Kunststoffräder B10
Die Räder der Baureihe B10 bestehen durchgehend aus Kunststoff – Lauffläche und Radkörper sind ein Bauteil – und laufen auf Rollenlagern. HUG Technik führt acht Artikel von 80 bis 200 mm Durchmesser ab Lager, mit Tragkräften von 100 bis 1.000 kg je Rad. Mehrere Nenngrößen gibt es dabei in zwei unterschiedlichen Tragkraftstufen.Inhalt im Überblick
Aufbau der Baureihe B10
Lauffläche und Radkörper bestehen bei diesem Rad aus demselben Werkstoff und sind ein einziges Bauteil. Es gibt keine aufgezogene Bandage, keine Klebefuge und keine Felge – nur das Rad selbst und ein Rollenlager in der Nabe. Diese Bauart ist die einfachste, robusteste und günstigste im Rollenbau.
B10 ist die Radtyp-Kennung des Rollenprogramms und taucht als Kürzel hinter dem Punkt in den Bezeichnungen kompletter Rollen auf – etwa bei der starren Schwerlast-Bockrolle N110.B10 und der schwenkbaren N120.B10. Die Werkstoffgrundlagen zu harten Kunststoffbelägen stehen im Bereich Kunststoffräder.
Auffällig ist das Gewicht: 0,114 kg beim kleinsten, 0,92 kg beim größten Rad. Ein Kunststoffrad mit 1.000 kg Tragkraft wiegt damit weniger als ein Kilogramm – ein Polyurethanrad mit Gusseisenkörper derselben Tragkraft bringt gut vier Kilogramm auf die Waage.
Gleiche Größe, doppelte Tragkraft
Zwei Nenngrößen dieser Baureihe gibt es doppelt – mit deutlich unterschiedlicher Tragkraft. Das 150 x 45 mm-Rad ist mit 400 kg und mit 800 kg gelistet, das 200 x 50 mm-Rad mit 450 kg und mit 1.000 kg. Durchmesser und Breite sind jeweils identisch.
| Nenngröße | Tragfähigkeit | Nabenlänge | Radgewicht |
|---|---|---|---|
| 150 x 45 mm | 400 kg | 58 mm | 0,455 kg |
| 150 x 45 mm | 800 kg | 58 mm | 0,560 kg |
| 200 x 50 mm | 450 kg | 60 mm | 0,631 kg |
| 200 x 50 mm | 1.000 kg | 58 mm | 0,920 kg |
Der Unterschied steckt im Material: Die stärkere Ausführung wiegt 23 beziehungsweise 46 Prozent mehr bei gleichen Außenmaßen – dickere Wandungen und mehr tragender Querschnitt im Radkörper. Bei der 200er unterscheidet sich zusätzlich die Nabenlänge um zwei Millimeter.
Für die Bestellung heißt das: Durchmesser und Breite genügen bei dieser Baureihe nicht. Prüfen Sie immer auch die Tragfähigkeitsangabe des Artikels und gleichen Sie sie mit dem ab, was Ihr Gerät braucht. Wer allein nach „150 x 45" bestellt, kann eine Rolle bekommen, die nur die Hälfte trägt.
Elf Millimeter Breite, dreifache Last
Noch deutlicher wird der Effekt der Radbreite bei 125 mm Durchmesser. Das 125 x 34 mm-Rad trägt 250 kg, das 125 x 45 mm-Rad 750 kg – dreimal so viel bei elf Millimetern mehr Breite. Auch hier steigt das Gewicht mit, von 0,24 auf 0,42 kg.
Zwei Effekte überlagern sich dabei. Erstens wächst die Aufstandsfläche des Laufbelags, über die die Kraft in den Boden geht. Zweitens wächst der tragende Querschnitt des Radkörpers, der die Last von der Nabe zur Lauffläche leitet – und bei einem durchgehenden Kunststoffrad ist genau dieser Querschnitt die kritische Stelle.
Die Nabenlänge folgt der Breite: 48 mm bei der schmalen, 58 mm bei der breiten 125er. Die Achsbohrung wächst von 15 auf 20 mm mit. Beide Räder sind damit nicht gegeneinander tauschbar, obwohl sie denselben Durchmesser haben – ein weiterer Grund, die Passmaße vor der Bestellung abzugleichen.
Was das Kunststoffrad kann – und was nicht
Nach der Werkstoffbeschreibung von Blickle haben Räder aus Polyamid einen sehr geringen Rollwiderstand und eine sehr gute Chemikalienbeständigkeit; ihre Härte liegt bei etwa 70 Shore D. Für Polyamidräder wird ein Dauereinsatzbereich von −20 bis +80 °C angegeben. Sie rosten nicht, nehmen kein Wasser in relevantem Umfang auf und vertragen Öle, Fette und die gängigen Reinigungsmittel.
Die Kehrseite derselben Härte ist ein hoher Bodendruck. Das Rad verformt sich unter Last kaum, presst die Kraft auf eine schmale Fläche und überträgt jeden Stoß direkt in den Rahmen. Nach der Faustregel des Wicke-Radgebers gehören harte Räder auf weiche Böden und weiche Räder auf harte Böden – ein Kunststoffrad ist damit die Wahl für Teppich, Kork und raue, verschmutzte Industrieböden, nicht für beschichteten Estrich.
Eine dritte Eigenschaft wird oft übersehen: Polyamid nimmt Feuchtigkeit auf. Werkstoffübersichten nennen für PA 6 im Normklima 2,7 bis 3,1 Prozent Wasseraufnahme; das eingelagerte Wasser wirkt als Weichmacher und senkt Steifigkeit und Maßhaltigkeit. Bei dauerhaft nassem Betrieb lohnt es daher, Tragkraftreserve einzuplanen und Ersatzräder trocken zu lagern.
Alle acht Artikel im Überblick
Alle acht Artikel mit Tragkraft, Passmaßen und Gewicht.
| Rad Ø x Breite | Tragfähigkeit | Achsbohrung | Nabenlänge | Radgewicht |
|---|---|---|---|---|
| 80 x 30 mm | 100 kg | 12 mm | 38 mm | 0,114 kg |
| 100 x 34 mm | 125 kg | 12 mm | 38 mm | 0,140 kg |
| 125 x 34 mm | 250 kg | 15 mm | 48 mm | 0,240 kg |
| 125 x 45 mm | 750 kg | 20 mm | 58 mm | 0,420 kg |
| 150 x 45 mm | 400 kg | 20 mm | 58 mm | 0,455 kg |
| 150 x 45 mm | 800 kg | 20 mm | 58 mm | 0,560 kg |
| 200 x 50 mm | 450 kg | 20 mm | 60 mm | 0,631 kg |
| 200 x 50 mm | 1.000 kg | 20 mm | 58 mm | 0,920 kg |
Die Nabenlänge ist in den Artikeldaten als Ausladung geführt. Die Tragfähigkeiten gelten je Rad und stammen aus der Prüfung nach DIN EN 12527 bis 12533 beziehungsweise ISO 22878 bis 22884 auf einem rotatorischen Scheibenprüfstand bei glattem Boden und Schrittgeschwindigkeit.
Sicher bestellen
Vier Angaben brauchen Sie, um in dieser Baureihe sicher das richtige Rad zu treffen: Raddurchmesser, Radbreite, Achsbohrung und Nabenlänge. Die ersten beiden allein reichen nicht, weil zwei Nenngrößen doppelt vorkommen. Nehmen Sie deshalb als fünfte Angabe die benötigte Tragkraft je Rad dazu.
Gemessen wird am ausgebauten Rad: Außendurchmesser über die Lauffläche, Breite der Lauffläche, Innendurchmesser der Lagerbohrung und Maß über die Nabe. Achsbohrung und Nabenlänge sind die verlässlichen Werte, weil sie sich nicht abnutzen – der Laufflächendurchmesser eines gebrauchten Rades liegt immer unter dem Nennwert, runden Sie deshalb auf die nächste Katalogstufe auf.
In der Nabe sitzt ein Rollenlager: zylindrische Rollen in einem Käfig, robust, wartungsfrei und mit geringem radialen Lagerspiel. Wer stattdessen die besseren Anfahreigenschaften eines Kugellagers braucht, findet sie bei den Kunststoffrädern B15. Der Überblick über alle vier Radwerkstoffe steht im Bereich Ersatzräder.
FAQ zu Kunststoffrädern B10
- Warum gibt es 150 x 45 mm zweimal? Weil die Baureihe zwei Tragkraftstufen unter derselben Nenngröße führt: 400 kg und 800 kg. Die stärkere Ausführung hat dickere Wandungen und mehr tragenden Querschnitt im Radkörper und wiegt deshalb 0,56 statt 0,455 kg. Prüfen Sie neben Durchmesser und Breite immer auch die Tragfähigkeitsangabe des Artikels.
- Wie kann ein 125er Rad 750 kg tragen? Über die Breite. Das 125 x 34 mm-Rad trägt 250 kg, das 125 x 45 mm-Rad 750 kg – elf Millimeter mehr Breite verdreifachen die Tragkraft. Es wächst nicht nur die Aufstandsfläche, sondern auch der tragende Querschnitt zwischen Nabe und Lauffläche, und der ist bei einem durchgehenden Kunststoffrad die kritische Stelle.
- Welche Angaben braucht die Bestellung? Fünf: Außendurchmesser der Lauffläche, Breite der Lauffläche, Innendurchmesser der Lagerbohrung, Maß über die Nabe – und die benötigte Tragkraft, weil zwei Nenngrößen dieser Baureihe doppelt vorkommen. Achsbohrung und Nabenlänge sind dabei die verlässlichen Werte, weil sie sich nicht abnutzen.
- Für welche Böden eignen sich Kunststoffräder? Für weiche und raue Untergründe. Harte Räder gehören nach der Faustregel des Wicke-Radgebers auf weiche Böden, weiche Räder auf harte. Auf Teppich, Kork und verschmutzten Industrieböden läuft Kunststoff leicht; auf empfindlichem Estrich oder beschichteten Hallenböden ist eine Polyurethanausführung schonender.
- Warum sind Kunststoffräder so leicht? Weil der Werkstoff eine geringe Dichte hat und kein metallischer Kern nötig ist – Lauffläche und Radkörper sind ein Bauteil. Das 200er Rad mit 1.000 kg Tragkraft wiegt 0,92 kg. Ein Polyurethanrad mit Gusseisenkörper derselben Tragkraft bringt rund vier Kilogramm auf die Waage.
- Warum Rollenlager und nicht Kugellager? Weil zylindrische Rollen in einem Käfig unempfindlicher gegen Stöße und Verschmutzung sind und wenig Einbauraum brauchen. Der Rollwiderstand bleibt auch bei höheren Lasten gering, weil Rollreibung statt Gleitreibung auftritt. Kugellager laufen dafür leichter an – die gibt es in dieser Werkstoffklasse als eigene Baureihe.
- Verträgt das Rad Nässe und Chemikalien? Grundsätzlich ja – es rostet nicht und ist gegen Öle, Fette und gängige Reinigungsmittel beständig; der Dauereinsatzbereich wird mit −20 bis +80 °C angegeben. Polyamid nimmt allerdings Feuchtigkeit auf, im Normklima 2,7 bis 3,1 Prozent, was Steifigkeit und Maßhaltigkeit senkt. Bei Dauernässe Reserve einplanen.
- Warum rollt das Rad so laut? Weil ein harter Belag Bodenunebenheiten und Fugen direkt überträgt, statt sie zu dämpfen. Auf glattem Boden fällt das kaum auf, auf rauem Beton rollt Kunststoff hörbar härter als Gummi oder Polyurethan. Wo Laufruhe zählt, sind Vollgummiräder die leiseste Alternative im Sortiment.
Kunststoffräder B10 bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der Baureihe B10 von BS ROLLEN liegen alle acht Artikel ab Lager: 80, 100, 125, 150 und 200 mm Raddurchmesser in Breiten von 30 bis 50 mm, mit 100 bis 1.000 kg je Rad, durchgehendem Kunststoffkörper und Rollenlager in der Nabe. Passend dazu:- Kunststoffräder B15 – derselbe Werkstoff mit Kugellager statt Rollenlager und höchster Tragkraft
- PU-Räder – bodenschonend und leiser, wenn der Boden empfindlich ist
- Schwerlast-Bockrollen N110.B10 – die komplette Rolle mit diesem Rad, wenn auch das Gehäuse hinüber ist
- Transportrollen – der Überblick über alle Bauarten, Radwerkstoffe und Tragkraftklassen
