Lenkrollen mit Totalfeststeller L420.B10
Die L420.B10 ist die feststellbare Lenkrolle mit hartem weißem Polyamidrad – die leichtläufigste Ausführung der L420-Familie und mit bis zu 300 kg je Rolle zugleich die tragfähigste. HUG Technik führt alle fünf Größen von 80 bis 200 mm Raddurchmesser ab Lager.Zu Ihrem Experten für Lenkrollen mit Totalfeststeller L420.B10
Thomas Klosik
Inhalt im Überblick
Was im festgestellten Zustand wirklich hält
Ein Totalfeststeller sperrt zwei Bewegungen: das Drehen des Rades und das Schwenken des Gehäuses. So definiert es das Rollen-Lexikon von H.C. Maier, und so ist die Mechanik der L420.B10 aufgebaut. Was der Feststeller nicht kann, wird selten mitgedacht: Er hindert das Gerät nicht daran, als Ganzes über den Boden zu rutschen.
Steht ein gebremster Wagen auf einem glatten, feuchten oder öligen Boden und wird angeschoben, blockiert das Rad zwar – aber die Rolle gleitet. Ob das passiert, entscheidet nicht der Feststeller, sondern die Haftreibung zwischen Laufbelag und Boden. Die Sperre im Rad verwandelt rollende Reibung in Gleitreibung, mehr nicht. Der Rest ist Werkstoffpaarung.
Für die Auslegung folgt daraus eine klare Reihenfolge. Zuerst die Frage, ob überhaupt gesperrt werden muss und was gesperrt werden soll – Rad, Schwenkbewegung oder beides. Dann die Frage nach der Reibpaarung: Welcher Boden, welcher Zustand, welche Steigung. Erst danach kommen Tragkraft, Raddurchmesser und Bauhöhe. Wer diese Reihenfolge umdreht, wählt eine perfekt dimensionierte Rolle, die trotzdem wegrutscht.
Die Reibpaarung zwischen Laufbelag und Boden
Der Wicke-Radgeber führt für Gummiräder auf glatten harten Böden ausdrücklich die gute Bodenhaftung an – genau die Eigenschaft, auf die es im festgestellten Zustand ankommt. Harte Laufbeläge wie Polyamid werden dagegen aus einem anderen Grund gewählt: wegen des niedrigen Anfahr- und Rollwiderstands und wegen der hohen Tragfähigkeit. Beides sind Fahreigenschaften, keine Eigenschaften für den Stand.
Das ist kein Argument gegen die L420.B10, sondern eine Einsatzgrenze. Auf trockenem, gefegtem Hallenboden, auf Estrich, Industrieparkett und beschichtetem Beton hält ein festgestelltes Polyamidrad einen Wagen zuverlässig an seinem Platz. Kritisch wird es bei drei Bedingungen, die oft zusammen auftreten:
- Nässe und Ölfilm: frisch gewischte Böden, Kühlschmierstoff, Kondenswasser vor Toren und in Kühlbereichen.
- Gefälle: Rampen, Entwässerungsgefälle in Hallen, geneigte Verladeflächen – hier wirkt die Hangabtriebskraft dauerhaft gegen die Haftreibung.
- Stoßbelastung: Anfahren mit Flurförderzeugen, Anlehnen, ruckartiges Beladen.
Wo eine oder mehrere dieser Bedingungen gelten, ist die Gummi-Ausführung L420.B55 mit demselben Gabelmaß die sicherere Wahl. Reicht auch das nicht, gehören Radkeile, Anschläge oder eine mechanische Verriegelung am Standplatz dazu – ein Feststeller an einer Rolle ist keine Ladungssicherung.
Der Feststeller kostet weder Höhe noch Tragkraft
Beim Nachrüsten eines Feststellers stellt sich regelmäßig die Frage, ob die gebremste Rolle anders baut als die ungebremste. Bei der L420.B10 lautet die Antwort: nein. Bauhöhe und Tragfähigkeit stimmen über alle fünf Größen exakt mit der ungebremsten Baureihe L400.B10 überein – 106, 128, 155, 190 und 235 mm bei 125, 125, 175, 300 und 300 kg.
Auch Anschraubplatte, Lochbilder und Lochdurchmesser sind identisch. Ein Fahrwerk lässt sich damit ohne Höhenausgleich und ohne neue Bohrungen mischen: zwei ungebremste Rollen, zwei feststellbare, bei Bedarf ergänzt um zwei starre Rollen der Reihe L410.B10, die dieselben Werte mitbringt.
Selbstverständlich ist das nicht. In anderen Baureihen desselben Herstellers weicht die Bauhöhe der feststellbaren Ausführung um wenige Millimeter von der ungebremsten ab. Wer über Baureihengrenzen hinweg mischt, vergleicht deshalb besser die Zahlen als die Baureihennamen.
Aufbau der Baureihe L420.B10
Die Rolle besteht aus einer Gabel aus verzinkt-chromatiertem Stahlblech, einem zweireihigen Kugelkranz im Gabelkopf und einem Rad aus weißem Kunststoff mit Polyamid-Lauffläche. Die Radachse läuft in einem Rollenlager, die Feststellmechanik greift auf Rad und Schwenkkopf zugleich.
Der zweireihige Kugelkranz verdient bei einer gebremsten Rolle besondere Beachtung. Wird ein Wagen bei angezogenem Feststeller angeschoben – und das passiert im Alltag ständig –, wirken auf den Schwenkkopf Kippmomente, die im normalen Fahrbetrieb nicht auftreten. Zwei übereinanderliegende Kugelreihen nehmen senkrechte Last und Kippmomente getrennt auf und halten den Kopf auch nach vielen solchen Lastspitzen spielarm.
Das weiße Polyamidrad ist formstabil und nimmt kein Wasser auf. Bei Dauerlast ist das der entscheidende Punkt: Blickle empfiehlt für Dauerlast ausdrücklich Polyamid-, Polyurethan-, Vulkollan- oder Stahlräder, während Vollgummiräder bei hoher Dauerbelastung zur Abflachung der Lauffläche neigen. Ein Wagen, der überwiegend gebremst an einer Stelle steht, ist mit dem harten Rad daher besser bedient. Ersatzräder liegen im Bereich Kunststoffrad B10.
Maße, Tragkraft und Bauhöhe
| Rad Ø x Breite | Tragfähigkeit | Bauhöhe | Plattengröße | Loch-Ø |
|---|---|---|---|---|
| 80 x 30 mm | 125 kg | 106 mm | 104 x 80 mm | 9 mm |
| 100 x 35 mm | 125 kg | 128 mm | 104 x 80 mm | 9 mm |
| 125 x 35 mm | 175 kg | 155 mm | 104 x 80 mm | 9 mm |
| 150 x 50 mm | 300 kg | 190 mm | 135 x 110 mm | 11 mm |
| 200 x 50 mm | 300 kg | 235 mm | 135 x 110 mm | 11 mm |
Die Bauhöhe ist der senkrechte Abstand zwischen Boden und Anlagefläche der Befestigung. Zwischen der kleinsten und der größten Größe liegen 129 mm – ein Gerät auf 200er-Rollen steht also knapp 13 Zentimeter höher als eines auf 80er-Rollen. Innerhalb eines Fahrwerks müssen alle Rollen dieselbe Bauhöhe haben.
Die Tragfähigkeit gilt je Rolle. Für die Auslegung rechnet der Blickle-Ratgeber mit T = (E + Z) / (n × S): erforderliche Tragfähigkeit je Rolle gleich Eigengewicht plus Zuladung, geteilt durch die Zahl der tragenden Rollen mal einem Sicherheitsfaktor. Bei vier montierten Rollen wird üblicherweise mit drei tragenden gerechnet, weil sich die Last auf unebenem Boden ungleich verteilt. Vier Rollen mit 300 kg ergeben so ausgelegt rund 900 kg statt rechnerischer 1.200 kg. Geprüft wird nach DIN EN 12527 bis 12533 beziehungsweise ISO 22878 bis 22884 auf einem rotatorischen Scheibenprüfstand bei 4 km/h, glattem Boden und 15 bis 28 °C.
Polyamid oder Gummi bei feststellbaren Rollen
Beide Ausführungen der L420-Familie teilen Gabel, Anschraubplatte, Lochbilder und Bauhöhe. Die Entscheidung fällt allein über das Rad – und sie fällt bei feststellbaren Rollen anders als bei frei laufenden, weil zwei zusätzliche Kriterien dazukommen: Haftung im Stand und Verhalten unter Dauerlast.
| Kriterium | L420.B10 Polyamid | L420.B55 Gummi auf Stahlfelge |
|---|---|---|
| Tragfähigkeit 80 mm / 200 mm | 125 kg / 300 kg | 50 kg / 205 kg |
| Anfahr- und Rollwiderstand | niedrig | höher |
| Haftung im festgestellten Zustand | auf trockenem Boden ausreichend | bessere Bodenhaftung |
| Dauerlast an einer Stelle | formstabil | neigt zur Abflachung |
| Laufruhe und Stoßdämpfung | gering | hoch |
Für den täglich bewegten Wagen auf ebenem Hallenboden spricht alles für Polyamid. Für den Wagen, der auf feuchten, geneigten oder unebenen Flächen abgestellt wird, spricht die Bodenhaftung für Gummi. Wer beides braucht, mischt nicht innerhalb eines Fahrwerks, sondern entscheidet nach dem kritischeren Zustand – gemischt bestückte Wagen laufen unruhig, weil sich harte und weiche Räder unter Last unterschiedlich weit eindrücken.
FAQ zur Baureihe L420.B10
- Was hält bei einer festgestellten Rolle – das Rad oder der Boden? Beides zusammen. Der Totalfeststeller sperrt Raddrehung und Schwenkbewegung, wandelt also rollende Reibung in Gleitreibung um. Ob das Gerät anschließend stehen bleibt, entscheidet die Haftreibung zwischen Laufbelag und Boden. Auf einem sehr glatten oder feuchten Untergrund kann eine korrekt gesperrte Rolle trotzdem als Ganzes rutschen.
- Rutscht ein hartes Polyamidrad im festgestellten Zustand leichter weg als ein Gummirad? Auf glatten harten Böden ist Gummi im Vorteil – der Wicke-Radgeber führt dafür ausdrücklich die gute Bodenhaftung an. Polyamid wird wegen des niedrigen Anfahr- und Rollwiderstands und der hohen Tragfähigkeit gewählt, nicht wegen der Haftung. Auf trockenem, gefegtem Boden reicht sie aus, bei Nässe, Öl oder Gefälle nicht zwingend.
- Kostet der Totalfeststeller Bauhöhe oder Tragkraft? In dieser Baureihe nicht. Bauhöhe und Tragfähigkeit stimmen über alle fünf Größen exakt mit der ungebremsten Reihe überein: 106, 128, 155, 190 und 235 mm bei 125, 125, 175, 300 und 300 kg. Auch Anschraubplatte, Lochbilder und Lochdurchmesser sind identisch, sodass ein Tausch ohne Nacharbeit möglich ist.
- Was passiert mit einem Polyamidrad, wenn der Wagen wochenlang gebremst steht? Nichts Nennenswertes. Polyamid ist formstabil und nimmt kein Wasser auf; Blickle empfiehlt für Dauerlast ausdrücklich Polyamid-, Polyurethan-, Vulkollan- oder Stahlräder. Weiche Vollgummiräder neigen unter derselben Bedingung zur Abflachung der Lauffläche. Für Geräte mit langen Standzeiten ist das harte Rad daher die sichere Wahl.
- Lässt sich eine ungebremste L400.B10 gegen eine L420.B10 tauschen? Ja, ohne Nacharbeit. Beide Baureihen haben dieselbe Gabel, dieselben Anschraubplatten von 104 x 80 und 135 x 110 mm, dieselben Lochbilder, dieselben Lochdurchmesser und dieselben Bauhöhen. Üblich ist der Tausch zweier diagonal gegenüberliegender Positionen, damit das Gerät gegen Rollen und gegen Verdrehen gesichert steht.
- Warum ist die Lauffläche weiß? Weißes Polyamid ist ungefärbt und hinterlässt keine Abriebstreifen auf hellen Böden. Es nimmt kein Wasser auf und ist gegen die üblichen Reinigungsmittel beständig, was den Werkstoff für Lebensmittelbetriebe, Labore und Reinbereiche interessant macht. Sichtbare Verschmutzung fällt allerdings stärker auf als bei dunklen Laufbelägen.
- Welche Rolle nehme ich, wenn der Boden nass oder ölig ist? Für die Standsicherheit im festgestellten Zustand ist dann ein Gummirad die bessere Wahl, weil es auf glatten harten Böden mehr Haftung bietet. Die Ausführung L420.B55 hat dasselbe Gabelmaß und dieselbe Bauhöhe. Bei Gefälle gehören zusätzlich Radkeile oder feste Anschläge dazu – ein Feststeller ersetzt keine Ladungssicherung.
- Braucht ein Wagen mit 300-kg-Rollen einen stärkeren Rahmen? Meistens ja. Die 150er- und 200er-Größen leiten ihre Last über eine Anschraubplatte von 135 x 110 mm und 11 mm Schraublöcher ein. Das Rahmenprofil muss diese Fläche vollflächig unterstützen und darf sich unter dem Kippmoment beim Anfahren nicht durchbiegen. Dünne Blechkonstruktionen und punktuelle Auflagen reichen dafür nicht.
Lenkrollen L420.B10 bei HUG
Seit 1938 stattet HUG Technik und Sicherheit Betriebe mit technischem Bedarf aus. Aus der Baureihe L420.B10 von BS ROLLEN liegen alle fünf Größen ab Lager – von 80 x 30 mm mit 125 kg bis 200 x 50 mm mit 300 kg, jeweils mit weißem Polyamidrad, Rollenlager, zweireihigem Kugelkranz und Totalfeststeller. Passend dazu:- Lenkrollen L400.B10 – dieselbe Rolle ohne Feststeller mit identischer Bauhöhe und Tragkraft
- Bockrollen L410.B10 – die starre Ausführung für die Spurführung des Fahrwerks
- Lenkrollen mit Totalfeststeller L420.B55 – die Gummivariante mit besserer Haftung im Stand
- Kunststoffrad B10 – das passende Ersatzrad, wenn nur die Lauffläche verschlissen ist
