Manometer
Manometer sind die mechanischen Druckmessgeräte für Druckluft-, Hydraulik- und Prozessanlagen – Rohrfeder, Plattenfeder oder Kapselfeder wandeln Druck in eine Zeigeranzeige um. HUG führt das Manometer-Sortiment von WIKA und Riegler in zehn Bauformen vom Standard-Rohrfedermanometer bis zum Edelstahl- und Kontaktmanometer.Technische Infos
Manometer-Bauformen im Überblick
- Standardmanometer (Rohrfeder): Industriestandard für Druckluft, Wasser und neutrale Medien
- Glyzerinmanometer: Glyzerin-Füllung dämpft Schwingungen – für Pumpen, Hydraulik und pulsierende Medien
- Plattenfedermanometer: Für aggressive Medien und hohe Schaltfrequenzen
- Kapselfedermanometer: Für Niederdruck und Gasmessungen (bis ca. 0,6 bar)
- Differenzdruckmanometer: Misst Druckdifferenz zwischen zwei Punkten – für Filterüberwachung
- Feinmessmanometer: Präzisionsausführung mit Klasse 0,6 oder besser
- Edelstahlmanometer: Komplett in Edelstahl – für Chemie, Lebensmittel und Außeneinsatz
- Robustausführungen: Stoßfeste Manometer mit stabilem Gehäuse
- Kontaktmanometer: Mit integrierten elektrischen Schaltkontakten für Signalauslösung
- Schweißtechnik-Manometer: Für Gasregler an Schweißgerätebaugruppen
Nenndurchmesser im Überblick
- ND 40 mm: Kleinmanometer für Panel-Einbau und Druckluftarmaturen
- ND 50 / 63 mm: Standard für Druckluft-Wartungseinheiten
- ND 80 mm: Gut ablesbarer mittlerer Durchmesser für Industrieanlagen
- ND 100 / 160 mm: Große Skala für gut ablesbare Anzeige aus Entfernung
Werkstoffe und Gehäusevarianten
- Kunststoffgehäuse: Preisgünstig für Druckluft und neutrale Medien
- Stahlgehäuse: Robust für Industrieanwendung mit lackiertem Finish
- CrNi-Stahl / Edelstahl: Korrosionsbeständig für Chemie, Lebensmittel und Außeneinsatz
- Stahlblech: Leicht und ausreichend für Standard-Industrie
- Grauguss: Schwere, sehr stabile Ausführung für Schwerindustrieanwendungen
Druckbereiche
- Vakuum: −1/0 bar für Unterdruck-Überwachung
- Niederdruck: 0 bis 0,6 / 1 / 1,6 bar – Kapselfeder-Bereich
- Mitteldruck: 0 bis 10 / 16 / 25 bar – Druckluftinstallationen
- Hochdruck: 0 bis 60 / 100 / 250 bar – Hydraulikanwendungen
- Sehr hoch: Bis 600 bar – Hochdruckhydraulik und Spezialanlagen
Anschlussarten und Genauigkeitsklassen
- Anschluss radial (unten): Standard für Wandmontage mit sichtbarem Gehäuse
- Anschluss axial (hinten): Für Panel-Einbau und Hinteranschluss
- Gewinde G 1/8, G 1/4, G 3/8, G 1/2: Standard-Rohrgewinde nach ISO 228
- Genauigkeitsklasse 1,6 / 1,0 / 0,6 / 0,25: Je kleiner die Zahl, desto präziser
Typische Einsatzgebiete
- Druckluftinstallationen: Standardmanometer an Wartungseinheiten und Verteilern
- Hydraulik: Glyzerin-Manometer mit Dämpfung gegen Druckstöße
- Pumpen und Kompressoren: Robust- oder Edelstahlausführung
- Chemie- und Lebensmittelindustrie: Edelstahl-Manometer mit Plattenfeder
- Filterüberwachung: Differenzdruckmanometer für Verschleißerkennung
- Schweißgerätebaugruppen: Gasregler mit Schweißtechnik-Manometer
Hersteller-Charakter
- WIKA: Deutscher Weltmarktführer für Druckmesstechnik – Premium-Qualität mit umfassendem Sortiment
- Riegler: Deutscher Spezialist für Drucklufttechnik – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Ergänzende Armaturen und Messtechnik
- Druckluft-Messgeräte als übergeordnete Kategorie
- Kugelhähne für die Medienabsperrung
- Flansche für Rohrverbindungen
- Inspektion und Wartung mit Dichtheitsprüfgeräten
FAQ – häufige Fragen zu Manometern
- Welche Bauform für welches Medium? Rohrfeder (Standard) für Luft, Wasser und neutrale Medien bis 1.000 bar – das Arbeitstier. Plattenfeder für aggressive Chemie und Schmutz im Medium (verstopft nicht). Kapselfeder für Niederdruck unter 0,6 bar (Gasdruck, Lüftungsüberwachung). Glyzerin-gefüllt bei Vibration und Pulsation – Hydraulik, Pumpen.
- Welche Genauigkeitsklasse brauche ich? Klasse 1,6 (Industriestandard) reicht für Anlagenüberwachung – Skalenendwert ±1,6 % Fehlertoleranz. Klasse 1,0 für anspruchsvolle Industrie. Klasse 0,6 für präzise Prozessmessung (Pharma, Chemie). Klasse 0,25 als Feinmessmanometer für Eich- und Prüfanwendungen. Höhere Klasse = höherer Preis, oft 3-5× teurer.
- Welcher Skalenendwert ist sinnvoll? Faustregel: Betriebsdruck soll im mittleren Drittel der Skala liegen. Bei 6 bar Betrieb also 0-10 oder 0-16 bar wählen. Skalenende sollte mindestens 30 % über Maximaldruck liegen. Zu kleiner Bereich = Zeiger schlägt am Endanschlag an (Lager kaputt). Zu großer Bereich = ungenaues Ablesen, Genauigkeit aufgehoben.
- Wann brauche ich ein Kontaktmanometer? Wenn der Manometer nicht nur anzeigen, sondern auch elektrische Schaltfunktionen auslösen soll – z. B. Kompressor abschalten bei Druckabfall, Alarm bei Überdruck, Pumpe einschalten bei Druckabfall. Magnetkontakte oder Reedkontakte schalten bei eingestellten Schwellenwerten. Standard: 1 oder 2 einstellbare Kontakte pro Manometer.
- Wie baue ich Manometer richtig ein? Manometerhahn (Absperrhahn vor dem Manometer) immer dazwischen schalten – ermöglicht Tausch ohne Anlagenabschaltung und schützt das Manometer bei Druckspitzen. Bei pulsierendem Druck Drosselschraube oder Glyzerin-Manometer verwenden. Anschluss radial unten ist Standard, axial hinten für Schaltschrank-Einbau. Skala muss waagerecht ablesbar sein.
