Gleitbuchsen
Gleitbuchsen sind die wartungsfreien Lagerbuchsen für radiale Kräfte ohne Wälzkörper – ein gleitender Verbundwerkstoff übernimmt die Reibarbeit direkt an der Welle. HUG führt 318 Gleitbuchsen-Varianten von Permaglide in den Werkstoffen P10 (bleihaltig) und P14 (bleifrei) sowie Bronze und Stahlbronze ab Lager.Inhalt im Überblick
Werkstoffe und Permaglide-Aufbau
Kurz: Permaglide P10 ist der bleihaltige Hochleistungs-Gleitwerkstoff, P14 die bleifreie RoHS-konforme Standardwahl. Beide sind ein Stahl-Bronze-PTFE-Verbund mit reibungsarmer Laufschicht; Bronze und Stahlbronze ergänzen für hohe statische Lasten.
Der Gleitwerkstoff bestimmt Tragfähigkeit und Einsatzbereich:- Permaglide P10 (bleihaltig): robuster Gleitwerkstoff mit höchster tribologischer Performance – für anspruchsvolle Industrieanwendungen.
- Permaglide P14 (bleifrei): RoHS-konformer Standard – für Lebensmittel-, Medizin- und Elektronikbereich.
- Bronze und Stahlbronze: ölbenetzter bzw. stahlgestützter Grundwerkstoff mit integrierter Dauerschmierung für hohe statische Lasten.
Gleitbuchse oder Wälzlager?
Kurz: Die Gleitbuchse ist wartungsfrei, geräuscharm, kompakt und günstig – ideal für niedrige Drehzahlen und schwingende Bewegungen. Das Wälzlager hat geringere Reibung bei hohen Drehzahlen und höhere Tragfähigkeit, ist aber schmierpflichtig.
Die Bauart richtet sich nach Drehzahl und Bewegung:- Gleitbuchse: wartungsfrei und geräuscharm – für niedrige bis mittlere Drehzahlen, schwingende Bewegungen und kompakten Bauraum.
- Wälzlager: geringe Reibung bei hohen Drehzahlen und hohe Tragfähigkeit – aber mit Schmierbedarf.
Technische Daten und Reihen
Kurz: Die Innendurchmesser reichen von 2 bis 300 mm, die Breiten von 3 bis 115 mm. Gängige Permaglide-Reihen sind PAP0205, PAP0304 oder PAP0808. Die Gleitgeschwindigkeit liegt bei Permaglide bis etwa 2,5 m/s.
Das Programm deckt vom Miniaturlager bis zur Großmaschinenbuchse alles ab:- Innendurchmesser: 2 bis 300 mm.
- Breite: 3 bis 115 mm – von kurzen Zylinderbuchsen bis zur Langführung.
- Gängige Reihen: PAP0203, PAP0205, PAP0304, PAP0404, PAP0808 als Permaglide-Standards.
- Gleitgeschwindigkeit: bei Permaglide bis etwa 2,5 m/s, bei Bronze geringer.
Auswahl, Toleranz und Einlauf
Kurz: Die Gehäusebohrung wird mit H7, die Welle mit f7 toleriert – das ergibt ein definiertes Spiel. Permaglide-Buchsen sollten unter reduzierter Last einlaufen, damit sich der PTFE-Gleitfilm auf die Welle überträgt. Maßgeblich ist die pV-Grenze.
Bei der Auswahl zählen Werkstoff (P10 für Spitzenlast, P14 bleifrei, Bronze für statische Lasten), Belastungsart (statisch, schwingend, rotierend), Gleitgeschwindigkeit und Umgebung. Für die Montage gilt:- Toleranz: Gehäusebohrung H7, Welle f7 – das ergibt rund 0,03 bis 0,06 mm Spiel bei 20-mm-Welle. Eine zu enge Bohrung lässt die Buchse nach dem Einpressen klemmen.
- Einlauf: in den ersten Betriebsstunden unter reduzierter Last laufen lassen – dabei überträgt sich ein dünner PTFE-Film auf die Welle und bildet den eigentlichen Gleitfilm.
- pV-Grenze: das Produkt aus Last (p) und Gleitgeschwindigkeit (V) nicht überschreiten, sonst sinkt die Lebensdauer drastisch.
FAQ zu Gleitbuchsen
- Was ist eine Gleitbuchse? Eine wartungsfreie Lagerbuchse, die radiale Kräfte ohne Wälzkörper aufnimmt. Ein Gleitwerkstoff – bei Permaglide ein Stahl-Bronze-PTFE-Verbund – übernimmt die Reibarbeit direkt an der Welle. Sie ist kompakt, geräuscharm und trockenlauffähig, ideal für niedrige Drehzahlen und schwingende Bewegungen.
- P10 oder P14 – welcher Permaglide-Werkstoff? P10 (bleihaltig) hat etwas höhere Tragfähigkeit und ist die traditionelle Industriewahl. P14 (bleifrei, RoHS-konform) ist die moderne Standardwahl und Pflicht in Lebensmittel, Medizin und Elektronik. Bei Neukonstruktion immer P14, P10 nur bei Bestandsreparatur, wenn explizit gefordert.
- Gleitbuchse oder Wälzlager – wann was? Die Gleitbuchse bei niedrigen Drehzahlen (unter etwa 100 U/min), schwingenden Bewegungen, kleinem Bauraum und Wartungsfreiheit. Das Wälzlager bei höheren Drehzahlen, höheren Lasten und präziser Führung. Gelenkpunkte und Hebelaufnahmen sprechen für die Gleitbuchse, Antriebswellen für das Wälzlager.
- Welche Bohrungs- und Wellentoleranz brauche ich? Für Permaglide-Buchsen die Gehäusebohrung mit H7, die Welle mit f7 – das ergibt ein definiertes Spiel von etwa 0,03 bis 0,06 mm bei 20-mm-Welle. Zu enge Bohrung lässt die Buchse klemmen, zu große Welle blockiert. Die exakten Werte stehen pro Größe im Herstellerkatalog.
- Müssen Permaglide-Buchsen eingelaufen werden? Ja, für die volle Lebensdauer. Beim ersten Lauf überträgt sich ein dünner PTFE-Film auf die Welle, der den eigentlichen Gleitfilm bildet. Daher in den ersten Stunden mit reduzierter Last laufen lassen. Trockenlauf ist möglich, ein paar Tropfen Öl im Einlauf verbessern das Ergebnis.
- Welche Lebensdauer kann ich erwarten? Stark anwendungsabhängig – bei moderater Last und Gleitgeschwindigkeit unter 0,5 m/s typisch 5.000 bis 50.000 Betriebsstunden. Schwingbewegungen halten meist länger als Dauerrotation. Begrenzend sind Last, Gleitgeschwindigkeit und Temperatur über die pV-Grenze.
- Welche Marke führt HUG bei Gleitbuchsen? HUG führt 318 Gleitbuchsen von Permaglide in P10 (bleihaltig) und P14 (bleifrei) sowie Bronze- und Stahlbronze-Ausführungen, in Innendurchmessern von 2 bis 300 mm und Breiten von 3 bis 115 mm.
Gleitbuchsen bei HUG – Permaglide ab Lager
HUG Technik und Sicherheit führt 318 Gleitbuchsen von Permaglide in den Werkstoffen P10 (bleihaltig) und P14 (bleifrei), ergänzt um Bronze- und Stahlbronze-Ausführungen, in Innendurchmessern von 2 bis 300 mm und Breiten von 3 bis 115 mm. Passend dazu finden Sie im Sortiment:- Wellenschutzhülsen – die Reparaturlösung für verschlissene Wellensitze.
- Wälzlager-Zubehör – Spannhülsen und Sicherungsbleche als Ergänzung.
- Niro-Rillen-Kugellager – die Wälzlager-Alternative für Hygiene- und Feuchtanwendungen.
