Kegelrollenlager
Kegelrollenlager sind die Standard-Wälzlager für kombinierte Radial- und Axialbelastung – die kegeligen Wälzkörper nehmen beide Lastrichtungen gleichzeitig auf, typisch in Radnaben, Getrieben und Spindellagerungen. HUG führt Kegelrollenlager von SKF, FAG und TIMKEN – einreihig, zweireihig und gepaart, metrisch und in Zoll, inklusive Innenring-, Außenring- und Komplett-Varianten.3456 Artikel gefunden
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Einreihige und zweireihige Bauformen
- Einreihige Kegelrollenlager: Standardausführung – nehmen Radialkraft und einseitige Axialkraft auf. In Paaranordnung (X- oder O-Anordnung) auch beidseitige Axialkraft aufnehmbar
- Zweireihige Kegelrollenlager: Zwei Kegelrollenreihen in einem Lager – höhere Tragfähigkeit und axiale Fixierung in einer Baugruppe, typisch für Antriebsachsen und Walzwerk-Antriebe
- Gepaarte Kegelrollenlager (als Set): Werksseitig aufeinander abgestimmte Paare für definierte Vorspannung – direkt einbaufertig ohne eigene Einstellung
Wichtige Baureihen
- 30200-Reihe: Flache Kegelrollenlager mit geringem Kegelwinkel – hohe Radiallast, mäßige Axiallast
- 32000-Reihe: Standard-Kegelrollenlager mit mittlerem Kegelwinkel – ausgewogenes Radial-/Axial-Verhältnis. Kegelrollenlager 32005 gehört zu dieser Reihe
- 32200-Reihe: Breitere Ausführung der 32000er für höhere Tragfähigkeit
- 32300-Reihe: Steiler Kegelwinkel für hohe Axiallast-Anteile
Innenteil, Außenring und Komplett-Lager
Besonders bei Kegelrollenlagern wird häufig zwischen Innen- und Außenring unterschieden:- Innenteil (Cone): Innenring mit Kegelrollen und Käfig als zusammengehörige Baugruppe
- Außenring (Cup): Separater Außenring, passend zum Innenteil
- Komplettlager: Innenteil und Außenring als Set – aufeinander abgestimmte Passung
Zoll- und metrische Maße
TIMKEN als US-Hersteller bietet Kegelrollenlager häufig auch in zölligen Maßen – wichtig für Ersatzteile amerikanischer Maschinen und Fahrzeuge. Die metrische SKF/FAG-Welt deckt die meisten europäischen Anwendungen ab.Typische Einsatzgebiete
- Radnaben und Achsen: PKW, LKW, Landmaschinen – klassisches Kegelrollenlager-Revier
- Getriebe mit Schrägverzahnung: Gleichzeitige Radial- und Axialbelastung
- Walzenantriebe und Pressen: Mit hoher Axial- und Radialkraft
- Bohrspindeln und Werkzeugmaschinen-Spindeln: Hochpräzisionslagerung mit Vorspannung
- Schwerlast-Förderwalzen: Stahl-, Papier- und Bergbauindustrie
Einstellung und Vorspannung
Kegelrollenlager laufen nicht im Standardspiel wie Rillenkugellager – sie werden entweder spielfrei oder mit definierter Vorspannung eingebaut. Die Einstellung erfolgt typisch über eine Mutterneinheit, Distanzscheiben oder Spannhülsen aus dem Wälzlager-Zubehör. Bei kombinierten Radial-/Axiallast-Anwendungen kann ergänzend ein Axial-Radiallager (NKIA/NKIB) sinnvoll sein.Schmierung
Kegelrollenlager werden typisch fettgeschmiert, bei höheren Drehzahlen auch ölgeschmiert. Für die Erst- und Nachschmierung führt HUG passendes EP-Wälzlagerfett und passende Schmiernippel. Ergänzende Wellendichtringe schützen die Lagerstelle vor Schmutz und Wasser.FAQ – häufige Fragen zu Kegelrollenlagern
- X- oder O-Anordnung – was ist der Unterschied? Bei einreihigen Kegelrollenlagern in Paaranordnung. X-Anordnung: Kegelspitzen zeigen aufeinander – kompakte Bauform, geringerer Stützabstand, gut für kurze Wellen. O-Anordnung: Kegelspitzen zeigen nach außen – größerer Stützabstand, höhere Kippsteifigkeit, Standard bei Radnaben und Antriebsachsen. Faustregel: O wenn Kippsteifigkeit wichtig (Räder), X wenn Bauraum knapp.
- Spielfrei oder mit Vorspannung einstellen? Spielfrei für normalen Maschinenbau – Lager läuft sauber ohne Vorspannungsverluste. Vorspannung (leichte Klemmung) für höchste Steifigkeit – z. B. bei Spindellagerungen oder hochpräzisen Werkzeugmaschinen-Achsen. Vorspannung erhöht Tragkraft, reduziert aber Lebensdauer durch zusätzliche Belastung. Im Zweifel spielfrei.
- Innenteil und Außenring separat oder als Komplettlager? Komplettlager (Innenteil + passender Außenring vom selben Hersteller) ist einfacher in der Bestellung und garantiert die Werks-Toleranzpaarung. Bei Reparatur lohnt der Einzelteil-Tausch: Wenn nur der Außenring im Gehäuse beschädigt ist, kann das Innenteil auf der Welle bleiben. Achtung: Einzelteile verschiedener Hersteller NICHT mischen – Toleranzen variieren.
- TIMKEN, SKF oder FAG – ist das wirklich austauschbar? Bei standardisierten Bezeichnungen (z. B. 32008X, 32208) sind die Hauptabmessungen identisch und Teile austauschbar. Aber: Toleranzen, Werkstoffqualität und Käfigbauformen können unterschiedlich sein. Bei kritischen Anwendungen beim Original-Hersteller bleiben. TIMKEN-spezifische Bezeichnungen (z. B. 25590/25520) sind US-Sondergrößen – nicht austauschbar mit europäischen Lagern.
- Wie schmiere ich Kegelrollenlager richtig? Standard-Fettung: hochwertiges EP-Wälzlagerfett (Lithiumkomplex, NLGI 2-3). Beim Erstmontage Lager komplett mit Fett füllen, Gehäuse zu 30-50 % füllen lassen (nicht voll – Hitzestau). Nachschmierung über Schmiernippel typisch alle 1.000-3.000 Betriebsstunden. Bei hohen Drehzahlen (über 80 % der Grenzdrehzahl): Ölumlaufschmierung erforderlich.
