Einmalhandschuhe
Einmalhandschuhe aus Latex, Nitril, Vinyl und Neopren – für kurze Tätigkeiten in Werkstatt, Labor, Lebensmittelverarbeitung und medizinnahen Anwendungen. HUG führt das Sortiment von Ansell®, Honeywell®, Honeywell KCL®, MAPA®, OXXA®, semperguard®, STRONGHAND® und Hase Safety Gloves.24 Artikel gefunden
Material richtig wählen
Einmalhandschuhe sind werkstoffgebunden. Jedes Material hat ein typisches Einsatzprofil:- Nitril: Chemikalienbeständig gegen viele Öle und Lösungsmittel, latexfrei, punktierstabil – der Allrounder für Werkstatt und Industrie
- Latex (Naturlatex): Sehr elastisch, guter Tastsinn – klassisch in Labor und Medizin; Allergierisiko bei Dauereinsatz
- Vinyl (PVC): Preisgünstig, latexfrei – für kurze, leichte Tätigkeiten ohne chemische Belastung
- Neopren: Breites chemisches Schutzprofil, alternativ zu Latex – robuste Lösung bei Allergien
- Naturlatex/Neopren/Nitril-Hybrid: Kombiniert Elastizität, chemische Beständigkeit und punktierstabile Außenseite
Normen und Kennzeichnung
Einmalhandschuhe für die professionelle Anwendung fallen unter PSA Kategorie III und werden nach diesen Normen geprüft:- EN ISO 21420:2020 – Grundnorm für Schutzhandschuhe (Ergonomie, Unschädlichkeit, Kennzeichnung)
- EN ISO 374-1:2016+A1:2018 – Chemikalienschutz: Typ A (≥ 6 Prüfchemikalien, Permeation ≥ 30 min), Typ B (≥ 3), Typ C (≥ 1)
- EN ISO 374-2:2019 – Penetration (Dichtheit gegen Flüssigkeiten und Gase)
- EN ISO 374-5:2016 – Schutz gegen Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren)
- EN 455-1/-2/-3/-4 – Medizinische Einmalhandschuhe (Dichtigkeit, physikalische Eigenschaften, Biokompatibilität, Alterung)
Gepudert oder puderfrei?
- Puderfrei: Standard in professionellen Anwendungen – kein Maisstärkepudern, reduziert Allergie- und Reizungsrisiko. In der Lebensmittelverarbeitung Pflicht, in der Medizin seit Jahren bevorzugt
- Gepudert: Leichteres An- und Ausziehen – in Sonderfällen gewünscht, in EU-Medizinprodukten aber rückläufig
Größenauswahl
- Größen XS bis XXL in den meisten Marken
- Nummern 6 bis 11 entsprechen in etwa XS bis XXL (EU-System)
- Zwischengrößen (7,5–8; 8,5–9) für Feinjustierung, besonders bei dauerhaftem Tragen
Typische Anwendungen
- Werkstatt / Kfz: Nitril für Ölwechsel, Reinigungs- und Montagearbeiten
- Labor und Medizin: Latex oder Nitril (Labor-Grade) mit EN-455-Zertifizierung
- Lebensmittelverarbeitung: Blaue Nitril-Handschuhe (sichtbar bei Fremdkörperkontrolle), puderfrei, nach EG 1935/2004
- Reinigung und Hygiene: Vinyl oder Nitril für kurze Reinigungseinsätze
- Maler- und Lackierarbeiten: Lösemittelbeständige Nitril-Varianten
Ergänzende Schutzhandschuhe und PSA
- Mechanische Schutzhandschuhe für wiederverwendbare Arbeit mit mechanischer Belastung (EN 388)
- Chemikalien-Schutzhandschuhe für längere Expositionszeiten gegenüber Chemikalien
- Schnittschutz-Handschuhe für Arbeiten mit scharfen Kanten
- Schutzhandschuhe-Hauptkategorie als Sortimentüberblick
FAQ – häufige Fragen zu Einmalhandschuhen
- Nitril oder Latex? Nitril ist für die meisten Werkstatt- und Industrieanwendungen die bessere Wahl: chemikalienbeständiger, latexfrei (kein Allergierisiko), punktierstabiler. Latex hat den besseren Tastsinn und ist im Labor nach wie vor verbreitet, sollte aber bei Dauereinsatz wegen Allergiegefahr durch Nitril ersetzt werden.
- Was bedeutet Typ A, B oder C nach EN ISO 374-1? Typ A: Der Handschuh wurde gegen mindestens 6 Prüfchemikalien getestet und schützt je 30 Minuten. Typ B: 3 Chemikalien, 30 Minuten. Typ C: 1 Chemikalie, 10 Minuten. Welche Chemikalien konkret geprüft wurden, zeigen die Buchstaben (A–T) unter dem Piktogramm.
- Wie oft wechseln? Einmalhandschuhe sind für den einmaligen Gebrauch konzipiert. Bei sichtbarer Beschädigung, starker chemischer Belastung oder Feuchtigkeit im Inneren sofort wechseln. Für Tätigkeiten mit längerer Tragedauer sind wiederverwendbare Chemikalien-Schutzhandschuhe die passendere Wahl.
- Warum blaue Einmalhandschuhe in der Lebensmittelindustrie? Blau ist in Lebensmitteln nicht natürlich vorhanden. Ein abgerissenes Fingerstück ist deshalb in der optischen Fremdkörperkontrolle (auch mit Metalldetektor, wenn ferromagnetische Zusatzstoffe enthalten sind) gut erkennbar. Zusätzlich müssen die Handschuhe nach EG 1935/2004 für Lebensmittelkontakt zugelassen sein.
- Sind Einmalhandschuhe auch für medizinische Anwendungen zugelassen? Nur, wenn sie zusätzlich nach EN 455 geprüft sind (medizinische Einmalhandschuhe). Auf der Verpackung steht dann zusätzlich zur PSA-CE-Kennzeichnung die Zweckbestimmung „medizinisch". Reine PSA-Handschuhe ohne EN 455 sind nicht für medizinisches Umfeld zugelassen.
