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Umrechnung Zoll in Millimeter

Vor allem im Bereich der Technik konkurrieren zwei Einheiten miteinander, nämlich metrisch und zöllig. Die zöllige Masseinheit trifft man vor allem in Großbritannien und den Vereinigten Staaten an, aber auch in bestimmten technischen Gebieten wie z.B. in der Reifenbezeichnung, der Installationstechnik usw. Ein Zoll entspricht exakt 25,4 Millimetern. Diese Festlegung gilt seit 1959 international einheitlich – davor wichen der britische und der amerikanische Zoll geringfügig voneinander ab, was in der Fertigung zu Passungsproblemen führte. Die nachfolgende Tabelle enthält die gängigsten Abmessungen und die zugehörigen Umrechnungswerte.

Umrechnungstabelle Zoll in Millimeter

Zoll
Bruchwert
Zoll
Dezimalwert
mm
Metrisch
1/64" 0,016" 0,397 mm
1/32" 0,031" 0,794 mm
1/16" 0,063" 1,587 mm
1/8" 0,125" 3,175 mm
1/4" 0,250 6,350 mm
3/8" 0,375" 9,525 mm
1/2" 0,500" 12,700 mm
5/8" 0,625" 15,875 mm
3/4" 0,750 19,050 mm
7/8" 0,875" 22,225 mm
1" 1" 25,400 mm
1 1/4" 1,250" 31,750 mm
1 1/2" 1,500" 38,100 mm
1 3/4" 1,750" 44,450 mm
2" 2" 50,800 mm
2 1/4" 2,250" 57,150 mm
2 1/2" 2,500" 63,500 mm
2 3/4" 2,750" 69,850 mm
3" 3" 76,200 mm
3 1/4" 3,250" 82,550 mm
3 1/2" 3,500" 88,900 mm
3 3/4" 3,750" 95,250 mm
4" 4" 101,60 mm
4 1/4" 4,250" 107,95 mm
4 1/2" 4,500" 114,30 mm
4 3/4" 4,750" 120,65 mm
5" 5" 127,00 mm
6" 6" 152,40 mm
7" 7" 177,80 mm
8" 8" 203,20 mm
9" 9" 228,60 mm
10" 10" 254,00 mm

Tabelle zum Download

Der Zoll als Maßeinheit

Der Zoll ist eine Längeneinheit aus dem angloamerikanischen Maßsystem und wird im Englischen als inch bezeichnet. Die Umrechnung ist eine einfache Multiplikation: Zoll × 25,4 = Millimeter. In die Gegenrichtung wird durch 25,4 geteilt. Historisch leitete sich das Maß von der Daumenbreite ab und war entsprechend uneinheitlich. Erst das internationale Yard-und-Pfund-Abkommen von 1959 legte den Zoll verbindlich auf 25,4 Millimeter fest. Vorher unterschieden sich britischer und amerikanischer Zoll in der letzten Nachkommastelle – bei Einzelteilen unerheblich, bei Passungen und langen Messketten jedoch spürbar. Für die Praxis folgt daraus: Ein heutiger Zollwert ist eindeutig. Bei alten Zeichnungen, historischen Maschinen und Ersatzteilen aus der Zeit vor 1959 lohnt dagegen der Blick auf die Herkunft der Angabe, wenn es auf hundertstel Millimeter ankommt.

Warum ein Zoll-Rohrgewinde nicht 25,4 mm misst

Die häufigste Verwechslung in der Installationstechnik: Ein Rohrgewinde mit der Bezeichnung 1 Zoll hat keinen Außendurchmesser von 25,4 mm, sondern von rund 33,2 mm. Die Zollangabe beim Rohrgewinde ist kein Maß, sondern eine Größenbezeichnung. Der Grund ist historisch. Ursprünglich bezeichnete die Zollangabe den Innendurchmesser des Rohrs: Ein Ein-Zoll-Rohr hatte tatsächlich rund 25,4 mm lichte Weite. Bei der damaligen Stahlqualität ergab sich daraus mit der nötigen Wandstärke ein Außendurchmesser von etwa 33 mm. Als bessere Stähle dünnere Wandungen erlaubten, wuchs der Innendurchmesser – der Außendurchmesser und damit das Gewinde mussten aber gleich bleiben, weil sonst sämtliche Fittinge, Armaturen und Werkzeuge unbrauchbar geworden wären. Die Bezeichnung blieb, der ursprüngliche Bezug ging verloren. Die Außendurchmesser der zylindrischen Rohrgewinde nach DIN EN ISO 228-1 (Flankenwinkel 55°):
GewindeAußendurchmesserZoll × 25,4 wäre
G 1/89,728 mm3,175 mm
G 1/413,157 mm6,350 mm
G 3/816,662 mm9,525 mm
G 1/220,955 mm12,700 mm
G 3/426,441 mm19,050 mm
G 133,249 mm25,400 mm
G 1 1/441,910 mm31,750 mm
G 1 1/247,803 mm38,100 mm
G 259,614 mm50,800 mm
Die rechte Spalte zeigt, wie weit die reine Umrechnung danebenliegt. Wer ein Rohrgewinde bestimmen will, misst deshalb den Außendurchmesser und ordnet ihn über die Tabelle zu – nicht umgekehrt. Neben dem zylindrischen G-Gewinde nach DIN EN ISO 228-1 gibt es die kegeligen Ausführungen R und Rp nach DIN EN 10226-1 sowie Rc nach DIN EN 10226-2; sie tragen dieselbe Zollbezeichnung, dichten aber im Gewindegang statt über einen Dichtring.

Bruchzoll, Dezimalzoll und Schreibweisen

Zöllige Maße erscheinen in zwei Schreibweisen, die sich in der Praxis nach Herkunft trennen lassen.
  • Bruchzoll (1/2", 3/4", 1 1/4") ist die klassische Form im Handwerk, bei Rohrgewinden, Armaturen und Schlauchanschlüssen. Die Nenner sind Zweierpotenzen: halbe, viertel, achtel, sechzehntel Zoll.
  • Dezimalzoll (0,500", 0,750") stammt aus der Fertigung und Messtechnik, vor allem aus dem US-amerikanischen Maschinenbau. Zeichnungen aus den USA bemaßen Bohrungen und Passungen üblicherweise dezimal.
Das Zeichen für Zoll ist der doppelte Strich (″), im Alltag meist als Anführungszeichen geschrieben. Der einfache Strich (′) steht für Fuß, also zwölf Zoll. Wo Verwechslungsgefahr besteht – etwa in Bestellungen und Zeichnungen –, ist die ausgeschriebene Form „Zoll" oder das englische „inch" die sicherere Wahl.

Wo Ihnen zöllige Maße begegnen

Obwohl Deutschland metrisch misst, hält sich der Zoll in mehreren technischen Bereichen hartnäckig – meist dort, wo internationale Normen oder eingeführte Baugrößen den Ausschlag geben:
  • Rohrleitungs- und Installationstechnik: Gewinde, Fittinge, Armaturen und Verschraubungen werden durchgehend in Zoll bezeichnet.
  • Reifen und Räder: Felgendurchmesser und Reifenbreiten folgen zölligen Größen, gemischt mit metrischen Angaben in derselben Bezeichnung.
  • Bildschirme und Displays: die Bildschirmdiagonale, weltweit einheitlich in Zoll.
  • Wälzlager und Antriebstechnik: Baureihen aus dem angloamerikanischen Raum, etwa zöllige Lager und Ketten.
  • Werkzeuge und Verbindungselemente: Schraubenschlüssel, Steckschlüsseleinsätze und Gewinde nach UNC/UNF.

Häufige Fehler beim Umrechnen

  • Rohrgewinde rechnerisch umrechnen: der klassische Fehlgriff. Die Zollangabe am Gewinde ist eine Baugröße, kein Durchmesser – siehe Tabelle oben.
  • Zoll und Fuß verwechseln: Ein einfacher Strich bedeutet Fuß (304,8 mm), ein doppelter Strich Zoll. In handschriftlichen Notizen ist die Unterscheidung oft nicht eindeutig.
  • Zu früh runden: Wer Zwischenwerte auf zwei Stellen rundet und danach weiterrechnet, sammelt Fehler auf. Mit dem exakten Faktor 25,4 rechnen und erst das Endergebnis runden.
  • Bruch falsch lesen: 1 1/4" sind ein Zoll plus ein Viertel, also 31,75 mm – nicht elf Viertelzoll.
  • Nennweite mit Zoll gleichsetzen: Die Nennweite DN ist eine eigene Größenbezeichnung und entspricht weder dem Innen- noch dem Außendurchmesser exakt.

FAQ zur Umrechnung Zoll in Millimeter

  • Wie viel sind 1 Zoll in mm? Ein Zoll entspricht exakt 25,4 Millimetern. Der Wert ist keine Näherung, sondern seit 1959 international so definiert. Für die Umrechnung multiplizieren Sie den Zollwert mit 25,4; um von Millimeter auf Zoll zu kommen, teilen Sie durch 25,4. Zwei Zoll sind demnach 50,8 mm, ein halber Zoll 12,7 mm.
  • Warum hat ein 1-Zoll-Rohr nicht 25,4 mm Durchmesser? Weil die Zollangabe beim Rohrgewinde eine Baugröße ist und kein Maß. Sie bezeichnete ursprünglich den Innendurchmesser des Rohrs; bei der damaligen Wandstärke ergab das außen rund 33 mm. Dünnere Wandungen vergrößerten später den Innendurchmesser, das Gewinde musste jedoch unverändert bleiben, damit vorhandene Fittinge weiter passten.
  • Was bedeutet das Zeichen " hinter einer Zahl? Der doppelte Strich steht für Zoll, der einfache Strich für Fuß. 3" sind also drei Zoll oder 76,2 mm, 3′ dagegen drei Fuß oder 914,4 mm. Da beide Zeichen im Druck und in Handschrift leicht zu verwechseln sind, ist in Bestellungen die ausgeschriebene Einheit sicherer.
  • Wie rechne ich Bruchzoll in Millimeter um? Zuerst den Bruch in eine Dezimalzahl umwandeln, dann mit 25,4 multiplizieren. Beispiel 3/8": 3 geteilt durch 8 ergibt 0,375, multipliziert mit 25,4 sind das 9,525 mm. Bei gemischten Angaben wie 1 1/4" wird die ganze Zahl addiert: 1,25 × 25,4 = 31,75 mm.
  • Sind britischer und amerikanischer Zoll gleich? Heute ja. Bis 1959 unterschieden sie sich in den hinteren Nachkommastellen, weil beide Länder eigene Referenzmaße führten. Das internationale Yard-und-Pfund-Abkommen vereinheitlichte den Zoll auf exakt 25,4 mm. Relevanz hat der Unterschied nur noch bei historischen Zeichnungen und sehr engen Passungen.
  • Was ist der Unterschied zwischen G- und R-Gewinde? Beide tragen dieselbe Zollbezeichnung, dichten aber unterschiedlich. G-Gewinde nach DIN EN ISO 228-1 sind zylindrisch und benötigen eine zusätzliche Dichtung, etwa einen Dichtring. R- und Rp-Gewinde nach DIN EN 10226-1 sind kegelig und dichten im Gewindegang selbst, meist mit Hanf oder Dichtband unterstützt.
  • Wie bestimme ich die Zollgröße eines vorhandenen Gewindes? Messen Sie den Außendurchmesser des Gewindes mit einem Messschieber und ordnen Sie den Wert der Tabelle im Abschnitt zu den Rohrgewinden zu. Rechnen Sie den gemessenen Wert nicht in Zoll um – das führt bei Rohrgewinden zwangsläufig zur falschen Größe.
  • Warum wird in Deutschland überhaupt in Zoll gemessen? Weil sich in einigen Bereichen internationale Normen und historisch gewachsene Baugrößen durchgesetzt haben. Rohrgewinde, Reifengrößen, Bildschirmdiagonalen und Teile der Antriebstechnik folgen zölligen Systemen, deren Umstellung einen kompletten Austausch aller kompatiblen Bauteile erfordern würde.