Fräs- und Kleinfrässtifte
Frässtifte und Kleinfrässtifte sind die rotierenden Formfräser für Handschleifmaschinen, Druckluft-Stabschleifer und Biegewellenantriebe – zum Entgraten, Konturenfräsen, Kantenbrechen und Anpassen von Metallwerkstoffen. HUG führt das Profi-Sortiment von PFERD mit 270 Varianten in HSS- und Hartmetall-Ausführung.Technische Infos
Werkstoffe und Einsatzbereich
- HSS (Hochleistungsschnellstahl): Für Stahl, Stahlguss und Gusseisen – preisgünstig und nachschleifbar
- HM (Hartmetall): Für Stahl bis 60 HRC, Edelstahl, Gusseisen und hochlegierte Werkstoffe – deutlich höhere Standzeit und Schnittgeschwindigkeit
Kopfformen im Überblick
Die Formkennzeichnung nach DIN 8032 / ISO 6987 bestimmt die Bearbeitungsgeometrie:- Zylinderform ZYA / A: Gerader Zylinder – für plane Flächen und Nuten
- Kugelform KUD: Halbkugelkopf – für Auskehlungen und Rundungen
- Rundbogenform RBF: Gerundete Stirn – für Übergänge und Konturen
- Spitzkegelform SKM: Konisch spitz – für Ecken und Gravuren
- Walzenrundform C: Zylinder mit gerundeter Stirn – universell einsetzbar
- Gravierfrässtifte: Feinstruktur-Verzahnung für präzise Gravuren
Verzahnungen und Schnittleistung
- Verzahnung 3: Standard-Universalverzahnung für Stahl und Gusseisen – ausgewogener Materialabtrag
- Verzahnung 3 PLUS: Weiterentwicklung mit höherer Standzeit und Laufruhe
- Verzahnung 5: Grobere Verzahnung für maximalen Materialabtrag bei weichen Werkstoffen
Technische Daten
- Schaftdurchmesser: Überwiegend 6 mm – Standard für Pneumatik-Stabschleifer und Biegewellenantriebe
- Kopfdurchmesser: Von ca. 3 mm (Kleinfrässtifte) bis 20 mm
- Drehzahlbereich: PFERD-Empfehlung je nach Kopfgröße und Werkstoff – typisch 8.000 bis 35.000 U/min
Typische Einsatzgebiete
- Schweißbaubetrieb: Entgraten und Schweißnahtnachbearbeitung an Stahlkonstruktionen
- Werkzeug- und Formenbau: Konturenbearbeitung an Formeinsätzen und Lehren
- Edelstahlverarbeitung: INOX-gerechte HM-Frässtifte für Rohr- und Behälterbau
- Gussnachbearbeitung: Abgraten und Putzen von Guss-Rohteilen
- Instandhaltung: Mobile Bearbeitung vor Ort mit Druckluft-Stabschleifer
Auswahlkriterien
- Werkstoff der Bauteile: HSS für Standard-Stahl, HM für Edelstahl und harte Werkstoffe
- Bearbeitungsgeometrie: Kopfform an die herzustellende Kontur anpassen
- Zerspanleistung: Gröbere Verzahnung = mehr Abtrag, feinere Verzahnung = bessere Oberfläche
- Maschinendrehzahl: Mit der Schaft- und Kopfgröße abstimmen (PFERD-Drehzahltabelle)
Ergänzende Werkzeuge
- Bohrer und Fräser als übergeordnete Kategorie
- Inspektion und Wartung für Servicetechnik
- Wartungsmaterial wie Kühlmittel und Schneidöle
- Schutzbrillen nach EN 166 für die Zerspanungsarbeit
FAQ – häufige Fragen zu Frässtiften
- HSS oder Hartmetall – was ist besser? HSS (Hochleistungsschnellstahl) ist günstiger und bei Standard-Stahl bis 45 HRC ausreichend. Hartmetall (HM) hat 5-10× längere Standzeit, höhere Schnittgeschwindigkeit und schafft auch Edelstahl, Guss und harte Werkstoffe bis 60 HRC. Faustregel: Wenn du mehr als gelegentlich entgratest, lohnt sich HM auch beim höheren Stückpreis.
- Welche Kopfform für welche Bearbeitung? Zylinderform (ZYA/A) für plane Flächen und Nuten. Kugelform (KUD) für Auskehlungen, Mulden und Innenrundungen. Rundbogenform (RBF) als Universal-Kopfform für Übergänge. Spitzkegelform (SKM) für scharfe Ecken und Gravuren. Walzenrundform (C) als Allrounder mit gerundeter Stirn – wenn du nur eine Form kaufen willst, nimm C.
- Welche Drehzahl für welchen Frässtift? Faustregel: Je größer der Kopf, desto niedriger die Drehzahl. Pneumatische Stabschleifer drehen typisch 20.000-30.000 U/min – passt für Köpfe 6-12 mm. Bei Kopfgrößen ab 16 mm Drehzahl auf 8.000-15.000 U/min senken. Zu hohe Drehzahl = der Frässtift glüht, verliert Schnittfähigkeit und kann brechen. PFERD hat eine konkrete Drehzahltabelle pro Stift.
- Wie verhindere ich dass der Frässtift „klebt"? „Kleben" passiert wenn Späne im Verzahnungsbereich verbleiben und die Schneide blockieren – typisch bei Aluminium und weichen Werkstoffen. Lösung: Verzahnung 5 (gröber) für weiche Werkstoffe wählen, Frässtift mit Spangruben („PLUS"-Verzahnung) verwenden, mit Druckluft kühlen und Späne wegblasen, leichten Schnittdruck verwenden – nicht drücken.
- Kann ich Frässtifte nachschleifen? HSS-Frässtifte theoretisch ja, aber sehr aufwändig (Form muss exakt erhalten bleiben) – wirtschaftlich meist nicht sinnvoll. Hartmetall-Frässtifte gar nicht selbst nachschleifbar (zu spröde, Diamantschleifer nötig). Faustregel: Frässtifte sind Verbrauchsgüter – stumpf = austauschen. Eine stumpfe Schneide kostet mehr Maschinenzeit und Bediener-Energie als ein neuer Stift.
