Spannhebel
Spannhebel übertragen Drehmoment direkt und ohne Spiel auf die Gewindespindel. Ihre starre Verbindung erzeugt höhere Klemmkräfte als verstellbare Bauformen und eignet sich überall dort, wo Positionen dauerhaft und vibrationssicher fixiert werden müssen.
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Technische Infos
Starr statt verstellbar – wann ist das die richtige Wahl?
Im Gegensatz zum Klemmhebel, dessen Griffhebel sich in beliebiger Stellung lösen und neu ansetzen lässt, bildet der Spannhebel eine feste Einheit mit der Spindel. Was nach Nachteil klingt, ist in vielen Anwendungen ein Vorteil: Die Kraft fließt verlustfrei von der Hand über den Hebel in das Gewinde. Kein Ratschenmechanismus, kein Spiel, kein unbeabsichtigtes Lösen bei Vibrationen. Typische Szenarien für Spannhebel:- Positionen, die selten verstellt werden (Grundeinstellungen, Anschläge)
- Fixierungen, die hohen Drehmomentanforderungen standhalten müssen
- Applikationen mit ausreichend Schwenkraum für den Hebel
Bauformen und Normen
HUG führt Spannhebel in mehreren genormten Bauformen: Kegelgriffe nach DIN 99 gehören zu den am häufigsten eingesetzten Spannhebeln im Maschinenbau. Die Norm unterscheidet zwischen Form L (mit Bohrung für Durchgangsbefestigung) und Form N (mit Innengewinde). Beide Varianten bestehen aus poliertem Stahl und liefern eine ergonomische, kegelförmige Grifffläche, die sich auch mit ölverschmierten Händen sicher greifen lässt. Spanner mit Innengewinde und Innenvierkant kommen im Vorrichtungsbau zum Einsatz, wenn definierte Drehmomente über einen Schraubenschlüssel aufgebracht werden sollen. Das Gehäuse aus Vergütungsstahl hält Klemmkräfte im dreistelligen Newton-Meter-Bereich zuverlässig.| Bauform | Werkstoff | Gewindegrößen | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Kegelgriff DIN 99 Form L | Stahl, poliert | M6 – M16 | Universell, Maschinenbau |
| Kegelgriff DIN 99 Form N | Stahl, poliert | M6 – M16 | Aufschraubbare Fixierungen |
| Spanner mit Innenvierkant | Vergütungsstahl | M8 – M16 | Vorrichtungsbau, hohe Klemmkräfte |
Praxisanwendungen im Vorrichtungs- und Maschinenbau
Spannhebel sind das Mittel der Wahl, wenn Werkstücke oder Maschinenteile unter definierten Bedingungen fixiert werden:- Werkzeugmaschinen: Tischanschläge, Reitstöcke und Werkzeugaufnahmen fixieren – Positionen, die über eine gesamte Fertigungsserie konstant bleiben
- Prüf- und Messmittel: Referenzpunkte in Prüfvorrichtungen dauerhaft klemmen
- Sondermaschinenbau: Schutzabdeckungen und Wartungsklappen sichern, die nur bei Stillstand geöffnet werden
- Schweißvorrichtungen: Bauteile unter Kraft positionieren und während des Schweißprozesses vibrationssicher halten
