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Ladungssicherung

Schlecht gesicherte Ladung gefährdet Fahrer, andere Verkehrsteilnehmer und die Fracht selbst. Die Verantwortung liegt bei Absender, Verlader, Frachtführer und Fahrer – gesetzlich geregelt in StVZO §22 und kontrolliert durch BAG und Polizei. Professionelle Ladungssicherung beginnt bei der Planung und endet erst mit dem Entladen.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Vorschriften und Normen – DIN EN 12195 und VDI 2700

Die Berechnungsgrundlage für Ladungssicherung im Straßenverkehr liefert DIN EN 12195-1:2010. Diese Norm definiert die Sicherungskräfte, die bei formschlüssiger und kraftschlüssiger Sicherung aufgebracht werden müssen. Zentrale Kenngröße: der Beschleunigungsbeiwert – in Fahrtrichtung nach vorn 0,8 g, nach hinten 0,5 g, zur Seite 0,5 g. Das bedeutet: Die Sicherungskraft nach vorn muss 80 % des Ladungsgewichts betragen. VDI 2700 Blatt 2 ergänzt die Normenreihe mit praxisnahen Angaben zu Zurrmitteln, deren Auswahl und korrekter Anwendung. Wer Ladungssicherung in der Praxis umsetzt, arbeitet mit beiden Dokumenten.

Sicherungsmethoden im Überblick

Vier Grundmethoden stehen zur Verfügung – in der Praxis oft kombiniert: Formschlüssige Sicherung. Die Ladung wird lückenlos an Stirnwand, Seitenwände oder an andere Ladungsteile gestapelt. Kein Freiraum bedeutet kein Verrutschen. Diese Methode ist die effektivste und sollte immer die Basis bilden. Kraftschlüssige Sicherung (Niederzurren). Zurrgurte oder Zurrketten werden über die Ladung gespannt und erzeugen vertikale Druckkraft. Diese Druckkraft erhöht die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche. Niederzurren funktioniert nur, wenn die Reibung stimmt – auf glatter Ladefläche reicht die Reibkraft allein oft nicht aus. Direktzurren. Die Gurte greifen direkt an der Ladung an und halten sie formschlüssig in Position. Schrägzurren, Diagonalzurren und Kopfschlingenzurren sind Varianten. Diese Methode erfordert geeignete Zurrpunkte an der Ladung selbst. Kombinierte Sicherung. In der Praxis die Regel: Ladung formschlüssig an die Stirnwand laden, seitlich niederzurren und verbleibende Lücken mit Sperrbalken oder Luftpolstern schließen.

Zurrgurte – Kennwerte und Auswahl

Zurrgurte nach DIN EN 12195-2 bestehen aus einem Gurtband aus Polyester und einer Spannvorrichtung (Ratsche, Klemmschloss oder Aufroller). Polyester dehnt sich unter Last nur minimal (3–5 %) und nimmt kaum Wasser auf – beides Vorteile gegenüber Polypropylen oder Polyamid. Zwei Kennwerte bestimmen die Leistungsfähigkeit:
  • LC (Lashing Capacity): Die maximal zulässige Zurrkraft in daN. Gebräuchlich: LC 1.000 daN (25 mm Bandbreite), LC 2.500 daN (50 mm) und LC 5.000 daN (75 mm).
  • STF (Standard Tension Force): Die Handvorspannkraft beim Niederzurren. Bei Ratschen typisch 300–500 daN. Der STF-Wert bestimmt die tatsächliche Sicherungswirkung beim Niederzurren.
Jeder Zurrgurt trägt ein blaues Etikett mit LC, STF, Normbezug, Herstellungsjahr und Dehnungswert. Fehlt das Etikett, darf der Gurt nicht eingesetzt werden.

Antirutschmatten und Hilfsmittel

Antirutschmatten erhöhen den Reibbeiwert zwischen Ladung und Ladefläche von typisch 0,2–0,3 (Holzpalette auf Stahl) auf 0,6 und mehr. Dieser Faktor hat enormen Einfluss auf die Berechnung: Bei doppeltem Reibbeiwert halbiert sich die Anzahl der benötigten Zurrgurte. Antirutschmatten sparen Gurte, Arbeitszeit und Gewicht. Kantenschutzwinkel verhindern, dass der Zurrgurt an scharfen Ladungskanten einschneidet und beschädigt wird. Sie verteilen die Gurtkraft gleichmäßig und schützen gleichzeitig die Ladung vor Druckstellen. Sperrbalken und Klemmstangen füllen Lücken zwischen Ladungsteilen formschlüssig auf. Sie werden zwischen Seitenwände oder zwischen Ladungsreihen geklemmt und verhindern seitliches Verrutschen.

Prüfpflichten und Wartung von Zurrmitteln

Zurrmittel müssen vor jedem Einsatz einer Sichtprüfung unterzogen werden. Beschädigte Gurte – Einschnitte, aufgeribbelte Kanten, defekte Ratschen – werden sofort ausgetauscht. Eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person ist nach DGUV Regel 100-500 empfohlen. Zurrgurte halten nicht ewig. UV-Strahlung, chemische Belastung, mechanischer Abrieb und Verschmutzung setzen dem Gurtband zu. Nasse Gurte verlieren Vorspannung und müssen nach dem Trocknen nachgespannt werden. Gurte, die mit Säuren oder Laugen in Kontakt gekommen sind, werden grundsätzlich ausgetauscht.

Ladungssicherung bei HUG – Sortiment und Fachberatung

HUG Technik und Sicherheit führt Zurrgurte in den Klassen LC 1.000 bis LC 5.000 daN – einteilige Klemmschlossgurte und zweiteilige Ratschengurte mit Spitz- oder Flachhaken in Längen von 3 bis 12 Metern. Dazu Antirutschmatten, Kantenschutzwinkel und Umreifungsmaterial für die Palettensicherung. Ergänzend finden Sie bei HUG Transportrollen für Schwerlastanwendungen, Kugelrollen für die Warenverteilung sowie die komplette Transporttechnik aus einer Hand. Das Fachteam berät zur normgerechten Auslegung – welcher Gurt für welches Gewicht, wie viele Gurte pro Ladungsstück, welche Sicherungsmethode für die konkrete Laderaum-Situation. Bestellungen bis 16 Uhr gehen noch am selben Tag in den Versand.