Sonstige Absperrorgane
Zwei Bauarten, die in keine der übrigen Kategorien passen, liegen hier zusammen: Muffen-Absperrschieber, bei denen eine Platte quer durch den Leitungsquerschnitt fährt statt eines Kegels oder einer Kugel, und 2/2-Wege-Sperrventile, die pneumatisch geschaltet werden und für den automatisierten Anlagenbau entwickelt wurden. HUG Technik führt beide Gruppen von RIEGLER ab Lager — die Schieber in Messing und Edelstahl bis DN 32, die Sperrventile von DN 10 bis DN 20.Technische Infos
Inhalt im Überblick
Muffen-Absperrschieber
Der Schieber ist die dritte große Absperrbauart neben Ventil und Hahn. Statt eines Kegels, der sich auf einen Sitz presst, oder einer Kugel, die sich dreht, fährt hier eine Platte quer durch den Leitungsquerschnitt. Geöffnet gibt sie den Weg vollständig frei — die Strömung läuft geradlinig hindurch, ohne Umlenkung und praktisch ohne Druckverlust. Genau darin liegt die Stärke der Bauart. Wo eine Leitung selten geschaltet, aber im Betrieb voll durchströmt wird, ist der Schieber die verlustärmste Lösung. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl:| Ausführung | Anschluss | Temperatur | max. Druck |
|---|---|---|---|
| Messing | G 3/4 (DN 20) | max. 120 °C | PN 16 |
| Edelstahl 1.4401/1.4408 | G 1 1/4 (DN 32) | max. 120 °C | PN 14 |
Öffnen ohne Spindelhub
Ein konstruktives Detail hebt die Messingausführung hervor: Sie öffnet und schließt laut Herstellerangabe ohne Spindelhub. Bei klassischen Schiebern wandert die Spindel beim Öffnen nach oben aus dem Gehäuse heraus — sie braucht also freien Raum über der Armatur, und die herausgefahrene Spindel ist Schmutz und mechanischer Beschädigung ausgesetzt. Bei der Ausführung ohne Spindelhub bleibt die Spindel dagegen auf ihrer Position; nur die Platte bewegt sich im Gehäuse. Das spart Bauhöhe und macht die Armatur für beengte Einbausituationen tauglich — etwa in Schächten, unter Decken oder in dicht belegten Verteilern. Zugleich entfällt die Verschmutzungsgefahr an der freiliegenden Spindel. Wer nicht absperren, sondern drosseln oder häufig schalten will, ist mit einem Absperrventil besser bedient: Schieber sind für seltenes Betätigen ausgelegt, nicht für den Dauertakt.2/2-Wege-Sperrventile
Die zweite Gruppe ist etwas völlig anderes: pneumatisch betätigte Sperrventile, laut Hersteller „speziell entwickelt für den automatisierten Anlagenbau" und als preiswerte, kompakte und platzsparende Lösung ausgelegt. Sie schalten nicht von Hand, sondern über Steuerluft.- Grundstellung: NC (stromlos beziehungsweise ohne Steuerdruck geschlossen) oder NO (offen) — je nachdem, welche Stellung die Anlage im Störfall einnehmen soll.
- Wirkungsweise: einfachwirkend mit Federrückstellung (Steuerdruck 4,2–8 bar) oder doppeltwirkend, bei dem Steuerluft in beide Richtungen arbeitet (Steuerdruck 3–8 bar).
- Dichtungswerkstoff: NBR für Medien bis 80 °C, FKM für Anwendungen bis 150 °C.
- Größen: Rp 3/8 (DN 10), Rp 1/2 (DN 15) und Rp 3/4 (DN 20).
FAQ zu Absperrschiebern und Sperrventilen
- Was ist ein Absperrschieber? Eine Absperrarmatur, bei der eine Platte quer durch den Leitungsquerschnitt fährt. Geöffnet gibt sie den Weg vollständig frei — die Strömung läuft geradlinig hindurch, ohne Umlenkung und mit minimalem Druckverlust. Schieber eignen sich für Leitungen, die selten geschaltet, aber im Betrieb voll durchströmt werden.
- Was ist der Unterschied zwischen Schieber und Ventil? Beim Ventil presst sich ein Kegel senkrecht auf einen Sitz in der Strömung — gut dosierbar, aber mit Umlenkung und entsprechendem Druckverlust. Beim Schieber fährt eine Platte quer durch den Querschnitt und gibt ihn geöffnet komplett frei. Ventile eignen sich fürs häufige Schalten und Drosseln, Schieber für seltenes Absperren bei vollem Durchfluss.
- Was bedeutet Muffenschieber? Der Schieber wird über Innengewinde direkt in die Rohrleitung eingeschraubt — im Gegensatz zu Flanschausführungen, die zwischen zwei Flanschen verschraubt werden. Das macht den Einbau in Gewinderohrleitungen einfach und spart Bauteile. Im Sortiment gibt es Muffen-Absperrschieber in G 3/4 und G 1 1/4.
- Was heißt „ohne Spindelhub"? Bei klassischen Schiebern fährt die Spindel beim Öffnen aus dem Gehäuse heraus und braucht Platz über der Armatur. Bei der Ausführung ohne Spindelhub bleibt die Spindel an ihrer Position, nur die Platte bewegt sich innen. Das spart Bauhöhe in beengten Einbausituationen und schützt die Spindel vor Verschmutzung und Beschädigung.
- Messing oder Edelstahl beim Schieber? Messing (G 3/4, DN 20, PN 16) ist die wirtschaftliche Wahl für Wasser, Druckluft und neutrale Medien. Die Edelstahlausführung 1.4401/1.4408 (G 1 1/4, DN 32, PN 14) gehört zu korrosiven Medien und in feuchte Umgebungen. Beide vertragen Mediumstemperaturen bis 120 °C.
- Was ist ein 2/2-Wege-Sperrventil? Ein pneumatisch betätigtes Ventil mit einem Eingang und einem Ausgang, das über Steuerluft geschaltet wird. Der Hersteller hat es für den automatisierten Anlagenbau entwickelt: kompakt, platzsparend und preiswerter als vergleichbare Prozessventile. Erhältlich in Rp 3/8, Rp 1/2 und Rp 3/4.
- Einfachwirkend oder doppeltwirkend? Einfachwirkend heißt: Steuerluft schaltet in eine Richtung, eine Feder stellt zurück — bei Ausfall der Steuerluft geht das Ventil selbsttätig in die Grundstellung, was für sicherheitsrelevante Leitungen wichtig ist. Doppeltwirkend arbeitet die Steuerluft in beide Richtungen; das Ventil bleibt bei Luftausfall stehen. Die Steuerdrücke liegen bei 4,2–8 bar beziehungsweise 3–8 bar.
- NBR oder FKM als Dichtung? Der Dichtungswerkstoff bestimmt den Temperaturbereich: NBR deckt −20 bis +80 °C ab und ist die Standardwahl für Wasser, Druckluft und neutrale Medien. FKM geht bis +150 °C und ist zusätzlich gegen viele Öle und aggressive Medien beständiger. Bei heißen Medien führt kein Weg an der FKM-Ausführung vorbei.
Absperrorgane bei HUG – Schieber und Sperrventile ab Lager
Beide Gruppen stammen von RIEGLER — dem Hersteller, dessen Armaturenprogramm bei HUG von der Handarmatur bis zum automatisierten Prozessventil durchgängig verfügbar ist. Passend dazu finden Sie im Sortiment:- Absperrungen im Überblick – alle Absperrbauarten des Bereichs.
- Schmutzfänger – schützen Schieberplatte und Ventilsitz vor Partikeln.
