Lagerdeckel und Verschlusskappen
Lagerdeckel, Verschlusskappen, Endkappen und Lagerschutzkappen für Stehlager- und Flanschlager-Gehäuse – sie verschließen die Gehäuseöffnung am Wellenende und schützen das Wälzlager vor Staub, Spritzwasser und Schmutz. HUG führt das Sortiment von SKF® in Stahlblech und Kunststoff.Technische Infos
Die vier Bauarten
Die Bauteile dieser Kategorie sitzen alle in der Dichtnut des Stehlager- oder Flanschlager-Gehäuses und schließen die Seite, an der die Welle nicht herausgeführt wird:- Enddeckel: Geschlossene Kappe – die Welle endet im Lager und braucht keinen Durchtritt
- Verschlusskappen: Aufsteckbare Kappe als nachträglicher Schutz, oft aus Kunststoff
- Lagerschutzkappen: Robuste Stahlblech-Variante für mechanisch beanspruchte Außenseiten
- Gehäusedeckel: Bei zweiteiligen Gehäusen die Trennfläche zwischen Ober- und Unterteil
Wann brauche ich einen Lagerdeckel?
Stehlager- und Flanschlager-Gehäuse werden grundsätzlich mit zwei Dichtseiten geliefert: an der Wellendurchtritts-Seite ein Wellendichtring oder Filzstreifen, an der wellenfreien Seite ein Deckel. Standardfälle:- Welle endet im Lager (blindes Wellenende): Eine Seite mit Enddeckel, andere mit Wellendichtung
- Welle wird durchgeführt: Beide Seiten mit Wellendichtung – kein Enddeckel
- Lager nachrüsten: Verschluss- oder Lagerschutzkappe als zusätzlicher Schutz bei veränderten Einsatzbedingungen
Material – Kunststoff oder Stahlblech?
- Kunststoff (PP, PA): Leicht, korrosionsbeständig, preiswert – Standard für trockene Innenraum-Anwendungen bis ca. 100 °C
- Stahlblech: Mechanisch robust, hitzebeständiger – für höhere Temperaturen und beanspruchte Außenseiten
Auswahl nach Maß
Die Deckel und Kappen sind auf die Norm-Maße der Stehlager- und Flanschlager-Gehäuse abgestimmt. Beim Bestellen ist der Außendurchmesser der Bohrung im Gehäuse maßgeblich. SKF nutzt dafür produktspezifische Kennzeichen; die passende Deckelgröße finden Sie über das Gehäuse-Datenblatt.- Außendurchmesser des Deckels muss zur Gehäuse-Dichtnut passen
- Innenbohrung (bei Verschlusskappe mit Wellendurchtritt): Wellendurchmesser plus Spielmaß
- Herstellerbezeichnung 1:1 übernehmen – die SKF-Kennung des Gehäuses nennt den passenden Deckel
Einbau und Demontage
- Dichtnut sauber: Späne, Fett-Reste und alte Dichtmasse vor dem Einsetzen entfernen
- Schmierstoff-Verträglichkeit: Kunststoff-Kappen mit Schmierstoffvorgabe abstimmen – aggressive EP-Fette können bestimmte Kunststoffe angreifen
- Gegebenenfalls zusätzlich mit Dichtmasse einsetzen, wenn innen Druck ansteht
- Demontage: Vorsichtig mit Schraubendreher heraushebeln, Dichtnut nicht verkratzen
Ergänzendes Wälzlager-Zubehör
- Gehäusescheiben als axiale Zwischenscheibe in geteilten Lagergehäusen
- Filzstreifen als klassische Dichtung am Wellendurchtritt (nach DIN 5419)
- Gehäusedichtungen für die Trennfuge zwischen zweiteiligen Stehlagergehäusen
- Stehlager-Gehäuseeinheiten als komplettes Lagergehäuse mit Wälzlager
- Wellendichtringe Bauform A als Standard-Wellenabdichtung
FAQ – häufige Fragen
- Lagerdeckel oder Wellendichtring – was kommt wann? Wellendichtring an der Wellendurchtritts-Seite (die rotierende Welle muss abgedichtet werden), Lagerdeckel an der gegenüberliegenden Seite, an der die Welle nicht heraustritt (blindes Wellenende). Bei durchgehender Welle kommen beidseitig Wellendichtungen, kein Deckel.
- Wie finde ich die richtige Größe? Maßgeblich ist der Außendurchmesser der Dichtnut im Lagergehäuse. Diesen entnehmen Sie dem Stehlager- oder Flanschlager-Datenblatt. Bei SKF ist die Deckel-Bezeichnung direkt der Stehlager-Einheit zugeordnet. Im Zweifel das alte Bauteil ausmessen oder das Lagerschild fotografieren.
- Halten Kunststoff-Kappen Hochdruckreinigung aus? Bedingt. Kunststoff-Kappen sind für Spritzwasser ausgelegt – nicht für Hochdruckreinigung in der Lebensmittelindustrie. Dort sind Stahlblech-Kappen oder spezielle Hygienic-Design-Lagereinheiten die bessere Wahl.
- Kann ich einen defekten Lagerdeckel selbst tauschen? Ja – die Demontage erfolgt mit einem Schraubendreher aus der Dichtnut, der neue Deckel wird durch leichten Druck eingesetzt. Wichtig: Dichtnut reinigen und auf Beschädigungen prüfen. Bei verkratzten Nuten zieht der neue Deckel nicht dicht.
- Welche Schmierstoff-Verträglichkeit ist zu beachten? Standard-Lithium- und Lithiumkomplex-Fette (aus der Kategorie Schmierfett) sind mit allen gängigen Materialien verträglich. EP-Fette mit Schwefel-Phosphor-Additiven können auf Dauer bestimmte Kunststoffe angreifen – im Zweifel Stahlblech wählen oder die Spezifikation des Schmierstoff-Herstellers prüfen.
