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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Stehlager-Gehäuse SNV-Serie

Die SNV-Reihe von FAG ist der Gehäusebaukasten, bei dem eine einzige Gehäusegröße mehrere Wellendurchmesser abdeckt. HUG führt 23 Größen von SNV052 bis SNV340 – zusammen decken sie das komplette Programm für Wellen von 20 bis 160 Millimetern ab, alle aus Grauguss und alle geteilt.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Die Zahl im Kurzzeichen ist die Gehäusebohrung

Anders als bei den meisten Stehlagergehäusen benennt die Ziffernfolge bei SNV keine Lagerreihe, sondern ein Maß. Der Hersteller formuliert es unmissverständlich: Die Ziffern im Gehäusekurzzeichen geben die Gehäusebohrung und damit den Außendurchmesser der passenden Lager an – beim SNV100-F-L sind das 100 Millimeter. Damit ist die Auswahl in einem Schritt erledigt: Sie messen den Außendurchmesser Ihres Lagers, und die Zahl steht im Gehäusekurzzeichen. Der Wellendurchmesser spielt dabei zunächst keine Rolle, weil er sich erst aus dem gewählten Lager und der Art der Befestigung ergibt. Der Rest des Kurzzeichens erklärt sich ebenso systematisch:
BausteinBeispiel SNV100-F-LBedeutung
ReihenbezeichnungSNVgeteiltes Stehlagergehäuse der Reihe SNV
Zahl100Gehäusebohrung und Lageraußendurchmesser in mm
Nachsetzzeichen 1FGewindebohrungen für Fettnachschmierung und Fettaustritt
Nachsetzzeichen 2LWerkstoff Grauguss; D steht für Sphäroguss
Alle 23 Größen im HUG-Sortiment tragen die Ausführung F-L, sind also Graugussgehäuse mit vorbereiteter Fettnachschmierung. Standardwerkstoff ist Grauguss EN-GJL-HB215; für besonders hohe Beanspruchungen liefert der Hersteller auf Anfrage die Sphärogussvariante EN-GJS-400-15, erkennbar am Nachsetzzeichen D.

Ein Gehäuse statt vier

Der praktische Gewinn des Baukastenprinzips liegt in der Vorratshaltung. In dieselbe Gehäusebohrung passen Wälzlager mehrerer Durchmesser- und Breitenreihen, solange ihr Außendurchmesser stimmt. Bei gleicher Lagergröße ergeben sich dadurch unterschiedliche Wellendurchmesser, und passende Dichtungen gleichen den Spalt zwischen Welle und Gehäuse aus. Der Hersteller belegt das an einem Beispiel: Ein einziges SNV100-F-L ersetzt die früheren Gehäuse SN 609, SNE 511, SN 309 und SNE 211 – vier Gehäusegrößen, die vorher für denselben Wellenbereich vorgehalten werden mussten. Wer mehrere Lagerstellen betreut, hält also weniger Positionen im Regal. Aufgenommen werden dabei mehrere Lagerbauarten: Die Lager sitzen entweder direkt auf einer abgesetzten Welle oder mit einer Spannhülse auf glatter Welle. Bei Spannhülsenbefestigung genügt eine Wellentoleranz nach h8, in vielen Fällen auch h9 – die Welle muss also nicht feinbearbeitet werden. Die Abmessungen der Gehäuse entsprechen ISO 113 sowie DIN 736 bis DIN 739; gegen die älteren SN- und SNE-Gehäuse sind sie austauschbar.

Deckel, Festringe und Dichtungen

Zum Gehäuse gehören mehrere Teile, die getrennt bestellt werden. Ein typischer Satz für ein Wellenende sieht so aus: Gehäuse SNV090-F-L, Pendelkugellager 2210-K-TVH-C3, Spannhülse H 310, zwei Festringe FRM 90/9, Deckel DKV 090 und eine Zweilippendichtung DH 510. Die Rollenverteilung dabei:
  • Festringe FRM: Im Auslieferungszustand wirkt jedes SNV-Gehäuse als Loslager, weil der Lagersitz nach G7 gefertigt und der Außenring verschiebbar ist. Erst zwei Festringe – links und rechts vom Lager – machen daraus ein Festlager und setzen das Lager mittig im Gehäuse fest.
  • Deckel DKV: verschließt das Gehäuse am Wellenende und ersetzt dort die zweite Dichtung.
  • Dichtungen: müssen ausdrücklich extra bestellt werden und passen in die rechteckigen Ringnuten auf beiden Gehäuseseiten.
Fünf Dichtungsbauarten stehen zur Wahl. Die Zweilippendichtung DH aus NBR ist die meistverwendete: Sie arbeitet bis 13 m/s Umfangsgeschwindigkeit, im Dauerbetrieb bis 6 m/s, verträgt eine Wellenschiefstellung bis 0,5 Grad nach beiden Seiten und ist für −40 bis +100 °C ausgelegt. Die Welle sollte im Anlaufbereich der Dichtlippen eine Rauheit der Klasse N8 nach DIN ISO 1302 aufweisen. Daneben gibt es die V-Ring-Dichtung DHV, die Filzdichtung FSV, die Labyrinthdichtung TSV und die kombinierte Dichtung TCV. Für die Erstbefettung gehört ein Wälzlagerfett dazu; die Gewindebohrungen für Nachschmierung und Fettaustritt sind in der Ausführung F bereits vorhanden.

Einbau, Anstrich und Zusatzbohrungen

Der Gehäusefuß hat ebene Stirnflächen. Wirken hohe Kräfte nicht senkrecht auf die Aufspannfläche, lässt sich das Gehäuse dort über Anschläge zusätzlich abstützen, statt die Befestigungsschrauben auf Scherung zu belasten – ein Detail, das bei schräg angreifenden Riemenkräften den Unterschied macht. An markierten Stellen dürfen Sie selbst Bohrungen anbringen: für Überwachungssysteme, für zusätzliche Befestigungsschrauben sowie für Zylinder- oder Kegelstifte, mit denen sich das Gehäuse gegen Verschieben sichern lässt. Der Universalanstrich in RAL 7031 blaugrau bedeckt alle nicht spanend bearbeiteten Außenflächen und ist überlackierbar – mit Kunstharz-, Polyurethan-, Acryl-, Epoxidharz-, Chlorkautschuk-, Nitro- und säurehärtenden Hammerschlaglacken. Wer statt des Einzelgehäuses die fertig montierte Lagerstelle sucht, findet sie bei den Stehlager-Gehäuseeinheiten. Den Überblick über alle Serien gibt die Seite Stehlager-Gehäuse.

FAQ zur SNV-Serie

  • Was bedeutet die Zahl in SNV100? Sie gibt die Gehäusebohrung in Millimetern an und damit zugleich den Außendurchmesser des passenden Lagers. Ein SNV100-F-L nimmt also Lager mit 100 mm Außendurchmesser auf, unabhängig von deren Breite und Bohrung. Der Wellendurchmesser ergibt sich erst aus dem gewählten Lager und der Art der Befestigung.
  • Was heißt das Nachsetzzeichen F-L? F steht für Gewindebohrungen zur Fettnachschmierung und für den Fettaustritt, L für den Werkstoff Grauguss. Ein SNV100-F-D wäre dasselbe Gehäuse aus Sphäroguss. Alle 23 Größen im HUG-Sortiment sind Graugussgehäuse mit vorbereiteter Nachschmierung, also durchgehend in der Ausführung F-L.
  • Welche Lager passen in ein SNV-Gehäuse? Pendelkugellager, Tonnenlager, Rillenkugellager sowie geteilte und ungeteilte Pendelrollenlager. Entscheidend ist allein der Lageraußendurchmesser – er muss zur Gehäusebohrung passen. In dieselbe Bohrung lassen sich Lager mehrerer Durchmesser- und Breitenreihen einbauen, was den Baukastencharakter der Reihe ausmacht.
  • Welchen Wellendurchmesser deckt die SNV-Reihe ab? Das Programm reicht von 20 bis 160 mm sowie von 3/4 bis 5 1/2 Zoll. HUG führt mit 23 Größen von SNV052 bis SNV340 den gesamten metrischen Bereich. Weil ein Gehäuse mehrere Lagervarianten aufnimmt, gehören zu jeder Gehäusegröße mehrere mögliche Wellendurchmesser.
  • Sind SNV-Gehäuse gegen alte SN-Gehäuse austauschbar? Ja. Die Abmessungen entsprechen ISO 113 sowie DIN 736 bis DIN 739, und der Hersteller weist die Gehäuse ausdrücklich als austauschbar gegen die bisherigen SN- und SNE-Ausführungen aus. Beim Ersatz in gewachsenen Anlagen bleibt die Anschlusskonstruktion damit unverändert, ein Neubohren der Grundplatte entfällt.
  • Wie wird aus dem Loslager ein Festlager? Durch zwei Festringe der Reihe FRM, die beidseitig neben dem Lageraußenring eingelegt werden. Ab Werk ist der Lagersitz nach G7 gefertigt, das Lager also verschiebbar und die Stelle ein Loslager. Auf einer Welle mit zwei Lagerstellen wird nur eine festgesetzt, damit sich die Welle bei Erwärmung ausdehnen kann.
  • Sind Dichtungen im Lieferumfang enthalten? Nein, sie müssen extra bestellt werden. Fünf Bauarten passen in dieselben Ringnuten: Zweilippendichtung DH, V-Ring DHV, Filzdichtung FSV, Labyrinthdichtung TSV und die kombinierte Ausführung TCV. Am Wellenende tritt an die Stelle der zweiten Dichtung ein Deckel der Reihe DKV.
  • Wie schnell darf die Welle bei Zweilippendichtung laufen? Bis 13 m/s Umfangsgeschwindigkeit, im Dauerbetrieb bis 6 m/s. Die Dichtung aus NBR verträgt eine Schiefstellung von 0,5 Grad nach beiden Seiten und Temperaturen von −40 bis +100 °C. Wichtig ist die Wellenoberfläche: Im Anlaufbereich der Dichtlippen wird eine Rauheit der Klasse N8 nach DIN ISO 1302 gefordert.
  • Darf ich zusätzliche Löcher ins Gehäuse bohren? An den dafür markierten Stellen ja – vorgesehen sind Bohrungen für Überwachungssysteme, für zusätzliche Befestigungsschrauben sowie für Zylinder- oder Kegelstifte zur Lagesicherung. Außerhalb dieser Markierungen sollte nicht gebohrt werden, weil Wandstärke und Krafteinleitung dort nicht dafür ausgelegt sind.

SNV-Gehäuse bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der SNV-Reihe liegen 23 Graugussgehäuse ab Lager, durchgehend in der Ausführung F-L: von SNV052 für Lager mit 52 mm Außendurchmesser bis SNV340 am oberen Ende des Programms. Passend dazu:
  • Spannhülsen – für Lager mit kegeliger Bohrung auf glatter Welle, Wellentoleranz h8 genügt.
  • Pendelrollenlager – die tragfähigste der vier möglichen Lagerbauarten für SNV-Gehäuse.
  • SNS-Serie – die Großgehäuse aus Sphäroguss, wenn der SNV-Bereich nach oben nicht mehr reicht.
  • SNC-Serie – die maßgleiche Alternative nach derselben Normfamilie.
Was HUG ausmacht: Gehäuse, Lager, Spannhülsen und Schmierstoff kommen aus einer Hand, und bei der Zuordnung von Lageraußendurchmesser, Gehäusegröße und Dichtungsbauart hilft unsere technische Beratung weiter. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.