Augenspülung
Wenn ein Fremdkörper oder Chemikalienspritzer ins Auge gelangt, zählt jede Sekunde: Eine gebrauchsfertige Augenspülung am Arbeitsplatz spült sofort, bevor Schaden entsteht. HUG Technik führt 8 Artikel – von der handlichen Augenspülflasche über das Taschenformat bis zur wandmontierten Augenspülstation.Zu Ihrem Experten für Augenspülung
Andreas Selwitschka
Inhalt im Überblick
Kochsalzlösung oder pH-neutral – die richtige Spüllösung
Für Fremdkörper wie Staub und Splitter genügt eine sterile Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %). Bei Chemikalienspritzern – Säuren oder Laugen – ist eine pH-neutrale Phosphatpufferlösung nötig, die den Säure- oder Laugenangriff neutralisiert.
Die Wahl der Lösung entscheidet über die Wirkung. Beide Typen gibt es gebrauchsfertig in versiegelten Flaschen:
| Lösungstyp | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %, isotonisch) | Fremdkörper: Staub, Späne, Splitter | spült aus, gut verträglich (entspricht dem Salzgehalt des Auges) |
| pH-neutral (Phosphatpuffer 4,9 %) | Chemikalien: Säuren und Laugen | neutralisiert den pH-Wert und spült zugleich aus |
Wo mit Chemikalien gearbeitet wird, sollte beides griffbereit sein – die Phosphatpufferlösung neutralisiert schneller, als reines Wasser oder Kochsalz es könnten. Wo nur mechanische Gefahren bestehen, reicht die Kochsalzlösung. Unabhängig vom Lösungstyp gilt: Helfende sollten die Hände sauber halten – dafür sorgt die betriebliche Desinfektion.
DIN EN 15154-4: die Norm für Augenspülung ohne Wasseranschluss
DIN EN 15154-4 regelt Augenspüleinrichtungen ohne festen Wasseranschluss – also die tragbaren Spülflaschen und -stationen. Sie stellt sicher, dass beide Augen gleichmäßig und schonend gespült werden.
Anders als fest installierte Augenduschen mit Wasseranschluss (geregelt in anderen Teilen der Normenreihe EN 15154) sind die Flaschen und Stationen nach Teil 4 überall dort die Lösung, wo kein Wasser in Reichweite ist – an der Maschine, im Lager, auf dem Fahrzeug. Sie liefern einen weichen, gleichmäßigen Spülstrahl für beide Augen. Die sterile Lösung ist bis zum aufgedruckten Verfallsdatum haltbar; danach muss die Flasche ersetzt werden.
Formate: Flasche, Taschenformat und Station
Augenspülungen gibt es als Einzelflasche (200 bis 1000 ml), im Taschenformat für unterwegs und als wandmontierte Station mit meist zwei 500-ml-Flaschen. Die Spülzeit steigt mit dem Flascheninhalt.
Das Format richtet sich nach dem Einsatzort. Kleine Flaschen von 200 oder 235 ml sind schnell zur Hand und passen ins Fahrzeug oder in die Werkzeugtasche; große 500- oder 1000-ml-Flaschen liefern längere Spülzeiten von bis zu 10 Minuten. Die wandmontierte Augenspülstation – etwa mit zwei 500-ml-Flaschen – markiert einen festen, sichtbaren Notfallpunkt in der Halle. Empfehlenswert ist die Kombination: eine feste Station als Anlaufpunkt plus mobile Flaschen dort, wo gearbeitet wird. Wie der Verbandkasten gehört auch die Augenspülstation an einen gekennzeichneten, allen bekannten Ort.
Im Notfall richtig spülen
Sofort spülen, Auge dabei weit offen halten und von der Nase nach außen spülen, damit die Spülflüssigkeit nicht ins andere Auge läuft. Nach dem Spülen immer ärztliche Hilfe hinzuziehen.
Im Ernstfall gilt: keine Zeit verlieren. Das betroffene Auge weit öffnen – notfalls das Lid mit den Fingern spreizen – und mit gleichmäßigem Strahl spülen. Bei Chemikalien so lange spülen, bis der Reiz nachlässt oder professionelle Hilfe eintrifft. Wichtig: Die Augenspülung ist Erstversorgung, kein Ersatz für den Arzt. Nach jeder Chemikalienverletzung des Auges gehört die Person in ärztliche Behandlung, auch wenn die Beschwerden nachlassen. Für die weitere Wundversorgung hält das übrige Erste-Hilfe-Material aus den Nachfüllpacks bereit, was gebraucht wird.
FAQ zur Augenspülung
- Kochsalzlösung oder pH-neutrale Lösung – was brauche ich? Das hängt von der Gefährdung ab. Für Fremdkörper wie Staub, Späne oder Splitter genügt eine sterile Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %). Wo mit Säuren oder Laugen gearbeitet wird, ist eine pH-neutrale Phosphatpufferlösung nötig: Sie neutralisiert den chemischen Angriff, während Kochsalz oder Wasser nur ausspülen. In Betrieben mit Chemikalieneinsatz sollten beide Lösungen bereitstehen.
- Was bedeutet DIN EN 15154-4? Die Norm regelt Augenspüleinrichtungen ohne festen Wasseranschluss – also tragbare Spülflaschen und -stationen. Sie stellt sicher, dass beide Augen mit einem weichen, gleichmäßigen Strahl gespült werden. Fest installierte Augenduschen mit Wasseranschluss fallen unter andere Teile der Normenreihe EN 15154.
- Wie lange muss ich das Auge spülen? So lange wie möglich, mindestens aber bis der Reiz nachlässt. Bei Chemikalienverletzungen gilt: je länger, desto besser – große Flaschen liefern Spülzeiten von bis zu 10 Minuten. Reicht eine Flasche nicht, wird mit der nächsten weitergespült. Nach dem Spülen immer ärztliche Hilfe hinzuziehen.
- Wo sollte die Augenspülung im Betrieb hängen? Gut sichtbar, griffbereit und nah an der Gefahrenquelle – an der Maschine, im Chemikalienlager, in der Werkstatt. Bewährt hat sich eine wandmontierte Station als fester Anlaufpunkt plus mobile Flaschen direkt am Arbeitsplatz. Der Standort sollte gekennzeichnet und allen Beschäftigten bekannt sein.
- Wie lange ist eine Augenspülflasche haltbar? Bis zum aufgedruckten Verfallsdatum. Die sterile Lösung altert, danach ist die Wirkung nicht mehr garantiert – abgelaufene Flaschen werden ersetzt. Der Bestand sollte regelmäßig kontrolliert werden, damit im Notfall keine abgelaufene Flasche in der Halterung hängt.
- Ersetzt die Augenspülung den Arzt? Nein. Die Augenspülung ist Erstversorgung, die den Schaden begrenzt, bis professionelle Hilfe da ist. Nach jeder Chemikalienverletzung oder bei tief sitzenden Fremdkörpern gehört die betroffene Person in ärztliche Behandlung – auch dann, wenn nach dem Spülen die Beschwerden nachlassen.
Augenspülung bei HUG – 8 Artikel für die Augen-Erstversorgung ab Lager
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus – bei der Augenspülung von der handlichen Flasche über das Taschenformat bis zur wandmontierten Station, mit Kochsalz- und pH-neutraler Lösung von CEDERROTH und Plum. Passend dazu ergänzen diese Bereiche die betriebliche Erste-Hilfe-Ausstattung:- Erste-Hilfe-Sets & Pflasterspender – Verbandkästen und Pflasterspender für den Betrieb
- Nachfüllpacks – Wundreinigung, Blutstiller und Verbandmaterial zum Nachfüllen
- CEDERROTH-Markenwelt – Augenspülung, Erste-Hilfe-Sets und Nachfüllpacks von CEDERROTH
- Plum-Markenwelt – das komplette Plum-Programm für Augen- und Wundversorgung
