Nadelkränze
Nadelkränze sind die kompakteste Nadellager-Bauform – ein Käfig mit eingelegten Nadelrollen, ohne eigenen Innen- oder Außenring. Damit sparen sie radialen Bauraum gegenüber Vollnadellagern und eignen sich für hohe Drehzahlen. HUG führt die K-Serie von INA, NTN und ZEN mit über 390 Modellen in Wellendurchmessern 3 bis 240 mm ab Lager.
Inhalt im Überblick
Aufbau und Vorteil
Kurz: Ein Nadelkranz besteht nur aus Käfig und Nadelrollen – ohne eigene Ringe. Die Welle wirkt direkt als Innenring-Laufbahn, das Gehäuse als Außenring-Laufbahn. Dadurch baut der Nadelkranz nur so dick wie die Nadelrollen selbst und spart maximalen radialen Bauraum.
Der Nadelkranz – auch Nadelkäfig genannt – besteht aus zwei Komponenten:- Käfig: hält die Nadelrollen in gleichmäßigem Abstand und definierter Position.
- Nadelrollen: schlanke zylindrische Wälzkörper – im Gegensatz zu den Kugeln im Rillenkugellager.
K-Serie nach Wellendurchmesser
Kurz: Die Bezeichnung K folgt dem Wellendurchmesser – von K3 (3 mm, Feinmechanik) bis K100+ (bis 240 mm, Großmaschinenbau). Der Zusatz -TV kennzeichnet den reibungsärmeren Polyamid-Käfig für höhere Drehzahlen.
Die K-Nummer entspricht dem Wellendurchmesser in Millimetern:| Serie | Wellen-Ø | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| K3–K9 | 3–9 mm | Feinmechanik, Modellbau |
| K10–K29 | 10–29 mm | Antriebstechnik, Kleingetriebe |
| K30–K59 | 30–59 mm | Maschinen- und Anlagenbau |
| K60–K99 | 60–99 mm | Schwerlast-Anwendungen |
| K100–K999 | 100–240 mm | Großmaschinenbau, Walzwerke |
Einsatz, Welle und Schmierung
Kurz: Nadelkränze brauchen eine gehärtete und geschliffene Welle (58–64 HRC) als Laufbahn, sonst verschleißt sie zu schnell. Ist die Welle nicht härtbar, läuft der Nadelkranz auf einem separaten Innenring. Geschmiert wird mit Fett oder im Ölbad.
Die Voraussetzung für den direkten Einsatz ist eine gehärtete, geschliffene Wellenlaufbahn (typisch 58–64 HRC) – Standard-Wellenstahl ohne Härtung verschleißt unter den Nadelrollen zu schnell. Lässt sich die Welle aus Kosten- oder Fertigungsgründen nicht härten, kombiniert man den Nadelkranz mit einem separaten Innenring, der die gehärtete Laufbahn mitbringt. Die Schmierung erfolgt meist mit periodischer Fettschmierung oder im Ölbad über das umgebende Gehäuse; passendes Wälzlagerfett gehört zur Erstbefüllung. Eingesetzt werden Nadelkränze in beengten Antrieben, Kleingetrieben, Pumpen und überall dort, wo viele Lagerstellen ein geringes Lagergewicht verlangen.Abgrenzung zu anderen Bauformen
Kurz: Der Nadelkranz ist nur Käfig plus Nadeln – Welle und Gehäuse sind die Laufbahnen. Das Vollnadellager (Nadellager Massiv) bringt eigene Ringe mit und braucht keine gehärtete Welle. Das Rillenkugellager baut höher und trägt pro Bauraum weniger.
Die Wahl hängt von den vorhandenen Laufbahnen ab:- Nadelkranz: nur Käfig mit Nadeln – setzt gehärtete Welle und Gehäuse voraus, baut am kompaktesten.
- Nadellager Massiv: mit eigenem Außenring (und optional Innenring) – braucht keine gehärtete Welle, trägt höhere Lasten.
- Rillenkugellager: größere Bauhöhe, geringere Tragfähigkeit pro Bauraum, dafür auch axial belastbar.
FAQ zu Nadelkränzen
- Was ist ein Nadelkranz? Ein Nadelkranz ist ein Käfig mit eingelegten Nadelrollen, aber ohne eigenen Innen- und Außenring. Die Welle und das Gehäuse wirken direkt als Laufbahnen. Dadurch baut er extrem kompakt – nur so dick wie die Nadelrollen – und eignet sich für hohe Radiallasten bei minimalem Bauraum.
- Nadelkranz oder Nadellager Massiv – was ist der Unterschied? Der Nadelkranz hat keine eigenen Ringe und setzt eine gehärtete, geschliffene Welle (58–64 HRC) voraus – er baut am kompaktesten. Das Nadellager Massiv bringt einen eigenen Außenring (und optional Innenring) mit und läuft auch auf ungehärteten Wellen. Faustregel: gehärtete Welle und knapper Bauraum → Nadelkranz, sonst Nadellager Massiv.
- Was bedeutet der Zusatz -TV? -TV kennzeichnet den Massivkäfig aus glasfaserverstärktem Polyamid 66. Dieser Kunststoffkäfig ist leichter und reibungsärmer als ein Stahlblechkäfig und erlaubt höhere Grenzdrehzahlen. Bei Temperaturen über 120 °C oder aggressiven Medien bleibt der Stahlkäfig die richtige Wahl.
- Muss die Welle gehärtet sein? Ja, beim direkten Einsatz ohne Innenring braucht die Welle eine gehärtete und geschliffene Laufbahn von 58–64 HRC mit feiner Oberfläche (Ra ≤ 0,2 µm). Ungehärteter Stahl wird von den Nadelrollen schnell zerstört. Ist die Welle nicht härtbar, setzt man einen separaten Innenring ein.
- Ein- oder zweireihig? Einreihige Nadelkränze sind der Standard für normale Radiallasten. Zweireihige Ausführungen verdoppeln die Tragzahl und nehmen bei gleichem Durchmesser höhere Lasten oder Kippmomente auf – sinnvoll bei breiten Lagerstellen und hoher Belastung. Die Reihenzahl steht in der Lagerbezeichnung.
- Wie schmiere ich Nadelkränze richtig? Mit Wälzlagerfett bei der Erstmontage füllen und je nach Belastung periodisch nachschmieren, oder im Ölbad über das Gehäuse versorgen. Wichtig ist, dass das Schmiermittel den Nadelkranz vollständig benetzt – Mangelschmierung führt zu Verschleiß und Käfigbruch. Bei hohen Drehzahlen Ölschmierung bevorzugen.
- Welche Marken führt HUG bei Nadelkränzen? HUG führt die K-Serie von INA, NTN und ZEN mit über 390 Modellen in Wellendurchmessern 3 bis 240 mm – mit Stahlkäfig oder Polyamid-Käfig (-TV), ein- und zweireihig, für Temperaturen von −20 bis +150 °C.
Nadelkränze bei HUG – INA, NTN und ZEN ab Lager
HUG Technik und Sicherheit führt Nadelkränze (K-Serie) von INA, NTN und ZEN in Wellendurchmessern 3 bis 240 mm – mit Stahlkäfig oder Polyamid-Käfig (-TV-Variante) für hohe Drehzahlen, ein- und zweireihig. Passend dazu finden Sie im Sortiment:- Innenringe – separate gehärtete Laufbahn für ungehärtete Wellen.
- Nadellager Massiv – die Bauform mit eigenem Außenring für höhere Lasten.
- Wälzlager-Zubehör – Hülsen, Muttern, Scheiben und Ringe rund um die Lagerstelle.
