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Stehlager-Gehäuseeinheiten UE-Serie

Diese Reihe klemmt das Lager nicht mit Schrauben auf der Welle, sondern mit einem Ring, der sich beim Verdrehen selbst festzieht. Das Prinzip schont die Wellenoberfläche und nutzt die Drehrichtung als Verbündeten. HUG führt 23 dieser Einheiten von NTN und NSK.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Wie der Exzenterring klemmt

Der Innenring des Lagers ragt auf einer Seite über das Lager hinaus und trägt dort eine exzentrische Aussparung. Auf diese wird ein Ring gesetzt, dessen Bohrung ebenfalls exzentrisch ausgeführt ist – beide Exzentrizitäten sind gleich groß. Beim Zusammenbau werden Ring und Innenring gegeneinander verdreht. Weil die beiden Mittelpunkte auseinanderlaufen, verkeilen sich die Teile und klemmen die Welle zwischen sich ein. Ein Gewindestift im Ring sichert die erreichte Stellung. Der praktische Unterschied zur Gewindestiftklemmung liegt in der Krafteinleitung. Ein Gewindestift drückt punktuell auf die Welle und hinterlässt dort einen Abdruck – bei mehrfachem Wechsel an derselben Stelle wird die Sitzfläche mit der Zeit unbrauchbar. Der Exzenterring legt sich dagegen über den Umfang an und lässt die Oberfläche weitgehend unversehrt. Ein zweiter Vorzug zeigt sich bei der Montage: Für das Verdrehen genügt ein Dorn oder Hakenschlüssel, ein Drehmomentschlüssel ist nicht erforderlich. Die Klemmkraft ergibt sich aus der Geometrie, nicht aus einem einzuhaltenden Anzugswert.

Die Drehrichtung entscheidet mit

Der Exzenterring hat eine Eigenschaft, die man kennen sollte: Er ist nicht drehrichtungsneutral. Wird er so montiert, dass das Antriebsmoment in Verdrehrichtung wirkt, zieht sich die Verbindung im Betrieb zusätzlich fest. Das ist der Idealfall – die Klemmung wird mit jeder Umdrehung sicherer statt lockerer. Läuft die Welle dagegen in die Gegenrichtung, arbeitet das Moment gegen die Klemmung. Bei gleichbleibender Drehrichtung lässt sich das durch richtige Montage vermeiden. Bei **Reversierbetrieb** kehrt sich der Effekt jedoch zyklisch um, und dort ist die Gewindestiftklemmung der UCP-Serie die verlässlichere Wahl, weil sie in beide Richtungen gleich gut hält. Daraus folgt eine einfache Regel für die Auswahl: Gleichbleibende Drehrichtung spricht für den Exzenterring, wechselnde für Gewindestifte. Bei manchen Ausführungen ist der Innenring beidseitig verbreitert statt nur einseitig. Die längere Führung verteilt die Klemmkraft auf einen breiteren Wellenabschnitt, was die Flächenpressung senkt – hilfreich bei weicheren Wellen und bei Vibration. Dieselbe Unterscheidung findet sich bei SKF in den Lagerreihen YET und YEL wieder, die in den Einheiten der S-Serie verbaut sind. Ein weiterer Punkt betrifft die Demontage. Ein Exzenterring lässt sich lösen, indem man ihn gegen die Klemmrichtung zurückdreht – vorausgesetzt, er hat sich nicht durch Korrosion festgesetzt. Bei Lagerstellen im Freien oder in feuchter Umgebung lohnt deshalb ein Blick auf den Ring, bevor man mit Gewalt arbeitet. Ein leicht eingelaufener Sitz lässt sich meist noch lösen, ein festgerosteter selten.

Exzenterring, Gewindestift oder Spannhülse

Innerhalb des UC-Bezeichnungssystems steht der vordere Teil für die Befestigungsart. UC bedeutet Gewindestifte, UEL den Exzenterring und UK die Spannhülse auf glatter Welle. Das P am Ende kennzeichnet in allen drei Fällen die Stehlagerbauform mit Fuß.
ReiheBefestigungStärkeGrenze
UCPGewindestiftebeide Drehrichtungen gleich gutAbdruck auf der Welle
UELPExzenterringschont die Welle, zieht sich selbst festdrehrichtungsabhängig
UKPSpannhülseglatte Welle, einstellbare AxialkraftKennziffer ≠ Wellendurchmesser
Bei der Axialbelastbarkeit liegen Exzenterring und Gewindestift gleichauf: Beide übertragen etwa 20 Prozent der dynamischen Tragzahl. Nur die UK-Serie mit Spannhülse fällt aus diesem Schema, weil sich dort die übertragbare Kraft über das Anzugsmoment der Nutmutter einstellen lässt. Anders als bei der UK-Reihe entspricht die Kennziffer hier dem üblichen Schema: Eine UELP 206 gehört auf eine 30-mm-Welle. In der Praxis entscheidet die Auswahl selten der Konstrukteur allein, sondern die Instandhaltung. Wer viele gleichartige Lagerstellen betreut, hält gern eine Befestigungsart über die ganze Anlage durch – dann liegt nur ein Werkzeug bereit, und beim Wechsel muss niemand überlegen. Die Ausnahme sind Antriebe mit Reversierbetrieb, die konsequent auf Gewindestifte gehören, sowie Lagerstellen auf glatten Wellen ohne bearbeiteten Sitz, die nach der Spannhülse verlangen. Alle drei Varianten nehmen dasselbe Gehäuse auf und bauen gleich hoch. Ein Wechsel zwischen ihnen ändert also nichts an der Anschlusskonstruktion, sondern nur an der Art, wie das Lager auf der Welle sitzt.

FAQ zur UE-Serie

  • Wie funktioniert ein Exzenterring? Der verlängerte Innenring des Lagers trägt eine exzentrische Aussparung, der aufgesetzte Ring eine ebenso exzentrische Bohrung. Werden beide gegeneinander verdreht, laufen die Mittelpunkte auseinander und verkeilen sich – die Welle wird dabei eingeklemmt. Ein Gewindestift sichert die Stellung.
  • Wofür steht UEL in der Bezeichnung? Für die Befestigung über einen Exzenterring. Im UC-System bezeichnet UC die Klemmung über zwei Gewindestifte, UEL den Exzenterring und UK die Spannhülse bei kegeliger Lagerbohrung. Das P am Ende steht für die Stehlagerbauform mit Fuß.
  • Spielt die Drehrichtung eine Rolle? Ja. Richtig montiert zieht das Antriebsmoment den Ring im Betrieb zusätzlich fest – die Verbindung wird mit jeder Umdrehung sicherer. Läuft die Welle in die Gegenrichtung, arbeitet das Moment gegen die Klemmung. Bei gleichbleibender Drehrichtung ist das durch die Einbaulage lösbar, bei Reversierbetrieb nicht.
  • Wann sind Gewindestifte die bessere Wahl? Bei wechselnder Drehrichtung. Gewindestifte klemmen in beide Richtungen gleich gut, weil ihre Haltekraft nicht vom Antriebsmoment abhängt. Der Preis dafür ist der punktuelle Abdruck auf der Welle, der bei mehrfachem Lagerwechsel an derselben Stelle stört.
  • Welchen Wellendurchmesser hat eine UELP 206? Dreißig Millimeter. Anders als bei den UK-Reihen mit Spannhülse entspricht die Kennziffer hier dem üblichen Schema: 204 steht für 20 mm, 206 für 30 mm, 208 für 40 mm. Die Zahl ist also direkt als Wellenmaß lesbar.
  • Wie viel Axialkraft überträgt die Verbindung? Etwa 20 Prozent der dynamischen Tragzahl – derselbe Wert wie bei der Gewindestiftklemmung. Wo mehr Axiallast auftritt, führt der Weg zur Spannhülsenausführung, bei der sich die übertragbare Kraft über das Anzugsmoment der Nutmutter gezielt einstellen lässt.
  • Brauche ich einen Drehmomentschlüssel? Nein. Der Ring wird mit einem Dorn oder Hakenschlüssel verdreht, bis er sitzt; anschließend wird der Gewindestift angezogen. Die Klemmkraft ergibt sich aus der Geometrie der beiden Exzentrizitäten, nicht aus einem einzuhaltenden Anzugswert – das macht die Montage vor Ort unkompliziert.
  • Muss ich zur Einheit ein Lager bestellen? Nein. Das Lager ist bereits eingebaut, gefettet und abgedichtet – die Einheit wird als Ganzes montiert. Wer Gehäuse und Lager getrennt wählen möchte, findet das Programm unter Stehlager-Gehäuse.

UE-Einheiten bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der UE-Serie liegen 23 Stehlager-Gehäuseeinheiten ab Lager – 14 von NTN und neun von NSK, alle mit Exzenterring-Befestigung. Passend dazu:
  • UCP-Serie – dieselbe Bauform mit Gewindestiften, die richtige Wahl bei Reversierbetrieb.
  • UK-Serie – Montage über Spannhülse auf glatter Welle.
  • Stehlager-Gehäuse – wenn Gehäuse und Lager getrennt gewählt werden sollen.
  • Wälzlagerfett – zum Nachschmieren über den Schmiernippel.
Was HUG ausmacht: alle drei Befestigungsarten derselben Bauform nebeneinander lieferbar, dazu technische Beratung bei der Frage, ob eine Lagerstelle den Exzenterring verträgt oder ob die Drehrichtung dagegen spricht. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.