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Lenkrollen ohne Radfeststeller A200

Die A200 ist die kleine schwenkbare Apparaterolle im Stahlblechgehäuse – die Rolle, die einem Gerät seine Beweglichkeit gibt und dabei kaum Bauhöhe kostet. HUG Technik führt beide Größen mit 50 und 80 mm Raddurchmesser und 35 bis 50 kg Tragfähigkeit je Rolle ab Lager.

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Thomas Klosik

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Nachlauf und Ausladung – warum sich die Rolle selbst eindreht

Eine Lenkrolle lenkt nicht, weil jemand sie lenkt, sondern weil ihre Geometrie sie dazu zwingt. Die Radachse schneidet die senkrechte Schwenkachse nicht, sondern liegt um einen festen Betrag dahinter. Dieser Versatz heißt Nachlauf; das Rollen-Lexikon von H.C. Maier bezeichnet den waagerechten Abstand zwischen Schwenkachse und Radachse als Ausladung.

Aus diesem Versatz folgt alles Weitere. Das Rad wird hinter der Schwenkachse hergezogen wie ein Anhänger hinter der Deichsel. Wird das Gerät in eine Richtung gedrückt, die nicht der momentanen Radstellung entspricht, entsteht am Hebelarm ein Moment, das die Gabel um die senkrechte Achse dreht, bis das Rad wieder in Zugrichtung steht. Genau so beschreibt es auch der Wikipedia-Artikel zur Lenkrolle: Das Rad dreht sich bei einem Richtungswechsel selbsttätig in die neue Bewegungsrichtung.

Die Größe des Hebelarms entscheidet, wie leicht das geschieht. Je größer die Ausladung, desto stärker wirkt die Rückstellkraft des Rades und desto williger schwenkt die Rolle ein. Bei kleinem Nachlauf ist nach dem Hebelgesetz mehr Kraft nötig, und das Gerät fühlt sich beim ersten Meter schwerfällig an. Der Ratgeber von rollen-direkt nennt als Auslegungsfaustwert einen Quotienten aus Bauhöhe und Ausladung zwischen 2,50 und 4,50 – liegt eine Rolle deutlich darüber, steigt der Schwenkwiderstand spürbar.

Zu klein darf der Nachlauf ebenfalls nicht sein. Fehlt der Rückstellhebel, findet die Rolle keine stabile Lage mehr und beginnt bei zügigem Schieben zu pendeln – das bekannte Flattern, das man von überladenen Einkaufswagen kennt. BS ROLLEN gibt die Ausladung für die A200 nicht an; sie lässt sich an der montierten Rolle als waagerechter Abstand zwischen Plattenmitte und Radmitte abgreifen.

Anfahren, Rollen, Schwenken

Drei Kräfte entscheiden über das Fahrgefühl, und sie sind nicht dasselbe. Der Technikratgeber von Colson trennt sie sauber: Der Anfahrwiderstand ist die Kraft, die überwunden werden muss, um ein ruhendes Gerät in Bewegung zu setzen. Der Rollwiderstand ist die Kraft, die aufgewendet werden muss, um es in Bewegung zu halten beziehungsweise zu lenken.

Der Anfahrwiderstand ist fast immer der höhere Wert und der, über den Anwender klagen. Er entsteht aus drei Anteilen: dem Losbrechmoment im Radlager, der Eindrückung des Laufbelags in den Boden nach längerem Stand und – bei der Lenkrolle – dem Umschlagen der Gabel aus ihrer Ruhestellung in die Zugrichtung. Steht ein Wagen über Nacht, muss beim Anschieben alles drei gleichzeitig überwunden werden.

Beeinflussbar ist das über Last, Raddurchmesser, Radwerkstoff, Lagerart, Ausladung und Bodenbeschaffenheit – so listet es dieselbe Quelle auf. Für die A200 heißt das konkret: Der Sprung von 50 auf 80 mm Raddurchmesser senkt Anfahr- und Rollwiderstand deutlich, ohne dass sich am Lochbild etwas ändert. Wer noch leichter fahren möchte, wechselt auf eine Baureihe mit Wälzlager in der Nabe, etwa aus dem Bereich der Lenkrollen Einfachrollen.

Schwenkkreis und Freiraum unter dem Gerät

Weil die Rolle um die senkrechte Achse schwenkt, beschreibt das Rad einen Kreis um die Plattenmitte. Der Radius dieses Kreises ergibt sich aus Ausladung plus halber Radlänge. Dieser Kreis muss frei sein – unter dem Gerät, neben dem Rahmenprofil und gegenüber allem, was in der Nähe der Platte montiert ist.

Übersehen wird das regelmäßig an drei Stellen. Erstens an Querstreben und Bodenblechen, die zu nah an der Anschraubplatte liegen; die Rolle schlägt dann beim Umschlagen an und blockiert in einer Zwischenstellung. Zweitens an Sockelblenden und Schürzen von Möbeln und Schränken, hinter denen die Rolle beim Rückwärtsziehen anläuft. Drittens an eng nebeneinander montierten Rollen, deren Schwenkkreise sich überschneiden.

Die praktische Prüfung dauert eine Minute: Rolle provisorisch anschrauben, um 360 Grad durchschwenken, an jeder Stelle den Abstand kontrollieren. Bleibt es eng, ist eine Rolle mit kleinerem Raddurchmesser die einfachere Lösung als eine Änderung am Rahmen – die 50er der A200 hat denselben Lochabstand wie die 80er und lässt sich ohne Umbau tauschen.

Aufbau der Baureihe A200

Das Gehäuse besteht aus Stahlblech, im Gabelkopf sitzt ein einreihiger Kugelkranz, das Rad hat einen schwarzen Kunststoffkörper mit grauer Lauffläche aus thermoplastischem Gummi, und die Radachse läuft in einem Gleitlager. Diese Zusammenstellung ordnet die Baureihe eindeutig ein: Sie ist die leichte Geräterolle für Werkstattwagen, Regalböden, Servier- und Etagenwagen, Prüfaufbauten und Behälter bis 50 kg je Rolle.

Der einreihige Kugelkranz ist der Kern des Schwenkkopfs. Rollen dieser Größenklasse führen die Kugeln in einer Bahn zwischen Anschraubplatte und Gabel; der Ratgeber von rollen-direkt weist darauf hin, dass in den meisten Lenkrollen-Gehäusen zwei Axiallager verbaut sind, um den Schwenkwiderstand niedrig zu halten. Ausgeschlagen wird ein Kugelkranz nicht durch die senkrechte Last allein, sondern durch die Kippmomente beim Anfahren und beim Anschlagen gegen Hindernisse.

Der graue Belag hat einen praktischen Nebeneffekt: Er zieht auf hellen Böden keine dunklen Abriebstreifen. Braucht das Gerät mehr Tragkraft oder einen spielärmeren Schwenkkopf, führt der nächste Schritt zur Baureihe Lenkrollen A300.A80 mit zweireihigem Kugelkranz und 60 bis 70 kg je Rolle.

Maße, Tragkraft und Bauhöhe

Beide Größen teilen sich Anschraubplatte und Lochbild und unterscheiden sich nur in Rad, Bauhöhe und Tragkraft. Das macht den Größenwechsel innerhalb der Baureihe ohne Nachbohren möglich.

Rad Ø x BreiteTragfähigkeitBauhöhePlattengrößeLochbildAchsbohrung
50 x 17 mm35 kg67,5 mm47 x 47 mm33 x 33 mm20 mm
80 x 21 mm50 kg99 mm47 x 47 mm33 x 33 mm22 mm

Die Bauhöhe ist der senkrechte Abstand zwischen Boden und Anlagefläche der Befestigung. Zwischen den beiden Größen liegen 31,5 mm – das Gerät steht mit 80-mm-Rädern gut drei Zentimeter höher. Innerhalb eines Fahrwerks müssen alle Rollen dieselbe Bauhöhe haben, sonst steht das Gerät windschief und kippelt auf zwei diagonalen Rollen.

Die Tragfähigkeit gilt je Rolle. Für die Auslegung rechnet der Blickle-Ratgeber mit T = (E + Z) / (n × S): erforderliche Tragfähigkeit je Rolle gleich Eigengewicht plus Zuladung, geteilt durch die Zahl der tragenden Rollen mal einem Sicherheitsfaktor. Bei vier montierten Rollen wird üblicherweise mit drei tragenden gerechnet. Vier Rollen A200 in 80 mm tragen so ausgelegt rund 150 kg statt rechnerischer 200 kg. Die Herstellerwerte stammen aus der Prüfung nach DIN EN 12527 bis 12533 beziehungsweise ISO 22878 bis 22884 bei 4 km/h auf glattem Boden.

Wo die A200 im Baukasten steht

Die dritte Ziffer der Typenbezeichnung beschreibt die Bauart: eine 0 für die Lenkrolle ohne Feststeller, eine 1 für die starre Bockrolle, eine 2 für die Lenkrolle mit Totalfeststeller. Rad, Anschraubplatte 47 x 47 mm, Lochbild 33 x 33 mm und die Bauhöhen 67,5 und 99 mm sind über alle drei Varianten gleich.

  • A200 – schwenkbar, ohne Feststeller: diese Seite
  • A210 – dieselbe Rolle als starre Bockrolle A210 für die Spurführung
  • A220 – dieselbe Rolle mit Totalfeststeller, gegen Rollen und Schwenken gesichert

Weil das Bohrbild über alle drei Bauarten identisch ist, lässt sich ein Fahrwerk nachträglich umbauen, ohne den Rahmen anzufassen: eine A200 gegen eine A220 tauschen, wenn der Wagen am Zielort stehen bleiben soll, oder gegen eine A210, wenn er zu sehr driftet. Nur die Radgröße muss über alle vier Positionen dieselbe bleiben.

FAQ zur Baureihe A200

  • Was bedeutet Ausladung bei einer Lenkrolle? Die Ausladung ist nach dem Rollen-Lexikon der waagerechte Abstand zwischen der senkrechten Schwenkachse und der Radachse. Sie bildet den Hebelarm, über den sich die Rolle beim Anschieben in die Fahrtrichtung dreht. Umgangssprachlich heißt derselbe Versatz auch Nachlauf. Je größer er ist, desto leichter schwenkt die Rolle ein.
  • Warum dreht sich eine Lenkrolle beim Anschieben von selbst in die Fahrtrichtung? Weil die Radachse hinter der Schwenkachse liegt und das Rad damit nachgezogen wird. Zwingt das Gerät die Rolle in eine andere Richtung, entsteht am Versatz ein Moment, das die Gabel dreht, bis das Rad wieder in Zugrichtung steht. Ohne diesen Versatz gäbe es keine Rückstellkraft und keine selbsttätige Ausrichtung.
  • Wie viel Freiraum braucht die A200 zum Schwenken? Das Rad beschreibt beim Umschlagen einen Kreis um die Plattenmitte; sein Radius ergibt sich aus Ausladung plus halber Radlänge. Dieser Kreis muss frei bleiben – gegenüber Querstreben, Bodenblechen, Sockelblenden und benachbarten Rollen. Am schnellsten prüft man das, indem die Rolle probeweise angeschraubt und einmal um 360 Grad durchgeschwenkt wird.
  • Warum fängt eine Lenkrolle bei zügigem Schieben an zu flattern? Das Pendeln entsteht, wenn die Rückstellkraft aus dem Nachlauf zu klein wird, um die Rolle stabil in Zugrichtung zu halten. Sie findet dann keine feste Lage mehr und schwingt um die Schwenkachse. Auch Spiel im Kugelkranz und ein verschlissener Laufbelag verstärken den Effekt. Größerer Nachlauf und ein größerer Raddurchmesser wirken dagegen.
  • Was ist der Unterschied zwischen Anfahrwiderstand und Rollwiderstand? Der Anfahrwiderstand ist die Kraft, die ein ruhendes Gerät in Bewegung setzt; der Rollwiderstand hält es in Bewegung und lenkt es. Der Anfahrwiderstand liegt fast immer höher, weil zusätzlich das Losbrechmoment im Lager, die Eindrückung des Belags nach längerem Stand und das Umschlagen der Gabel überwunden werden müssen.
  • Warum lässt sich die 50-mm-Rolle schwerer anschieben als die 80-mm-Rolle? Ein kleines Rad trifft in einem steileren Winkel auf jede Unebenheit und muss für dieselbe Strecke häufiger drehen, wodurch die Lagerreibung stärker ins Gewicht fällt. Ein größerer Raddurchmesser senkt Anfahr- und Rollwiderstand deshalb spürbar. Beide Größen der A200 haben dasselbe Lochbild, der Wechsel ist ohne Nachbohren möglich.
  • Woran erkenne ich einen ausgeschlagenen Schwenkkopf? Die Gabel lässt sich gegenüber der Anschraubplatte spürbar kippen oder anheben, die Rolle rasselt beim Fahren, und sie bleibt beim Anschieben in einer schrägen Zwischenstellung stehen, statt sauber einzudrehen. Ursache sind meist Kippmomente aus Anfahrstößen und Anschlägen gegen Hindernisse, nicht die senkrechte Dauerlast.
  • Warum läuft ein Wagen beim Ziehen unruhiger als beim Schieben? Beim Schieben laufen die Lenkrollen hinter dem Schubpunkt und richten sich stabil aus. Beim Ziehen wandert der Krafteinleitungspunkt vor die Rollen, die Rückstellkräfte wirken gegeneinander, und die Gabeln schlagen häufiger um. Wagen mit Schiebegriff werden deshalb möglichst geschoben, und die starren Rollen sitzen an der Griffseite gegenüber.

Lenkrollen A200 bei HUG

Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der Baureihe A200 von BS ROLLEN liegen beide Größen ab Lager: 50 x 17 mm mit 35 kg und 67,5 mm Bauhöhe sowie 80 x 21 mm mit 50 kg und 99 mm Bauhöhe, beide mit grauem Laufbelag, einreihigem Kugelkranz und 47 x 47 mm Anschraubplatte. Passend dazu: Was HUG ausmacht: technische Beratung zu Bauhöhe, Schwenkverhalten und Tragkraft statt reiner Katalogauskunft – und ein Lager, das mitzieht. Geht die Bestellung werktags bis 16 Uhr ein, verlässt das Paket noch am selben Tag unser Haus.