über Maschinen, Wasser oder Stoffen, in denen man versinken kann – greift die Pflicht bereits ab 1,0 m. Auf Dächern gilt meist die 3,0-m-Schwelle. Die genaue Grenze ergibt sich immer aus der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs.
  • Was gehört in ein komplettes Dachdecker-Set? Ein Dachdecker-Set enthält einen Auffanggurt (EN 361), ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer oder ein mitlaufendes Auffanggerät am Seil, eine Bandschlinge oder einen Anschlagpunkt, mindestens einen Karabiner (EN 362) und eine Transporttasche. Auf Steildächern ist ein Seilsystem mit mitlaufendem Auffanggerät praktischer als ein starres Verbindungsmittel, weil der Anwender sich frei auf der Fläche bewegen kann.
  • Welches Set brauche ich für die Hubarbeitsbühne? Auf Hubarbeitsbühnen ist ein Set mit kurzem Verbindungsmittel oder Rückhaltesystem richtig. Ziel ist, dass der Anwender im Korb gehalten wird und ein Herausschleudern gar nicht erst zum freien Fall führt. Der Karabiner wird an der dafür vorgesehenen Anschlagöse des Arbeitskorbs eingehängt – niemals am Geländer. Ein langes Verbindungsmittel mit Falldämpfer ist hier ungeeignet.
  • Kann ich einzelne Komponenten eines Sets austauschen oder herstellerübergreifend kombinieren? Ja, sofern jede Komponente normgerecht ist (EN 361, EN 354/355, EN 362) und die Teile zueinander passen – insbesondere muss der Karabiner zur Geometrie der Auffangöse passen. Komplettsets eines Herstellers haben den Vorteil bestmöglich abgestimmter Teile und einheitlicher Dokumentation. Bei herstellerübergreifender Zusammenstellung beraten die HUG-Sachkundigen.
  • Wie erkenne ich, ob mein Set noch zugelassen ist? Jede Komponente trägt ein Etikett mit Herstellername, Modell, Norm-Kennung, CE-Zeichen und Herstelldatum. Fehlt eine Angabe oder ist das Etikett unlesbar, darf das Teil nicht mehr verwendet werden. Zusätzlich muss eine gültige Sachkundigen-Prüfung (max. 12 Monate alt) vorliegen. Textile Komponenten haben außerdem eine Höchstgebrauchsdauer von 10 Jahren ab Herstelldatum.
  • Wie oft muss ein Absturzsicherungs-Set geprüft werden? Mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen nach DGUV Grundsatz 312-906, zusätzlich vor jedem Einsatz durch eine Sichtprüfung des Anwenders. Die jährliche Prüfung wird schriftlich dokumentiert. HUG übernimmt die Prüfung im Haus oder vor Ort und führt auf Wunsch eine Revisionsdatenbank mit Terminerinnerung.
  • Wie lagere und pflege ich ein Absturzsicherungs-Set? Reinigung mit lauwarmem Wasser und milder Seife, keine Bleichmittel oder Hochdruckreiniger. Lagerung kühl, trocken und dunkel in der mitgelieferten Tasche, getrennt von Chemikalien, Treibstoffen und scharfkantigem Werkzeug. So bleibt die textile Komponente über ihre gesamte zulässige Gebrauchsdauer einsatzfähig.

Absturzsicherungs-Sets bei HUG – SKYLOTEC, 3M und Honeywell Miller

HUG Technik und Sicherheit führt über 100 Absturzsicherungs-Sets der Marktführer: SKYLOTEC (KIT OMNION, KIT PEANUT PLATFORM, Gerüstbau- und Dachdecker-Sets), 3M (DBI-SALA und PROTECTA Komfort-Sets) und Honeywell Miller. Vom einfachen Auffangset für die Hubarbeitsbühne bis zum kompletten Dachdecker-System deckt HUG jede Anwendung ab. Passend dazu finden Sie im Cluster Absturzsicherung: Was HUG von reinen Händlern unterscheidet: zertifizierte Sachkundige im Haus, eigene PSAgA Prüfung mit Revisionsdatenbank und PSAgA Schulungen nach DGUV 112-198 und 112-199. Bestellungen bis 16 Uhr gehen am selben Tag in den Versand. Grundlegendes Fachwissen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Sichern und Retten.