Dübeltechnik
Zuverlässige Befestigungen beginnen mit dem richtigen Dübel. Ob Schwerlastanker in Stahlbeton, Hohlraumdübel in Gipskarton oder Rahmendübel für Fenstermontagen – die Auswahl des Dübeltyps richtet sich immer nach dem Untergrund und der zu erwartenden Last.723 Artikel gefunden
Dübeltypen – welcher Dübel für welchen Untergrund?
- Spreizdübel: Spreizen sich beim Eindrehen der Schraube im Bohrloch auf und pressen sich gegen die Bohrlochwand. Für Beton und Vollstein. Der fischer SX mit Vierfach-Spreizmechanismus ist der bekannteste Vertreter.
- Hohlraumdübel: Bilden hinter der Platte einen Spreizknoten oder Klappmechanismus. Für Gipskarton, Spanplatten und Hohlblocksteine. Tragfähigkeit hängt stark von der Plattendicke ab.
- Rahmendübel und Langschaftdübel: Durchdringen das Befestigungsteil und verankern sich tief im tragenden Untergrund. Für Fenster, Türrahmen und Kabeltrassen. Durchsteckmontage – die Schraube spreizt den Dübel erst in der hinteren Hälfte, Dämmschicht und Putz bleiben druckfrei.
- Schwerlastdübel und Bolzenanker: Stahl, für hohe Zug- und Querkräfte in gerissenem und ungerissenem Beton. Für Stahlkonstruktionen, Maschinen und schwere Regalsysteme. Tragfähigkeitswerte in der Europäischen Technischen Bewertung (ETA) dokumentiert.
- Betonschrauben: Schneiden sich direkt in den Beton – ohne separaten Dübel. Schnelle Montage bei mittleren Lasten.
Chemische Befestigung – Injektionsmörtel und Ankerstangen
Wo mechanische Spreizung nicht ausreicht oder der Untergrund zu brüchig ist, kommen chemische Befestigungssysteme zum Einsatz. Ein Reaktionsharz (Vinylester oder Epoxid) wird in das Bohrloch injiziert und härtet mit einer Ankerstange aus. Drei Vorteile gegenüber mechanischen Dübeln:- Geringere Randabstände: Verankerung näher an Kanten und benachbarten Befestigungspunkten möglich
- Höhere Tragfähigkeit: Last verteilt sich über die gesamte Verbindungsfläche statt nur über Spreizkraft an wenigen Kontaktpunkten
- Hohlkammersteine: Mit Siebhülse auch in Hochlochziegeln und Porenbetonblöcken kraftschlüssig verankern
Untergrundbeurteilung – der entscheidende erste Schritt
Vor jeder Montage steht die Frage nach dem Baustoff. Eine Probebohrung gibt Aufschluss:- Feines, graues Bohrmehl: Beton oder Kalksandstein → Spreizdübel, Bolzenanker, chemische Befestigung
- Rötliches, körniges Mehl: Ziegel → Universaldübel oder chemische Befestigung mit Siebhülse
- Weißes, staubiges Mehl: Porenbeton → Spezialdübel für Leichtbaustoffe
- Hohlraum hinter der Platte: Gipskarton, Hohlblockstein → Hohlraumdübel
