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Lenkrollen mit Totalfeststeller A220

Die Baureihe A220 von BS ROLLEN ist die kleine Apparaterolle, bei der ein einziger Tritt auf den Hebel das Rad und den Schwenkkopf gleichzeitig blockiert. HUG Technik führt die Baureihe in zwei Größen mit 50 und 80 mm Raddurchmesser und 35 bis 50 kg Tragfähigkeit je Rolle ab Lager.

Zu Ihrem Experten für Lenkrollen mit Totalfeststeller A220

Thomas Klosik

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Was der Totalfeststeller blockiert

Der Totalfeststeller der A220 greift an zwei Stellen gleichzeitig: Er presst einen Bremsbügel gegen die Lauffläche des Rades und rastet zugleich den Schwenkkopf ein. Nach dem Betätigen kann sich die Rolle weder drehen noch um die Hochachse verschwenken. Genau diese Doppelwirkung ist der Unterschied zu allen einfacheren Bremsen und gibt der Bauart ihren Namen.

Die praktische Folge zeigt sich beim Anlehnen an ein festgestelltes Gerät. Ist nur das Rad blockiert, dreht sich die Rolle beim seitlichen Druck weiterhin um ihren Schwenkzapfen. Das Rad rollt dabei nicht, es dreht sich in eine neue Richtung – und weil der Radaufstandspunkt bei einer Lenkrolle hinter der Schwenkachse liegt, wandert das Gerät bei jedem Anstoßen ein Stück weiter. Bei einem Prüfaufbau, einem Servierwagen oder einem Regalwagen an der Wand ist dieses langsame Wandern der häufigste Grund für Ärger.

Mit blockiertem Schwenkkopf entfällt diese Bewegung. Das Gerät steht auf vier definierten Punkten und bleibt dort, bis der Feststeller gelöst wird. Für alles, was leicht ist, häufig umgesetzt wird und trotzdem sicher stehen soll, ist das die passende Kombination – bei schwereren Geräten übernehmen die Baureihen aus dem Bereich der Schwerlastrollen mit Totalfeststeller dieselbe Aufgabe.

Rad, Richtung, beides – die drei Feststellerarten

Drei Bauarten sind im Rollenbau gebräuchlich, und sie werden im Alltag regelmäßig verwechselt. Der Radfeststeller blockiert ausschließlich das Rad; die Rolle bleibt schwenkbar. Der Richtungsfeststeller arbeitet umgekehrt und rastet nur den Schwenkkopf ein, sodass die Rolle wie eine Bockrolle geradeaus läuft, sich aber weiter dreht. Der Totalfeststeller vereint beides und ist damit der einzige Typ, der ein Gerät wirklich stillsetzt. Diese Zuordnung ist unter anderem im Technikratgeber von Colson sowie in den Ratgebern von WICKE und Jungheinrich dokumentiert.

Der Richtungsfeststeller hat seinen eigenen Zweck: Er verwandelt eine Lenkrolle zeitweise in eine Spurrolle und hilft, lange Wagen geradeaus zu schieben. Wer diesen Effekt dauerhaft braucht, kombiniert stattdessen dauerhaft starre und schwenkbare Rollen – zur A220 gehört dafür die baugleiche Bockrolle A210 mit identischem Rad und identischer Platte.

Bedienung mit dem Fuß

Der Hebel der A220 wird mit dem Fuß bedient: heruntertreten zum Feststellen, an der Nase anheben oder von der Gegenseite treten zum Lösen. Beim Beladen bleiben beide Hände frei, und bei einem Wagen mit 800 mm Arbeitshöhe muss sich niemand bücken. Weil das Bedienen im Vorbeigehen passiert, entscheidet die Zugänglichkeit des Hebels darüber, ob der Feststeller im Betrieb tatsächlich benutzt wird.

Deshalb lohnt ein Blick auf die Einbaulage. Der Feststellhebel sitzt im Nachlauf der Rolle, also auf der Seite, zu der das Rad beim Schieben ausschwenkt. Diese Lage liegt nie unter dem Gerät, sondern immer außen am Rand – der Hebel bleibt sichtbar und mit der Schuhspitze erreichbar. Ein Hebel im Vorlauf würde unter dem Wagenboden verschwinden, sobald die Rolle in Fahrtrichtung einlenkt. Bei der Montage ist es sinnvoll, an einem beladenen Muster einmal zu prüfen, ob der Hebel an jeder Ecke frei liegt, bevor eine größere Stückzahl verschraubt wird.

Wo die feststellbaren Rollen sitzen

Zwei diagonal gegenüberliegende feststellbare Rollen sind die bewährte Anordnung an einem vierrädrigen Gerät. Die Diagonale sichert das Gerät gegen beide kritischen Bewegungen zugleich: gegen das Wegrollen in Längsrichtung und gegen das Verdrehen um die Hochachse. Zwei Feststeller auf derselben Seite lassen den Wagen dagegen um die blockierte Kante schwenken, weil die freie Seite weiterhin ausweichen kann.

Praktisch heißt das: zwei A220 diagonal, dazu zwei Rollen ohne Feststeller aus der Baureihe A200, die bis auf den Hebel identisch aufgebaut ist. Wer alle vier Ecken feststellen will, kann das tun – nötig ist es für die Standsicherheit nicht, und jeder zusätzliche Hebel kostet Bedienzeit. Auf schrägem Untergrund oder wenn am Gerät gearbeitet wird, ist die vollständige Bestückung trotzdem die ruhigere Lösung.

Rad, Kugelkranz und Lager der A220

Die Lauffläche besteht aus thermoplastischem Gummi in Grau, aufgezogen auf einen schwarzen Kunststoffkörper. Der weiche Belag verformt sich unter Last, vergrößert die Aufstandsfläche und schont dadurch Estrich, Fliesen und beschichtete Böden – die im Wicke-Radgeber formulierte Faustregel lautet: weiche Rollen auf harte Böden, harte Rollen auf weiche Böden. Der graue, nicht mit Ruß gefüllte Belag hinterlässt zudem keine dunklen Abriebstreifen auf hellen Flächen.

Im Gabelkopf sitzt ein einreihiger Kugelkranz. Eine Kugelreihe genügt für die Lasten dieser Klasse und hält die Bauhöhe klein; für höhere Lastwechselzahlen und größere Kippmomente sind zweireihige Kugelkränze ausgelegt, wie sie die größeren Baureihen im Bereich der Einfachrollen mit Totalfeststeller verwenden. Die Radachse läuft in einem Gleitlager: wartungsfrei, unempfindlich gegen lange Standzeiten, dafür mit mehr Rollwiderstand als eine Kugellagerung. Für Geräte, die überwiegend stehen und gelegentlich umgesetzt werden, ist genau das die richtige Auslegung.

Maße, Tragkraft und Lochbild

Beide Größen teilen sich dieselbe Anschraubplatte und denselben Lochabstand. Unterschiedlich sind nur Raddurchmesser, Radbreite, Tragfähigkeit und Bauhöhe.

Rad Ø x BreiteTragfähigkeitBauhöhePlattengrößeLochabstandAchsbohrung
50 x 17 mm35 kg67,5 mm47 x 47 mm33 x 33 mm20 mm
80 x 21 mm50 kg99 mm47 x 47 mm33 x 33 mm20 mm

Die Anschraubplatte von 47 x 47 mm ist die stabilste der gängigen Befestigungsarten, weil sie das Kippmoment der Rolle über vier Schrauben flächig in den Geräterahmen einleitet. Rückenloch und Gewindezapfen führen die Last dagegen über einen einzelnen Bolzen ein und sind für leichtere Anwendungen und Rohrrahmen gedacht.

Für die Auslegung gilt die Formel des Blickle-Ratgebers: T = (E + Z) / (n × S), also Eigengewicht plus Zuladung, geteilt durch die Zahl der tragenden Rollen mal einem Sicherheitsfaktor. Bei vier Rollen wird üblicherweise mit drei tragenden gerechnet, weil sich die Last auf unebenem Boden ungleich verteilt. Vier Rollen der 80er Größe ergeben so rund 150 kg statt rechnerischer 200 kg. Die Herstellerangaben beziehen sich auf die Prüfung nach DIN EN 12527 bis 12533 beziehungsweise ISO 22878 bis 22884 auf einem rotatorischen Scheibenprüfstand bei Schrittgeschwindigkeit von 4 km/h, glattem Boden und gleichmäßiger Lastverteilung.

FAQ zur Baureihe A220

  • Wie bediene ich den Totalfeststeller der A220? Mit dem Fuß: Der Hebel wird zum Feststellen heruntergetreten und zum Lösen angehoben oder von der Gegenseite getreten. Beide Hände bleiben frei, was beim Beladen der entscheidende Vorteil ist. Ein hörbares Einrasten und der spürbare Anschlag zeigen, dass Rad und Schwenkkopf blockiert sind.
  • Warum sitzt der Feststellhebel hinten im Nachlauf? Im Nachlauf liegt der Hebel immer außen am Geräterand und nie unter dem Wagenboden, weil das Rad beim Schieben nach hinten ausschwenkt. Er bleibt dadurch sichtbar und mit der Schuhspitze erreichbar. Ein Hebel im Vorlauf verschwindet unter dem Gerät, sobald die Rolle in Fahrtrichtung einlenkt.
  • Darf ich den Wagen mit angezogenem Feststeller verschieben? Nein. Das blockierte Rad schleift dann über den Boden, statt zu rollen. Das reißt Flachstellen in die Lauffläche, belastet den eingerasteten Schwenkkopf mit Kräften, für die er nicht ausgelegt ist, und kann auf beschichteten Böden Spuren hinterlassen. Vor jedem Umsetzen alle Feststeller lösen.
  • Was tun, wenn der Feststeller nicht mehr sicher hält? Häufigste Ursachen sind Schmutz und Späne zwischen Bremsbügel und Lauffläche, eine bereits mit Flachstellen versehene Lauffläche oder ein verbogener Hebel nach einem Stoß. Rolle und Rastwerk reinigen und die Lauffläche prüfen. Hält der Feststeller danach nicht zuverlässig, wird die Rolle komplett getauscht.
  • Wofür steht die 20 in der Bezeichnung A220? Die dritte Stelle der Ziffernfolge beschreibt die Bauart: 00 steht für die Lenkrolle ohne Feststeller, 10 für die starre Bockrolle, 20 für die Lenkrolle mit Totalfeststeller. A200, A210 und A220 sind also dieselbe Rolle in drei Bauarten. Das Schema gilt im gesamten Programm durchgängig.
  • Welche Bauhöhe hat die A220? 67,5 mm bei 50 mm Raddurchmesser und 99 mm bei 80 mm Raddurchmesser, jeweils von der Aufstandsfläche bis zur Oberkante der Anschraubplatte. Die Werte stimmen mit A200 und A210 überein, sodass sich feststellbare, freilaufende und starre Rollen an einem Gerät mischen lassen, ohne dass es kippelt.
  • Passt die A220 auf das Lochbild einer A200 oder A210? Ja. Alle drei Bauarten haben eine Anschraubplatte von 47 x 47 mm mit einem Lochabstand von 33 x 33 mm. Eine freilaufende Rolle lässt sich damit ohne neue Bohrungen gegen eine feststellbare tauschen. Beim Austausch fremder Rollen vorher Plattenmaß, Lochabstand und Lochdurchmesser am Altteil abgreifen.
  • Warum hat die A220 einen einreihigen Kugelkranz? Eine Kugelreihe reicht für Tragkräfte von 35 bis 50 kg je Rolle aus und hält die Bauhöhe niedrig. Zweireihige Kugelkränze nehmen senkrechte Last und Kippmomente getrennt auf und bleiben bei häufigen Lastwechseln länger spielarm; sie kommen deshalb in den größeren und schwereren Baureihen zum Einsatz.
  • Was ist thermoplastischer Gummi als Lauffläche? Ein weicher, elastischer Belag, der auf einen Kunststoffkörper aufgezogen ist. Er verformt sich unter Last, verteilt die Flächenpressung und läuft dadurch leise und bodenschonend. Die graue Einfärbung verhindert dunkle Abriebstreifen auf hellen Böden. Der Hersteller gibt für diesen Belag keine Shore-Härte an.

Lenkrollen A220 bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der Baureihe A220 von BS ROLLEN liegen die Größen 50 x 17 mm mit 35 kg und 80 x 21 mm mit 50 kg ab Lager – beide mit grauem Thermoplastbelag, einreihigem Kugelkranz und 47 x 47 mm Anschraubplatte. Passend dazu: Was HUG ausmacht: technische Beratung zu Tragkraft, Bauhöhe und Feststellerbedienung statt reiner Katalogauskunft – und ein Lager, das mitzieht. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.