Rillenkugellager 6000 bis 6199
Dieser Nummernbereich ist der meistgefragte im ganzen Lagerprogramm: 1.386 Rillenkugellager von zehn Herstellern, verteilt auf nur 44 Grundtypen. Die Nummer allein führt deshalb selten zum Ziel – entscheidend ist, was hinter ihr steht.Technische Infos
Inhalt im Überblick
Was die Nummer verrät
Einreihige Rillenkugellager sind in DIN 625-1 genormt, das Bezeichnungssystem regelt ISO 15, die Maß- und Lauftoleranzen DIN 620. Die Norm umfasst mehrere Maßreihen, darunter 16, 18, 19, 60, 62, 63 und 64. Die hier geführten Lager gehören zur Reihe 60 – der leichten Grundreihe. Bei gleicher Bohrung baut sie schlanker als die kräftigeren Reihen 62 und 63, trägt dafür weniger. Für die überwiegende Zahl der Standardanwendungen im Maschinen- und Gerätebau ist sie die passende Wahl. Die beiden letzten Ziffern führen zur Bohrung. Bei den Größen ab 6004 wird die Kennzahl mit fünf multipliziert: Ein 6004 hat 20 mm Bohrung, ein 6008 vierzig, ein 6012 sechzig. Darunter gilt eine eigene Zuordnung – 6000 steht für 10 mm, 6001 für 12 mm, 6002 für 15 mm und 6003 für 17 mm. Im HUG-Sortiment reicht der Bereich von 10 mm Bohrung bis 380 mm, die Außendurchmesser liegen zwischen 26 und 560 mm. Am stärksten besetzt sind die kleinen und mittleren Größen: Allein auf 6005, 6001, 6006 und 6003 entfallen über hundert Artikel.Dichtscheibe oder Deckscheibe
Weil sich hinter einer Nummer wie 6205 im Sortiment schnell ein Dutzend Artikel verbergen, ist die Ausführung das eigentliche Auswahlkriterium. Den größten Unterschied macht die seitliche Abdeckung.| Nachsetzzeichen | Art | Eigenschaft |
|---|---|---|
| 2RS, 2RSR, 2RS1, 2RSH | berührende Dichtscheibe aus Elastomer | staubdicht und spritzwassergeschützt, höhere Reibung |
| 2Z, ZZ | berührungslose Metall-Deckscheibe | Staubschutz, geringere Reibung, höhere Grenzdrehzahl |
| ohne Zusatz | offen | für Öl-Umlaufschmierung oder eigene Abdichtung |
Lagerluft: wann C3 nötig ist
Ein Zusatz taucht im Sortiment besonders häufig auf: rund ein Fünftel der Artikel trägt ein C3. Damit ist die radiale Lagerluft gemeint, also das Spiel zwischen Kugeln und Laufbahnen im unbelasteten Zustand. C0 ist die Normalluft und der Standard. C3 bezeichnet ein größeres Spiel. Nötig wird es, wenn sich das Lager im Betrieb stärker erwärmt als seine Umgebung – etwa bei hoher Drehzahl, bei Dauerlast oder wenn Wärme über die Welle eingeleitet wird. Ohne die zusätzliche Luft würde sich der Innenring ausdehnen, das Spiel aufzehren und das Lager verspannen. Ein zweiter Fall ist die feste Passung. Wird der Innenring stramm auf die Welle gepresst, weitet er sich auf und verkleinert das Spiel bereits bei der Montage. Auch dann gleicht C3 den Verlust aus. Umgekehrt gilt: Wo diese Bedingungen nicht vorliegen, ist Normalluft die bessere Wahl. Zu viel Spiel führt zu unruhigem Lauf und höherem Geräusch. Bei der Montage kommt es darauf an, die Kraft nie über die Wälzkörper zu leiten – beim Aufziehen über den Innenring, beim Einsetzen über den Außenring. Passende Montagewerkzeuge nehmen einem diese Sorge ab und verhindern Eindrücke in den Laufbahnen, die das Lager sonst vorzeitig ausfallen lassen.Elf Hersteller, ein Normmaß
Weil Hauptabmessungen und Bezeichnungssystem genormt sind, ist ein 6205 des einen Herstellers in Bohrung, Außendurchmesser und Breite mit dem 6205 eines anderen identisch. Das macht die Ersatzteilbeschaffung einfach: Ist eine Marke nicht lieferbar, springt eine andere ein. Im HUG-Sortiment stellen SKF mit 369 Artikeln, NSK mit 326 und FAG mit 308 den Hauptteil. Dazu kommen NKE, NTN, ZEN, SNR, PEER, SLF und die HUG-Eigenmarke. Unterschiede gibt es dennoch, und zwar dort, wo die Norm nichts vorschreibt: bei Laufruhe, Fettqualität, Dichtungsgüte und Fertigungstoleranz innerhalb der zulässigen Grenzen. Für eine hoch belastete Hauptspindel lohnt deshalb der Markenblick, für eine einfache Umlenkrolle selten. Für Nass- und Hygienebereiche führt HUG daneben Niro-Rillenkugellager aus nichtrostendem Stahl.FAQ zu Rillenkugellagern 6000 bis 6199
- Welche Bohrung hat ein 6008? Vierzig Millimeter. Ab der Größe 6004 ergibt sich die Bohrung aus den letzten beiden Ziffern mal fünf: 6004 hat 20 mm, 6008 vierzig, 6012 sechzig. Für die vier kleinsten Größen gilt eine eigene Zuordnung – 6000 steht für 10 mm, 6001 für 12 mm, 6002 für 15 mm und 6003 für 17 mm.
- Was ist der Unterschied zwischen 2RS und 2Z? Die Art der Abdeckung. 2RS bezeichnet eine beidseitig berührende Dichtscheibe aus Elastomer – staubdicht und spritzwassergeschützt, dafür mit etwas höherer Reibung. 2Z steht für beidseitige Metall-Deckscheiben, die berührungslos arbeiten: weniger Reibung und höhere Grenzdrehzahl, aber geringerer Schutz gegen Feuchtigkeit.
- Wann brauche ich C3 statt Normalluft? Wenn sich das Lager im Betrieb stärker erwärmt als seine Umgebung, etwa bei hoher Drehzahl, Dauerlast oder Wärmeeinleitung über die Welle. Ebenso bei fester Passung auf der Welle, weil der Innenring sich dabei aufweitet und das Spiel schon bei der Montage verkleinert. Ohne die Reserve verspannt sich das Lager.
- Sind Lager verschiedener Hersteller austauschbar? In den Hauptabmessungen ja, denn Bohrung, Außendurchmesser und Breite sind über DIN 625-1 und ISO 15 genormt. Unterschiede bestehen bei Laufruhe, Fettqualität, Dichtungsgüte und Toleranzlage innerhalb der zulässigen Grenzen. Für einfache Lagerstellen spielt das kaum eine Rolle, für hoch belastete Spindeln schon.
- Was bedeutet DDU bei einem NSK-Lager? Dasselbe wie 2RS bei SKF oder FAG: beidseitig berührende Dichtscheiben. Jeder Hersteller pflegt eigene Kürzel für funktional gleiche Ausführungen – NTN schreibt LLU, NACHI 2NSL, Koyo 2RK. Eine Übersicht mit über 200 Nachsetzzeichen führt HUG auf einer eigenen Referenzseite.
- Welche Maßreihe ist 60 und wofür eignet sie sich? Die leichte Grundreihe nach DIN 625-1. Bei gleicher Bohrung baut sie schlanker als die kräftigeren Reihen 62 und 63 und trägt entsprechend weniger. Für die überwiegende Zahl der Standardanwendungen im Maschinen- und Gerätebau reicht sie aus; bei höherer Last führt der Weg zur breiteren oder schwereren Reihe.
- Welche Größen führt HUG in diesem Bereich? Von 10 mm Bohrung bis 380 mm, mit Außendurchmessern zwischen 26 und 560 mm. Insgesamt verteilen sie sich auf 44 Grundtypen. Am stärksten besetzt sind die kleinen und mittleren Größen, etwa 6005, 6001, 6006 und 6003.
- Offenes Lager oder abgedichtet? Offene Lager sind dort richtig, wo eine Öl-Umlaufschmierung vorhanden ist oder die Abdichtung konstruktiv außen erfolgt. In allen anderen Fällen ist ein abgedichtetes oder mit Deckscheiben versehenes Lager die praktischere Wahl, weil es fertig gefettet kommt und keine zusätzliche Dichtung braucht.
- Was ist bei der Montage zu beachten? Die Montagekraft nie über die Wälzkörper leiten. Beim Aufziehen auf die Welle wird über den Innenring gedrückt, beim Einsetzen ins Gehäuse über den Außenring – sonst entstehen Eindrücke in den Laufbahnen, die das Lager vorzeitig ausfallen lassen. Passende Montagewerkzeuge erleichtern das erheblich.
Rillenkugellager bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Im Nummernbereich 6000 bis 6199 liegen rund 1.400 Rillenkugellager ab Lager – von SKF, NSK, FAG, NKE, NTN, ZEN, SNR und weiteren Herstellern, offen, mit Deckscheiben und mit Dichtscheiben, in Normalluft und in C3. Passend dazu:- Wälzlager-Nachsetzzeichen – unsere Referenz mit über 200 Kürzeln, wenn eine Bezeichnung unklar ist.
- Niro-Rillenkugellager – nichtrostende Ausführungen für Nass- und Hygienebereiche.
- Flanschlager-Gehäuseeinheiten – fertige Lagerstellen, wenn kein Gehäuse vorhanden ist.
- Montagewerkzeuge – zum schonenden Auf- und Abziehen ohne Belastung der Wälzkörper.
