Schutzbrillen
Ein Span, ein Spritzer, ein Funke – das Auge verzeiht keinen davon. Die Bügelschutzbrille ist der Standard im Betrieb, weil sie leicht ist, nicht drückt und trotzdem nach EN 166 geprüft schützt. HUG Technik führt 39 Schutzbrillen von 3M, carhartt, Honeywell, UNIVET, Bollé, FORTIS und JSP ab Lager.Inhalt im Überblick
Wann Augenschutz Pflicht ist
Augenschutz wird getragen, sobald eine Gefährdungsbeurteilung eine Gefahr für die Augen feststellt. Technische und organisatorische Maßnahmen gehen vor – erst wenn sie die Gefahr nicht beseitigen, kommt die persönliche Schutzausrüstung.
Die Rangfolge steht im Arbeitsschutzgesetz und ist keine Formalie: Eine Absaugung, eine Schutzscheibe an der Maschine oder ein anderes Verfahren schützen zuverlässiger als jede Brille, weil sie nicht vergessen werden können. Erst wenn die Gefahr bleibt, ist die Schutzbrille das Mittel der Wahl – und dann für alle im Gefahrenbereich, nicht nur für den, der arbeitet. Typische Auslöser im Betrieb sind mechanische Gefahren durch Späne, Splitter und Staub, chemische Gefahren durch Spritzer von Säuren, Laugen oder Reinigungsmitteln, sowie optische Strahlung durch Schweißen, Laser oder UV. Für jede dieser Gefahren gibt es die passende Scheibe – die Kunst liegt darin, sie richtig zuzuordnen. Eine Brille mit hervorragendem Schlagschutz nützt beim Umgang mit Lauge wenig, wenn die Flüssigkeit von der Seite ans Auge gelangt.Bügelbrille, Korbbrille, Überbrille – welche wann?
Die Bügelbrille schützt gegen Partikel von vorn und schräg vorn. Gegen Flüssigkeiten, Staub und Gas hilft nur eine rundum dichtende Bauform. Wer eine Korrektionsbrille trägt, braucht eine eigene Lösung.
| Bauform | Schützt gegen | Grenze |
|---|---|---|
| Bügelbrille | Späne, Splitter, Partikel von vorn und seitlich | nicht dicht – Flüssigkeit und Staub gelangen von unten und oben ans Auge |
| Korb- / Vollsichtbrille | Flüssigkeitsspritzer, Staub, Gas | schwerer, beschlägt eher, engeres Sichtfeld |
| Überbrille | wie Bügelbrille, über der Korrektionsbrille | trägt auf, sitzt weniger fest |
| Schweißerbrille | optische Strahlung beim Schweißen | nur mit passender Schutzstufe zum Verfahren |
EN 166: die Kennzeichnung lesen
Auf Scheibe und Gestell steht je eine eigene Kennzeichnung. Die Ziffer nennt die optische Klasse, der Buchstabe die Stoßfestigkeit, weitere Symbole ergänzen Kratzfestigkeit und Beschlagfreiheit.
Wer die Kennzeichnung einmal gelesen hat, erkennt in Sekunden, ob eine Brille zum Arbeitsplatz passt. Sie steht an zwei Stellen: auf der Sichtscheibe und auf dem Gestell. Bilden beide eine Einheit, genügt die Kennzeichnung am Gestell.- Optische Klasse 1, 2 oder 3: Klasse 1 ist für den Dauergebrauch geeignet, Klasse 2 für durchschnittliche Anforderungen, Klasse 3 nur für kurzzeitiges Tragen. Wer die Brille die ganze Schicht auf der Nase hat, sollte Klasse 1 wählen – alles andere führt zu Kopfschmerzen und dazu, dass die Brille abgesetzt wird.
- S – erhöhte Festigkeit: geprüft mit einer 22-mm-Stahlkugel bei 5,1 m/s.
- F – Stoß mit geringer Energie: 6-mm-Stahlkugel von 0,86 g bei 45 m/s. Das ist die übliche Klasse der Bügelbrille und deckt Späne und Splitter ab.
- B – mittlere Energie: dieselbe Kugel bei 120 m/s. Typisch für Korbbrillen.
- A – hohe Energie: dieselbe Kugel bei 190 m/s. Diese Klasse erreichen in der Regel nur Gesichtsschutzschilde.
- K – kratzfest: Oberfläche beständig gegen Beschädigung durch feine Teilchen.
- N – beschlagfrei: Sichtscheibe beständig gegen Beschlagen.
Tönung und Scheibenbeschichtung
Klare Scheiben sind der Standard für Innenräume. Getönte Scheiben schützen gegen Blendung im Freien, ersetzen aber keinen Schweißerschutz. Die Beschichtung entscheidet über die Lebensdauer.
Die Scheibenwahl folgt dem Licht am Arbeitsplatz. Klar für Werkstatt und Halle, grau getönt gegen Sonnenblendung im Außeneinsatz, gelb oder orange für kontrastreiches Sehen bei schwachem Licht. Verspiegelte Scheiben reduzieren zusätzlich Wärmestrahlung. Wichtig ist die Abgrenzung: Eine dunkel getönte Schutzbrille ist keine Schweißerbrille. Schweißen erfordert eine definierte Schutzstufe gegen die Strahlung des jeweiligen Verfahrens, nicht bloß weniger Helligkeit. Bei den Beschichtungen sind zwei Eigenschaften entscheidend, und sie sind an der Kennzeichnung ablesbar. Die Kratzfestigkeit (K) verlängert die Lebensdauer erheblich, wenn die Brille in der Hosentasche oder auf der Werkbank landet. Die Antibeschlag-Ausrüstung (N) ist überall dort Pflicht, wo Temperaturwechsel auftreten – vom Kühlraum in die Halle, oder unter einer Halbmaske, deren Ausatemluft nach oben steigt. Eine beschlagene Brille wird abgesetzt, und dann schützt sie gar nicht mehr.Lösungen für Brillenträger
Drei Wege führen zum Ziel: eine Überbrille über der eigenen Brille, eine Korrektionsschutzbrille mit eingearbeiteter Sehstärke oder eine Bügelbrille mit ausreichend großem Sichtfeld, die über schmale Fassungen passt.
Für Brillenträger ist der Augenschutz die häufigste Reibungsstelle im Betrieb, und schlechte Lösungen werden nach zwei Tagen nicht mehr getragen. Die einfachste Variante ist die Überbrille: Sie wird über die Korrektionsbrille gesetzt, kostet wenig und eignet sich für alle, die nur gelegentlich im Gefahrenbereich sind. Wer dagegen die ganze Schicht Augenschutz trägt, fährt mit einer Korrektionsschutzbrille besser – einer Schutzbrille nach EN 166, in die die eigene Sehstärke eingearbeitet ist. Sie sitzt wie eine normale Brille, beschlägt weniger als eine Doppellösung und wird deshalb zuverlässig getragen. Die Beschaffung läuft über den Augenoptiker, oft mit Kostenbeteiligung des Arbeitgebers oder der Berufsgenossenschaft. Ein Blick in die Informationen zu Fördermöglichkeiten lohnt sich hier. Eine dritte Möglichkeit sind Bügelbrillen mit großem, weit heruntergezogenem Sichtfeld: Sie passen über schmale Fassungen, ohne aufzutragen. Ob das im Einzelfall funktioniert, entscheidet die Fassung des Trägers – im Zweifel hilft die Beratung von HUG bei der Auswahl.Pflege, Reinigung und Austausch
Gereinigt wird nass mit mildem Spülmittel und einem weichen Tuch. Trockenes Abwischen zerkratzt die Beschichtung. Zerkratzte oder gerissene Scheiben werden ersetzt, nicht weiterbenutzt.
Der häufigste Fehler ist der Griff zum Ärmel oder zum Papiertuch. Staub, der auf der Scheibe liegt, wirkt dabei wie Schleifpapier – nach wenigen Wochen ist die Brille blind. Richtig ist: unter fließendem Wasser abspülen, mit mildem Spülmittel und weichem Tuch reinigen, an der Luft trocknen lassen. Lösemittel und Scheuermittel greifen sowohl die Beschichtung als auch das Gestell an. Ausgetauscht wird eine Schutzbrille, sobald die Scheibe zerkratzt ist, Risse oder Ausbrüche zeigt, das Gestell verzogen ist oder Bügel und Gelenke ausgeschlagen sind. Eine Brille, die nach einem harten Treffer äußerlich unversehrt wirkt, gehört trotzdem aussortiert – Mikrorisse im Material sind von außen nicht zu erkennen und setzen die Stoßfestigkeit herab. Aufbewahrt wird sie in einem Etui oder an einem staubfreien Platz, nicht mit den Scheiben nach unten auf der Werkbank.FAQ zu Schutzbrillen
- Was bedeutet EN 166? EN 166 ist die europäische Norm für persönlichen Augenschutz. Sie legt fest, welche Anforderungen Schutzbrillen erfüllen müssen und wie sie gekennzeichnet werden – optische Klasse, mechanische Festigkeit und Zusatzeigenschaften. Die Kennzeichnung steht sowohl auf der Sichtscheibe als auch auf dem Gestell.
- Was bedeuten die Buchstaben F, B und A? Sie stehen für die Stoßfestigkeit, geprüft mit einer 6 mm großen Stahlkugel von 0,86 g. F bedeutet Beschuss bei 45 m/s, B bei 120 m/s, A bei 190 m/s. Bügelbrillen erreichen üblicherweise F, Korbbrillen B, die Klasse A in der Regel nur Gesichtsschutzschilde.
- Wofür stehen K und N? K kennzeichnet eine kratzfeste Oberfläche, die Beschädigung durch feine Teilchen widersteht. N steht für Beständigkeit gegen Beschlagen. Beide Symbole stehen hinter der Stoßklasse und lohnen sich überall dort, wo die Brille staubig wird oder Temperaturwechsel auftreten.
- Welche optische Klasse brauche ich? Klasse 1, wenn die Brille dauerhaft getragen wird – sie stellt die höchsten Anforderungen an die Sehleistung. Klasse 2 genügt bei durchschnittlichen Anforderungen, Klasse 3 ist nur für kurzzeitiges Tragen gedacht. Eine zu niedrige Klasse führt bei Dauergebrauch zu Ermüdung und Kopfschmerzen.
- Meine Schutzbrille beschlägt ständig – was hilft? Eine Scheibe mit dem Symbol N für Beschlagfreiheit. Zusätzlich hilft es, die Brille nicht zu eng anliegend zu wählen, damit Luft zirkuliert. Wird gleichzeitig eine Halbmaske getragen, muss deren Sitz stimmen: Entweicht Ausatemluft nach oben, beschlägt jede Brille. Antibeschlagtücher helfen kurzfristig, ersetzen aber keine ausgerüstete Scheibe.
- Reicht eine Bügelbrille beim Umgang mit Chemikalien? Nein. Die Bügelbrille schützt gegen Partikel von vorn und schräg vorn, ist aber nicht dicht – Flüssigkeit gelangt von unten oder oben ans Auge. Beim Umgang mit Säuren, Laugen und Reinigungsmitteln ist eine rundum dichtende Korb- oder Vollsichtbrille erforderlich, je nach Gefährdung zusätzlich ein Gesichtsschutzschild.
- Kann ich eine getönte Schutzbrille zum Schweißen verwenden? Nein. Eine Tönung reduziert Helligkeit, filtert aber nicht die beim Schweißen entstehende optische Strahlung. Dafür braucht es eine Schweißerbrille oder einen Schweißerschutz mit der Schutzstufe, die zum Verfahren und zur Stromstärke passt. Alles andere führt zu Verblitzungen.
- Was ist die beste Lösung für Brillenträger? Bei gelegentlichem Einsatz die Überbrille, die über der eigenen Brille getragen wird. Bei dauerhaftem Tragen die Korrektionsschutzbrille mit eingearbeiteter Sehstärke – sie sitzt wie eine normale Brille und beschlägt weniger als eine Doppellösung. Die Beschaffung läuft über den Augenoptiker, häufig mit Zuschuss.
- Wie reinige ich eine Schutzbrille richtig? Nass: unter fließendem Wasser abspülen, mit mildem Spülmittel und weichem Tuch reinigen, an der Luft trocknen lassen. Niemals trocken mit dem Ärmel abwischen – der aufliegende Staub wirkt wie Schleifpapier und zerstört die Beschichtung innerhalb weniger Wochen. Lösemittel und Scheuermittel greifen Scheibe und Gestell an.
- Wann muss eine Schutzbrille ersetzt werden? Bei zerkratzter Scheibe, Rissen oder Ausbrüchen, verzogenem Gestell oder ausgeschlagenen Gelenken. Auch nach einem harten Treffer gehört die Brille aussortiert, selbst wenn sie äußerlich unversehrt wirkt: Mikrorisse sind von außen nicht erkennbar und setzen die geprüfte Stoßfestigkeit herab.
Schutzbrillen bei HUG – Bügelbrillen nach EN 166 ab Lager
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit Arbeitsschutz aus. Bei den Bügelschutzbrillen umfasst das Lagerprogramm knapp 40 Modelle von 3M, carhartt, Honeywell, UNIVET, Bollé, JSP und der Eigenmarke FORTIS – klar und getönt, mit kratzfester und beschlagfreier Ausrüstung, jeweils mit ablesbarer Kennzeichnung nach EN 166. Passend dazu ergänzen diese Bereiche den Augenschutz:- Vollsichtbrillen – wenn gegen Flüssigkeiten, Staub oder Gas dicht geschlossen werden muss
- Überbrillen – wenn über der eigenen Korrektionsbrille geschützt wird
- Schweißerbrillen – wenn optische Strahlung statt Partikel die Gefahr ist
- Zubehör – Bänder, Etuis und Reinigungsmittel für längere Lebensdauer
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- FORTIS-Markenwelt – die Eigenmarke für Arbeitsschutz und Berufsbekleidung
