Polyurethanräder C40
Die Räder der Baureihe C40 sind Gabelhubwagenrollen mit einer Lauffläche aus Guss-Polyurethan auf metallischem Radkörper. HUG Technik führt acht Größen von 75 bis 85 mm Durchmesser ab Lager, mit Tragkräften von 400 bis 1.000 kg je Rad. Alle laufen auf Kugellagern in der Nabe.Inhalt im Überblick
Was eine Gabelhubwagenrolle ist
Gabelhubwagenrollen sitzen ganz vorn in den beiden Gabelzinken eines Handhubwagens und tragen dort den größten Teil der Palettenlast. Sie sind keine kompletten Rollen mit Gehäuse, sondern reine Räder: Radkörper, Lauffläche, Kugellager – eingebaut werden sie auf einer Achse, die durch die Gabelzinke läuft.
Die Baureihe C40 ist die Polyurethan-Ausführung davon. Die Artikeldaten nennen einen metallischen Radkörper mit Gusseisenfelge und eine Lauffläche aus Guss-Polyurethan 95 Shore A. Ein metallischer Kern ist bei diesen Rädern zwingend, weil die Last je Rad bis 1.000 kg reicht und auf sehr kleinem Durchmesser abgesetzt wird.
Die Alternative im Sortiment sind die Rollen für Gabelhubwagen C45 aus durchgehendem Polyamid. Die Werkstoffgrundlagen zu Guss-Polyurethan stehen im Bereich PU-Räder.
Warum der Durchmesser bei 85 mm endet
Alle acht Größen dieser Baureihe liegen zwischen 75 und 85 mm Durchmesser – eine Spanne von gerade zehn Millimetern. Das ist keine Sortimentslücke, sondern eine bauliche Vorgabe: Ein Handhubwagen muss mit abgesenkter Gabel in eine Palette einfahren, und die Lastrollen müssen dabei unter die Deckbretter passen.
Der Standard-Handhubwagen hat eine Gabellänge von 1.150 mm und einen Hubbereich von etwa 85 bis 200 mm. Die untere Zahl ist die Senkhöhe – die Höhe der Gabel im abgesenkten Zustand. Eine Lastrolle, die größer wäre als dieses Maß, würde die Gabel anheben und das Einfahren in die Palette unmöglich machen. Deshalb bewegen sich Gabelhubwagenrollen herstellerübergreifend im Bereich um 80 mm.
Die Folge für die Auswahl: Über den Durchmesser lässt sich bei diesen Rädern nichts gewinnen. Wer mehr Tragkraft braucht, geht in die Breite oder auf zwei Räder je Zinke – Hubwagen für besonders hohe Belastungen werden deshalb häufig mit Tandemrollen ausgestattet, die das Gewicht besser verteilen. Der kleine Durchmesser bedeutet umgekehrt einen relativ hohen Rollwiderstand und schlechte Hindernisüberwindung; über Hallenfugen und Rampenkanten muss ein Hubwagen mit Schwung fahren.
Die Breite trägt: 400 bis 1.000 kg
Innerhalb der zehn Millimeter Durchmesserspanne reicht die Tragkraft von 400 bis 1.000 kg – und der Unterschied kommt fast vollständig aus der Radbreite. Das 85 x 40 mm-Rad trägt 400 kg, das 85 x 95 mm-Rad mit derselben Lauffläche 1.000 kg. Mehr als das Doppelte, allein über die Breite.
Ein Detail verdient Aufmerksamkeit: Die Baureihe enthält zwei Räder mit identischer Nennangabe 82 x 70 mm, aber unterschiedlicher Tragkraft – 500 und 700 kg. Sie unterscheiden sich in der Nabenlänge, in den Artikeldaten als Ausladung geführt, mit 70 beziehungsweise 66 mm. Wer nur Durchmesser und Breite vergleicht, greift hier leicht zum falschen Artikel.
Beim Nachkaufen ist die Nabenlänge deshalb das entscheidende dritte Maß neben Durchmesser und Breite. Sie bestimmt, wie das Rad zwischen den Wangen der Gabelzinke sitzt, und reicht in dieser Baureihe von 40 bis 100 mm. Messen Sie sie am ausgebauten Rad über die Nabe, nicht über die Lauffläche.
Das Kugellager verrät die Achse
Die Artikeldaten nennen für jedes Rad die Maße des eingebauten Kugellagers – und diese Angabe ist beim Ersatzkauf mehr wert als jede andere. Sieben der acht Größen haben ein Lager mit 20 x 47 x 14 mm, eine ein Lager mit 17 x 47 x 14 mm. Beides sind Standardmaße: 20 x 47 x 14 mm entspricht dem Rillenkugellager 6204 nach DIN 625-1, 17 x 47 x 14 mm dem 6303 nach derselben Norm.
Die erste Zahl ist der Innendurchmesser des Lagers und damit der Durchmesser der Achse, auf der das Rad läuft. Wer den Achsdurchmesser an seinem Hubwagen kennt, kann daran sofort erkennen, welche Räder überhaupt in Frage kommen. Im Handel gebräuchlich sind bei Hubwagenrollen Achsen mit 12, 17, 20 und 25 mm.
Die zweite und dritte Zahl – 47 mm Außendurchmesser und 14 mm Breite – betreffen den Lagersitz im Rad und sind für den Einbau nur dann relevant, wenn Sie das Lager selbst tauschen. Bei einem verschlissenen Laufbelag lohnt das selten: Ein Rad mit ausgeschlagener Lauffläche hat meist auch das Lager mitgenommen.
Größen, Lagermaße und Gewichte
Alle acht Größen mit Tragkraft, Nabenlänge, Lagermaß und Radgewicht.
| Rad Ø x Breite | Tragfähigkeit | Nabenlänge | Kugellager | Radgewicht |
|---|---|---|---|---|
| 75 x 62 mm | 470 kg | 61,6 mm | 20 x 47 x 14 mm | 0,98 kg |
| 82 x 60 mm | 600 kg | 56 mm | 20 x 47 x 14 mm | 0,96 kg |
| 82 x 70 mm | 500 kg | 70 mm | 20 x 47 x 14 mm | 0,82 kg |
| 82 x 70 mm | 700 kg | 66 mm | 20 x 47 x 14 mm | 1,10 kg |
| 82 x 75 mm | 750 kg | 75 mm | 20 x 47 x 14 mm | 1,16 kg |
| 85 x 40 mm | 400 kg | 40 mm | 20 x 47 x 14 mm | 0,70 kg |
| 85 x 95 mm | 1.000 kg | 100 mm | 20 x 47 x 14 mm | 1,58 kg |
| 85 x 100 mm | 1.000 kg | 93 mm | 17 x 47 x 14 mm | 1,55 kg |
Die Nabenlänge ist in den Artikeldaten als Ausladung geführt. Sie weicht bei mehreren Größen von der Radbreite ab und ist deshalb separat zu prüfen.
Polyurethan oder Polyamid am Hubwagen
Beide Werkstoffe sind am Hubwagen gebräuchlich, und sie tauschen dieselben Vor- und Nachteile wie überall im Rollenbau. Nach der Werkstoffbeschreibung von Blickle liegt der Rollwiderstand von Polyurethan-Laufbelägen bei 0,7 bis 1,0 Prozent bei sehr guter Bodenschonung, während Nylon- und Polyamidräder wegen ihrer Härte einen hohen Bodendruck erzeugen.
Am Hubwagen wirkt sich das doppelt aus. Erstens auf den Boden: Ein Hubwagen setzt bis zu einer Tonne je Lastrolle auf einer sehr kleinen Fläche ab – auf beschichtetem Estrich, in Verkaufsräumen und auf Industrieparkett ist der elastische Polyurethanbelag deutlich schonender. Zweitens auf den Lauf: Polyurethan dämpft Stöße über Fugen und Rampenkanten und läuft leiser, was in Nachtschichten und in Lebensmittelmärkten zählt.
Polyamid punktet dagegen bei Nässe, aggressiven Medien und rauem, verschmutztem Boden, weil es keine aufgezogene Bandage hat, die sich lösen könnte, und weil es leichter rollt. Wer beides gegeneinander abwägen will, findet den Werkstoffüberblick im Bereich Ersatzräder. Für schwere Transportgeräte jenseits des Hubwagens stehen die Polyurethanräder C10 mit Durchmessern bis 300 mm bereit.
FAQ zu Polyurethanrädern C40
- Warum sind Gabelhubwagenrollen nur 75 bis 85 mm groß? Weil die Gabel eines Handhubwagens mit abgesenkten Zinken in die Palette einfahren muss. Der Standard-Handhubwagen hat einen Hubbereich von etwa 85 bis 200 mm – die untere Zahl ist die Senkhöhe. Eine größere Lastrolle würde die Gabel anheben und das Einfahren verhindern. Mehr Tragkraft holt man deshalb über die Breite.
- Welche Achse passt zu welchem Rad? Die erste Zahl der Lagerangabe nennt den Innendurchmesser und damit den Achsdurchmesser. Sieben Größen dieser Baureihe haben 20 x 47 x 14 mm, das entspricht dem Rillenkugellager 6204 nach DIN 625-1 mit 20 mm Bohrung; eine Größe hat 17 x 47 x 14 mm, also ein 6303 mit 17 mm Bohrung. Gebräuchlich sind bei Hubwagen 12, 17, 20 und 25 mm.
- Es gibt zwei Räder mit 82 x 70 mm – was unterscheidet sie? Die Nabenlänge und damit die Tragkraft. Das eine hat 70 mm Nabenlänge und trägt 500 kg, das andere 66 mm und trägt 700 kg. Wer nur Durchmesser und Breite vergleicht, greift leicht zum falschen Artikel. Messen Sie am ausgebauten Rad zusätzlich das Maß über die Nabe.
- Wie viel Last nimmt eine einzelne Lastrolle auf? Zwischen 400 kg beim 85 x 40 mm-Rad und 1.000 kg bei 85 x 95 und 85 x 100 mm. Der Unterschied kommt fast vollständig aus der Radbreite, weil der Durchmesser durch die Senkhöhe der Gabel festgelegt ist. Beachten Sie, dass sich die Last des Hubwagens auf mehrere Rollen verteilt.
- Was ist eine Tandemrolle? Zwei Räder nebeneinander je Gabelzinke statt eines einzelnen. Hubwagen unter besonders hohen Belastungen werden häufig damit ausgestattet, weil zwei Räder das Gewicht besser verteilen. Beim Ersatz gilt: Ein Tandem-Hubwagen braucht auch Ersatzräder in Tandem-Ausführung – prüfen Sie die Nabenlänge entsprechend.
- Polyurethan oder Polyamid für meinen Hubwagen? Polyurethan schont den Boden, dämpft Stöße über Fugen und läuft leiser – die Wahl für beschichteten Estrich, Verkaufsräume und Industrieparkett. Polyamid ist härter, rollt leichter, verträgt Nässe und aggressive Medien besser und hat keine Bandage, die sich lösen könnte. Auf rauem, verschmutztem Boden ist es die robustere Wahl.
- Taugt die Rolle für den Kühlhauseinsatz? Werkstoffdatenblätter für Guss-Polyurethan mit 95 Shore A nennen einen Dauereinsatzbereich ab −20 °C. Unterhalb davon und bei stark wechselnden Temperaturen sollten Sie den konkreten Fall klären, weil die Elastizität des Belags mit sinkender Temperatur abnimmt und Stöße dann härter durchschlagen. Gegen Mineralöle und Fette ist der Belag beständig.
- Lohnt es, nur das Kugellager zu tauschen? Selten. Ein Rad mit ausgeschlagener oder ausgebrochener Lauffläche hat meist auch das Lager mitgenommen, weil beide dieselben Stöße abbekommen. Wenn Sie das Rad ohnehin ausbauen, ist der Kompletttausch der sichere Weg – Lagermaß und Nabenlänge stimmen dann garantiert zusammen.
Polyurethanräder C40 bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der Baureihe C40 von BS ROLLEN liegen alle acht Größen ab Lager: 75, 82 und 85 mm Durchmesser in Breiten von 40 bis 100 mm, mit 400 bis 1.000 kg je Rad, Guss-Polyurethan 95 Shore A auf metallischem Radkörper und Kugellagern der Maße 20 x 47 x 14 beziehungsweise 17 x 47 x 14 mm. Passend dazu:- Rollen für Gabelhubwagen C45 – dieselbe Bauform aus durchgehendem Polyamid, für Nässe und rauen Boden
- Polyurethanräder C10 – dieselbe Lauffläche in Durchmessern bis 300 mm für Transportgeräte
- Ersatzräder – alle vier Radwerkstoffe im direkten Vergleich
- Transportrollen – der Überblick über alle Bauarten, Radwerkstoffe und Tragkraftklassen
