Innenringe
Innenringe (Bauform IR) sind separate, gehärtete Lagerringe für Nadellager – sie bilden die Laufbahn für die Nadeln, wenn die Welle selbst nicht als Lauffläche taugt (weil sie nicht gehärtet ist oder breitere Laufbahn für axialen Versatz benötigt wird). HUG führt IR-Innenringe von NTN in rund 495 Varianten aus gehärtetem Wälzlagerstahl.495 Artikel gefunden
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Funktionsprinzip
- Separate Laufbahn: Der IR-Innenring wird auf die Welle aufgepresst und bildet die gehärtete Lauffläche für die Nadelrollen
- Feinbearbeitete Oberfläche: Geschliffene oder feinbearbeitete Laufbahnen für definiertes Laufverhalten
- Standard für Nadelkränze und Nadelhülsen: Werden in Kombination mit Nadelkränzen, Nadelhülsen, Nadelbüchsen und kompletten Nadellagern eingesetzt
Einsatzgründe für separate Innenringe
- Ungehärtete Wellen: Wenn die Welle aus Kosten- oder Fertigungsgründen nicht gehärtet werden kann
- Axialer Wellenversatz: Breitere Innenringe erlauben axiale Verschiebung der Nadeln auf dem Innenring – bei Wärmedehnung oder Toleranzausgleich
- Reparaturlösung: Bei Verschleiß an der Welle kann der Innenring nachgesetzt werden, ohne die Welle neu zu härten
- Montagefreundlichkeit: Innenring und Nadellager separat montieren und positionieren
Baugrößen
- Bohrungsdurchmesser: 5 bis 380 mm – vom Miniatur-Innenring bis zur Großanlagenlagerung
- Außendurchmesser: 8 bis 415 mm
- Breite: 10 bis 100 mm – Standardbreite und Breitausführungen für axialen Versatz
- Beispiel-Größen: IR 10×14×12 (klein), IR 100×110×30 (mittel), IR 120×135×45 (groß)
Ausstattungsvarianten
- Mit / ohne Schmierbohrungen: Schmierbohrungen für Nachschmierung durch die Welle hindurch
- Lagerluft: Standard-Lagerluft oder C3 (vergrößert) für Anwendungen mit Wärmeentwicklung
- Werkstoff: Gehärteter Wälzlagerstahl – feinbearbeitete oder geschliffene Laufbahnen
Typische Einsatzgebiete
- Getriebebau: Nadellager mit Innenring auf Vorgelege- und Zwischenwellen
- Pumpen- und Motorenbau: Wenn die Welle nicht für Laufbahnanforderung gehärtet ist
- Landwirtschafts- und Baumaschinen: Reparaturen mit Innenring statt Wellentausch
- Druckmaschinenbau: Präzisionslagerungen mit kontrolliertem axialen Versatz
- Kfz-Motorenbau: Nockenwellen- und Ausgleichswellenlagerungen
Auswahlkriterien
- Nadellager-Typ: Passende Innenring-Bezeichnung aus dem Herstellerkatalog zum gewählten Nadellager
- Wellendurchmesser: Innenring-Bohrung mit Übermaß-Passung (k5, m5) auf die Welle
- Breite: Standardbreite bei fester Lage oder Breitausführung für axialen Versatz
- Schmierung: Mit Bohrungen bei Anlagen mit Umlaufschmierung, ohne bei Fettlebensdauerfüllung
- Lagerluft: C3 bei Anwendungen mit Temperaturdifferenzen
Ergänzende Wälzlager-Kategorien
- Wälzlager-Zubehör als übergeordnete Kategorie
- Y-Lager und Spannkugellager für Standard-Wälzlagerung
- Niro-Rillen-Kugellager für Hygieneanwendungen
- Linear-Kugellager für axiale Führungen
FAQ – häufige Fragen zu Innenringen
- Wann brauche ich einen separaten Innenring? Drei Hauptgründe: 1) Wenn die Welle nicht gehärtet ist (Stahl unter 58 HRC) – Nadeln würden die Lauffläche schnell zerstören. 2) Bei axialem Wellenversatz (Wärmedehnung) – breitere Innenringe lassen Verschiebung zu. 3) Als Reparaturlösung – verschlissene Welle bleibt drin, neuer Innenring schafft frische Lauffläche.
- Welche Passung Innenring auf Welle? Übermaß-Passung k5 oder m5 ist Standard – der Ring sitzt fest und dreht sich nicht mit. Bei Innendurchmesser 25 mm bedeutet das z. B. 0,002-0,011 mm Übermaß. Welle muss exakt zylindrisch und auf Maß sein. Mit Hand auspressen geht nicht – Hydraulikpresse oder Erwärmen des Rings (max. 120 °C) zur thermischen Montage.
- Brauche ich Schmierbohrungen? Ja, wenn das Nadellager über die Welle hindurch geschmiert wird (Umlaufschmierung, Tropfschmierung). Schmierbohrungen erlauben das Öl von innen zur Lauffläche. Ohne Bohrungen bei Lebensdauer-Fettung – einmal gefüllt, hält das ganze Leben. Im Zweifel mit Bohrungen wählen, schließen lässt sich später nicht mehr.
- Welche Lagerluft – Standard oder C3? Standard-Lagerluft (CN, ohne Suffix) für Normaltemperaturen und gleichmäßige Belastung. C3 (vergrößertes Lagerspiel) bei Temperaturdifferenzen zwischen Welle und Gehäuse – z. B. wenn die Welle heißer wird als das Gehäuse, dehnt sie sich stärker aus, das Lagerspiel verengt sich. C3 verhindert dann Klemmen und Vorspannung. Faustregel: Bei Temperaturdifferenzen über 30 °C: C3.
- Wie tausche ich verschlissene Innenringe? Demontage: Innenring vorsichtig anwärmen oder mit Abziehvorrichtung lösen. Dabei NIE auf den Außenring oder die Nadeln schlagen – die werden zerstört. Welle nach Ausbau auf Verschleiß prüfen (Riefen, Maßdifferenz) – wenn die Welle beschädigt ist, vor dem neuen Innenring nachbearbeiten oder Wellenschutzhülse einsetzen. Neuer Ring per Pressdorn oder Erwärmung montieren.
