Zum Hauptinhalt springen
  • HUG Technik und Sicherheit - Qualität seit 1938
  • Versandkostenfrei ab 75€
  • Taggleicher Versand bei Bestellung bis 16h
  • über 200.000 Artikel ab Lager lieferbar
HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Falldämpfer & Verbindungsmittel

Mehr anzeigen
Andreas Selwitschka

Zu Ihrem Experten für Absturzsicherung

Andreas Selwitschka

phone icon
Technische Infos
Filter

Wofür Verbindungsmittel und Falldämpfer?

Kurz: Das Verbindungsmittel nach EN 354 stellt die Verbindung zwischen Auffanggurt und Anschlagpunkt her. Der Falldämpfer nach EN 355 baut die Energie eines Sturzes durch kontrolliertes Aufreißen ab und hält die Fangstoßkraft unter 6 kN.

Ein Verbindungsmittel allein fängt keinen Sturz sicher auf – erst der Falldämpfer macht es zum Auffangsystem. Ohne Dämpfer würden im Sturzfall Kräfte von weit über 10 kN auf Körper, Gurt und Anschlagpunkt wirken und zu schweren inneren Verletzungen führen. Der Bandfalldämpfer löst dieses Problem: Er besteht aus einem vernähten Gurtband, das sich bei der Fangstoßbelastung Naht für Naht kontrolliert öffnet. Diese Reißarbeit verzehrt die Sturzenergie und begrenzt die Restkraft auf den nach EN 355 zulässigen Höchstwert von 6 kN. Das Verbindungsmittel mit Falldämpfer wird in die Auffangöse des Auffanggurts eingehängt und über einen Karabiner mit dem Anschlagpunkt verbunden.

Bauformen: Bandfalldämpfer, Y-Verbindungsmittel und einstellbare Modelle

Kurz: Bandfalldämpfer sind heute Stand der Technik. Y-Verbindungsmittel (Doppelverbindungsmittel) erlauben das sichere Umhängen ohne Sicherungslücke. Einstellbare Verbindungsmittel passen die Länge an den Arbeitsplatz an.

  • Einfaches Verbindungsmittel mit Bandfalldämpfer: ein Strang für Arbeiten mit festem Standort. Leicht und übersichtlich.
  • Y-Verbindungsmittel (Doppelverbindungsmittel): zwei Stränge an einem gemeinsamen Falldämpfer. Beim Umsteigen – etwa im Gerüstbau oder an Steigleitern – bleibt immer ein Strang eingehängt, sodass keine Sicherungslücke entsteht (z. B. SKYLOTEC SKYSAFE PRO FLEX Y, Peanut Y).
  • Längeneinstellbare Verbindungsmittel: mit Seileinsteller, um die Wirklänge an den jeweiligen Anschlagpunkt anzupassen und Schlaffseil zu vermeiden.
  • Halteseile (EN 358): reine Positionierungs-Verbindungsmittel ohne Falldämpfer – nur zum Halten, niemals zur Sturzauffangung. Mehr dazu in der Kategorie Seile und Schlingen.
Wichtig beim Y-Verbindungsmittel: Der nicht benutzte Strang wird in die dafür vorgesehene Parkposition am Gurt eingehängt, nicht zurück in die Auffangöse – sonst überträgt er im Sturzfall die Last falsch.

Sturzraum richtig berechnen

Kurz: Unter dem Anschlagpunkt muss genug freier Raum bleiben, damit der Falldämpfer voll auslösen kann, bevor der Boden erreicht wird – als Faustregel rund 6 m bei einem 2-m-Verbindungsmittel.

Der häufigste Anwendungsfehler ist zu wenig Sturzraum. Bei einem Verbindungsmittel mit Falldämpfer setzt sich der benötigte freie Raum unter dem Anschlagpunkt aus mehreren Anteilen zusammen:
  • Länge des Verbindungsmittels: bis zu 2,0 m (EN 354 begrenzt Verbindungsmittel plus Falldämpfer auf maximal 2,0 m Gesamtlänge).
  • Auslöseweg des Falldämpfers: das Aufreißen des Bandes verlängert den Fallweg um typischerweise bis zu rund 1,75 m.
  • Körpergröße und Verschiebung im Gurt: rund 1,5 m.
  • Sicherheitsabstand zum Boden: mindestens 1 m.
In Summe ergibt sich als praktische Faustregel ein freier Raum von etwa 6 m unter dem Anschlagpunkt. Ist dieser Raum nicht vorhanden – auf einer Bühne, in einem Schacht, bei tiefem Anschlagpunkt –, ist ein Höhensicherungsgerät die richtige Wahl, weil es den Sturz auf wenigen Zentimetern bremst.

EN 354, EN 355 und die Abgrenzung zum Klettersteigset

Kurz: EN 354 regelt das Verbindungsmittel, EN 355 den Falldämpfer (max. 6 kN, Gesamtlänge max. 2,0 m). Klettersteigsets aus dem Bergsport erfüllen die EN 958 und sind nicht für die gewerbliche Absturzsicherung zugelassen.

Verbindungsmittel und Falldämpfer für die berufliche Absturzsicherung tragen die Normen EN 354 und EN 355. Ein verbreitetes Missverständnis betrifft das Klettersteigset: Es sieht ähnlich aus und enthält ebenfalls einen Bandfalldämpfer, ist aber ein Bergsport-Produkt nach EN 958. Der Unterschied ist sicherheitsrelevant: Klettersteigsets sind auf das geringere Gewicht von Sportkletterern und andere Sturzverläufe ausgelegt und im gewerblichen Arbeitsschutz nicht zulässig. Für PSAgA am Arbeitsplatz gilt ausschließlich Material nach EN 354/355. Im Zweifel zeigt das eingenähte Etikett die maßgebliche Norm. Der Bandfalldämpfer gilt heute als Stand der Technik; ältere Reibungsfalldämpfer werden nicht mehr empfohlen.

Prüfung von Falldämpfern und Verbindungsmitteln durch HUG

Kurz: Verbindungsmittel und Falldämpfer müssen mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden (DGUV Grundsatz 312-906). Ein ausgelöster Falldämpfer ist sofort auszutauschen.

Geprüft werden der Zustand des Gurtbands oder Seils (Schnitte, Aufrieb, UV-Schäden), die Nähte des Bandfalldämpfers, die Funktion der Endverbindungen und Karabiner sowie die Lesbarkeit der Kennzeichnung. Ein einmal ausgelöster Falldämpfer hat seine Energie verbraucht und darf nie wieder verwendet werden – auch wenn er optisch noch brauchbar wirkt. Mehrere HUG-Mitarbeiter sind als Sachkundige nach DGUV 112-198 zertifiziert und prüfen im Haus oder vor Ort. Jede Prüfung wird dokumentiert, auf Wunsch mit Terminüberwachung über eine Revisionsdatenbank.

Hier geht es zur PSAgA Prüfung!

FAQ zu Verbindungsmitteln mit Falldämpfer

  • Was ist ein Falldämpfer und wie funktioniert er? Ein Falldämpfer nach EN 355 ist ein Bauteil, das die Energie eines Sturzes abbaut und die Fangstoßkraft auf maximal 6 kN begrenzt. Beim verbreiteten Bandfalldämpfer öffnet sich ein vernähtes Gurtband im Sturzfall Naht für Naht. Diese Reißarbeit verzehrt die Sturzenergie, sodass nur eine erträgliche Restkraft auf Körper, Gurt und Anschlagpunkt wirkt. Ohne Falldämpfer würden Kräfte von über 10 kN auftreten.
  • Wie lang darf ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer sein? Verbindungsmittel und Falldämpfer dürfen zusammen eine Gesamtlänge von 2,0 m nicht überschreiten (EN 354). Diese Grenze begrenzt den Sturzweg und damit den benötigten freien Raum unter dem Anwender. Längere oder zusammengeknotete Verbindungsmittel sind unzulässig, weil sie den Sturzraum unkontrolliert vergrößern und die Fangstoßkraft erhöhen.
  • Wie viel Sturzraum brauche ich unter dem Anschlagpunkt? Als Faustregel rund 6 m unter dem Anschlagpunkt bei einem 2-m-Verbindungsmittel. Dieser Wert ergibt sich aus der Länge des Verbindungsmittels (bis 2 m), dem Auslöseweg des Falldämpfers (bis ca. 1,75 m), der Körpergröße samt Gurtverschiebung (ca. 1,5 m) und einem Sicherheitsabstand zum Boden (mind. 1 m). Reicht der Raum nicht, ist ein Höhensicherungsgerät die richtige Wahl.
  • Wann brauche ich ein Y-Verbindungsmittel? Ein Y-Verbindungsmittel (Doppelverbindungsmittel) ist nötig, wenn der Anwender sich umhängen muss, ohne die Sicherung zu unterbrechen – typisch beim Gerüstbau und beim Auf- und Abstieg an Steigleitern. Während ein Strang umgehängt wird, bleibt der zweite eingehängt, sodass durchgehend gesichert gearbeitet wird. Beide Stränge teilen sich einen gemeinsamen Falldämpfer.
  • Was ist der Unterschied zwischen einem Verbindungsmittel mit und ohne Falldämpfer? Ein Verbindungsmittel ohne Falldämpfer (Halteseil nach EN 358) dient ausschließlich der Arbeitspositionierung und dem Rückhalten – es darf niemals einen freien Sturz auffangen. Nur ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 354/355) ist ein Auffangsystem. Die Verwechslung ist gefährlich: Ein Haltegurt-Verbindungsmittel würde im Sturzfall die volle, ungedämpfte Kraft übertragen.
  • Darf ich ein Klettersteigset für die Arbeit am Bau verwenden? Nein. Klettersteigsets erfüllen die Bergsport-Norm EN 958 und sind nicht für die gewerbliche Absturzsicherung zugelassen. Sie sind auf andere Sturzverläufe und Anwendergewichte ausgelegt. Für PSAgA am Arbeitsplatz ist ausschließlich Material nach EN 354/355 zulässig. Das eingenähte Etikett zeigt die gültige Norm – im Zweifel die HUG-Sachkundigen fragen.
  • Wie erkenne ich, ob mein Falldämpfer bereits ausgelöst hat? Ein ausgelöster Bandfalldämpfer ist sichtbar aufgerissen oder verlängert – die Schutzhülle ist aufgeplatzt und das gedehnte Band sichtbar. Viele Modelle haben ein zusätzliches Sichtfenster oder eine Anzeige. Ein einmal ausgelöster Falldämpfer hat seine Energie verbraucht und muss sofort ersetzt werden, niemals weiterverwendet.
  • Wie oft muss ich Verbindungsmittel und Falldämpfer prüfen? Mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen nach DGUV Grundsatz 312-906, zusätzlich vor jedem Einsatz durch Sichtprüfung. Textile Verbindungsmittel haben außerdem eine Höchstgebrauchsdauer von 10 Jahren ab Herstelldatum. HUG übernimmt die jährliche Prüfung im Haus oder vor Ort inklusive Dokumentation.

Falldämpfer und Verbindungsmittel bei HUG – SKYLOTEC und mehr

HUG Technik und Sicherheit führt 182 Verbindungsmittel und Falldämpfer, vorwiegend von SKYLOTEC (SKYSAFE PRO FLEX Y, Verbindungsmittel Atlas SK12, Peanut Y) sowie weiterer Marktführer. Vom einfachen Bandfalldämpfer bis zum Y-Verbindungsmittel für den Gerüstbau deckt HUG das gesamte Spektrum ab. Passend dazu finden Sie im Cluster Absturzsicherung: Was HUG von reinen Händlern unterscheidet: zertifizierte Sachkundige im Haus, eigene PSAgA Prüfung mit Revisionsdatenbank und PSAgA Schulungen nach DGUV 112-198 und 112-199. Bestellungen bis 16 Uhr gehen am selben Tag in den Versand. Grundlegendes Fachwissen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Sichern und Retten.