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HUG Technik und Sicherheit GmbH - Technischer Großhandel

Auffanggurte

Auffanggurte (auch Fallgurt oder PSAgA-Gurt) sind nach DGUV 112-198 für Höhenarbeit Pflicht und verteilen die Fangstoßkraft im Sturzfall auf den Körper. HUG führt SKYLOTEC, 3M und Honeywell Miller mit eigenen Sachkundigen für die PSAgA Prüfung.
Andreas Selwitschka

Zu Ihrem Experten für Auffanggurte

Andreas Selwitschka

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Technische Infos
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Was ist ein Auffanggurt und wie funktioniert er?

Kurz: Ein Auffanggurt nach EN 361 verteilt die Fangstoßkraft bei einem Sturz auf Brustkorb, Becken und Oberschenkel und begrenzt die Belastung in Kombination mit einem Falldämpfer auf maximal 6 kN.

Ein Auffanggurt nach EN 361 ist mehr als ein einfacher Sicherheitsgurt. Er ist Teil eines Auffangsystems aus Gurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 355) und Anschlagpunkt. Im Sturzfall verteilt der Gurt die plötzliche Fangstoßkraft über Schultern, Brust, Becken und Beine – Körperregionen, die hohe Kräfte schadlos aufnehmen können. Ohne diese Verteilung würden Hals, Bauch oder Wirbelsäule schwere Sekundärverletzungen erleiden. Pflicht-Element jedes Auffanggurts ist mindestens eine Auffangöse (Buchstabe "A" auf dem Etikett) am Rücken (dorsal) oder vorne (sternal). An dieser Öse wird das Verbindungsmittel angeschlagen. Komfort-Modelle ergänzen seitliche Halteösen für die Arbeitspositionierung, eine ventrale Steigschutzöse für senkrechte Aufstiege und Materialschlaufen für Werkzeug. Allein der Gurt schützt nicht. Nur das vollständige System aus Auffanggurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer und einem Anschlagpunkt mit mindestens 10 kN Bruchkraft kann den Sturz tatsächlich auffangen.
 

Auffanggurt-Typen: EN 361, EN 358 und EN 813 im Vergleich

Kurz: EN 361 ist der echte Auffanggurt für Sturzauffangung. EN 358 ist Halte- oder Rückhaltegurt für die Arbeitspositionierung. EN 813 ist Sitzgurt für hängende Arbeit (Seilzugangstechnik).

Drei Normen regeln die wichtigsten Gurt-Typen. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab – Auffangen, Halten oder hängend Arbeiten.
NormGurt-TypEinsatzzweckAnseilpunkt
EN 361AuffanggurtSturzauffangung im freien FallDorsale oder sternale Auffangöse (A)
EN 358Halte-/RückhaltegurtArbeitspositionierung, Verhindern eines SturzesSeitliche Halteösen
EN 813SitzgurtHängende Arbeitsposition (Seilzugangstechnik)Ventrale Anseilöse
In der Praxis sind viele Modelle Kombi-Gurte mit mehreren Norm-Zulassungen. Ein 4-Punkt-Komfortgurt deckt EN 361 plus EN 358 ab und eignet sich für Dacharbeit kombiniert mit Arbeitspositionierung am Mast. Reine EN-361-Gurte sind leichter und schneller anzulegen, eignen sich aber nicht zum dauerhaften Halten oder Hängen.
 

Auffanggurt-Auswahl: Dacharbeit, Industriemontage und Mastarbeit

Kurz: Dacharbeit = leichter EN-361-Gurt. Industriemontage = 4-Punkt-Kombigurt EN 361/358. Mastarbeit = Kombigurt mit ventraler Steigschutzöse. Seilzugangstechnik = dreifach zertifiziert EN 361/358/813.

Die Anwendung bestimmt die Gurt-Auswahl. Vier häufige Szenarien aus der Praxis:
  • Dacharbeiten und kurzzeitige Höhenarbeit: Leichter EN-361-Gurt mit dorsaler Auffangöse, schnell anlegbar, geringes Eigengewicht. Modelle wie der SKYLOTEC ARG 30 oder der 3M DBI-SALA Delta sind hier Erstwahl.
  • Industriemontage und Wartungsarbeiten: 4-Punkt-Komfortgurt mit Schulter- und Beinpolsterung, seitlichen Halteösen für Arbeitspositionierung und Materialschlaufen für Werkzeug. SKYLOTEC IGNITE TRION 4-Punkt oder Honeywell Miller Revolution Body Control R6 sind typische Vertreter.
  • Mast- und Steigleiter-Arbeiten: Kombi-Gurt mit ventraler Steigschutzöse (für mitlaufende Auffanggeräte EN 353) plus dorsaler Auffangöse. SKYLOTEC PROTON WIND oder IGNITE TRION sind hier ausgelegt.
  • Seilzugangstechnik (Industriekletterer): Dreifach-zertifizierter Gurt EN 361 + EN 358 + EN 813 mit hoher Polsterung für lange Hängezeiten.
Komplette PSAgA-Sets enthalten Auffanggurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer und Tragetasche – die unkomplizierte Lösung für die Erstausstattung.
 

Auffanggurt-Größe, Polsterung und Komfort-Features

Kurz: Größen reichen bei HUG von XS/M bis XXL/5XL. Wichtigstes Komfortkriterium ist die Polsterung an Schulter, Hüfte und Bein plus Automatik-Verschlüsse.

Auffanggurte werden bei HUG in den Größen XS/M, S, S/M, L/XL, M/XXL, XL, 2XL und XXL/5XL geführt. UNI-Größen passen einem breiten Körperspektrum durch verstellbare Schulter-, Bein- und Beckengurte. Wichtig: Der Gurt muss eng anliegen, ohne einzuschneiden. Lockere Gurte sind gefährlich – im Sturzfall schlägt der Körper im Gurt weiter aus und die Fangstoßkraft steigt deutlich an. Deshalb gilt: lieber eine Nummer kleiner als zu weit. Komfortmerkmale, die in der Praxis entscheiden, ob ein Gurt acht Stunden lang getragen wird:
  • Polsterung an Schulter, Rücken, Hüfte und Beinen – Pflicht für lange Tragezeiten
  • Automatik-Verschlüsse statt klassischer Steckschnallen – schnelleres Anlegen, weniger Fehlerquellen
  • Materialschlaufen an Hüfte und Brust für Werkzeug, Karabiner und Werkzeughalter
  • Absturzindikator – kleines Signaletikett, das nach einem Fangstoß ausgelöst wird und den Gurt als verbraucht markiert
 

PSAgA Prüfung – Sachkundigen-Prüfung nach DGUV 112-198 durch HUG

Kurz: Auffanggurte müssen mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden (DGUV Grundsatz 312-906 / DGUV 112-198). Mehrere HUG-Mitarbeiter sind als Sachkundige zertifiziert.

Die jährliche PSAgA Prüfung von Auffanggurten ist Pflicht. Geprüft werden Materialzustand (Schnitte, Aufrieb, UV-Schäden), Funktion aller Schnallen und Verschlüsse sowie die Lesbarkeit der Produktkennzeichnung. Mehrere HUG-Mitarbeiter sind als Sachkundige nach DGUV 112-198 zertifiziert und führen Revisionen direkt im Haus oder bei Ihnen vor Ort durch. Jede Prüfung wird im Protokoll dokumentiert. Auf Wunsch übernimmt HUG die Terminüberwachung über eine eigene Revisionsdatenbank, sodass keine PSAgA Prüfung übersehen wird. Defekte Gurte werden aus dem Verkehr gezogen und – wenn gewünscht – ohne Lieferpause ersetzt.

Hier geht es zur PSAgA Prüfung!

 

PSAgA Schulung und Unterweisung nach DGUV 112-198

Kurz: Wer einen Auffanggurt einsetzt, muss nach DGUV 112-198 unterwiesen sein. HUG bietet PSAgA Schulungen für Grundlagen (112-198) und Rettung (112-199) online oder als Inhouse-Termin durch zertifizierte Trainer.

Ohne dokumentierte PSAgA Unterweisung ist der beste Auffanggurt im Schadensfall ein Haftungsproblem für den Unternehmer. HUG bietet zwei zentrale PSAgA Schulungen an:
  • DGUV 112-198 – Grundlagenschulung PSAgA: Rechtliche Grundlagen, korrektes Anlegen und Einstellen des Auffanggurts, Sichtprüfung vor jedem Einsatz, Verhalten bei Sturz.
  • DGUV 112-199 – Retten aus Höhen und Tiefen: Hängetrauma vermeiden, Rettung mit Abseilgeräten, praktische Übungen am echten Gerät.
Die Trainer kommen mit eigenem Equipment vor Ort und passen die Inhalte an die realen Arbeitsbedingungen Ihres Betriebs an. Termine direkt bei Andreas Selwitschka unter 0871 9741 056.

Hier geht es zur PSAgA Schulung!

 

FAQ zu Auffanggurten und PSAgA

  • Was ist die DGUV 112-198 und für wen gilt sie? Die DGUV Regel 112-198 ist die zentrale Vorgabe für die Benutzung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) in Deutschland. Sie gilt für alle Beschäftigten, die in Bereichen arbeiten, in denen ein Absturz nicht durch technische Maßnahmen (Geländer, Fangnetze) verhindert werden kann – Dachdecker, Industriemonteure, Mastarbeiter, Fassadenkletterer, Wartungspersonal. Die Regel beschreibt Auswahl, Verwendung, Prüfung und Schulung von Auffanggurten und allen weiteren PSAgA-Komponenten. Sie wird durch die DGUV 112-199 (Retten aus Höhen und Tiefen) ergänzt.
  • Was bedeutet EN 361 und worin unterscheidet er sich von EN 358 oder EN 813? EN 361 ist die Norm für Auffanggurte, die einen freien Sturz auffangen. EN 358 regelt Halte- und Rückhaltegurte für die Arbeitspositionierung – diese fangen keinen freien Sturz auf und dürfen niemals als Auffangsystem eingesetzt werden. EN 813 gilt für Sitzgurte mit ventraler Anseilöse, konzipiert für hängende Arbeit in Seilzugangstechnik. Viele moderne Modelle sind Kombi-Gurte und erfüllen mehrere Normen gleichzeitig. Das eingenähte Etikett zeigt alle zertifizierten Normen.
  • Welcher Auffanggurt eignet sich für Dacharbeiten? Für Dacharbeiten ist nach DGUV 112-198 ein leichter EN-361-Gurt mit dorsaler Auffangöse Standard – schnell anzulegen, geringes Eigengewicht, ohne überflüssige Komfort-Polsterung. Modelle wie der SKYLOTEC ARG 30 oder der 3M DBI-SALA Delta erfüllen diese Anforderung. Für Dachdecker auf geneigten Dächern gilt die PSAgA-Pflicht ab 3 m Absturzhöhe (sonst ab 2 m). Wichtig: Der Gurt muss eng anliegen, weil lockere Gurte die Fangstoßkraft im Sturzfall erhöhen.
  • Wer braucht eine PSAgA-Unterweisung und wie oft? Jeder Beschäftigte, der eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz benutzt, muss nach DGUV 112-198 unterwiesen sein – das gilt für alle Höhenarbeiter, Dachdecker, Monteure, Wartungspersonal. Die Unterweisung muss vor erstmaliger Anwendung erfolgen und mindestens einmal jährlich wiederholt werden. Für die Rettung aus Höhen und Tiefen ist zusätzlich die Unterweisung nach DGUV 112-199 vorgeschrieben. Ohne dokumentierte Unterweisung trägt der Unternehmer im Schadensfall die volle Haftung. HUG bietet beide Unterweisungen Inhouse oder online an.
  • Wie lege ich einen Auffanggurt richtig an? Ein Auffanggurt wird in vier Schritten angelegt: Einsteigen wie in eine Hose mit geöffneten Beinschlaufen, Brustgurt auf Höhe Brustbein schließen, Beinschlaufen so straffen dass zwei Finger Platz haben, Schulterträger eng aber ohne einzuschneiden. Die dorsale Auffangöse muss zwischen den Schulterblättern liegen – nicht im Nacken, nicht am Lendenbereich. Letzter Check vor dem Einsatz: Alle Schnallen geschlossen, keine verdrehten Gurtbänder, kein loses Bandende. Eine korrekte Unterweisung nach DGUV 112-198 ist Pflicht.
  • Wie messe ich die richtige Auffanggurt-Größe? Die Auffanggurt-Größe ergibt sich aus drei Körpermaßen: Brustumfang, Hüftumfang und Oberschenkelumfang (Beispiel SKYLOTEC S/M: Brust 80-115 cm, Hüfte 70-105 cm) – nicht aus der Konfektionsgröße. Im Zweifel die größere Größe wählen, weil zu enge Gurte unbequem werden und in der Auffangposition gefährlich drücken. Bei UNI-Größen muss der Gurt im angelegten Zustand individuell eingestellt werden – zwischen Beinschlaufe und Bein sollten zwei Finger Platz haben.
  • Wie erkenne ich am vorhandenen Gurt, ob er nach EN 361 zugelassen ist? Ein nach EN 361:2002 zertifizierter Auffanggurt trägt ein eingenähtes Etikett mit fünf Pflicht-Angaben: Herstellername, Modellbezeichnung, Norm-Kennung, CE-Zeichen mit vierstelliger Kennnummer der notifizierten Stelle und Herstelldatum. Fehlen diese Angaben oder ist das Etikett unlesbar, darf der Gurt nicht mehr verwendet werden. Im Zweifel: HUG-Sachkundigen-Prüfung anfragen.
  • Kann ich Auffanggurt und Verbindungsmittel verschiedener Hersteller kombinieren? Ja, sofern alle Komponenten nach EN 361 (Gurt), EN 355 (Falldämpfer) und EN 362 (Karabiner, mindestens 22 kN Bruchkraft) zertifiziert sind. Wichtig ist, dass der Karabiner zur Geometrie der Auffangöse passt – Schraubverschluss oder Twist-Lock, Öffnungsweite, Materialstärke. Komplettsysteme eines Herstellers haben den Vorteil bestmöglich abgestimmter Komponenten und einheitlicher Prüfdokumentation, sind aber nicht zwingend. HUG-Sachkundige beraten bei der herstellerübergreifenden Zusammenstellung.
  • Wie oft muss ein Auffanggurt geprüft werden? Mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen nach DGUV Grundsatz 312-906. Zusätzlich vor jedem Einsatz eine Sichtprüfung durch den Anwender selbst. Die jährliche Prüfung wird schriftlich dokumentiert und muss im Schadensfall vorgelegt werden können. HUG übernimmt die PSAgA Prüfung im Haus oder als Inhouse-Termin und führt auf Wunsch eine Revisionsdatenbank mit Terminerinnerung.
  • Wann muss ein Auffanggurt aussortiert werden und wie pflege ich ihn? Sofort nach jedem aufgefangenen Sturz, bei sichtbaren Schnitten oder Aufrieb an textilen Komponenten, bei korrodierten oder verformten Metallteilen, bei unleserlichem Etikett oder spätestens 10 Jahre nach Herstelldatum (Ablegereife textiler Gurte nach DGUV 112-198). Reinigung mit lauwarmem Wasser und milder Seife, keine Bleichmittel oder Hochdruckreiniger. Lagerung kühl, trocken und dunkel, idealerweise in einer dedizierten Tragetasche und getrennt von Chemikalien, Treibstoffen und scharfkantigem Werkzeug.
 

Auffanggurte bei HUG – SKYLOTEC, 3M und Honeywell Miller aus einer Hand

HUG Technik und Sicherheit führt Auffanggurte der drei Marktführer: SKYLOTEC (ARG 30, CS 2, IGNITE-Serie, PROTON WIND), 3M (DBI-SALA Delta, PROTECTA 4-Punkt Komfort) und Honeywell Miller (Revolution Body Control R6, Revolution Komfort R2). Vom leichten EN-361-Gurt für Dacharbeit bis zum dreifach zertifizierten Kombi-Gurt für Industriekletterer deckt HUG das gesamte Anwendungsspektrum ab. Passend dazu finden Sie im Cluster Absturzsicherung: Was HUG von reinen Händlern unterscheidet: zertifizierte Sachkundige im Haus, eigene PSAgA Prüfung mit Revisionsdatenbank und zertifizierte PSAgA Schulungen nach DGUV 112-198 und 112-199 – online oder bei Ihnen vor Ort. Bestellungen bis 16 Uhr gehen am selben Tag in den Versand. Grundlegendes Fachwissen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Sichern und Retten.